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. . . Der arme Mensch setzte sich noch zur Wehr. Er wollte nicht sterben. Er wollte nicht in das Gxab das Geheimnis mitnehmen, das er allein kannte."

Da stürzte sich der falsche, russische Edelmann auf ihn, packte ihn an der Kehle und ließ die mächtigen Hände nicht eher von dem Hals seines Opfers, bis es als Leiche vor ihm lag."

Oh! Verräter!" rief er dann,Du wirst mich nun nicht mehr hindern, die Gräfin zu heiraten!"

Du irrst Tichf', antwortete eine drohende Stimme .

In dieser Weise schrieb Lardi wohl nach eine halbe Stunde weiter. Aber plötzlich wurde er durch lebhaftes Sprechen, männliche Stimmen, die aus der Richtung des Mädchen-Zimmers kamen, von seiner Arbeit gestört.

Was ist denn das?" fragte er sich, und stand schnell auf, um das Zimmer und seinen Schäfer, den falschen Edelmann und die Gräfin im Stich zu lassen, weil er nach­sehen wollte, was 'der Lärm zu bedeuten habe.

Ein eigentümlicher Anblick bot sich ihm dar.

In ihrem Zimmer sah das neue Mädchen,die Perle", derweiße Rabe", mit entblößtem Oberkörper, ein männ­lich kräftiger Brustkasten, ganz und gar mit Tätowierungen bedeckt auf einem Stuhl und neben ihr hielten zwei Schutzleute Wache. Der Polizeihauptmann des Reviers war auch da und rief:

Wir kennen Dich, Julius Flupier! Vorwärts, marsch! Dein Anschlag ist diesmal nicht geglückt!"

Frau Lardi lehnte, einer Ohnmacht nahe; an der Thür, und der Gatte fragte entsetzt:

Was geht denn hier vor?"

Was hier vorgeht, Herr Lardi! Sie haben über acht Tage einen der schlimmsten Verbrecher, auf den die Polizei schon lange fahndet, bei sich beherbergt, und können sich glücklich schätzen, noch mit dem Leben davon gekommen zu sein."

Und ehe Lardi noch wußte, was er antworten sollte, hatten die Beamten den Verbrecher schon hinausgeführt . . .

Lardi war für einige Zeit die Lust an seinen Schauer­und Mordromanen vergangen..... So in Wirklichkeit

Verbrecher neben sich zu haben, war doch etwas ungemütlich, und dann . . . Frau Lardi war auch gar zu aufgeregt und betonte immer und immer wieder, wie die Schuld einzig und allein ihn treffe! Dadurch trat eine nicht unbedenkliche Trübung des ehelichen Himmels ein, und die teilnahms­vollen Fragen derlieben Freundinnen" trugen nicht dazu bei, dieselbe zu verscheuchen. Erst ganz allmählich ver­blaßte die Erinnerung an dasneue Mädchen".

Frenffen, Gustav, Die drei Getreuen.

Frenssen, Gustav, Die drei Getreuen, 5.

Tausend. Preis geb. Mk. 4.50. Berlin, G.

Grote' sche Verlagsbuchhandlung. 1900.

Zu den Büchern, die man wieder und wieder mit Genuß und Gewinn liest, zählen auchDie drei Getreuen" von Gust. Frenssen. Aushebend mit der Zeit des großen Krieges, werden uns hier die Geschicke dreier Altersgenossen, zehn­jähriger Knaben, und ihre Entwickelung zu Jünglingen und Männern, sowie das Leben und Treiben ihrer An- und Zu­gehörigen, als auch aller, mit denen sie sonst in Berührung kommen, in bilderreicher, überaus ansprechender Weise ge­schildert. Der Roman spielt wie dieSandgräfin" in Schles­wig-Holstein.

Wie ein Roman entsteht, hat Frenssen vor Jahr und Tag in einem fesselnden Vortrag zu Hamburg-Eilbeck verraten. Wir hoffen, daß bei dem reichen Stoff und der regelt Phantasie, über die der Dichter verfügt, die drei Getreuen nicht als seine letzte Gabe zu gelten haben. Heilkräftiger, glauben stärkender kernge­sunder Lektüre, wie er sie zu bieten vermag, wird unserer Zeit nicht gar viel gereichet. Bdt.

Gemeinnütziges.

