428
„ich kann nur Ochsen züchten, wie die da vor Dir; aber ich hab's so gut wie irgend möglich gemacht."
Erst war Vater Brunoy sprachlos vor Empörung, und Zorn, so hintergangen worden zu sein, als er aber die vertraute Landschaft sah, als er die ihm vertrauten Tiere, diese Wiederkäuer am Pflug sah, die Natur so getreulich wiedergegeben erblickte, da wurde sein Landmaunsherz weich und weit.
„Ja, so sind sie! So sind sie wirklich!" rief er, und schlug sich auf's Knie.
„Und das ist 10 000 Francs wert?"
„Ja, Vater, ich habe einen Käufer, der das zahlen will."
Mit einem Schlag war da der ganze Zorn des Alten vorbei, und mit dem breiten Lachen des pfiffigen Bauern sagte er:
„Meiner Treu! Du bist schlau; denn Tu verkaufst die toten teurer, als ich die lebenden."
Gemeinnütziges.
Das beste Heilmittel für Lungenkranke ist frische, reine Luft, weil sie die natürlichen Heilungsbestrebungen des erkrankten Organs anzuregen im stände ist. Es ist durchaus nicht notwendig, daß der Kranke, um sich dieses Vorteiles zu sichern, und ihn zu genießen, ins Gebirge oder an die See geht, obwohl diese Orte ganz sicher empfehlenswert sind für denjenigen, der es sich leisten kann; auch an solchen Orten, wo große gewerbliche Betriebe und eine dichte Bevölkerung fehlen, ist eine Luftkur möglich. Ganz besonders eignen sich hierzu sonnige Waldgegenden, bergige Gegenden. Der Kranke soll sich Tag und Nacht im Freien aufhalten. Das Schlafen in offenen Hütten, die auf der einen Seite wandlos, und nur bei ungünstigem Wetter durch Segeltuch abgeschlossen werden, ist sehr zu empfehlen, und von ’ den meisten Heilanstalten auch eingeführt. Auch das Schlafen bei offenem Fenster gehört hierher, besonders für jene, die nicht in der Lage sind, sich einen Sommeraufenthalt zu gestatten. Der Lungenkranke sollte ferner durch eine vernünftig betriebene Atemgymnastik die Vorteile ausnützen, welche der Genuß reiner frischer Luft dem Körper bietet. Dazu gehört allerdings eine genaue Kenntnis derselben, die nicht kurzer Hand, sondern erst durch Studium und Versuche, möglicherweise auch erst unter Anleitung eines erfahrenen Arztes gelernt werden kann. Die Kunst, richtig zu atmen, ist den wenigsten Männern, und den Frauen fast niemals eigen und bekannt, obwohl sie wichtiger ist, als das Essen; denn hungern können wir längere Zeit, und leben auch bei schlechter Ernährung, aber ohne zu atmen, ist das Leben nicht eine Viertelstunde möglich. Und doch gießt es Menschen, und dazu gehört leider der (größte Teil, die durch unvernünftige Kleidung, Korsetts, enganliegende Gürtel, Kleider usw. aus Unverstand eine der wichtigsten Verrichtungen des Körpers hemmen, die volle und tiefe Atmung, welche unsere Lunge und damit das Blut mit Sauerstoff versehen soll, nur halb ausführen. Das beste Heilmittel für Lungenkranke, Brustschwache, zu Brusterkrankungen, Katarrhen und dergleichen Veranlagte, ist vor allen Dingen frische, reine Luft in hinreichender Menge durch Nasenatmung aufgenommen. Das sollten sich wohl alle merken, die sie nicht zu schätzen wissen, weil sie nichts kostet, sondern unentgeltlich aus dem großen Heilschatze der Natur zu entnehmen ist. S.
