Ausgabe 
23.7.1901
 
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auf den Bergreisen nicht zu den Seltenheiten gehört, begegnen kann.

Und nun no,cf): ein Wort zur Ausführung der Par­tien selbst Es sind goldene Worte, welche in den be­kannten roten Reisehandbüchern von de ter dem Text vorgesetzt sind:

Wer reisen will, der schweig fein still. Geh' leichten Tritt, nehm' nicht viel mit. Brech' auf am frühen Morgen Und lass' daheim die Sorgen.

Wer dies treu befolgt, braucht eigentlich kaum weitere Anweisungen. Insbesondere kann die Mahnung, vom Beginn der Partie an ein gleichmäßiges langsames Tempo ein­zuhalten und sparsam mit seinen Kräften zu wirtschaften, nicht oft genug wiederholt werden. So lange es noch ziemlich eben im Thale dahingeht, wird aber meistens unvernünftig gerannt, um vor den Zurückbleibenden mit einem glänzenden Spurt zu brillieren; ermüdet kommt man an die steileren Stellen, wo die Muskeln erst zeigen sollen, was sie leisten können, und mit Spott und Hohn sieht sich der Prahlhans von dem anfangs weit zurückge­bliebenen, erfahrenen Touristen überholt; denn -es ist so, wie der Italiener sagt:Chi va piano, va sano; chi va sano, va lontano; zu Deutsch :Wer langsam gehet, geht gesund, und wer gesund geht, lange."

Für das Bergsteigen muß man sich- überhaupt eine besondere Art zu gehen, angewöhnen. Wenn der gestrenge Herr Unteroffizier oder Wachtmeister in der Einbildung lebt, daß der ihm verfallene Civilist unter feiner Leitung über­haupt erst laufen lernt, so mag dieser schmerzliche Drill der Knochen und Gelenke für den Paradeplatz ja ganz an­gemessen sein; aber beim Bergsteigen ist der sogenannte stramme Gang mit durchgedrückten Knieen keineswegs am Platze. Im Gegenteil sollen die Gelenke nie bis an die Grenze ihrer Streckfähigkeit in Anspruch genommen, son­dern stets leicht gekrümmt gehalten werden, sodaß der Körper niemals Stößen ausgesetzt ist, sondern, gewisser- maßen leicht federnd, wie der Turner, der beim Sprunge in den Knieen nachgiebt, sich- allen Unebenheiten des Geländes anschmiegt. Je stärker die Steigung, desto lang­samer und kürzer müssen natürlich auch die Schritte sein, und der beste Maßstab dafür, ob man richtig geht, ist, daß dabei die Lungen nicht zu keuchen und das Herz nicht zu klopfen beginnen darf.

In richtiger Weise wandernd, kann man viele Stunden lang fortmarschieren. Wer übrigens lange Touren zu unternehmen beabsichtigt, thut gut, wenn er nach) vier- bis fünfstündigem Morgenmarsch längstens um 10 oder 11 Uhr vormittags zur längeren Mittägsrast einkehrt und erforderlichenfalls nachmittags von 4 Uhr an noch einige Stunden fortwandert.

Kann man im Nachtquartier, wie es jetzt auch im Hochgebirge bereits häufig der Fall ist, ein laues Bad haben, so verschmähe man es nicht, davon so oft wie möglich Gebrauch zu machen. Man befreit dadurch nicht nur den Körper von Staub und Schmutz, sondern beugt damit auch am besten dem Steifwerden der Glieder vor, welches das lästigste Gefühl nach anstrengenden Partien ist.

Gemeinnützige».

Hitze mutz Hitze vertreiben. Diese altbewährte Regel verdient in der gegenwärtigen Zeit vollste Beachtung. Thatsächlich wird durchs kalte Getränke nur die Schweiß­absonderung befördert, und dadurch das Durstgefühl aufs neue hervorgerusen. Anstatt den Magen mit allen mög­lichen kaltenErfrischungen" zu überschwemmen, trinke man eine Tasse warmen Kaffee oder Thee; besser noch ist eine Tasse Fleischbrühe; denn sie regt die Nerven an, ohne eine Erschlaffung im Gefolge zu haben. Fleischbrühe be­reitet man sich am schnellsten und einfachsten aus Maggi's Bouillonkapseln; mit ihnen läßt sich in wenigen Minuten, nur mit heißem Wasser, eine Tasse vorzüglicher Fleischbrühe für 6 Pfg. oder extrastarker Kraftbrühe für 8 Pfg. Herstellen. Setzt man dieser Fleischbrühe noch etwas heißes Wasser

zu, und würzt mit einigen Tropfen Maggi, so erhält man ein vollkommenes Getränk.

