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die unendliche Zähigkeit dieser Tiere hinwiesen . Er hatte I und Kundschafterdiensten zur BMvenSmrg, die Schweiz und eine ganze Zigarrensch achtet voll Eier gesammelt und I England folgten 1887, Belgien 1889, nur Deutschland und überzeugte sich selbst davon, indem die winzigen Dinger I Frankreich verhielten sich lange ablehnend, doch rechtet auch sogar einem Hammerschlag Widerstand leisteten. Was I die deutsche Armeeverwaltung seit einiger Zeit besonder« halfen da die alten Holzknechtsprüche des Grimm, dem I Radfahrerabteilungen ein.
selber das Herz pochte, je netter das Frühjahr kam? I Wer weiß indes, was die Zukunft alles noch brmgen wrrd! Johannes sah jetzt mit der Verachtung des Wissens auf I Man hat daher alle Ursache, dem Erfinder dieser , beliebten ihn herab. ' I Fortbewegungsmaschine dankbar zu sein, sodaß es ein Unrecht
v ' (Fortsetzung folgt.) I wäre, an dem 50jährigen Gedenktage seines Todes still-
___ | schweigend vorüberzugehen. Die Heimat der wichtigen Erfind-
vr, o I Ulig ist Mannheim, und ihr Urheber der badische Forstmeister
iVUwttOv»* I Freiherr Karl Friedrich von Drais, geboren 1784 (oder 1785)
> <•. « S. » -n O- S r - ■ - re ?• X I zu Sauerbronn, gestorben 1851 zu Mannheim. Der ingeniöse
Zum Mdenken an das 50. Todesjahr ,eines Erfinders. I Horstmeister erfand 1817 ein eigentümliches Vehikel, eine
Bon Heinrich Wiedemann. I „Reit"- oder „Laufmaschine". Dieselbe, ganz aus Holz her-
(Nachdruck verboten.) I gestellt, bestand aus zwei hintereinander liegenden Rädern,
Das Radeln ist des Menschen Lust, I die durch ein als Sattel oder Reitsitz dienendes Gestell
Dag Radeln das Radelte I verbunden waren. Der Fahrer oder vielmehr Läufer nahm
Kett das iiockrad dem Niederrad wieder hat weichen I auf dem Sattel Platz und setzte die Maschine durch ab-
durch wechselndes Abstoßen der Füße vom Erdboden aus in Be- Äten mVwTtag ehfe wegung. Die Hände ruhten auf einer vorn angebrachten
inHtÄf tenn murte es ium Svort dann zum Vergnügen, I Lenkstange. Später brachte Drais an seiner Erfindung noch und" der Kri^egswistenschaft^' ^ntMne "mieh"nock/aus I Ste Schwierig-
Ä 3 Z al SpS Kerb?ein um nU ein"? I 8 Kilometer in der Stunde auf ebenem Gelände zurückzu- Biertelminute schon den ungleichen Wettlauf atemlos auf- I legen, so war' doch der babet
zugeben. In von der Vernunft weniger begnadeten Ge- I em größerer, als wenn derselbe die Strecke zu Fuß zu aenden kam es zuweilen vor, daß ein Radfahrer auch mit aber-I gelegt hatte. .. ~
gläubischem Schrecken angestaunt oder vielleicht gar in bös- I Ganz neu War die Idee der selbständigen Fortbewegung williger Dummheit belästigt wurde - zum Glück trug ihn I unter Zuhilfenahme allein der menschlichen Muskeikraft auch sein schnelles Stahlroß in den meisten Fällen innerhalb I damals Nicht mehr, obwohl billig zu bezweifeln ist, daß Drais neniaer Auaenblicke aus dem Bereiche der Gefahr. Und I von den vor ihm stattgehabten Versuchen rate Ahnung ge- doch! - Vutsutage hobt 6«l. B-r-'iss h »to M
fährt alles, vom Arbeiter bis zum Fürsten, die Postbeamten, 1 von einem gewissen Hans Hautsch gefertigter Kunstwagen die Soldaten, die Dienstmänner, die Markthelser, die I auf, „welcher in einer Stund" — so berichtet die Chronik Kommis, Aerzte — die Damen sogar, und nicht etwa in I — „2000 Schritt geht, man kan stil halten, wann man wch kleiner Zahl. Sogar die Dienstmädchen haben schon das I man kan fortfahren, wann man Wil, und ist doch alles von alles zwingende Stahlroß bestiegen. Wer heute noch über I uhrwerck gemacht." Der Benutzer dieses Kunstwagens hatte den „schrecklichen Sport" und das „alberne Strampeln" sich I freilich vor emem Fußgänger nur eben voraus, daß er fuhr, ereifert, sitzt vielleicht morgen schon selber auf einem solchen I denn m der