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Wintervögleirr
Druck und Verlag der Brühl'schm UmverfitStS-Buch. und Steinbruderti (Pietsch ®rben) in Gieße».
»edaltion: $. Burkhardt.
WaldessSnger groß und t(ein, Die ihr tapfer hagebüchen, Wintersnot und Hungerspein Haben euch zu uns getrieben.
Voll Vertrauen naht ihr nun, Auf die Menschengüte bauend — Könnte da das Mitleid rnhn, Eure Not voll Rührung schauend?!
Tausendmal hat euer Sang Uns erquickt in Wald und Auen, Wenn die Seele, schwer und bang, Keinem wollte sich vertrauen.
Neue Hoffnung, Trost und Licht Habt ihr da in's Herz gesungen. Und mit eurem Liedchen schlicht Manches tiefe Leid bezwungen.
Lande oder in kleinen Städten geschlachtet, so laufen die Kinder in Scharen herbei, wenn das Todesgebrüll der Schweine „ein Schlachtefest" verkündet. Zuerst staunend, dann gierig sehen sie der Metzelei zu, wie ein Schwein, ein Kalb, ein Schaf bei vollem Bewußtsein ohne Betäubungsschlag langsam totgemartert wird, und nicht selten veranlassen die Bewegungen oder Schmerzensäußerungen des Tieres die Kinder zum Gelächter. Täglich erleben diese, daß häßliche Schimpfworte gegen die Tiere gebraucht, und letztere bei jeder geringen Unart gleich grausam gestraft werden. Auch daß die Pferde, welche sich im Dienst des Menschen abplagen, dürr und elend, bis in das höchste Alter ausgeschunden werden, ist ihnen ein gewohnter Anblick. So nimmt das Kind von jung an den Eindruck in sich auf, daß man mit einem Tiere thun kann, was man will.
Folglich giebt es nur ein einziges Mittel, nur den vermeidbaren Leiden der Tiere we - nigstens in der Zukunft vorzubeugen: die Weckung und Stärkung des sittlichen Bewußtseins der Kinder durch Einpflanzung einer fr rundlich en,barmherzigenGesinnung gegen die Tiere. Wohlwollen muß Grundtrieb der Kindesseele werden, dann wird das Gutartige dem Heranwachsenden Menschen zur zweiten Natur. Ein Herz, das sich selber beglückt fühlt, wenn es Wesen, die unter ihm stehen, beglücken kann; ein solches Herz wird es verabscheuen, Mitgeschöpfe unglücklich zu machen, und wird es auch nich-t ertragen können, daß sie von anderen unverdient Leid erdulden.
Krankheit.
Gegen Katarrh. Katarrh kann nicht kuriert werden durch lokale Applikationen, da sie den Sitz der Krankheit nicht erreichen können. Katarrh ist eine Blut- oder Konstituttonskrankheit und, um sie zu heilen, sind innere Heil- mittel zu nehmen. Tas allereinfachste und wirksamste Mittel ist lauwarmer Honig mit etwas Gänsefett vermischt. Man nimmt davon zwei oder drei Löffel voll tagsüber und einen vor dem Schlafengehen. Das Mittel hilft sofort lindernd und heilt die Krankheit in wenigen Tagen. Bei einem hartnäckigen Fall sind die Portionen zu vermehren, was bei einem so angenehmen Heilmittel nicht schwer fallen dürfte.
Jett und Garten.
Die b e st e und b i l l i g st e Einfriedigung eines Grundstückes ist der Weißdornzaun. Ein alter Herr teilt im „Praktischen Ratgeber für den Obst- und Gartenbau" seine Erfahrungen über einen 34jährigen Weißdornzaun mit. Er schreibt zum Schluß: Wenn ich noch einmal einen Weißdornzaun anlegen müßte, würde ich zunächst einen leichten Stangenzaun mit starken Säulen aufstellen. Der Zaun muß aber mindestens 30 Ctm. innerhalb der Grenze des Grundstücks stehen, da sich die Hecke später sehr breitet. An diesen Zaun pflanzte ich dann mit 10 Ctm. Abstand die Weißdornsetzlinge. Die Zweige werden später kreuz und quer ver
Tauschrätsel.
Nachdruck verboten.
Sago, Wand, Ottern, Eier, Wonne, Zaun, Dame.
*J “’gjjg“jedem" Wort ist durch Umtausch eines Buchstabens ein anderes Hauptwort zu bilden, wie aus Ader die Wörter Oder, Adel. Die neu eingesetzten Buchstaben bezeichnen im Zusammenhang einen im Winter vielbesuchten Ort.
