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fl>rtÖ «tA1tA OmxSrfiAtt I und Füße waren zierlich. Aus der Oberlippe hatte fte einen
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Skizze von PierreLuguet. »schlossen Bewußtes.
Autorisierte Uebersetzung aus dem Französischen von A. Heim. I Tas Frühstück war sehr gut, und Herr Lardi, ber sich (Nachdruck verboten.) I über die drei fertig gebrachten Morde fteute, war in bester
Der Schriftsteller Lardi arbeitete in Pantoffeln und I Laune. Auch das Mittagessen war tadellos, und als die warmem Schlafrock eifrig an dem ersten Kapitel eines neuen I Gatten zur Ruhe gingen, beglückwünschten sie sich leise Feuilleton-Romans „Bombe und Gift". Er hatte schon eine I zu der „Perle", die sie ins Haus genommen hatten. Auch unschuldige Waise ermordet und deren Großmutter zu ihren I am nächsten Tag ging alles wie am Schnürchen, nur als Borfahren heimkehren lassen, als Frau Lardi in das Ar- Lardi gegen 11 Uhr nachts noch einMal m die Küche kam, beitszimmer des Gatten trat. I er hatte bemerkt, daß er keine Streichhölzer im Zimmer
„Liebster Mann, willst Du das neue Mädchen sehen? | hatte und wollte diese holen, überraschte er das neue Mad- Mir gefällt die Person nicht so recht." | chen rittlings auf einem Stuhl sitzend und eine Pfeife
Lardi hob den Kopf; somit blieben dem dritten Opfer I rauchend! Er traute ]etnen Augen nicht.
des Romans noch einige Minuten des Lebens geschenkt, I Ta er auf Filzschuhen ging, so hatte Marie-Sidonie sein und während in seinen Blicken noch all die Mordgedanken I Kommen nicht bemerkt. Lardi machte auch sofort schleunigst " er: I Kehrt; er weckte seine Frau aus dem ersten, süßen Schlummer
und teilte ihr ganz erregt das Ereignis mit.
„Aber Tu träumst", antwortete Frau Lardi.
„Ich trstumen? . . . Sieh doch selbst nach"
Heimlich schlich auch, Frau Lardi nach, der Küche, und kam gleich ebenso erregt, wie der Gatte, zurück.
Ja, es war in der That so, sie rauchte eine Thon- pfeife! Tie ganze Küche war voll Qualm.
Lange dachen die Gatten nach, bis plötzlich Lardi in
zu lesen waren, sagte er:
„Nein, ich will das neue Mädchn nicht sehen. Das ist Deine Sach. Laß mich doch in Ruhe arbeiten, Du störst mich immer gerade, wenn ich im besten Zuge bin!"
„Aber sie wartet im Vorzimmer."
„Na, dann meinetwegen, lass' sie hereinkommeu. Treten
Sie näher, Kind! Also Sie sind das neue Mädchn. Sie sehen ja ganz nett ans, tote heißen Sie?"
„Marie Delarue, Herr Lardi." o, ----------- „ . .
„Ein netter Name, aber ich werde Sie lieber Sidonie I hxiws Lachen ausbrach
rufen. So hieß das vorige Mädchen, und das ist mir be- I „Herr Gott, sind wir dumm!"
quemer. Was können Sie denn?" I „Wie so?"
„Alles." . . I „Zu dumm, zu dumm!"
„Na, das genügt! und nun bitte ich,, mich allein zu I „Aber wieso denn, sprich doch!"
lassen. Ich habe gerade ein junges Mädchn vor, das erst I „Marie-Sidonie raucht, weil sie auS der Bretagne ist,
halb ermordet ist! Wir frühstücken doch um 11 Uhr, I und weil dort alle Frauen rauchen!" Frauchen?" I „Glaubst Du das?"
