Ausgabe 
31.10.1901
 
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läufig eine praktische Bedeutung nicht hat. Sollte die In­tensität des Lichtes, wie der Erfinder behauptet, auch noch einer bedeutenden Steigerung fähig sein, so werden des­wegen die Aktien der großen elektrischen Werke nicht um den Bruchteil eines Prozentes fallen, und die Hausfrau wird nach wie vor die Gasrechnung für das Auerlicht bezahlen müssen. Der Wert der Erfindung ist daher zurzeit uur ein rein ideeller, darf aber keineswegs unterschätzt werden, da er beweist, daß sich Licht eben doch auch in bedeutenderen Mengen ohne Wärmeentwickelung herstellen läßt.

Das lebende Licht ist überhaupt in der Natur viel weiter verbreitet, als man gemeinhin glaubt. Es soll hier nicht von dem immerhin etwas problematischen Leuchten gewisser Pflanzen lute des Tropäolum, etlicher Lilien, der Oenothera u. s. w- die Rede sein, welches zuerst von der Tochter des großen Sinne behauptet wurde, Auch die wenigen leuchten­den Tiere des festen Landes können hier außer Betracht s bleiben. Aber int Meere, besonders in dessen tiefen Re­gionen, wo der Laie die Herrschaft der ewigen Nacht ver- mutct, glitzert und gleißt es wie in den Zaubergärten Brmidas. Rhizopoden, Quallen und Manteltiere entsenden du phosphoreszierendes Licht entweder von ihrer gesamten Körperfläche oder aus besonderen, punktförmigen Leucht- vrganen. Ein Lichtträger ersten Ranges ist ein unter dem zoologischen Namen Brisinga bekannter Schlangenstern, der wie das glänzende KleinodBrising", mit welchem sich die Göttin Freya nach der alten deutschen Sage die Brust schmückt, und welches ihr Loki mit Hinterlist stiehlt, strahlen­des Licht über den Meeresboden ergießt. Die Euphausiden, Meerkrebschen von nur wenigen Zentimetern Länge, be­sitzen an der Brust und am Bauche zahlreiche Leuchtorgane, welche ganz wie Augen gestaltet und auch lange für solche gehalten worden sind, da sie mit einer das Licht konzen­trierenden Linse versehen sind, die in Wahrheit das von der leuchtenden Materie ausstrahlende Licht nur in be- stimmte Richtungen lenken soll.

Steigen wir in der Tierreihe weiter aufwärts, so kommen wir gn den Fischen, von denen namentlich die Vertreter der Tiefsee fast ausnahmslos Leuchtorgane be­sitzen. Mit dem vom Bauche des Leuchthaies oder der Stomias-Boa erstrahlenden Lichte kann mau ein ganzes Zimmer erhellen; bei anderen wie bei der von Schleiden beschriebenen Meerschwalbe ist das Maul der Sitz der Leuchtorgane, und es ist ein höchst seltsamer Anblick,'wenn dieses zu den fliegenden Fischen gehörige Tier nächtlich in weiten Bogen einer Sternschnuppe vergleichbar über die dunkle Meeresfläche schießt. Tie Leuchtfähigkeit würde für sie ein schwerer Nachteil sein, wenn sie ununterbrochen in Thätigkeit wäre ; benn die Fische würden dann nur allzu leicht die Beute der ihnen nachstellenden Feinde werden. Das Leuchten kann daher willkürlich abgestellt werden, und namentlich die am Kopfe befindlichen Leuchtorgane, die mit parabolischen, der Akkomodation fähigen Linsen versehen find, und sich gelenkig bewegen wie ein Augapfel in seiner Höhlung, dienen nur dazu, die Gegend zu erhellen, in welcher der Räuber des Meeresgrundes alle Fische der Tiefsee sind mehr ober weniger fürchterliche Räuber seine Beute sucht.

Katechismus der Religionsphilofophie.

Bon Prof. D. Dr. Georg Runze. In Originalleinen- banb 4 Mark. Verlag von I. I. Weber in Leipzig.

Religion unb Philosophie sind im letzten Grunde wesens- oerwandt. Beide befriedigen das Uuendlichkeitsstreben des menschlichen Geistes. Beide vergegenwärtigen den Sinn des Lebens und lehren seiner Wahrheit und seines Wertes inne zu werden. Die Aufgabe der Religionsphilosophie ist nun die philosophische Belehrung und Verständigung über die Religion im allgemeinen, d. h. ohne grundsätzliche Bevorzugung irgend einer besonderen Religionsform.

Der vorliegende Katechismus der Religionsphilosophie erörtert nach einer einleitenden Orientierung über die not­wendigen Voraussetzungen zuerst den Ursprung der Re­ligionen (Mythen, Kulte, Dogmen) sowie der subjektiven Religion (Frömmigkeit, Glaube), sodann das Wesen der Religion, namentlich in ihrem Verhältnis zur Moral, zur Vernunfterkenntnis und zur Kunst und wirft schließlich einen Mick auf die Religion in der Geschichte und das Gesetz chrer Entwickelung.

