Ausgabe 
29.6.1901
 
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Gießen.

Samstag de« 29. Juni.

1901.

ZU

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iWWcr der Menschen Thränen teilt, jaSS** Lernet einst ihr Lächeln teilen; ygr Und wer fremde Wunden heilt,

Lernt daran die cig'nen heilen.________Boßhardt.

(Nachdruck verboten.)

Auf der Felseninsel.

Eine Erzählung aus den norwegischen Schären. Bon M. O t t e s e n.

(Fortsetzung.)

Viertes Kapitel.

Am folgenden Morgen weckte mich die fröhliche Sonne, welcbe hell' und blendend ins Zimmer hereinst-romte. ^ch bürte das leise Plätschern der Wellen, und als ich zum Fenster hinausblickte, lag das stahlblaue Meer glatt und spiegelblank da, so unschuldig lächelnd, als hatte es me daran gedacht, zu toben ttnd zu brüllen und große Sturz­seen verheerend über den weißen Sand zu senden.

Als ich meinen Kaffe getrunken und frisches brot dazu gegessen, zündete ich eine Zigarre an und begab VÄS® M -Ust N» «.,** des großen, freien Meeres, wie vergnügt tanze» die kurzen, sommerlichen Wellen im Sonnenschein wie goldene Sterne erglänzend dahin! Kaum vermochte ich e» über mich zu gewinnen, nicht sofort ein Boot zu besteigen und in all die märchenhafte Herrlichkeit, welche mir draußen winkte, hinauszurudern. Ter Himmel war blauwie das Meer nur im Osten glitten zarte, durchsichtige Rosenwolken. hinunter, als wollten sie die Verschmelzung von Hunmi-l und Erde in einer einzigen Umarmung vermitteln

Eine Ruhe, eine Zufriedenheit, tote ich sie lange nicht gefühlt hatte, verjagten die Rastlosigkeit, die nmde ^auge- iveile, lvelche mich 'in letzter Zeit so oft beschl^en hattem Ich gab mich! ganz dem Reize bey Morgens hm, roaTibeiL erst Sam Strande entlang, schlug dann wieder einen ; ®fa ein, welcher quer durch die Insel führte, und staud^bei einer Biegung des Weges unvermutet vor dem Psarryauje unter den grünen Birken. . h

Die alte Heimat, welche für mich ketiw mehr war, wollte ich heute nicht besuchen ; dagegen trieb es mM un­widerstehlich, den Berg, bet' sich, stolz über Waldch Häuser erhob, zu besteigen. r

Die Insel war ziemlich groß, und nach, der entgegen gesetzten Richtung mußte ich! eine ganz andere Auvs ) haben.

Meine Erwartung sollte nicht getäuscht werden. Vom Gipfel bot sich mir die herrlichste Fernsicht dar auf das feste Land mit seinen schneebedeckten Höhen und die vielen Fjorde, welche zu einsamen, unbekannten Thälern führten. Wie freundlich und verlockend sah es aber drüben am jenseitigen Ufer aus! Blühende Apfelbäume mischten ihre weißen Sträuße unter das lichte Grün der Birken, wahrend die Fenster des rotgemalten Bauerngehöfts wie Gold un Soimenglanze glitzerten.

Mein Blick schweifte von den Bergeshöhen hinunter zu dem winkenden Wasserspiegel mit seinen bunten Bildern und tanzenden Goldsternen, bis ich geblendet die Augen schließen mußte und mich endlich darauf besann, daß ich wohl besseres thun könnte, als stundenlang diesen Sitz hoch oben auf einem hervorspringenden Felsblock zu be­haupten. v ~

Tas Pfarrhaus lag so direkt unter dem Berge, daß man die Hühner im Hofe hätte zählen können, und ich! blickte gerade neugierig hinab, als ein lautes Lachen und Rufen an mein Ohr drang.

Ein Staufen junger Mädchen tu hellen, sommerlichen Kleidern stand ans der Freitreppe und starrte trotz der blendenden Sonne so unverwandt in die Hohe, daß au eg ich hinaufblickte, um den Gegenstand ihrer Aufmerksamkeit zu entdecken. Nichts war zu sehen, ich blickte wieder hinunter, die Mädchen sahen lachend zu mir hinauf ich selbst war. am Ende gar das Naturwunder, das angestaunt wird. Ta sollte doch die naseweisen Dinger, sie ahnen nicht, wie viel Gelehrsamkeit unter diesem runden Strohhut ver­steckt ist. Stier wird es aber wirklich unerträglich heiß, und es ist nur höflich, wenn du dem Nachfolger deines'Vaters einen Besuch machst. Deine Einsamkeit brauchst du ja des­wegen nicht aufzugeben.

Gesagt, gethan. Langsam trat ich meinen Rückzug an, der mir unendlich schwieriger als das Aufsteigen vorkam. Fast unten angelangt, glitt ich obendrein aus, Nietn schwarzer Rock wurde grau übertüncht, und meine Hande kriegten einige Moose zu fassen, die ich nicht des Bvtain- fierens wegen ergriffen hatte. Ein unterdrücktes, sstber- helles Lachen erklang dicht über mir, einen Moment blickten mich zwei schelmische, braune Augen an, doch ehe ich mich so weit gefaßt hatte, um zu untersuchen, ob tljrc Eigen­tümer in "noch ein Kind oder eine Tarne sei, war die kleine, zierliche Gestalt schon im Garten verschwunden.

^ie Freitreppe hatte sich unterdessen immer mehr bevölkert. Neben einer hohen, schlanken Tarne, weiche eifrig (triefte stand ein kleiner, behäbiger Herr mit einem schwarzen Käppchen auf den grauen Haaren und betrachtete mich aufmerksam durch große, runde Brillengläfer. ^ch näherte mich zögernd, als ein kleiner, weißhaariger Junge, der sich bisher mit den Hühnern herumgejagt und mutig einen