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er Sinn hat für wahren Humor und echtes, unverfälschtes Volkstum, wird er es nicht bereuen." . ,
Die vorstehend abgedruckten Urteile beschäftigen sich meist mit Brinckmans bekanntestem Buche, dem „Kasper Ohm"; kaum minder bedeutend stnd ferne Kernen Er- räblunaen, seine Gedichte und seru prächtiges Buch „Uns Herrgott up Reisen". Wenn das letztere und seine Gedichte bisher fast unbekannt blieben, so geschah dies, nur, weil sie bisher niemals neu aufgelegt wurden, somit vom Büchermärkte verschwunden waren. Alle Freunde des Dichters werden es daher mit Freude begrüßen, wenn ihnen durch die jetzt erscheinende Gesamtausgabe Gelegenheit gegeben wird, auch die Bekanntschaft dieser trefflichen Werke zu machen.
Tiere im Frost.
(Nachdruck verboten.)
Hunger und Kälte bringt die Tiere dem Menschen mäher; sie überwinden ihre Scheu, ihre Angst und nähern sich vertrauensvoll ihrem Feinde. In dem, Moment, wv sie nichts mehr zu verlieren haben, spekulieren sie auf die Milde der Menschen, irnd gerade ihre Bertraueu^- seligkeit veranlaßt barmherzige Leute, die armen Ge chopse in ihrer Not auszunehmen und für sre zu sorgen, bu> wiewr die Mutter Natur milder mit ihnen verfahrt. Thatsache ist es aber, daß; nicht nur die Tiere dem Menschen dura- die Not näher gebracht werden, sondern daß sich auch die Tiere einander in Zeiten der Not vertrauensvoll nähern.
Während einer strengen Frostperiode bemerkte em Herr Tuck in Suffolk eines Tages unter der Schar von Vögeln, die regelmäßig vor seinem Fenster von ihnr gefüttert wurden, ein Cnchhörnchen und eine Feldmaus. Das Eichhörnchen hatte vermutlich von seinem Versteck im Baume aus die Vögel bemerkt und wollte nun sehen, was für eme besondere Anziehungskraft wohl der Platz vor dem Fenster dev Herrn Tuck für 'dieselben habe; die Feldmaus mußte gelegentlich eines Raubzuges auf den Flug der Vögel nach em und derselben Richtung aufmerksam geworden sein; sw fand es angemessen, an dem reichlichen Mahl teil zu nehmen.
Die Furchtlosigkeit der Tiere in harten Wintern führte vor einigen Jahren im Staate Wyoming (Vereinigte Staaten) zu einem Rechtshandel. An einem kalten Abend des Winters 1897—98 fand eine Elchherde, 71 Stuck an der Zahl, ihren Weg durch ein zufällig offen gelassenes Thor in einen Heuschober und that sich gütlich an den aufgestapelten Heuvorräten. Der Besitzer hatte kaum das Eindringen der Fremdlinge bemerkt, als er das Thor schloß, um die Tiere an der Flucht zu verhiudern; er hegte dw schönsten Erwartungen von einer Zähmung der ganzen wertvollen Herde. Nun fütterte er sie den ganzen Wmter hindurch und, wie man sich denken kann, mit einem bedeutenden Kostenaufwand. Als aber der April ins Land zog und der Schnee schmolz, erschienen auch schon Vertreter der staatlichen Behörden und forderten die sofortige Freilassung der Tiere. Herr Adams weigerte sich, natürlich, indem er hervorhob, daß die Tiere ihnr gehörten, weil er sie vom sicheren Tode errettet hatte. Das entsprach der Wahrheit, und der Einwand hatte gewiß seine Berechtigung, aber die Jagdgesetze verbieten auf das strengste, Wild einzufangen durch eine Falle. Obgleich man nun nicht annehmen konnte, daß Herr Adams das Thor mit der Absicht offen gelassen habe, die Tiere einzufangen, so entschied das Gericht doch, er habe sie dadurch emgesangen, daß er das Thor schloß. So verlor Adams seinen Prozeß samt den Elchen, die ihm einige Fuder Heu gekostet hatten.
Vor einigen Jahren verlor ein Gutsbesitzer seinen ganzen Kauinchenbestand, weil die Kaninchen in der Nachbarschaft reicheres Futter witterten. Die Dwre verließen ihr Gehege, gingen über einen breiten, gefrorenen Bach und gelangten zu einem Strohschober, wo sie ihre reichliche Nahrung fanden und deshalb so lange dort blieben, bis der Eintritt von Tauwetter sie für immer von ihrer Heimat trennte — sehr zum Mißvergnügen des Besitzers, aber zum Vorteil von dessen Nachbar jenseit des Baches.
