420 —
wendet, nach der diese „allerliebsten" Tierchen auch noch die Nebertrager der Malariaerzeuger sind. Bekanntlich hat Robert Koch bei seiner Malariaexpedition nach Italien die Theorie bestätigt. .
Neue Koffer.
(Nachdruck verboten.)
Der Koffer, der während des Winters ein Dasein voll beschaulicher Ruhe auf dem Hausboden führen durfte, sieht sich jetzt, zur Reisezeit, Plötzlich in den Mittelpunkt lebhaften Interesses gerückt. Mit kritischen Blicken wird er von allen Seiten, von innen und außen gemustert, und weder sein ehrwürdiges Alter, noch jahrelange, treue Dienste schützen ihn vor wenig schmeichelhaften Vergleichen mit den neuen, praktischen, eleganten Erzeugnissen der Koffer-Industrie, die gerade im Laufe der letzten Jahre große Anstrengungen gemacht hat, den weitgehenden Wünschen des reisenden Publikums gerecht zu werden.
Was wird nicht alles von einem Koffer verlangt! Zunächst soll er leicht sein, um das Reisen auf deutschen Bahnen nicht zu einem gar zu kostspieligen Vergnügen 511 machen. Die beispielsweise in England herrschende unbegrenzte Gepäckfreiheit wird bei der weniger weitherzigen Veranlagung unseres Bahnfiskus wohl noch auf unabsehbare Zeit ein frommer Wunsch der Reisenden bleiben.
Den Anforderungen auf größtmögliche Leichtigkeit, vereint mit eleganter, geschmackvoller Ausführung, entsprechen am besten die sogenannten Rohrplattenkoffer, deren Widerstandsfähigkeit in den letzten Jahren durch besondere Verfahren bedeutend erhöht wurde. Am haltbarsten und festesten sind diejenigen Rohrplatten, bei denen die Rohr- stäbe ohne Verwendung von Leim in das Flachssegeltuch hineingeivebt sind. Die sonst üblichen Beschläge aus Metall finden wir häufig durch solche ans Hornleder ersetzt, welches bei weitem dauerhafter ist. Außerdem ist der Koffer mit Polierten Holzstrcifen versehen. Betrachten wir nun das Innere eines solchen Rohrplattenkoffers, so finden wir, außer einem oder mehreren Einsätzen, je nach der Größe des Koffers, bei vielen auch noch eine äußerst praktische Einrichtung in der Deckelwölbung, bestehend aus einer Mappe für Papiere, Kästchen für Taschentücher, Handschuhe, Schlipse, Kragen und Manschetten, ferner einen Raum für gebrauchte Wäsche und einen Schfrmbehälter. Letzterer muh jedem Reisenden besonders angenehm sein, da es immerhin lästig ist, mehrere Schirme im Plaid mit sich zu führen. Auf dein Boden vieler Herren-Koffer ist ein besonderer Raum für die Aufnahme eines Zylinderhutes geschaffen. — Einer stets wachsenden Beliebtheit erfreuen sich die unverwüstlichen Rindleder-Koffer; man giebt aber solchen mit feinem Satinfutter jetzt den Vorzug vor denen mit dem derben Drellfutter. Die weniger kostspieligen, schwereren Reifen«, Holz-, Bügel- und Korbkoffer mit Segelleinenbezug tja: m meistens dieselbe praktische Einrichtung aufzuweisen, v id sind mit Einsätzen, Hutfächern und verstellbaren Abteilungen für Wäsche, Oberhemden, Stiefel usw. versehen.