Die schädigenden Wirkungen des Alkohols erfahren besonders Nervenkranke am eigenen Körper sehr schnell, auch bei dem Genüsse sehr geringer Mengen. Es stellt sich Schwere in den Gliedern, llnlust zu körperlicher Arbeit, Abspannung, schwerer Kopf, Müdigkeit und Schwäche ein, nicht alsbald, oft erst vielfach! am andern Tage. Die Klage bei derartig Heimgesuchten lautet dahin, daß man gar nichts mehr vertragen könne, und deshalb auf jeden Genuß verzichten müsse. Der Alkohol ist entschieden ein Gift, und sonderlich.für den Nervenkranken auch in den kleinsten Mengen; denn das alkoholische Getränk wird (und mit ihm der Alkohol) nicht unverändert aus dem Körper ausgeschieden, sondern der Alkohol zersetzt
sich in Kohlensäure und Wasser unter Zuhilfenahme des im Blute vorhandenen Sauerstoffs. Es verzehren 46 Gewichtsteile Alkohol 96 Teile Sauerstoff, und als Spaltungsprodukt entstehen daraus 88 Gewichtsteile kohlensaures Gas, ein für den menschlichen Körper sehr giftiges Gas. Nicht allein, daß den Nervenspitzen die zur Oxydation nötige Sauerstofsmenge entzogen wird, sondern es wird ihnen die nervenlähmende Kohlensäure aufgedrängt, die selbstverständlich eine schädigende Wirkung ausüben muß. Aber mehr noch als dieses. Das Wasser, welches ja bekanntlich den Hauptbestandteil der geistigen Getränke bildet, geht nicht als solches, sondern als Salzlösung aus dem Körper, es nimmt eiweißbildende Mineralstpffe mit. Die Folge davon sehen wir. bei starken Trinkern, es entsteht eine fettige Entartung der Gewebe. Das aufgedunsene Aussehen beweist diese Thatsache am besten. Nervenkranke sollten deshalb alkoholische Getränke möglichst meiden oder durch fleißige Bewegung und Tiefatmung in frischer Luft die schädigende Nachwirkung auszugleichen suchen.
„Praktischer Wegweiser", Würzburg.
Aeld und Karten.
Die Vertilgung von Schildläusen und Schnecken. Wir haben Heuer von Ungeziefer aller Art im Garten stark zu leiden. Die Plage mit den Schildläusen und Schnecken geht aber erst los. Die Schildläuse, jene schild- und kommaartigen Tiere, welche wie dicke Knoten an den Weinreben, an den Zweigen der Rosen und des Apfelbaumes re. sitzen und sie aussaugen, sie erwachsen im Juni und Juli zu voller Größe, und wenn sie sitzen bleiben, dann kommt aus ihren Eiern im nächsten Jahr ein Heer dieser Tiere, das kaum zu bewältigen ist. Es ist deshalb notwendig, an ihre Vernichtung jetzt zu denken. Auch den Schnecken muß man jetzt nachstellen, wenn sie sich nicht allmählich! zu einer kaum ausrottbaren Plage des Gartens heranbilden sollen. In Nr. 15 des „Erfurter Führer int Gartenbau" ist die Vernichtung beider Feinde beschrieben, gleichzeitig sind die Schildläuse, welche nicht jeder kennt, in ihren verschiedenen Formen abgebildet.. Da unseren Abonnenten diese Nummer kostenfrei zur Verfügung steht, wenn sie sich mittels Postkarte nach Erfurt wenden, können wir wohl darauf verweisen.
Preisrätse I.*)
Rösselsprung.
(Nachdruck verboten.)
hauch
le
neu
steht
weht
beud
zen
NUN
bor
fühl
der
stil
schwer
be
fühl'
a
mil
zum
daß
zen
nen
daß
ein
lie
es
9=
lass
Abendstille
ruht
in
es
den
am
her
ziel
ein
dir
bei
bet
tag
ge
die
leis
gen
NUN
got
UNd
dem
wil
her
ge
wenn
got
tröst
le
tes
Welt
stellt
tes
zen
bor
*) Lösungen find mit Aufschrift: „Preisrätsel-Lösung" versehen innerhalb acht Tagen an die Redaktion der „Gießener Familienblätter" einzuscnden.
Auflösung des Scherzrätscls in voriger Nummer: Ader, Adler.
Redaktion: E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerci (Pietsch Erben) in Gießen.