Unser Appetit ist zweifellos der beste Maßstab für unfer Nahrungsbedürfitis. Ohne Appetit, so heißt es ge­wöhnlich, kann man doch nicht essen; was man ohne Appetit ißt, bekommt dem Magen nicht. Tas mag im allgemeinen

richtig sein, trifft aber durchaus nicht bei allen Fällen zu. Es ist bei gewissen Krankheitszuständen recht wohl denkbar, daß. wir auch ohne Appetit essen können, ja- sogar essen müssen. Der Appetit ist ein Verlangen, welches nur zum kleinen Teil von dem Zustande des Magens beeinflußt wird, vielfach Hängt es von Gewohnheit ab. Unser Appetit stellt sich zu gewissen Tageszeiten, vielleicht auch beim Anblick irgend welcher leckerer Delikatessen oder auch im Zustande der Langeweile ein. Durch zahlreiche Untersuchungen ist nachgewiesen, daß trotz mangelnden Appetites die Ver­dauung eine ganz normale sein kann, und die tägliche Er­fahrung lehrt, daß Patienten, welche bei sonst gesundem Magen keinen Appetit haben, sehr wohl auf Geheiß genossene Spreise vertragen. Die Appetitlosigkeit, die Abneigung gegen Speisen, schließt also keineswegs die Möglichkeit der Nahrungsausnahme und die richtige Verdauung der ge­nossenen Nahrung aus. Deshalb ist auch eine etwa be­stehende Appetitlosigkeit durchaus nicht immer ein Beweis dafür, daß der Magen krank ist, und ganz falsch ist der Grundsatz, daß Speisen, die man mit Widerwillen genießt, dem Körper schädlich sind. Gerade in denjenigen Fällen, wo die Appetitlosigkeit nur von gewissen Vorstellungen, Gemütsbewegungen, von Gewohnheit, Ermüdung oder was bei sehr überarbeiteten Leuten der Fall ist, von einer mangelhaften Zeiteinteilung abhängig ist gerade in solchen Fällen muß man die Unlust zum Essen überwinden, und Ausgabe des Arztes ist es, die Menge der Nahrungs­aufnahme auch da zu regulieren, wo der Appetit zu gering ist, d. h. wo der Patient sichtlich abmagert, ohne etwa magenkrank zu sein.

Jett und Karten.

Etwas über Gartenrasen. Der schönste Schmuck eines Gartens, mag derselbe parkartig groß, oder nur ein Hausgärtchen sein, ist immer ein gleichmäßig schöner, saftig grüner, sammetiger Rasen. In gutem Boden, bei reichlicher Besprengung wird es nicht schwer sein, schönen Rasen zu erziehen, aber in trockenem, armen Sand, wo auch noch! die Bewässerungsgelegenheit ungünstig ist, wird es oft schwer, ja fast unmöglich, Rasen aufzubringen. Nichtsdesto­weniger kann bei einer zweckeütsprechenden Bodenbearbeitung und geigneter Wahl der Grasmischung doch ein guter Rasen erzogen werden, ohne die kostspielige reichliche Bewässerung. Dazu ist vor allem ein gründliches Rigolen des Bodens mit gleichzeitiger Düngung mit kalt- und phosphorsäure­haltigen Düngemitteln erforderlich. In der neuesten Nummer des praktischen Ratgebers im Obst- und Gartenbau, die vom Geschäftsamt in Frankfurt a. O. zu erhalten ist, befindet sich eine eingehende Abhandlung über Rasenpflege in ungünstigen Verhältnissen, in der einer unserer be­deutendsten Landschaftsgärtner seine Erfahrungen über diesen Punkt mittäilt.

Blumenpflege.

F r i s ch v e r p f l a n z t e Topfgewächse, die im Zimmer stehen, bedürfen anfänglich nur sehr wenig Wasser, vorausgesetzt, daß alle Bedingungen beim Umsetzen erfüllt wurden und der Ballen nicht ausgetrocknet war. Gewöhn­lich mangelt im Frühjahr die Wärme im Zimmer, weil nicht mehr geheizt wird, und die Pflanzen werden wurzel- krank.

Buschrosen müssen ziemlich tief gepflanzt oder doch, mit Mrde so weit angehäufelt sein, daß die Veredelungs­stelle bedeckt ist. Man wird im trockenen Frühjahr die Wahrnehmung machen, daß sie leichter austreiben, und sicherer anwachsen als hochgepflanzte.

Praktischer Wegweiser", Würzburg.

Kapselrätsel.

Nachdruck verboten.

Liebling, Wunderkind, Reisen, Kupfererz, Schatzkammer, Detmold, Schnurrbart.

Es ist ein bekanntes Sprichwort zu suchen, dessen einzelne Silben der Reihe nach eingekapselt sind in vorstehenden Wörtern, ohne Rücksicht auf deren Silbentrennung.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Buchstabenrätsels in voriger Nummer: Gram, Graf, Gras, Grab, Grau.

Redaktion: T. Snrkhartzt. »raS und Nerlag der Brüchk'fchen und Kteiudruckerei (Pietsch Ur de«) t«