Ausgabe 
30.3.1901
 
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die unendliche Zähigkeit dieser Tiere hinwiesen . Er hatte I und Kundschafterdiensten zur BMvenSmrg, die Schweiz und eine ganze Zigarrensch achtet voll Eier gesammelt und I England folgten 1887, Belgien 1889, nur Deutschland und überzeugte sich selbst davon, indem die winzigen Dinger I Frankreich verhielten sich lange ablehnend, doch rechtet auch sogar einem Hammerschlag Widerstand leisteten. Was I die deutsche Armeeverwaltung seit einiger Zeit besonder« halfen da die alten Holzknechtsprüche des Grimm, dem I Radfahrerabteilungen ein.

selber das Herz pochte, je netter das Frühjahr kam? I Wer weiß indes, was die Zukunft alles noch brmgen wrrd! Johannes sah jetzt mit der Verachtung des Wissens auf I Man hat daher alle Ursache, dem Erfinder dieser , beliebten ihn herab. ' I Fortbewegungsmaschine dankbar zu sein, sodaß es ein Unrecht

v ' (Fortsetzung folgt.) I wäre, an dem 50jährigen Gedenktage seines Todes still-

___ | schweigend vorüberzugehen. Die Heimat der wichtigen Erfind-

vr, o I Ulig ist Mannheim, und ihr Urheber der badische Forstmeister

iVUwttOv»* I Freiherr Karl Friedrich von Drais, geboren 1784 (oder 1785)

> <. « S. » -n O- S r - - re ? X I zu Sauerbronn, gestorben 1851 zu Mannheim. Der ingeniöse

Zum Mdenken an das 50. Todesjahr ,eines Erfinders. I Horstmeister erfand 1817 ein eigentümliches Vehikel, eine

Bon Heinrich Wiedemann. IReit"- oderLaufmaschine". Dieselbe, ganz aus Holz her-

(Nachdruck verboten.) I gestellt, bestand aus zwei hintereinander liegenden Rädern,

Das Radeln ist des Menschen Lust, I die durch ein als Sattel oder Reitsitz dienendes Gestell

Dag Radeln das Radelte I verbunden waren. Der Fahrer oder vielmehr Läufer nahm

Kett das iiockrad dem Niederrad wieder hat weichen I auf dem Sattel Platz und setzte die Maschine durch ab-

durch wechselndes Abstoßen der Füße vom Erdboden aus in Be- Äten mVwTtag ehfe wegung. Die Hände ruhten auf einer vorn angebrachten

inHtÄf tenn murte es ium Svort dann zum Vergnügen, I Lenkstange. Später brachte Drais an seiner Erfindung noch und" der Kri^egswistenschaft^' ^ntMne "mieh"nock/aus I Ste Schwierig-

Ä 3 Z al SpS Kerb?ein um nU ein"? I 8 Kilometer in der Stunde auf ebenem Gelände zurückzu- Biertelminute schon den ungleichen Wettlauf atemlos auf- I legen, so war' doch der babet

zugeben. In von der Vernunft weniger begnadeten Ge- I em größerer, als wenn derselbe die Strecke zu Fuß zu aenden kam es zuweilen vor, daß ein Radfahrer auch mit aber-I gelegt hatte. .. ~

gläubischem Schrecken angestaunt oder vielleicht gar in bös- I Ganz neu War die Idee der selbständigen Fortbewegung williger Dummheit belästigt wurde - zum Glück trug ihn I unter Zuhilfenahme allein der menschlichen Muskeikraft auch sein schnelles Stahlroß in den meisten Fällen innerhalb I damals Nicht mehr, obwohl billig zu bezweifeln ist, daß Drais neniaer Auaenblicke aus dem Bereiche der Gefahr. Und I von den vor ihm stattgehabten Versuchen rate Ahnung ge- doch! - Vutsutage hobt 6«l. B-r-'iss h »to M