Magendiätetik für Gesunde «nd Kranke.

Unter besonderer Berücksichtigung der krankhaften Zustände des Nervensystems, der Lunge, Leber, Herz und Darmkanal. Von Dr. med. Michaelis, prakt- Arzt und Spezialarzt in Waldenburg in Schlesien. Preis 1 Mark. Verlag von Georg Brieger in Schweidnitz.

In kurzer Darstellung ist alles Wissenswerte für Magen-, kranke zusammengefaßt, besonders Tagesdiät und Lebens­weise für jede Magenerkrankung genau vorgeschrieben, Magenkatarrh, Magenschmerz und Magengeschwür in ihrer Abhängigkeit von anderen Organerkrankungen, sowie alle übrigen Magenkrankheiten und Verdauungsstörungen sind kurz und verständlich mit speziell diätetischen Regimen auf­geführt. Jedem einzelnen mit schwacher Verdauung wird es leicht , die Störungen der Magensunktion an sich zu er­kennen, zu verhüten nnd event. zu beseitigen. Die Be­handlung selbst ist meist einfach und naturgemäß, und die Methode für jeden leicht ausführbar.

GemsimMtzsges.

Behandlung der Heiserkeit. Heiserkeit entsteht durch Entzündung und Schwellung der Stimmbänder. Die­selbe kann vorübergehend ober dauernd sein. In ersterem Falle ist sie gewöhnlich durch eineErkältung" verursacht und verschwindet meistens in einigen Tagen. Besondere Gefahren sind gewöhnlich nicht damit verbunden. Es kann wohl zu sogenanntem falschem Krupp und zu vollständiger Sprachunfähigkeit kommen, aber diese Zustände sind in der Regel bald wieder gehoben. Bon ernsterer Bedeutung sind dagegen die Fälle von chronischer Heiserkeit. Eine solche bleibt häufig zurück nach einer akuten Kehlkopfentzündung. Sie ist dann ein zwar lästiges, aber kein für den Betreffenden gefährliches Leiden. In frischen Fällen genügt es, wenn wir den Betreffenden in Schweiß bringen, dem wir irgend ein kühlendes Bad oder andere kalte Wasseranwendimg folgen lassen. Empfehlenswert sind feuchte Umschläge um den Hals, welche wir je nach dem Grade der Entzündung mehr oder weniger häufig wechseln. Sollte das Fieber, welches ge­wöhnlich mit derartigen Zuständen einhergeht, sehr heftig sein, so behandeln wir dasselbe mit kühlen Bädern, Ein­packung oder Waschungen. Die Diät muß natürlich dem Fieberzustande entsprechen. Selbstverständlich werden wir bestrebt sein, für größte Ruhe des entzündeten Organs zu sorgen, d. h. wir werden dem Kranken die Anstrengung der Stimmwerkzeuge,. ->das Sprechen streng untersagen. Gurgelungen, welche spvoft verordnet werden, sind aus diesem Grunde also ebenfalls zu untersagen. Anders bei der chronischen Heiserkeit. Bei dieser lassen wir den Kranken gurgeln, und dq, dies nur zur Anregung des Blutumlaufes geschieht, so brauche man einfaches. Wasser. Antiseptische Lösungen sind vollständig überflüssig. Auch milde Dampf- einatmuttgen sind häufig zweckentsprechend. Daneben müssen wir nie versäumen, durch eine geeignete Wasserbehandlung für Abhärtung der Haut zu sorgen, welche gerade bei der Behandlung der chronischen Heiserkeit, wie überhaupt bei allen Katarrhen der Luftwege, von größter Bedeutung ist.

Verfahren zur Vertilgung von Motten re. D. R.-P. 100709. Angeführtes Verfahren verbindet neben dem sicheren Ausrotten der Motten auch das Angenehme, daß die Kleider einen Wohlgeruch erhalten, was man z. B. von Naphtalin und Patschouli nicht behaupten kann. Fünf Gramm Cumarin (in jeder besseren Droguerie erhältlich) werden in 1000 Gramm 96 prozeutigem Alkohol gelöst und damit die Kleider bespritzt.

Praktischer Wegweiser", Würzburg.

Magisches Quadrat.

Nachdruck verboten.

AABEEEHI M MOORERS

Vorstehende Buchstaben sind üi.Ouabratform derart 'tbncit, daß die vier wagercchten Reihen gleichlautend mit den senkrechten sind und Wörter von folgender Bedeutung bilden: 1. Gemütsbewegung; 2. Arzenei- siflanze; 3. Blume; 4. Gewässer.

(Auflösung in nächster Nummer.)

Auflösung des Silbenrätsels in vor. Nr.:

Darwin, Irene, Eisenzeit, Niobe, Ordensstab, Turandot, Leier, Eschenbach.

Die Anfangsbuchstaben und die Endbuchstaben von hinten nach vorn ergeben: Die Not lehrt beten.

Redaktion: E. Burkhardt. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schm Universitäts-Buch- und Steindruckcrei (Pietsch Erben) in Gießen.