Ausgabe 
23.4.1901
 
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reichen mit Frauen und Mädchen zu besetzenden Stellen im Handel als Verkäuferinnen und dergleichen einen ' Teil der weiblichen Zuwanderung, sodaß der Arbeitsmarkt,

... I steigenden Unlust, einen eigenen Herd zu gründen, ist mit ren großen I diesen Zahlen natürlich noch nicht bewiesen, daß es, eine _ witsmarkt, I Frauensraae in dem Sinne, daß jede Frau im heirats-

ber großen Städte fast überall eine bedeutende Aufnahme. I fähigen Alter in der Lage sei, einen Mann zu finden, fähiqreit für weibliche Hilfskräfte aufweist, I nicht gäbe; aber die Heiratsaussichten des weiblichen Ge­

jährten Gründen mühelos I schlechtes find hiernach doch nicht so schlecht, wie es von >ßen Städten, so bleibt doch I übertriebenen Frauenrechtlern gewöhnlich behauptet wird. " - Unbedingt ungünstig liegen die Verhältnisse jedoch für

Witwen; denn 774 967 Witwern stehen nicht weniger

Erklären sich aus den angeführten Gründen mühelos I schlechtes ,mo yrernacy oocy nicyr go Mie^c, wie « .mm die Zahlenverhältnisse in den großen Städten, so bleibt doch 1 übertriebenen Frauenrechtlern gewöhnlich behauptet tot b. die Erörterung des merkwürdigen Umstandes übrig, daß I Unbedingt ungünstig liegen die Verhältnisse jedoch für trotz des Ueberwiegens der männlichen Geburten das Ber- I die Witwen; denn 774 967 Witwern stehen nicht weniger hältnis der beiden Geschlechter sich binnen kurzem zu I als 2 457 964 Witwen gegenüber, sodaß sich letztere in emer Gunsten des weiblichen ändert. I Majorität von 1383000 Köpfen befinden. Dieses Mißver-

Es ist vielleicht nicht allgemein bekannt,- daß nach den I hältnis wird sich leider schwerlich jemals fmidamental napoleonischen Kriegen, welche doch namentlich die männ- | "^rn; denn so tauge ber Mann tn ein n

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SnhShe?%9auenülS^^^ 1 Frau, wird er auch die Aussicht haben, bedeutend eher a6^

Äta SÄSaW ber »SüSn zusterben als jene, und zwar nmsomehr als die Lebens- oölkeruna aui 1000 Männer nur 1008 Frauen Diese Diffe- I zähigkeit der Frau noch dazu beiträgt, das hier in Rede renz gllch stch ta bettTaigenstehende Zahlenverhältnis noch weiter zu verschlechtern, noch weiter aus bis zum Jahre 1852, in welchem das Ver- I Es ist wohl nur ein schwacher Trost, daß m anderen hältnis der männlichen zur weiblichen Bevölkerung wie I Ländern die Verhältnisse ähnlich liegen wie bet uns. 1000 : 1002 war. Erst von diesent Zeitpunkte an beginnt I Weitaus schlechter als in Deutschland liegen nämlich die Ver- das starke Auschwellen des Frauenüberschusses, das bis zum I hältnisse in Portugal, Schweden, Norwegen, Russisch-Polen Kriege von 1866 auf 9 pro 1000, nach 1871 auf 15 pro 1000 I uud Großbritannien, wo auf 1000 Manner mehr als 1060 und seitdem, wie schon erwähnt wnrde, auf 32 pro 1000 I Frauen kommen. Oesterreich weist mit einem Frauen- gestiegen ist I Überschuß von etwa 510 000 Köpfen annähernd dieselben

