368 —
der Nachsatz hinterdrein geschickt zu werden, daß den Meister zu erreichen oder gar zu übertreffen eine Unmöglichkeit sein dürfte. Gleich hoher Schätzung und eines ungeheuren Andranges erfreuen sich die Kammermusitabende, die das Joachim-Quartett in jedem Winter veranstaltet. An idealer Schönheit des Klanges, Feinheit des Zusammenspiels und Spielfreudigkeit ist dieses Quartett, das aus vier vortrefflichen Musikern besteht, schlechthin unübertrefflich. Laß cs die klassische Litteratur bevorzugt, ist nur begreiflich und selbstverständlich. Wer moderne Musik hören mag, gehe zu den Böhmen: bei Joachim und seinen Genossen will mau immer nur eins hören. Und dieses eine wird in vollendeter Weise geboten.
Tas Bild, was wir uns von Joachim entwerfen, Ware nicht vollständig, wenn wir seiner unbegrenzten Herzensgute und der echten Vornehmheit seiner Gesinnung vergäßen. Was er seinen Schülern und über den Kreis seiner Schüler hinaus allen aufstrebenden Musikern gethau^davon wissen diese am besten zu berichten. Hat ein schiller sein Studium vollendet, so ist die Aufgabe des Lehrers — wie Joachim sie erfaßt — noch nicht erledigt. Ta heißt es, den ersten schwierigen Schritt vor die Oeffentlichkeit zu ttzun, auf eigenen Füßen zu stehen, ohne die Unterstützung, die bisher so sorgend aushalf und den Weg ebnete. Hier läßt Joachim den Anfänger nie allein. Er sichert ihm durch seine Mitwirkung materiellen und künstlerischen Gewinn. Er führt ihn vor ein Publikum, das Verständnis und Liebe hat und auch gern einmal über kleine Mängel hinweg das gute Versprechen schon für die That hinnimmt. Mit der großen Menge der Kunstfreunde, die durch die ganze Welt verstreut sind, begehen gerade diejenigen, denen Joachi: Förderung und Unterweisung angedeihen ließ, seinen V .entag am bewußtesten und wünschen ihm mit uns einen • getrübten Feierabend.
Der gesundheitliche Wert der Erdbeeren.
Tie gesundheitliche Wirkung des Genusses frischer Erd. beeren ist ganz bedeutend. Sie sind leicht verdaulich, reinigen das Blut und sollten, da sie viel natürliches Eisen enthalten, lveit eher in großer Menge genossen werden, als die Eisenpräparate, welche nur den Magen verderben. Im Sommer und bei innerer Hitze leisten Erdbeeren Kranken und Gesunden die besten Tienste; sie sind dann ein kühlendes Labsal für den nach Labung Lechzenden. Auch bei Gries- und Steinleiden werden vielfach täglich gleiche mäßige Portionen von Erdbeeren empfohlen. Dasselbe gilt für' Leberleidende. Kneipp verordnete täglich zu verschiedenen Malen bis zu zwei Schoppen Erdbeerbreies. Auch sür solche, welche mit aus dem krankhaften Blute herrüyren den Ausschlägen behaftet sind, soll je ein Schoppen Erdbeeren, morgens und abends genossen, vorzügliche Wirkung üben. Auch bei Gicht und Podagra leisten sie vorzügliche Tienste. Von Linnee, dem großen Naturforscher, wird erzählt, daß er in seinem 43. Jahre stark an Podagra erkrankte. Tie Krankheit griff ihn sehr an; er konnte weder schlafen noch die Füße ruhig halten. Tie Schmerzen zogen von einem Fuß in den andern, in dir -e und alle Glieder, sodaß man ernstlich um das Le. Patienten besorgt war. Nichts wollte mehr schmc Ta genoß
der Kranke Erdbeeren, die man ihm zur C tg reichte,
und — er konnte schlafen. Er ließ sich • > er welche
geben, and siehe da, er konnte am zwei-.cn Tage darauf gesund das Bett verlassen. Im folgenden Sommer kehrte die Krankheit wieder, als sich der berühmte Naturforscher in Drottingholm befand. Mit bleicher Miene kam Linnee ins Schloß zur Königin, die ihn fragte, was ihm fehle. „Eine Schüssel Erdbeeren!" war die Antwort. Mau brachte sie ihm; er aß sie und war am Tage darauf wieder gesund und munter bei seiner Arbeit, Nach drei Jahren kam das Podagra abermals wieder, aber schwächer als vorher, und wurde wiederum mit Erdbeeren besiegt. Linnee aß nun alle Sommer Erdbeeren; sein Blut wurde dadurch gereinigt, sein Aussehen blühend. Tas Podagra kehrte nicht wieder, obgleich Linnee ein Alter von 71 Jahren erreichte.