Geschwindigkeit war ihm der letztere sicherlich Dina und empfängt auf irgend einer einsamen Landstraße I über, und mit welchem Aufwand von Kraft und Schweiß die" erste Unterweisung in der modischen Kunst; denn das I selbst dieses dürftige Resultat erzielt werden mußte, davon Radfahren steckt an, wie die Influenza, ein Freund irtfiziert I schweigt der Chronik Höflichkeit. Bald darauf erschien den anderen mit dem Fahrradbazillus, und viele anscheinend I gleichfalls tn Nürnberg — der Uhrmacher Stephan Farfler erbitterte Gegner schimpfen nur so lange, wie die Rohr- I mit einem ähnlichen solchen Wagen mit anfangs drei und sverlinge bis sie sich ein eigenes Rad kaufen oder — borgen I dann vier Radern auf dem Schauplatze, und 1693 der fr ankönnen! I zösische Arzt Richard in La Rochelle mit entern vierrädrigen
Nun, der Fahrradbazillus gehört glücklicherweise zu den I Automatenwagen, während gleichzeitig in Italien ähnliche gutartigen, ja sogar nützlichen Bazillen, und seiner Ver- I Vehikel auftauchten. Hundert ^ahre spater erbaute sich (im breitung sind keine ernstlichen Hindernisse in den Weg zu I Jahre 1769) ein Engländer John Verves emen ohne Pferde, stellen Das Radfahren ist eine gesunde, erfrischende Be- I fortbewegbaren Reise wagen. Alle diese Versuche hatten aber wegung, die schon vom hygienisch-medizinischen Standpunkt 1 nur den Wert von Seltenheiten, memand dachte daran, sie der weitgehendsten Förderung wert und allen Stubenhockern I nachzuahmen, ja man lachte vielleicht sogar über die Sonderund vor allem auch den Frauen - in erster Linie den 1 linge die so viel Hirn und Schweiß aufwendeten, einen während des ganzen Tages im Laden oder am Nähtisch I Zweck zu erreichen, den sie mittelst ihrer Beme so viel besckäftiateil — warm zu empfehlen ist. Natürlich: Ueber-I bequemer erreichten. Von Wirklichem Nutzen konnte eme maß ist hier, wie überall, schädlich; kann man doch an zu I derartige Fahr maschine erst dann sein, undichdannerstzur vielem Wassertri iken zu Grunde gehen. Nur freudig ist es zu I Benutzung eignen, wenn dieselbe einen Fußlaufer erstens an begrüßen, daß das Vorurteil gegen radfahrende Damen Schnelligkeit übertraf und zweitens ihre Handhabung mit mehr und mehr im Schwinden begriffen ist - wenn auch I geringerem Kraftaufwand möglich War, als das Laufen er- fpiter ßpftätiat werben muß, daß der gute Zweck der körper- I forderte.
icken Stärkung dw wenigsten Damen- und auch Herren - | Ersteres War ja allerdings bei der Draisine nur ut ’ur Erlernuna des schönen Sports veranlaßt. In immer I geringem Maße, und letzteres gar nicht der Fall; deshalb tebe^n Grade beginnt man auch den praktischen Nutzen I teilte bie ©rfinbunß be§ SJlann^etmer gorftmetftera aw* »u-
hf&fSSn°®betntauna8maf*ine einzusehen. Die I nächst das Schicksal ihrer Vorgänger, te geriet in Vergessen- £ SÄ’ÄEffXÄ Ä mittel «ett Trotzb-Ü ist st- dl- Mrefte taM st-it-r-r W--.
mit ber Stabt baä bl,anders den -mS-rhatb I stich- und damit ine »ntt-r nnstr-s m°d-r»-» F-h-rabs mnfnipnhrn Arbeitern die frühzeitig in ihren Werkstätten I geworden, sie bildete die Grundlage aller folgenden Ver- 0Ä 1 Sonüalicbe äenfte leistet. Zum Waren- I besserungen und Konstruktionen. Zunächst unternahm es
eintresfen müssen, vorzügliche ^'n Handwagen eben- I 1821 der Engländer G. Johnson, bte Lauf- oder Reitmaschins
ttnnhf nkte aiicki die allaern"^? Einführung bei der zu verbessern, indem er die Lenkstange mit der Achse des
In und auch dii a g J b Jinnt «ch I Vorderrades in direkte Verbindung brachte und damit einen
L-n,n,°cha>stsm>E °-,a»b wi- -t im Prinzip noch tz-nt-
bereits emzuvurgern. we ) si ierkannt, I bräuchlich ist. Er meldete seme Erfindung zum Patent an, in ^Oesterreich "gelangte "das Fahrrad schon 1884 bei Boten- > und die von ihm gefertigten Maschinen erhielten im Volke


