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,M, tatz 'n Wasim", dachts sich dex FrmG, und fegte langsam den Lehnstuhl in Bewegung.
Da neigte sichj das Haupt auf die Seite, gerade noch zur rechten Zeit fing Franzt den.Körper auf. Er hielt eine Leiche im Arme.
Erst lähmte der Schreck seine Stimme, dann rief er nach Grimm, nach dem Vater, dem Bruder.
Es war nicht anders. Johannes Attinger war verschieden.
Der alte Grimm drückte ihm die Augen zu; dann fuhr man den Toten in die Holzerhütte.
In diesem Augenblicke brach das Gewitter los. Ein rauschender Regen ergoß sich über den lechzenden Wald.
Unter der Thüre der Holzerhütte, das wachsfahle Antlitz gegen die Ferne gerichtet, saß der Bauer vom Wald, und träumte blitzumleuchtet seinen Traum zu Ende.
Kleine Sünden.
Eine Bitte an alle, die es angeht.
Von F. Clemens.
(Nachdruck verboten.)
Wenn der liebe Frühling aus die Erde herabsteigt, luenn die Blumen ihre Köpfe hervorstecken, die Schmetterlinge fliegen und die Käfer schwirren, so erwacht in unserer Jugend mit größerer oder geringerer Stärke der Sammel- trieb. Selten in den Mädchen, aber unter den Knaben giebt es wohl keinen, der nicht zu irgend einer Zeit einmal etwas gesammelt hätte. Briefmarken, Stempel, Siegel, Ansichtskarten, Schmetterlinge, Käfer, Raupen, Steine, Pflanzen und was sonst noch in die Kategorie der Sammelgegenstände gehören mag. An die Eltern und Erzieher tritt nun die Frage heran: Soll man diesen Sammeltrieb der Jugend fördern oder unterdrücken? Ein alter und erfahrener Pädagog, den ich kannte, ermunterte seine Schüler immer wieder von neuem zur Anlegung von Sammlungen. „Und wenn Ihr Zipfelmützen sammelt, sammelt nur etwas", pflegte er zu sagen, weil er der Meinung war, das Sammeln rege den Geist an und erwecke das Interesse. Mir erscheint allerdings die Ansicht dieses wackeren Schulmanns nur teilweise richtig. Das Sammeln nimmt besonders während der ersten Wut den ganzen Sinn der jungen Sammler gefangen und lenkt ihre Aufmerksamkeit vom Unterricht und ernsteren Studien ab. In der Regel dauert ja das Sammel» fieber nicht lange, und darin liegt auch wieder eine Gefahr. Man soll nicht jeder Neigung der .Kinder entgegenkommen, hat man ihnen aber einmal die Erlaubnis zu irgend einem Studium oder einer Beschäftigung gegeben, so soll man streng darauf halten, daß sie dieselbe auch, selbst gegen ihren Willen, fortsetzen oder zu Ende führen. Wer sich angewöhnt hat, jede aufkeimende Neigung sofort zu befriedigen, die kaum begonnene Beschäftigung aber nach Erlöschen des ersten Interesses zu Gunsten eines anderen wieder beiseite zu werfen, der wird nie ein selbständiger, energischer Charakter werden.
Tie meisten Eltern und Erzieher kümmern sich um die Sammlungen ihrer Kinder überhaupt nicht. Tas iffc schon aus dem oben angegebenen Grunde ein Fehler, die Unterlassung kann aber noch schlimmere Wirkungen nach sich ziehen, wenn es sich um Sammlungen von Pflanzen oder lebenden Tieren, wie Käfer, Schmetterlinge usw. handelt. Tie Knaben betreiben vielfach ihr Geschäft mit wahrem Vandalismus, sie wüten unter den Blumen und Pflanzen, schonen weder Anlagen noch! Gärten, und bemächtigen sich aller Schmetterlinge und Käfer ohne Rücksicht auf ihr wirkliches Bedürfnis. Dazu kommt noch, daß sie — teils aus Unkenntnis, teils aus jugendlicher Rücksichtslosigkeit — in Bezug auf das bei der Tötung zu beobachtende Verfahren nicht sehr wählerisch sind und dadurch ihre unglücklichen Opfer quälen und martern. Ja, oftmals vergessen sie, von anderen Spielen äbgelenkt, ihre Gefangenen ganz und lassen die armen Tiere in ihren Büchsen elend zu Grunde gehen. In manchen Fällen spießen sie die Schmetterlinge wohl auch lebend auf Nadeln, fangen Raupen und füttern sie nicht usw. Sowohl um der Keinen Sammler selbst als ihrer Opfer willen, bedürfen daher die Naturaliensamm- lungen unserer Jugend einer sorgfältigen und strengen Aufsicht der Erzieher, ja, sie sollten nur unter Leitung
derselben angelegt werden. Die Lehver und Eltern sollen die Knaben über ihr Verhalten gegen die Tiere belehren, ihnen die beste und schmerzloseste Methode der Tötung zeigen, darauf halten, daß nur das wirklich Brauchbare gesammelt und das Ueberflüsfige geschont wird, und unverzüglich die Erlaubnis zum Sammeln zurückziehen, wenn dem Sammler der rechte Ernst fehlt oder er seine Opfer gar quält und vernachlässigt. Wir haben uns seltsamerweise anqewöhnt, diejenigen Menschen Naturfreunde zu nennen, welche in der Natur am schonungslosesten wüten; richtiger wäre es, sie Naturfeinde zu taufen, und solche Natur- feinde wollen wir aus unseren Kindern doch nicht erziehen. Ter Jugend muß Achtung vor der Natur anerzogen werden. Tie Duldung vor allem von Tierquälereien beeinflußt das Gemüt des Kindes in ungünstigster Weise, das Mitleid schwindet, der Charakter verroht, das Kind wird gleichgiltig gegen edlere und bessere Gefühle!