Ohnmächten. Als Ursache der Ohnmacht ist vor allem das Atmen schlechter Luft zu bezeichnen, auch heftige unerwartete physische Eindrücke, heftige Sinneseindrücke, zumal solche, welches -aus den Gehör- und Geruchssinn wirken. Auch Erschütterung des Gehirns beim Fall oder Schlagen auf den Kopf, schnelle Zunahme des Druckes aus das Gehirn können ebenfalls Ohnmächten Hervorrufen. Die gewöhnlichste Ursache der Ohnmacht aber ist eine schnell eintretende Uebersüllung des Gehirns mit Blut oder um­gekehrt eine schnelle Verminderung des Blutes in der Ge­hirnmasse. Die bloße Ohnmachtsneigung vergeht, wenn man den Kranken frische Luft einatmen läßt, oder wenn man ihm ein wenig kaltes Wasser, Wein zu trinken giebt oder stark riechende Stoffe, Essig, Salmiak, Kölnisch Wasser zu riechen giebt. Stark riechende Substanzen vermeidet man dagegen bei solchen Personen, welche vollblütig sind und ein heißes rotes Gesicht haben, hier wende man vielmehr kaltes Wasser an, bestehend in Umschlägen und Begießung des Kopfes. Hat sich der Kranke aber den Magen überladen und sich dadurch eine Ohnmacht zugezogen, so gebe man ihm reich­lich klares Wasser zu trinken, damit Erbrechen eintritt. Das Besprengen des Gesichts und der Herzgegend mit kaltem Wasser kann bei allen Ohnmächtigen ohne Nachteil ange­wendet werden. Wo aber die angewendeten Hilfsmittel nicht ausreich-en, säume man nicht, den Arzt zu holen. E. I.

Tintenflecken aus Wäsche und bergt zu entfernen. Man nimmt eine Messerspitze voll Kleefalz, kocht solches in einem Blechlöffel mit Regenwasser über einer Spiritusmaschine auf, benetzt den Fleck mit heißem Wasser und taucht ihn in die Lösung. Ist der Fleck aus- gezogen, wäscht man die Stelle sofort mit heißem Wasser aus.

Hygienische Tapeten aus Korklinoleum werden zurzeit in Amerika verwendet. Sie lassen sich unbeschadet der Musterung mit Wassser abwaschen. Man hat sie sowohl für die Decke, als auch für die Wände. Mit der Rückseite sind sie an der Wand durch ein Klebemittel befestigt. Viel­leicht greifen unsere deutschen Linoleumfabriken diesen Ge­danken ebenfalls auf.

Ein sehr einfaches und billiges Mittel gegen Wanzen ist das rote, dvppeltchromsaure Kali. Seine Anwendung ist einfach und seine Wirkung sicher. Bettstellen und andere Möbel werden mit einer Auflösung von 7 Gramm auf das Liter begossen, während es bei den Wänden entweder unter die Tünche oder den Kleister beim Tapezierer gemischt wird.

Unkraut auf Wegen zu entfernen. Es macht einen ungemein unfreundlichen Eindruck, wenn man auf Wegen und Plätzen und kiesbestreuten Gartenwegen das Unkraut üppig hervorsprossen sieht. Ein einfaches und sicher wirkendes Mittel besteht darin, daß man gesättigte Kochsalzlösung in eine Gießkanne bringt und damit das Pflaster oder den zu reinigenden Weg begießt. Am besten geschieht dies an einem heißen Tage, an welchem Regen nicht zu erwarten ist, da berselbe bie Wirkung abschwächen würde. Das Unkraut stirbt bald ab, und kommt in dem­selben Jahre kein neues mehr zum Vorschein.

(Prakt. Wegw.", Würzburg.)

Arithmogriph.

Nachdruck verboten.

1 2 3 2 4 5 Blume.

2 14 2 Planet.

3 5 5 1 deutscher Fluß.

2 3 15 biblischer Prophet.

4 5 112 industrielle Anlage.

5 3 3 2 Kartenbezeichnuug. Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Ergänzungsrütsels in voriger Nummer:

Wozu ist Geld doch gut?

Wer's nicht hat, hat nicht Mut;

Wer's hat, hat Sorglichkeit;

Wer's hat gehabt, hat Leid!

Redaktion: E. Burkhardt. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.