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s gibt Menschen, die sich nur aus der Ferne miteinander zu verständigen wissen. Führt das Leben sie eininal persönlich zusammen, so wissen sie sich nichts zu sagen, als die glcichgiltigsten und unwichtigsten Dinge. Eusebius.
(Nachdruck verboten.)
Privat-Eigentum.
Eine lustige Geschichte aus der Sommersrische.
Von Alwin Römer.
(Schluß.)
„Aber", sagte sie ängstlich zu Gisela, als diese schon innerlich frohlockte, „meine Medizin möchte ichj doch pünktlich nehmen, Du bist wohl so gut und springst hinauf, sie mir zu holen!" , t r 1L
O ja, an diese natürliche Wendung der Dinge hatte der schlaue Blondkopf nicht gedacht. Ganz betreten entfernte sie sich aus dem Salon und erklomm, unzufrieden mit sich selbst, daß sie nicht doch lieber gleiche die Wahrheit gesagt hatte, die Treppe zu ihren Zimmern. r
Vor der Thür jedoch blieb sie plötzlich herzklopfend stehen. Bewegte sich nicht etwas hinter der Thür? Scholl nicht der Klang eines Schrittes heraus? Ein Dieb! dachte sie und drückte auf die Klinke, entschlossen, sofort um Hilfe zu schreien, wenn nicht vielleicht eines der Stubenmädchen darin sein sollte.
Der Sommerabend war hell. . .
Es war kein Stubenmädchen, das da eben ein Fläschchen mit einer langen papierenen Zunge am Halse auf den Tisch stellte. Es war ihr spöttischer Gegner, der Herr Baumeister Heinz Döring. War es denn ein Widerschein des erglühenden Abendrotes, der sich nun plötzlich über sein männliches Antlitz ergoß? , _ ,
„O, gnädiges Fräulein", stammelte er, „wie paßt das schlecht! ... Sie sollten es ja gar nicht merken, daß icfy . ."
„Haben Sie mir die Medizin für meine Tante besorgt, Herr Baumeister?" fragte sie mit einem leisen Zittern in der Stimme, den er für verhaltenen Aerger hielt.
„Ich war so tziei!" erklärte er trotzig. „Der Wirt bat mich darum, und da ich sowieso in dem Neste zu thuu hatte, so..."
„Trotzdem bin ich Ihnen überaus verpflichtet!" sagte sie, uach den richtigen Worten ringend. „Es ist mir peinliche, daß gerade Sie..."
„O bitte", fiel er etwas sarkastisch ein, „ich habe nur den Hausdiener vertreten. Geben Sie ihnl ein Trinkgeld, und die Sache ist erledigt!"
Hinaus war er, während sie sich die Lippen blutig biß.
„Gisela!" hörte sie unten die Tante rufen, und seufzend griff sie nach der neuen Arzneiflasche. Den Vorwürfen der Tante entging sie jetzt wohl; aber dafür Ivar -sie um so niedergeschlagener über die Ursache dieser Rettung.
Im Salon unten fand sie den Baumeister am. Fenster stehen. Mochte der Himmel wissen, über welch' neue Bosheit er da hinausstarrend wieder nachgrübelte.
Auf einmal jedoch hörte sie einen leichten jugendlichen Schritt von der Thür her quer nach dem Fenster hineilen. Ein junger Radfahrer stürmte auf den Baumeister los und schlug ihn derb auf die Schulter.
„He, Heinz", rief er lachend, „heißt das um sechs aus dem Liebenfelder Schützenfeste sein? Du bist mir eilt netter
„Du mußt schon entschuldigen, mein Junge!" sagte Heinz. „Eben wollte ich . .
„O, ich weiß schon Bescheid, der Wirt hat es mir verraten. Du übst Dich für holde Damen im Minnedienst! Da hat so 'n armer Kerl von Bruder natürlich zurückzustehen!"
„Der Wirt ist ein Klatschmaul!" erklärte Heinz mit einem scheuen Seitenblick zu Gisela Walrat hinüber, der kein Wort von dieser Unterredung entgangen war. „Laß uns hinausgehen unter die Linden. Der Abend ist zu schön für das Zimmer!"
Und den Bruder mit sich fortziehend, schritt er der Thüre zu. Draußen saßen sie alsbald bei einer Flasche Steinberger und stießen herzlich mit ihren 'Gläsern an.
„Du", sagte plötzlich der Jüngere, „da war ein verdammt hübsches Mädel im Saale. Bei der alten, schiefen Urschel, weißt Du, mit dem ewigen ZahnschMerzen-Gesichte! Wer ist denn das? Kannst Du mich nicht vorstellen?"
„Thut mir leid", entgegnete der Baumeister, während ein leiser Schatten über seine Stirne huschte, „wir sind nicht bekannt miteinander!"
„Schade! . . . Aber Du gestattest doch, daß ich noch einmal ans Fenster trete, und sie anschmachte? Es war ein zu süßer Käfer!"
„Thue Deinen Gefühlen keinen Zwang an!" sagte Heinz innerlich empört über diesen grünen Jungen, der so obenhin von der königlich schönen Gisela zu plappern wagte.
Erich Döring stand auf, um tut Schatten der mächtigen Lindenbäume unbemerkt nach den Fenstern des Salons vorzudringen. Heinz stützte den Kopf in beide Hände, ein Gefühl bitterer Unzufriedenheit niederkämpfend.
„Auf ein Wort nur, Herr Baumeister!" klang da plötzlich eilte liebe, süße Stimme an sein Ohr. „Sie haben sich vorhin so ritterlich für mich geopfert und den Dank dabei absichtlich verweigern wollen. Aber das gelingt Ihnen nicht. Ich habe es-wohl geahnt und nachher auch doppelt bestätigen hören. . . Nicht wahr, Sie. . . Sie sind mir nicht mehr- böse uitb1 . • • Sie nehmen es an, daß ich Ihnen von Herzen..."