Ein anderer Punkt, in dem von Kindern sowohl als Erwachsenen himmelschreiendwesündigt wird, ist das Halten von Vögeln. Wir sind der Meinung, daß man die armen Tiere überhaupt nicht ihrer Freiheit berauben sollte, wenn man es aber doch einmal thut, so sorge man wenigstens dafür, daß sie im Käfig die notwendigsten Lebensbeding- ungen erfüllt sehen. Die meisten Vogelliebhaber glauben genug gethan zu haben, wenn sie dem gekauften oder gefangenen Vogel in den ersten besten Käsig sperren, ihm Wasser und irgend ein Futter hinsetzen und ihn an die Wand'oder ans Fenster hängen. Da heißt es dann: ^rrß Vogel oder stirb! Nichts kann gewissenloser sem als dies Verfahren. Jeder Vogel stellt an die Pflege seine eigenen bestimmten Ansprüche, nicht jedes Bauer ist für ihn geeignet. Vor allen Dingen muß das Bauer geräumig sein damit der Vogel soviel Bewegungsfreiheit als nur möglich besitzt. Die kleinen Käfige, die man auf dem Thüringer Walde so häufig sieht, sind ebenso wie die beliebten Glockenbauer, in denen der Vogel infolge ihrer Enge am Springen be- hindert ist, ganz zu verwerfen. Ein sogenannter Dunkelkäfig gar stellt für die armen Sänger eine grausame Folter- kammer vor. Am besten nehme man für Kanarienvögel, Stieglitze, Zeisige, Finken, Hänflinge und andere kleine Körnerftesser länglich viereckige Käfige von wenigstens 30 Ctm. Länge, 20 Ctm. Breite und 20—30 Ctm. Höhe, für Rotkehlchen, Amseln und Drosseln solche von etwa 60 Ctm. Länge, 30 Ctm. Breite und 40 Ctm. Höhe. Tie für Rotkehlchen, Amseln und ähnliche Vögel bestimmten Käsige überziehe man aber mit grünem oder andersfarbigem Zeug, damit die Vögel keinen freien Raum über sich erblicken. Tie Sprunghölzer wähle man nicht zu dünn; da der Vogel sonst leicht Fußftampf bekommt, man gebe ihm auch nicht zu viel, um ihm das Springen nicht zu erschweren. Den Boden des Bauers bedeckt man mit einer dicken Lage Flußsand und versäume nicht, dem Vogel bei jeder Reinigung ein wenig Salz und Kalk (oder Sepiaschale) zu verabreichen, da diese Stoffe ihm zur Blut- und Knochenbildung notwendig sind. Die Reinigung des Käfigs ist möglichst ost vorzunehmen, der letztere selbst an einen Hellen Platz zu stellen, wo der Heine Gefangene weder vom Zug noch von der grellen Sonne belästigt wird.
Nächst den Vögeln leiden am meisten unter unserer Sorglosigkeit und Unwissenheit die Fische, besonders die zierlichen Goldfische. Wer sich die Mühe giebt, es zu beachten, kann besonders im Sommer in den Wohnstuben- fenstern Gold- und ändere Fische in allen möglichen Stadien denkbarster Qual und Verzweiflung erblicken. Da schwimmt manchmal ein Goldfisch trübselig in einer Sauce, die nut Wasser keine entfernte Aehnlichkeit mehr, dafür aber desto mehr Verwandtschaft mit schmutziger Milch oder Kloßbrühe besitzt, umgeben von einem förmlichen Archipel von auf- qequolleuen Ameiseneiern und Semmelkrumen, so reich an Zahl, daß ein Dutzend seiner Sippe einen vollen Monat davon zu leben vermöchte. In einem anderen Fenster wieder bemerken wir einen mühsam atmenden, zwerghaften Weißfisch in einer Bierflasche oder gar ein ganzes Dutzend Schmerle, Ellritze und Weißfische in unbehaglichster Gemeinschaft in einem ganz kleinen Einmachealas. Natürlich ist der Tod aller dieser gequälten Geschöpfchen nur eine Frage der Zeit, und zwar meist einer recht kurzen; meist sterben sie auch unbeweint und unbetrauert, und ihr Eigner nimmt


