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Zettlnag in derselben zurück und bringt es durch die Kältewirkung leichter auf der Wunde zum Gerinnen. Die Arme hält man stets hoch über den Kopf. Befindet man sich im Zimmer, so stellt oder setzt man sich, auch im Winter, ans offene Fenster. Der Kopf darf dabei nie gebeugt sein, weil eine abschüssige Haltung dem Blutausflusse aus der Nase entschieden Vorschub leistet. Wirksam unterstützen kynn man diese Kur, indem man die Füße durch Reiben und heißes Fußbad erwärmt, wodurch, das Blut von oben abgelenkt wird. Dies ist das wertvollste und einfachste Mittel gegen Nasenbluten, welches man stets zuerst anwenden sollte. Leicht auszuführen ist auch das Einziehen von recht kaltem Wasser aus der hohlen Hand. Dabei darf man aber, aus dem vorhin angegebenen Grunde, Kopf und Oberkörper nicht tief über das Wasserbecken beugen. Zugleich macht man kalte Wasserumschläge auf Nase und Stirn, dagegen heiße in die Nackengegend. Will die Blutung nicht stehen, so spritzt man den frisch ausgedrückten Saft einer Citrone mit einer kleinen Spritze in die blutende, vorher von Gerinnseln befreite Nasenhälfte. Schließlich sei noch auf die vielfach empfohlene Einspritzung von heißem Wasser (53 Grad C.) hingewiesen, bei welcher der Kranke aber fortwährend geräuschvoll (schnarchend) durch den Mund atmen muß, damit das Eintreten von Wasser in den Kehlkopf vermieden wird. Das vielfach angewandte Verstopfen der Nase mit Watte nützt nur dann bisweilen, wenn die blutende Stelle ganz vorn liegt. Befindet sie sich weiter hinten, so fließt das Blut ilt den Rachen; und eine hintere Verstopfung ist nicht nur höchst lästig, sondern kann sogar gefährlich werden.
ließ er den Biergenuß. Es ist Thatsache, daß ein starker andauernder Genuß von Bier bedenkliche gesundheitliche Störungen hervorzurufen im stände ist. Namentlich sind es in erster Reihe Herzverfettungen, die bei Biertrinkern häufig auftreten und oft den plötzlichen Tod in den besten Lebensjahren herbeiführen. Der Münchener Universitätsprofessor Moritz hat den Einfluß des Bieres auf die Gesundheit einer eingehenden Untersuchung unterzogen. Tie beste Gelegenheit bot ihm freilich diese Stadt der Biertrinker dazu; denn was so ein echter Münchener ist, der macht's ja nicht unter drei, vier Maß zum Frühstück. Der Herr Professor ist zu folgenden Ergebnissen gekommen: Tas Bier sollte eigentlich nur zu den Hauptmahlzeiten genossen werden, während es in den Zwischenzeiten oder gar als Ersatz der festen Nahrung zu verwerfen ist. Da der Biergenuh ermüdend aus den ganzen Körper einwirkt, ist das Bier des Abends am meisten zu empfehlen. Ein Genuß von etwa anderthalb Liter Bier täglich entspricht der für einen erwachsenen Mann noch bekömmlichen Menge, während für die Frau nur die Hälfte anzusetzen ist. Selbstverständlich ist, daß bei Personen, die schwächer veranlagt sind, oder solchen, die überhaupt wenig zu trinken gewohnt sind, sogar dieser als mäßig bezeichnete Biergenuß nachteilig auf die Gesundheit einwirkt, und es ist Sache des einzelnen, zu beurteilen, wie viel er höchstens trinken darf, ohne nachteilige Folgen zu verspüren. Ein regelmäßiger täglicher Genuß von drei bis vier Liter ist auch für den gesunden Menschen bedenkliche Unbedingt verwerflich ist der Biergenuß bei Kindern, und sollte man denselben bis zur vollendeten Entwickelung, jedenfalls bis zum 12. oder 14. Lebensjahr, tote überhaupt geistige Getränke jeder Art unter allen Umständen vorenthalten.
(Werkstatt.)
Wlumenpflege.
Vom Schneiden der Rosen. Schneidet man die Rosen kurz oder schneidet man sie lang, oder tote schneidet man sie? — das sind Fragen, die sich jedem Rosenfreunde aufdrängen, wenn er an seine Rosenbeete tritt. Für alle frischgepflanzten Rosen gilt eine Grundregel: man schneidet die Zweige kurz auf zwei Augen zurück, später aber wollen die Rosen entsprechend ihrer Eigenart geschnitten werden, Rankrosen anders als Theerofen, diese anders als Thee- hybriden. Ueber das „Wie" gießt -ein Artikel in Nr. 2 des „Erfurter Führers im Gartenbau" erschöpfende Aus- siinft. Unseren Lesern steht diese Nummer kostenfrei zur Verfügung, wenn sie sich mittels Postkarte an das Geschäftsamt des „(Äsurter Führers im Gartenbau" in Erfurt wenden.
Vermachtes.