Tie Erdbeere wird gegenwärtig in zahlreichen Abarten gebaut. Tie Erdbeergärtnerei kennt deren zurzeit etwa vier
hundert, welche alle aus den Mutterarten durch Kreuzung und Veredelung hervorgegaugen sind. Bei der einen ist der Fleischgehält beträchtlicher, der Wert der anderen liegt un Feingeschmack oder im Wohlgeruch. Tie eine eignet sich besser für warme Lagen, die andere für kalte, ufw. leine ebenso große Mannigfaltigkeit herrscht tn Bezug auf die Farbe: alle Töne, vom hellsten Gelb bis zum tiefsten Rot kommen vor. Schließlich ist auch in Betracht zu ziehen, ob die zu erzielende Frucht sofort gegessen, oder als Ereme, Marmelade oder Konserve verwertet werden soll. Wahrend sich nun die Züchter alle mögliche Mühe geben, die Erdbeere zu veredeln, und dem Bedürfnis anzupassen, wahrend wir im Garten düngen und gießen, überstimmt draußen im Walde die Allmutter Natur die Pflege des unscheinbaren Pflänzchens. Denn dort wächst nachbarlich neben mächtigen Farrenkräutern, wie hineingestickt m den Moosteppich, gleichfalls eine Erdbeere. _ Sie ist nicht groß, tote ihre un Garten gezüchteten Schwestern, aber an Wohlgeschmack steht iie ihnen keineswegs nach, und an Wohlgeruch ist sw. ihnen zweifellos allen über. Tie Waldbeere eignet ,ich wie keme zweite Frucht zu Tafelgenüssen. Mit Zucker bestreut, ist sie ein köstliches Dessert, in Milch giebt ste einen unübertrefflichen Kühltrank.
sehr ist für die A Kindergarderob beilagen „Ta! B Mädchen", P rich Schirmer,
Handlungen und Probeabonnement — ab 1. Juli
„Die naturgemäße Lebensweise unserer Kinder!"
lieber dieses Thema, das in gleicher Weise alle Mütter interessiert, erscheint jetzt eine Artikel-Serie in der überaus reichhaltigen Familien-Zeitschrist Blatt ge
hört der Hausfrau!" Wie man für das Krad zu sorgen hat, um Krankheiten zu verhüten, wie mau es,zu pflegen hat, uw sein Gedeihen zu fördern, wird in diesen Ar Ekeln in durchaus verständiger und verständlicher Weise den Leserinnen zu Gemüte geführt. Nicht nur die Mutter, die in der Kindervflege überhaupt noch nicht bewandert sindj finden in den Artikeln Aufschluß über das für sie Wissenswerte, nein, auch solche Mütter, die glauben, ihre kleinen Lieblinge nach allen Regeln der Kunst zu pflegen, werden manchen Rat, manchen Hinweis, der ihnen ihr schweres und Verantwortungsvolles Amt erleichtert, darin indem Tiefe wohlfeile Zeitschrift ist auch hier.wie immer bestrebt, für die Familie und sur des Hauses Wohlfahrt zu sorgen, und dieser Zweck ivird durch die oben erwähnte Artikel-Serie von neuem wieder voll erreicht. Daneben finden wir in „Ties Blatt gehört der Hausfrau! selbstverständlich noch vieles andere, die Hausfrauen und Mutter Interessierende; vor allem ist hervorzuyebeu der Lehrgang zur Herstellung der allbeliebteu Bäiidchenspitzrch dem sich eine Erklärung zur Erlernung der Irische» spitze oder Point-lace auschließeii wird, die gleichfalls, wie der erst- genannte Kursus, durch viele Musterabbildungen erläutert wird. „Ties Blatt hört der Hausfrau!" illustrierte Zelt- ■ - a.mheiten des Haushaltes, für Mode, >,d Handarbeiten mit den Gratisoer" und „Das Blatt der jungen Ülich 1.40 Mk., Verlag von Fried- W., ist zu beziehen durch alle Biich- .anstalteu, und ist jetzt zu einem ' ~ Ü — die günstigste Zeit.
Bilderrätsel.
(Nachbildung verboten).
Auflösung folgt in nächster Nummer.
Auflösung des LogogriphS in voriger Nummer:
Tasse, Taste, Tasche.
Redaktion: E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schcn Universitäts-Buch- und Steindruckerci (Pietsch Erben) in Gießen.


