Ausgabe 
29.10.1901
 
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und endlich dasFeu", ein sehr dirnkles Rot mit helleren Punkten. Das letztere Kewebe ist besonders chick und originell; es kostet 7,75 Franken bei 1,20 Meter Breite und wird mit Pelzgarnierung prächtigeCostumes tailleur" abgeben. Für sehr elegante, aber diskrete und gediegene Kostüme eignet sich dasScotch Tweeds" inCaspienne", einem hübschen Dunkelblau, ferner inAltai", einem matten, mit Schwarz vermischten Rot, in der FarbePerim", einem mit dunklerem Grau vermischten Eisengrau,Saidabad", einem mit Gelb­braun vermischten Rotviolett, welches kleine verschwommene Karo zeigt. Es ist ein weichhaariger, sehr neuer und sehr eleganter Stoff zu 7,25 Franken bei 1,20 Meter Breite,

Mehr als im vergangenen Jahre werden die dies-- jährigen Wintermodeu mit schönem Pelzwerk geschmückt. DieViktorines" undPalatines" der dreißiger Jahre des verflossenen Jahrhunderts sind wieder erstanden; doch unsere ausputzfreudige Zeit konnte sich nicht versagen, die­selbe mit Spitze, Chiffon und metallisch glitzernden Passe- menterie-Jnkrüstationen zu schmücken. Pelzsachen aus Chin­chilla, Seal, Nerz, Zobel oder sonstigen kostbaren Fellen sind mit täuschend nachgeahmten Blumen verziert. Ganz besonderer Gunst werden sich Hermelin und weiße Pelze im allgemeinen erfreuen, von ersteren besonders die sehr ileingefleckten. Die Form der neuesten Muffen ist ziemlich flach und lang; dieselben sind häufig mit seide- oder spitzen­gefütterten Handkrausen aus Pelz versehen.

Einige der neuen Mäntel sind fast etwas überladen mit Krausen und Volants und zeigen offene Aermel. Das sogenanntechinesische Jackett" von sehr weitem Schnitt mit ebenfalls weiten, offenen Aermeln eignet sich besonders §utn Theaterjackett.

Für Schneiderkostüme verarbeitet man mit Vorliebe flockige und gesprenkelte Stoffe, obgleich auch glatte und karrierte Stoffe für diesen Zweck durchaus modern sind. Die neuesten Schattierungen für wollene Stoffe wie Tuch, Kaschmir, glatte oder rauhe Serge sind ein prächtig sattes Goldbraun, ferner Ziegelrot, Gelbbraun, Altrosa, sowie die ganze Skala der zarten Pastelltöne. In farbiger Seide zeichnen sich besonders die herrlichen Braches mit spitzen­ähnlichen Mustern, die Gros de Naples und die Chineeseiden aus. Zu Einsätzen, Kragen, Manschetten und Revers kommt vielfach Tartan, sowie gemusterte Velvets und gold- gesprenkelte Panne zur Verwendung.

Velvet- und Saminetkoftüme werden sich in der bevor­stehenden Wintersaison voraussichtlich besonderer Beliebt­heit erfreuen. Man garniert dieselben vielfach mit harmo­nierenden Atlasvolants, Atlaskrausen oder gesteppten Atlgs- blenden. An Tuch- und seidenen Kostümen bemerkt man häufig Volants und sonstigen Ausputz aus Sammet oder Velvet. Sehr beliebt als Garnitur sind auch farbige Sammet- und Atlasbänder mit schwarzen Rändern.

Ein außerordentlich geschmackvolles Empfangskostüm aus nickelgrauem Lasset für die kommende Saison zeigte eine etwas schleppende Prinzeßtunika mit vorderer langer und spitzer Zacke über einem in breite Plisseefalten gelegten unteren Rock, der etwa handbreit über dem Saum durch ein gleichfarbiges Entredeux aus Sammetapplikation ver­ziert war. Das Corsage war mit einem kleinen, runden, in Quersäumchen gesteppten Passe aus lichtblauer Panne und ebensolchem Stehkragen versehen. Prächtige Luxeuil- Spitze umgab die Passe und bildete die zurückgeschlagene 'Stulpe an dem bis zum Ellenbogen reichenden Aermel; der unter derselben ansetzende lange Bausch ans weißer Liberthseide endigte in einer Manschette aus derselben Spitze. Die Taille war auf der rechten Seite durch drei volle Rosetten aus lichtblauer Panne geschlossen.

Als elegante Besuchsrobe eignet sich ein Kostüm aus dem jetzt so beliebten froschgrünen (vert rainette) Tuch. Der Rock weist ein hohes Plissee auf, welches oben von einer schwarzen Perlen-Passementerie begrenzt wird. Der Taffet- bolero in der Farbe des Tuches ist ebenfalls pliessiertZmd mit Perlenstickerei umrandet und öffnet sich über einer westenförmigen Tuchtaille mit unsichtbarem Verschluß, welche eine vordere, kurze Spitze bildet. Der kurze Tuchärmel zeigt am Rande ebenfalls Perlenverzierung und läßt vom Ellen­bogen ab einen plissierten Taffetbausch von der Farbe des Boleros hervortreten, der mit einer schmalen Taffetman­schette abschließt. Der hohe, plissierte Umlegekragen ist mit

einem etwa anderthalb Zentimeter breiten Tuchstreifen um­randet.