Mancherlei Neuerungen finden wir an den eleganten mit Satin ausgeschlagenen praktischen Herren- und Damenhutkoffern aus Rohrplatten, welche außer den Haltern für die Hüte auch noch eine Hutbürste, und eine zur Aufnahme von Kragen bestimmte Kapsel enthalten. Neu und sehr praktisch ist es, daß in den meisten dieser Koffer Herren- und Damenhüte zugleich untergebracht werden können. Auch eine besondere für Zylinderhüte eingerichtete sehr elegante und zweckmäßige Hutschachtel sah ich vielfach. Dieselbe war mit Rindleder eingefaßt, mit Riemen zum Schnallen versehen, und innen mit rotem Sammet ausgeschlagen. Der Hut wird nicht direkt in die Schachtel hineingestellt, sondern zuvor mittels einer mechanischen Vorrichtung am Deckel befestigt, und so durch Schließen des Deckels in die Schachtel gebracht. Ebenfalls im Deckel unter dem §ut befand sich die durch einen Riemen gehaltene Hutbürste. Sehr praktisch sind die Oberhemden-Koffer, die ein Zerdrücken der Wäsche ausschließen, da jedes Wäsche
stück mit Gurten befestigt wird. Wenig Neues hingegen läßt sich über die Hand- und Rundreisekosfer, sowie über die Reisetaschen berichten, deren zweckmäßige und äußere Ausstattung Verbesserungen kaum noch zuläßt. Aeußerst praktisch fand ich allerdings ein sogenanntes ringsum mit Leder eingefaßtes Rundreifefutteral mit breiten rindledernen Riemen und kräftigen Griffen. Ist das Futteral geöffnet, so sehen wir, daß es zwei Behälter mit je zwei Deckklappen enthält, sowie Schnallriemen zur Befestigung von Schirmen und Stöcken. Ungefüllt läßt sich das Futteral so zusammenklappen, daß es etwa nur 8 Zentimeter hoch ist, und bequem in jedem größeren Koffer untergebracht werden kann. Ich halte diese Einrichtung deshalb für sehr praktisch, weil man vom Hotel oder dem sonstigen zeitweiligen Aufenthaltsort aus, unter Zurücklassung des übrigen Gepäcks, d. h. nur mit diesem Handfutteral ausgerüstet, größere Streifzüge unternehmen kann, um dann nach dem Ausgangspunkt wieder zurückzukehren, und sich zu einer neuen Tour zu rüsten. Dg.
Gemeinnütziges.
Der Einfluß des elektrischen Lichtes auf die Vegetation zeigte sich nach „Revue hvrticole" augenscheinlich an den Platanen der öffentlichen Promenaden in Genf im vorigen Herbst. Die von den Strahlen der Bogenlampen beleuchteten Zweige zeigten lange Zeit noch grünes Laub, während die anderen längst entblättert waren.
Krenzcharade.
Nachdruck verboten.
2 Von 1—2 stammen alle wir, Ein kleines Tierchen ist 1—4;
Es nützt 3—4 im Windeswehen, Stets ist es auf 3—1 zu sehen;
2|_ 2—3 ist als Gefäß bekannt,
Oft ist's geschmückt von Künstlerhand.
(Auflösung in nächster Nummer.) ■
Auflösung der Anthmogr'phs in vor. Nr.:
Reseda, Erde, Saar, Esra, Darre, Asse.
Naturstudien im Hause.
Plaudereien in der Dämmerstunde. Ein Buch für die Jugend von Dr. Karl Kröpelin. Mit Zeichnungen von O. Schwindrazheim. 2. Auflage- Leipzig, Druck und Verlag von B. G. Teubner. 1901. Preis geb. Mk. 3.20.
Die hohe Bedeutung, welche den Naturwissenschaften für die Erziehung der Jugend zukommt, ist bisher noch keineswegs genügend gewürdigt worden. Namentlich in der Großstadt mit ihren sich endlos dehnenden Straßenzügen geht dem Heranwachsenden Menschengeschlecht nur zu leicht jede innere Beziehung zur lebenden Natur verloren. Die Schule allein mit ihren kärglich bemessenen Unterrichtsstunden kann hier nicht helfen. So lag wohl dem als Gelehrten, wie warmen Naturfreunde gleich geschätzten Verfasser der Gedanke nahe, das vorliegende Merkchen zu schreiben, das die lern- und wißbegierige Jugend in möglichst lebendiger Darstellung zum naturwissenschaftlichen Denken anregen, und ihr die Naturobjekte . der nächsten Umgebung, vor allem also des väterlichen Hauses, geistig und gemütlich näher bringen soll.
Die gewählte Form des Zwiegespräches mag als veraltet gelten; dennoch erscheint sie als die für den erstrebten Zweck am ehesten geeignete, sicher aus denselben Erwägungen, welche den vorbildlichen Meister der griechischen Weltweisheit bei Abfassung seiner Denkwürdigkeiten geleitet haben.
Die begeisterte Aufnahme, welche das Merkchen bei seinem ersten Erscheinen gefunden, bürgt dafür, daß die Plaudereien des „Dr. Ehrhardt" mit seinen fröhlichen Jungen auch fernerhin sich fähig erweisen werden, die Teilnahme an der Natur und ihren Wundern im Herzen der Heranwachsenden Jugend wach zu rufen und zu vertiefen. Bdt.
Redaktion: E, Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univerfitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.