fährt alles, vom Arbeiter bis zum Fürsten, die Postbeamten, 1 von einem gewissen Hans Hautsch gefertigter Kunstwagen die Soldaten, die Dienstmänner, die Markthelser, die I auf,welcher in einer Stund" so berichtet die Chronik Kommis, Aerzte die Damen sogar, und nicht etwa in I2000 Schritt geht, man kan stil halten, wann man wch kleiner Zahl. Sogar die Dienstmädchen haben schon das I man kan fortfahren, wann man Wil, und ist doch alles von alles zwingende Stahlroß bestiegen. Wer heute noch über I uhrwerck gemacht." Der Benutzer dieses Kunstwagens hatte denschrecklichen Sport" und dasalberne Strampeln" sich I freilich vor emem Fußgänger nur eben voraus, daß er fuhr, ereifert, sitzt vielleicht morgen schon selber auf einem solchen I denn m der Geschwindigkeit war ihm der letztere sicherlich Dina und empfängt auf irgend einer einsamen Landstraße I über, und mit welchem Aufwand von Kraft und Schweiß die" erste Unterweisung in der modischen Kunst; denn das I selbst dieses dürftige Resultat erzielt werden mußte, davon Radfahren steckt an, wie die Influenza, ein Freund irtfiziert I schweigt der Chronik Höflichkeit. Bald darauf erschien den anderen mit dem Fahrradbazillus, und viele anscheinend I gleichfalls tn Nürnberg der Uhrmacher Stephan Farfler erbitterte Gegner schimpfen nur so lange, wie die Rohr- I mit einem ähnlichen solchen Wagen mit anfangs drei und sverlinge bis sie sich ein eigenes Rad kaufen oder borgen I dann vier Radern auf dem Schauplatze, und 1693 der fr an­können! I zösische Arzt Richard in La Rochelle mit entern vierrädrigen

Nun, der Fahrradbazillus gehört glücklicherweise zu den I Automatenwagen, während gleichzeitig in Italien ähnliche gutartigen, ja sogar nützlichen Bazillen, und seiner Ver- I Vehikel auftauchten. Hundert ^ahre spater erbaute sich (im breitung sind keine ernstlichen Hindernisse in den Weg zu I Jahre 1769) ein Engländer John Verves emen ohne Pferde, stellen Das Radfahren ist eine gesunde, erfrischende Be- I fortbewegbaren Reise wagen. Alle diese Versuche hatten aber wegung, die schon vom hygienisch-medizinischen Standpunkt 1 nur den Wert von Seltenheiten, memand dachte daran, sie der weitgehendsten Förderung wert und allen Stubenhockern I nachzuahmen, ja man lachte vielleicht sogar über die Sonder­und vor allem auch den Frauen - in erster Linie den 1 linge die so viel Hirn und Schweiß aufwendeten, einen während des ganzen Tages im Laden oder am Nähtisch I Zweck zu erreichen, den sie mittelst ihrer Beme so viel besckäftiateil warm zu empfehlen ist. Natürlich: Ueber-I bequemer erreichten. Von Wirklichem Nutzen konnte eme maß ist hier, wie überall, schädlich; kann man doch an zu I derartige Fahr maschine erst dann sein, undichdannerstzur vielem Wassertri iken zu Grunde gehen. Nur freudig ist es zu I Benutzung eignen, wenn dieselbe einen Fußlaufer erstens an begrüßen, daß das Vorurteil gegen radfahrende Damen Schnelligkeit übertraf und zweitens ihre Handhabung mit mehr und mehr im Schwinden begriffen ist - wenn auch I geringerem Kraftaufwand möglich War, als das Laufen er- fpiter ßpftätiat werben muß, daß der gute Zweck der körper- I forderte.

icken Stärkung dw wenigsten Damen- und auch Herren - | Ersteres War ja allerdings bei der Draisine nur ut ur Erlernuna des schönen Sports veranlaßt. In immer I geringem Maße, und letzteres gar nicht der Fall; deshalb tebe^n Grade beginnt man auch den praktischen Nutzen I teilte bie ©rfinbunß be§ SJlann^etmer gorftmetftera aw* »u-

hf&fSSn°®betntauna8maf*ine einzusehen. Die I nächst das Schicksal ihrer Vorgänger, te geriet in Vergessen- £ÄEffXÄ Ä mittel «ett Trotzb-Ü ist st- dl- Mrefte taM st-it-r-r W--.

mit ber Stabt baä bl,anders den -mS-rhatb I stich- und damit ine »ntt-r nnstr-s m°d-r»-» F-h-rabs mnfnipnhrn Arbeitern die frühzeitig in ihren Werkstätten I geworden, sie bildete die Grundlage aller folgenden Ver- 1 Sonüalicbe äenfte leistet. Zum Waren- I besserungen und Konstruktionen. Zunächst unternahm es

eintresfen müssen, vorzügliche ^'n Handwagen eben- I 1821 der Engländer G. Johnson, bte Lauf- oder Reitmaschins

ttnnhf nkte aiicki die allaern"^? Einführung bei der zu verbessern, indem er die Lenkstange mit der Achse des

In und auch dii a g J b Jinnt «ch I Vorderrades in direkte Verbindung brachte und damit einen

L-n,n,°cha>stsm>E °-,a»b wi- -t im Prinzip noch tz-nt-

bereits emzuvurgern. we ) si ierkannt, I bräuchlich ist. Er meldete seme Erfindung zum Patent an, in ^Oesterreich "gelangte "das Fahrrad schon 1884 bei Boten- > und die von ihm gefertigten Maschinen erhielten im Volke