Der Ursprung desWortes ,,d) i c" macht einer französischen Zeitschrift Kopfschmerzen und giebt ihr Veranlassung, sich folgendermaßen auszulassen: „Wohl kennt man schon lange dieses kleine Wörtchen tote auch dessen Bedeutung, doch würde man nur schwer anzugeben vermögen, wann oder bei welcher Gelegenheit es entstanden ist. Manche wollen behaupten, daß es von einem Schüler des berühmten Malers David stamme, der „Schic" hieß, und dessen Bilder eine so eigenartige Feinheit in der Ausführung zeigten, daß seine Kameraden sie auf den ersten Blick erkannten und, wenn sie den besonders sorgfältig gearbeiteten Bildern anderer Maler Anerkennung zollen wollten, einfach erklärten, daß sie überaus „Schic" ähnlich sähen. So hat sich das Wort auch auf vieles andere übertragen. Diese Erklärung hat nun manches für sich, doch scheint man das fragliche Wörtchen auch schon lange vor der Zeit Davids gekannt zu haben. Im 17. Jahrhundert trifft man es bereits an, und es wurde damals als eine Verkürzung 'des Wortes „Chicane" gebraucht. So sprach man von einem tüchtigen Rechtsanwalt und Verteidiger, wenn man die Klugheit und Finessen seines Vorgehens besonders hervorheben wollte: „Er hat Chic". — Warum sicht doch die Franzosen so den Kopf zerbrechen! Wissen sie nicht, öder wollen sie es nicht eingestehen, daß ihr geliebtes Wort „chic" aus der Sprache der verhaßten Deutschen kommt, und daß es nichts anderes als unser „Schick", d. h. Geschicklichkeit, bedeutet? Ende des 16. Jahrhunderts kam das Wort mit vielen anderen tausend Wörtern, die die französische Sprache int Laufe der Jahrhunderte der deutschen entnahm, zu unfern linksrheinischen Nachbarn.
Litterarisches.
Welche Recht« und Pflichten haben Arbeitgeber nnd Arbeitnehmer? Von Max Diefke. Berlin, Hugo Steinitz Verlag. Die vorliegende Broschüre ist eine volkstümliche Darstellung der deutschen Arbeitergesetzgebung nach der Gewerbeordnungsnovelle vom 1. Juni 1891. Nach dem Muster des Gesetzes selbst hat der Verfasser seine Arbeit in fünf Hauptabschnitte — allgemeine Verhältnisse, Verhältnisse der Gesellen und Gehilfen, Lehrlingsverhältnisse, Verhältnisse der Werkmeister und Techniker, und Verhältnisse der Fabrikarbeiter — geteilt und ist auch im einzelnen der Rechtsordnung gefolgt. Bei der Erläuterung der einzelnen Bestimm- ungen sind die gesetzlichen, ministeriellen und polizeilichen Ausführungs- Vorschriften mit anerkennenswerter Gründlichkeit herangezogen. Die Broschüre dürfte wohl geeignet sein, das interessante und zum Teil recht schwierige Gebiet d er Arbciterschutzgesetzgebung dem nicht juristisch geschulte» Publikum näher zu rücken und mit der Kenntnis von dem Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeiter auch dieses Verhältnis selbst zu bessern. Da? ansprechend ausgestattete Buch kostet 1 Mark und ist in allen Buchhandlungen,zu haben.
Kinder-Zeitung. Herausgegeben von Felix von Stenglin, Groß-Lichterfelde. Inhalt von Nr. 80. Was in der Welt vorgeht: Aus China; Neues vom Burenkrieg; Sind die Buren feige? Ein deutscher Fürst; Eine Reise durch Griechenland; Ein neues Unterseeboot; Vom türkischen Sultan. Aus dem Reiche der Natur: Der Hühnerhabicht in der Gefangenschaft; Ein Löwenspaziergang. Der Beobachter in Wald und Feld: Ein Ausflug in den Sumpf; Die ersten Störche. „PeterS wunderbare Reisen und Abenteuer." (Forts.) Erlebnisse. Allerlei, — Zu beziehen durch alle Postanstalten, Buchhandlungen und die Geschäftsstelle in Groß-Lichterfelde, Dahlemerstr. 75.
Kreuzrätsel.
16} 1—2 biblischer Name.
U 3-4 Insekt.
--——_ 1—3 nützliches fremdes Lier.
3 1 1—4 Möbelstück.
' 2—4 schlimme Bereinigung.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung der Skataufgabe in voriger Nummer: Kartenverteilung:
B. oD, 9, 8, 7; aA, K, 9; dA, K, 9.
M. a, b, cB, ol0; alO, D; bK, D; dlO, v.
H. dB, oA, K; a8, 7; bA, 10, 9; d8, T.
Skat: b8, 7. Spiel:
1. B. c9, clO, cA (- 21). — 2. H. bA, ov, bD.
3. B. c8, cB, cK (— 6). — 4. M. bK, blO, o7.
5. B. aA, aD, a7. — 6. V. a9, alO, a8.
7. M. aB, dB, aK (— 8). — 8. M. bB, b9, d9 (— 2).
Die letzten zwei Stiche macht der Spieler; die Gegner find also nur bis 47 gekommen.
RKsw.rn: T. Burkhardt. — Nrnck mb Verlag der Brühl'scheu U»i»erfitilts-Buch- und Steindrucke! ei (Pietsch Erden) in Mesen.