Die Hutmode wird einen ganz ausgesprochenen Chai rakter tragen. Große, flache Hüte werden fast ausschließlich die Mode beherrschen. Viele neue Modelle zeigen leicht seitlich aufgebogene Krempen, unter denen Blumen oder Bandvosetten angebracht sind. Federn, Sammetfrüchte und Blumen werden vielfach als Garnitur verwendet.

In Doques giebt es zahllose neue Formen in Chenille, Band und Chenille, weichem Filz, Sammet, Seide, Tuch usw. Der spanischeToreador", die neueste Togueform, dürfte besonders kleidsam sein.

Filzhüte werden in ganz neuen Farben vertreten sein, wie Mattlavendelblau, Gelb, Ecru, Altrosa und Himbeer­farbig. Sehr modern ist eine flache Sammet- oder Seiden­draperie auf der Krempe. Manche Filzhutsormen sind mit Sammetband durchzogen und mit purpurnen Früchten oder Trauben, sowie mit hochrotem, türkisblauem oder smaragd­grünem Sammetband garniert. Madeleine,

Lehrbuch der Spinnerei, Weberei und Appretur. Von Niklas Reiser. Vierte, vollständig neu bearbeitete Auflage. Mit 348 Abbildungen. In Originalleinenband

6 Mk. Verlag von I. F. W eb er in Leipzig.

Die großen Fortschritte, welche die Textilindustrie in den letzten Jahren erfahren hat, bedingte eine neue Form und der Neuzeit entsprechende Umarbeitung des Dr., Her­mann Grotheschen Katechismus der Spinnerei, Weberei und Appretur, dessen 4. Auflage aus der Feder des Webeschul­direktors a. D. Niklas Reiser, Vorsitzenden der Unter» suchungskommifsion für die Textilindustrie, nunmehr wieder völlig auf der Höhe der Zeit steht und feinen Lesern von großem praktischen Nutzen fein wird.. Das über 32 Bogen starke Buch umfaßt das Gesamtgebiet der Gewinnung und Verarbeitung der Gespinstfasern von dem Reinigen der natürlichen und künstlichen Rohstoffe an bis zu der markt­fähigen Zurichtung der Garne und Gewebe. Sehr instruktid sind die meist den Maschinen gewidmeten 348 Illustrationen, die auch für den Maschinenbauer von Interesse sind.

Gemsiinimtzrges.

Allgemein ist die Ansicht verbreitet, daß man die kost­baren Orchideen, diese Fremdlinge aus fernen Weltteilen, nicht im Zimmer ziehen könnte. Das ist eilt großer Irrtum! Es giebt eine ganze Anzahl herrlicher Arten, welche tnt Zimmer nicht nur zur Blüte gebracht, sondern sogar vermehrt werden können. Wie mau bei der Pflege zu verfahren hat, lehrt uns ein Artikel in der Nr. 42 desPraktischen Rat­gebers im Obst- und Gartenbam Der Aufsatz enthält zugleich eine ganze Anzahl vorzüglicher in den Text gedruckter Ab­bildungen derjenigen Arten, welche sich für die Zimmer­kultur eignen- Die betreffende Nummer kann unentgeltlich vom Geschäftsamt genannter Zeitschrift in Frankfurt a. O, bezogen werden.

S a m m e t z u r e i n i g e n. Der Fleck wird mit reinem Benzin bötupft, dann recht feiner Sand erhitzt, in ein Beutelchen gebunden und der Sammet damit dem Strich nach nicht'zu stark abgerieben. r

(Prakt. Wegw.", Wurzburg.)^ j

Silbenrätsel.

Nachdruck verboten.

Aus nachstehenden 22 Silbe«: bach, be, dar, dens, dot, e, ei, er, i, lei, ne, ni, o, or, ran, re, sehen, sen, stab, tu, wiu, zeit

sind 8 Wörter zn bilden von folgender Bedeutung: 1. berühmter Gelehrter, 2. weiblicher Vorname, 3. kulturgeschichtliche Epoche, 4. Gestalt der griechischen Sage, 5. höfisch- Jnsignie, 6. Heldin eines dramatischen Ge. dichts von Schiller, 7. Musikinstrument, 8. bekannter deutscher Dichter des Mittelalters. Sind die richtigen Wörter gefunden, ergeben die Anfangs- und Endbuchstaben im Zusammenhang gelesen ein bekanntes Sprichwort.

(Auflösung in nächster Nummer.)

Auflösung des Zifferblatträtsels in voriger Nummer: i ii in IV v VI VII VIII ix X XI XII LAU BEB N A DEL I Laub, Laube, Aube, Auber, Bern, Erna, Nadel, Adel, Dell, Delila, Eli, Lila.

Redaktion: E. Burkhardt. Rotationsdruck und Verlag der Brübl'fchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei lMetsch Erben) in Gießen.