Dienstag den 24. September.

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ra§ Herz? baS ist ein Eselchen,

' Es hat zwei lange Ohren, Ein eigensinnig, störrig Ding, Zum Lasttier auserkoren.

Es trägt sein ewig Kreuz daher, Und schüttelt sich und sträubet Sich sehr, und läuft daun allzuschnell, Bon Schlägen fast betäubet.

Ein dickes Fellchcn hat es auch, Sonst trüg's nicht so viel Hiebe; Und wenn's am allerdümmsten ist, Hat's eine große Liebe. Carmen Sylva.

(Nachdruck verboten.)

Der Erbe von Petershagen.

Roman von O. Elftem

(Fortsetzung.)

III.

f*Weshalb kommst Du nicht zu uns, lieber Eitel Fritz?" .fragte sie schmeichelnd.Fehlt Dir etwas? Vor einer halben Stunde ist Arno Sannow gekommen, um mit Dir den letzten Abend zuzubringen."

Mit einem müden Lächeln blickte Eitel Fritz auf.

Sollte Arno Sannow wirklich nur um meinetwillen gekommen sein, Ruscha?" fragte er.

Ruscha errötete.

Er behauptet es wenigstens. . ."

Das ist nicht sehr galant von Arno", entgegnete Eitel Fritz und erhob jtd} langsam. Sein Blick glitt dabei Wer die zierliche Gestalt seiner Schwester, die, ganz das Ebenbild der Mutter, deren dunkle, pikante, ^eigenartige Schönheit der Polinnen geerbt hatte; die Gestalt so schlank Und zierlich, und doch nicht schwächlich, die Füße und Hände von ausfallender Zierlichkeit, das zarte Gesicht mit den großen, dunkelflammenden Augen von einer üppigen Fülle brauner Löckchen umrahmt, der rosige Btund kindlich scheu und doch wie dürstend nach dem Kuß der Liebe, lächelnd r so stand das zierliche Persönchen da, fest und! sicher auf den Füßchen, leicht und graziös in allen Bewegungen wie das Reh des Waldes.

Nem, dieses zierliche, hübsche Wesen, diese kleine Aristokratin von den krausen Löckchen bis zu den zarten Füßchen, war nicht geschaffen, den Stürmen des Lebens zu trotzen! Arbeiten! dieses Wort kannte Ruscha ebenso wenig, wie die Mutter, die geborene Gräfin von Czarto- rinski, oder die kränkliche Schwester Wanda) die vor jedem rauhen Lustzuge wie ein krankes Kind sorgsam gehütet wer­

den mußte. Der Gedankengang, dem er sich vorhm hm- gegeben, kam ihm jetzt selbst lächerlich vor, und das Ge­fühl der Pflicht, für diese dem Leben gegenüber so W losen Wesen stieg stärker in ihm empor. Ja aber erfüllte er denn nicht auch seine Pflicht, wenn er für Mutter und Schwester arbeitete?

Er seufzte tief auf. Er konnte sich nicht zur Klar-, heit durchringen.

Ruscha sah ihn erstaunt an.

Was ist Dir, Eitel Fritz?"

Nichts nichts! Ich hatte so! meme Gedanken H na, ein junger Dragoneroffizier hat auch Gedanken, Schwesterchen, und manchmal recht trübe,. . ." .

Bist Du in Geldverlegenheit, armer Frttzebruder!" fragte Ruscha mitleidig und schelmisch zugleich

Muß es sich denn bei einem Leutnant stets uin Geld und Schulden handeln?"

Na, meistenteils doch" lachte Ruscha.Soll rch mal mit Mama sprechen?"

Um keinen Preis.! Hörst Du, Ruschch daß Du Mama nichts sagst!"

Wenn Du es nicht willst, gewiß nicht. ES Aber nun komm..." , ,

Ja laß uns gehen. Es nützt ja doch mchts, den Kopf hängen zu lassen."

Er zog ihre Hand durch seinen Arm, und so träten, fte auf die Veranda hinaus, auf der soeben der Dien-r die Lampen angezündet hatte.

Wo steckst Du denn, Eitel Fritz? Wollte Dir doch wenigstens noch einmal Adieu sagen"

Tie jugendlich-kräftige Gestalt Arno Von Sannvs erhob, sich rasch aus dem Korbsessel und streckte.Eitel Fritz die Hand entgegen. _

Das ist sehr liebenswürdig von Dm, Arno", ent-, gegnete der junge Offizier, dem Jugendfreunde und Regi-, mentskameraden von der Reserve die Hand schüttelnd.Ich fahre allerdings bereits morgen in aller Frühe, Wie geht's? Hast wohl jetzt viel zu thun?" ,

Na, wie jeder Landwirt in der begrünenden Ernte-^ zeit. Aus meinen Inspektor kann ich mich nicht verlassen,'s! ist ein Fluchtikus ja, wer so gut dran ist, wie Sie, Herr Rittmeister. Breymann ist ja eine wahre Perle." ,

Der Mann ist aber doch urit der Zeit sehr wunderlrch geworden für mich ein unerträglicher Mensch", warf dre Baronin mit hochmütiger Mene ein.

Bedenke, liebe Wanda, daß Inspektor Breymann fett länger als fünfundzwanzig Jahrerr Petershagen selbstandtg bewirtschaftet", sagte der Rittmeister.

Ja, es taugt nichts, wenn man die Leute zn lange behält; dann werden sie rechthaberisch^

Ich bitte Dich) Wanda. .

Laß nur. Ich weiß ja, daß Du nichts aus Breymann kommen läßt. Aber denken Sie sich) Herr von Sannow) daß Inspektor Breymann feine Tochter wie. eine Dame hch