SS bSXnbeÄffmn bie W günstigere Zahlen bieten das eigentliche Ruß and

Ter^Manrß bZ W Ä Fr^nkrkich'/nd Belgien in welchen der Frauenüberschuß

schlecht ergeht, entschließt sich viel leichter, zum Wander- I nur em sehr schwacher ist, ,

stabe zu greifen und jenseits des großen Wassers sein Glück I Allen diesen Staaten stehen auch tn Europa eine ganze zu suchen als die konservativere Frau, und es ist ziffern- I Anzahl anderer gegenüber, tn betten das männliche Ge- mäßiq festgestellt, daß in den Perioden der stärksten I schlecht überwiegt. Bosnien samt Herzegowina, Bulgarien, Auswanderung Deutschland einige hunderttausend Männer I Griechenland, Italien, Rumänien und Serbien, wo ms- mehr als Frauen an das Ausland abgegeben hat. Durch I gesamt rund eine halbe Million mehr Manner leben als Kriege hat die männliche Bevölkerung Deutschlands und I Frauen. Faßt man die gesamte Bevölkerung Europas zu- ebenso Oesterreich-Ungarns in den letzten 30 Friedens- I sammen, so ergiebt sich, daß unter den 395 Millionen Euro­jahren keine Einbuße erlitten, und das gleiche gilt auch I päeru gegenwärtig rund 4 Millionen Frauen mehr vor- von den übrigen Staaten Europas, von denen nur Ruß- I Händen sind als Männer.

land, die Balkanstaaten und Spanien kriegerische Unter- I Demgegenüber weist Amerika dank der starkeii Em- nehmunqen ausgeführt haben, die obendrein das Gesamt- I Wanderung, die überwiegend atw Mannern sich rekrutiert, ergebuis nur wenig beeinflussen. Eine noch lange nicht I ein Plus an solchen m Hohe von über anderthalb Millionen S gewürdigte Ursache des Franenüberschusses liegt I auf. In den westlichen Staaten der Umon ist das Mißver-

iu der größeren Lebenszähigkeit des weiblichen Ge- I hältnis der Geschlechter em so bedeutendes, daß auf . 100 schlechtes. Die Lebens- und Gesundheitsgefährdung, welcher I Männer nur 71 Frauen kommen, wahrend tn einigen die Frauenwelt dadurch ausgesetzt ist, daß es der kommen- I eetitralamerikanischssN Republiken mit stockender Cmto.anber« bett Generation das Leben schenkt, wird schon dadurch mehr I ung sich wieder em erheblicher Frauenubersch zeigt, als ausgeglichen, daß es im Lebensgenüsse weitaus mäßiger ] Auch Australien beherbergt unter seiner samt Polynesien ist als der Mann, und namentlich der entnervenden Wirk- I 9 Millionen zählenden Bevölkerung einen Männerüberschuß ung des Alkohols weit weniger ausgesetzt ist, als dieser. I von einer halben Million.

Außerdem zehrt die schwerere Arbeit des Mannes ungleich I Hinsichtlich der anderen Länder sind wir großenteils stärker an dessen Lebenskraft, und endlich raffen Seuchen I auf Schätzungen angewiesen; namentlich gilt dies von den und ansteckende Krankheiten bedeutend mehr Opfer unter I noch nicht genau gezählten rund 190 Millionen Menschen, den Männern hinweg als unter bett Frauen, bie sich einer I die in Afrika leben. Wenn man bie lokalen Zählungen erheblich längeren Lebensdauer als jene erfreuen. I auf die Gesamtbevölkerung des schwarzen Erdteils über-

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stehen die tar tae Gründung einer Familie hauptsächlich I die Aussicht, sich durch eine Ehe zu versorgen, kerne besonder^ in Betracht kommen; man wi?d also bie Altersklassen von I günjtige i^t, wird freilich nicht K^tt geholfen daß bet- 0 bis 20 Jahren ebenso ausscheiden müssen, wie jene lensetts I fpielswetse in Hawai ach lMO Rattner nur S L~> 45 aebensiabres in welch letzteren bie Zahlen ber I kommen, und daß in Colorado, Arizona unb aiweren EwsMwsmna so er^ baß sie das Gesamt- I amerikanischen Weststaaten jede antamntenbe Frau tm hei-

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zichten, eine Gattin in das eigene Heim zu führen. Bei der I dem spricht auch die größere Sterblichkeit unter oen