Infolge ihrer hohen Normaltemperatur können dw Vögel ziemliche Kälte aushalten. Trotzdem macht fich auch
ihnen die Kälte in grausamer Weise fühlbar. Wenn marr in einer kalten Nacht eine mit Epheu oder anderen Schlingpflanzen überzogene Mauer mit einer Laterne iinrersucht, wird man eine ganze Schar Sperlinge bemerken. Dw Vogel nesteln sich da zu einer dicht gedrängten Masse zusammen, und wenn sie einen Schornstein sinden, so wählen sie diesen als ihren Schlafplatz, um die Wärme, die er spendet, zu genießen. Die Vögel entwickeln überhaupt sehr, viel -Scharfsinn wenn es gilt,'einen warmen Platz ausfindig zu machen. An einem kalten Tage int Februar 1895 wurde, ttne eine englische Zeitschrift berichtet, ein Herr aus Warwickshwe dadurch überrascht, daß plötzlich aus einem Strauch eine Wanderdrossel herabgeflogen kam und sich auf em Kaninchen setzte, welches soeben durch einen Schuß gefallen war. Die Absicht des Vogels war ihm sogleich klar; als aber noch mehrere Kanincheu geschossen und. nebeneinander gelegt waren, zeigte der Vogel deutlich, was er wollte, moem er sich zwischen den warmen Körpern der Twre verkroch. Das Bemerkenswerteste in diesem Falle war, daß der kluge Bogel alle Tage der Jagdgesellschaft folgte und daß die Schützen, da sie nun die Wünsche des kleinen Vogels kannten, dafür Sorge trugen, daß er auf seine Rechnung kam.
In einem kalten Winter vor einigen Zähren fand etu Hegemeister in Suffolt in einem Kaninchenbau einen wirren kleinen Haufen von Moorhühnern und Amseln, dw hier wahrscheinlich zur Freude des berechtigten Eigentümers Zuflucht gesucht hatten. Die Moorhühner verbergen sicy, wenn die Flüsse zugefroren sind und tiefer Schnee liegt- gewöhnlich an den untiefen Stellen mit schnellem Wasserlauf, die nicht frieren. Sie tauchen unter bis zum Grund und klammern sich an Steinen und Unkraut fest, bis dw Gefahr, vor der sie geflohen sind, vorüber ist, oder bis sie Atem schöpfen inüssen. r .
Wenn das Quecksilber um mehrere Grade unter dem Gefrierpunkt steht, so kann es den Vögeln unter Umstanden sehr schlecht gehen. Es ist nicht selten, daß man Vogel aus eisernen Gittern oder eisbedecklen Steinen angefroren findet In diesem Zustande wurde z. B. bei Mainz eine Wachtel an der eisernen Krampe eines Thorpfostens angesroren gefunden, und ein harter Klumpen Schnee bildete den Marterpfahl eines unglücklichen Sperlings. Schnepfen hat man auf den Platten einesiBrunnen-Deckels angefroren gefunden, auf denen sie, um zu trinken, Platz genommen hatten; und einen so kräftigen Vogel wie eine Wildgans hat man aus einem Sumpf befreien müssen, in dessen Eis ihre Füße festgehalten wurden.
Die Tiere appellieren in ihrer Hilflosigkeit während des Winters an unser Mitgefühl Mögen sie bei barmherzigen Menschen ein offenes Herz und eine offene Hand finden.
GelmekirnNtziges.
Moderflecken aus Geweben zu entfernen. Man hängt die Stoffe einige Zeit bei trockener Witterung an die Luft; hilft dies nicht, so bestreicht man dw stellen mit zehn- bis sechzehnfach durch Wasser verdiinntem Sal- miakgeist e r Nüsse. Sowohl Wallnüsse als Haseb
nüsse sind im Herbst oder im Winter zu säen. Es ist wdocy falsch, wenn man annimmt, daß sie gleich vom Baume herunter in die Erde kommen müßten; im Gegenteil ist es besser, wenn die Nüsse einige Wochen nach ihrer Ernte erst an der Luft etwas trocknen können und dann erst gesar werden. („Prakt. Wegweiser", Würzburg'
Geheimschrift.
(Der Schlüssel besteht in einer Regel.)
Nachdruck verboten.
Nap xüsbe, xie nap ximm Niv xifestqaudk fle sefe, Xisf xiisbe pus pidkv lotv Upf xifestqsudk pidko gekfe. Mettipu. Auflistung in nächster Nummer.
Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer:
Garnisonskapelle.
Redaktion: ®. Burkhardt. - Druck und Verlag der Brühl'schm UmderfitStS-Buch- und Steindruck«« (Pietsch Trbeu) in »ießm.