Auflösung folgt in nächster Nummer.
Auflösung der Skataufgabe in voriger Nummer: Kartenverteilung:
B. b, c, dB, aA, K, D, 9; bA, D, 7.
M. alO, 8; cA, 10, D, 9, 7; dA, 10, D.
H. aB; blO, K, 9, 8; cK, 8; dK, 9, 8.
Skat: a7, d7. .
Spiel:
1. V. dB, alO, aB (— 14). 2. H. bK, bA, a8 (— 15).
3. M. dA, dK, aA. — Vorhand muß nun selbst mit b kommen und giebt noch zwei Stiche ab:
9. V. bl), cA, blO (— 24). 10. H. b9, b7, clO (— 10).
Dadurch gelangen die Gegner auf 63.
Dankespflicht ist's, Säugerlohn, Wenn wir eure Sorgen wenden, Und für jeden süßen Ton Eine Liebesgabe spenden.
GemeirrnNtzsges.
B,eim rauhen Ostwind längere Zeit im Freien zu verweilen, ist nicht gerade gesundheitsfördernd. Da ist nach der Heimkehr eine Tasse Bouillon aus Liebigs Fleisch- Extrakt ein Vorbeugungsmittel gegen manche drohende
flochten. Das ist zwar etwas mühevoll, da solche Hecke aber stber ein Menschenalter aushält, ist sie doch eine der billigsten und zuverlässigsten Umzäunungen.
Jür die Küche.
Fleisch a la Nelson. (Gute Verwendung von Fleischresten.) In eine gut ausgebutterte und mit Weißmehl ausgestreute Auflaufform thut man zu unterst eine Lage abgekochter, geschälter und in Scheiben geschnittener Kartoffeln, giebt dann eine Lage in Scheiben geschnittenes, übrig gebliebenes Rindfleisch oder andere Bratenreste darüber, bestreut das Fleisch mit etwas Salz, Pfeffer und nach Belieben mit etwas geriebenen Käse; dann folgen wieder Kartoffeln, dann Fleisch usw. Die letzte Lage müssen Kartoffeln sein. Dann giebt man unten beschriebene mit Maggis Suppenwürze im Geschmack gekräftigte Sauce darüber und backt den Auflauf ca. eine Stunde im Bratofen.
Sauce. 60—80 Gramm Butter läßt man heiß werden^ giebt so viel Mehl zu, als das Fett aufnimmt, röstet dieses dunkelgelb, löscht mit kaltem Wasser ab, füllt mit heißem Wasser nach, würzt mit Salz, Pfeffer, einem Lorbeerblatt und etwas Essig und läßt die Sauce eine halbe Stunde kochen. Dann verfeinert man die Sauce mit einem Thee- löffel Maggis Suppenwürze und gießt sie über den oben beschriebenen Auflauf. Diese Speise ist sehr nahrhaft und bildet mit einer Suppe ein völlig genügendes Mittagsmahl.
A. R. Sch.
Litterarrsches.
Aufgaben für Erfinder. Eine Sammlung von Erfindungs-Problemen, deren richtige Lösung eine lohnende Verwertung verspricht. Zusammengestellt von Dipl. Jng. C. Bloch. Berlin SW. Hugo Steinitz Verlag. Preis 2 Mk.
Wenn man die vielen Patente und Gebrauchsmuster betrachtet und von ihren Titeln einen Schluß auf ihren wirtschaftlichen Wert zieht, so gelangt man unwillkürlich zu der Einsicht, daß sich viele Erfinder mit recht unnützen Dingen beschäftigen, die unmöglich einen finanziellen Erfolg haben können. Andererseits giebt es aber noch viele Dinge, welche verbesserungsbedürftig erscheinen und eine nutzbringende Verwertung verheißen. Verfasser hat es sich angelegen sein lassen, eine größere Anzahl solcher dem praktischen Bedürfnis entsprungener Erfindungsausgaben zu sammeln und der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Wer sich mit der Lösung dieser Aufgaben, die der besseren Uebersicht halber nach den Patentklassen geordnet sind, befaßt, wird voraussichtlich seine Geistesarbeit belohnt finden, sofern die Lösungen den etwa vorhandenen gegenüber entsprechende Vorzüge bieten.
Wir gehen wohl nicht fehl in der Annahme, daß sich auch unter den Lesern der Familienblätter eine Anzahl der Zunft der Bastler und Tiftler Angehörige^ befinden, welchen mit dem Hinweis auf vorstehende Schrift erwünschte Anregung zur Bethätigung ihrer Geisteskräfte geboten wird.
Bdt.