„Jawohl." I „Ich weiß es ganz bestimmt. Ich habe davon sogar
„Oh, Sidonie, ehe ich es vergesse, haben Sie denn I jn meinem vorletzten Roman: „Die Räuber von Goldo, oder Zeugnisse?" I der zerrissene Strick", erzählt. Erinnerst Du Dich nicht
„Nein, Herr Lardi, ich bin noch nicht in Stellung 1 daran?"
gewesen." , I „Ja, ja, jetzt fällt es mir ein! Na, schlaf gut, Männchen."
„Na, das schadet nichts, wir - werden Sie schon an- I „Gute Nacht, lieber Schatz."
lernen. Woher sind Sie denn übrigens?" I Einige still-sriedliche Tage folgten. Das neue Mädchen
„Aus meiner Heimat, Herr Lardi." I war wirklich, eine Perle, pünktlich, sauber, flink, immer
„Das kann ich mir wohl denken! Aus China werden I freundlich und höflich Frau Lardi rühmte sie bei allen
Sie kaum kommen! Aber wo ist Ihre Heimat?" I Bekannten, und die neideten ihr den weißen Raben.
„In- der Nähe von Brest," I Ta eines Tages stöberte Frau Lardi, neugierig wie sie
„Oh, dann sind Sie ja eine kleine Seeratte! I to in Abwesenheit des Mädchens in deren Zimmer
„Das weiß ich nicht, Herr Lardi. I herum und fand ein Stückchen Papier, in dem etwas ein-
„Ja, ja! Gewiß eine kleine bretonnifche seeratte. I ^wickelt gewesen war, und aus dem in ungeübter Hand
„Bretonnin? Ja, Herr Lardi. . . I unb. allen orthographischen Regeln spottend, die Worts
„Na, und nun muß ich arbeiten. Das ;unge Mädchen I j-tanken.
wartet auf mich!" I „Mein geliebter Julius! Seit 8 Tagen habe ich Dich
Und er schrieb; die Feder flog nur so über das Papier. I gesehen. So geht das nicht weiter! Laß Deine Herr-
„. . . Tie Unglückliche röchelte vor schmerzen und 1 heute allein, oder ich mache Dir eine Szene! Bestimmt
Entsetzen. Sie wand sich aus der Erde, die von ihrem Blut I aßettha hinter der Kirche'
rot war, it)re Mgrl gruben sich verzweiflungsvall „< I °^"N?Ü!!"rIch7i!t w« Unles-rltch.
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Sidonie hörte aufmerksam zu. Sie schien sich alles genau I Kind hat einen Bräutigam und t ff J’ ...
zu merken, was der „Herr" gern hatte und wie es die I .ist doch ganz, einfach Und da derbeagte Bra itigam nu t ^gnädige Frau" wünschte. Nut dann und wann stellte sie I ganz so feurig wie ste zu sein scheint, sobedroh. sw ihn eine bescheidene Frage mit einer Stimme, deren tiefem I Tas kommt alle Tage vor. ^ch^°^te^eteidaß Klang man es anmerkte, daß das Mädchen sein Lebenlang I Dich geben hat, heute abend ausgehen zu können.
$ hrÄÄÄÄ Ä88 I TL 3=M wieder dahin wo Du ihn
Sicherheit. Flink und behende sand'sie jedes Stück; es war I fortgenommen hast. Laß, Sidonie ihre
pinß fruuftre fic bei ber 9lrbrit {eben. I orbnen. Unb mi(f)i mit meinem ulten jSdjäfcr nllein,
Aeußerlich war Marie Delarue eine große, hagere Er- I den ich noch nicht cmf gute Weise verschwinden lassen kann.
scheinung, mit etwas rotem Teint und einem drolligen I Um 11 Uhr frühstücken wir, nicht wahr.
Gesichtsausdruck. Sie trug sich wie es in ihrer Heimat I „Ja, lieber Mann.
üblich: Kurze Röcke und das kleine typische Häubchen. Hände l Und Lardi Mrreh;


