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Reichtum dachte oder an bett gesegneten Ehestand, das Heimweh verdunkelte alles: Ich! kann nicht.
Er sagte chr, daß er nicht mehr zurück könne — das Verschärfte ihr Herzweh, aber half ih-r nicht.
Die Muhme dankte ihrem Herrgottle, daß sie wieder aufs Dorf durfte — ein Tag kam, da fuhr der Franz früh davon und die Muhme am Mittag. „Behüt Dich Gott", sagte er, „wenn Tir's leid wird, komm nach." — Sie aber schüttelte den Kopf und bat mit matter Stimme: „Komm wieder!"
Die guten Leute uttb Nachbarn fanden's recht verstänbig, daß er erst mal. auf „die Probe hinüberginge. Mariechen aber sah im leeren Haus und sehnte sich zwiefach: Mit ihren lebendigen Wirklichkeitsgedanken nach dem Franz, und mit ihren Phantasiegedanken in seiner Seele nach der alten Heimat.
Er schrieb ihr, daß er's reichlich) gefunden sehe, wie man's ihm versprochen gehabt, und daß auch über New-York die Sonne aufgehe uttb der Mond sich runde, und dahin schwinde in ewigem Wechsel, wie daheim.
Sie .weinte, als seine Stimme so vernehmlich aus den festett Buchstaben zu ihr redete, aber die Kette, die sie an die Heitnat schmiedete, schien mit jedem Tag fester zu werden. Das Antworten wurde ihr blutsauer, da kam ein zweiter Brief: „Bist Du krank? Warum schreibst Du nicht? Das ist uttrecht von Dir!"
Nichts Von der Schönheit und dem guten Leben dort, wie das erste Mal. — Es geht ihm schlecht, dachte sie, Vater im Himmel, was soll ich thun?! — Sein froher Brief hatte sie tiicht irre gemacht; jetzt, wo er bange schrieb, wurde sie unsicher.
Sie schickte gleich eine Karte: sie sei gesund, aber wie's ihm gehe? und zuletzt: Die Gräber sind noch alle grün. — Dann trug sie Kränze hinaus und kämpfte mit ihrer Sehnsucht.
Wie sie so da saß in ihrer Ratlosigkeit, kam der Probst gegangen, der die Waisenkinder einsegnet. Der grüßte sie freundlich und fragte: „Wann geht's denn nun nach Amerika, Mariechen?"
Sie sah ihn verwirrt an. Gar nicht zweifelhaft war's ihm, daß sie nach Atnerika ginge? Rechnete er denn für nichts, was sie hier festhielt? — Und da strömte es der Schüchternen plötzlich über die Lippen: von den Bergen ringsum, und dem Neckar, und der Heimaterde, und den Gräbern, die sonst keiner lieb hatte.
„Soso?" — Der Probst sah Mariechen nachdenklich an, und sie schaute ihm flehend in die Augen. — Ach, daß er doch sagen möchte: Du hast recht, mein Kind, Du bist eine Heldin, Dein Leiden wird Dir im Himmel vergolten werden.
Er aber fragte: „Hast Du ihm denn gesagt, daß Du ihn nicht mehr liebst und freigiebst?" — „Nein", antwortete sie erschrocken. „Ich lieb' ihn doch noch! Komm wieder, habe ich gesagt."
Der alte Herr schüttelte den Kopf: „Das ist mir eine wunderlicheÄi-be. Tu bleibst daheim im behaglichen Gleis, er geht in die Welt und arbeitet für Euch. Statt ihm ein Stück Heimat in die Fremde zu pflanzen, willst Du ihn übernommenen Pflichten abspenstig machen. Komm wieder, hast Tu gesagt? Ja, wenn Du m'itgegangen wärst, Dich mit ihm durchgekämpft hättest durch Leben und Heimweh, und Ihr hättet's erreicht, dann dürftest Du bitten: nun komm heim! nun wollen wir dem Vaterland bringen, was wir der Fremde abgerungen haben."
Mariechen sah den alten Herrn entsetzt an: also nicht einmal recht hätte sie gethan bei all ihrem Weh und ihrer Sehnsucht? Sie fing bitterlich an zu weinen.
„Mein gutes Kind, vergiß Dich selber und denke nur an den andertt, und dann sage nur, was Tu thun willst. Wo Tn hingehst, da will ich auch hingehen, wo Du bleibst, bleibe ich auch, der Tod muß Dich: und mich scheiden. Sd spricht Liebe und Treue."
Darauf ließ er Mariechen mit ihren Thränen allein.
Zwei Tage später waren die Gräber nicht mehr grün, nackter Frost färbte sie braun; dann kamen schüchtern« Schneeflocken, die das Land einzuhüllen versuchten; aber immer schmolzen sie wieder, und Mariechens Herz that
weh, toettn sie kamen, und weh, wenn sic gingen: „Nun ist er allein in der Dunkelheit in der Fremde."
Aber die Heimat hielt fest- und die Gräber hielten fest.
Die Adventsruhe begann, die Läden putzten sich! auf, sogar von Tannenbäumen war schon die Rede, und kein Brief kam von drüben. — „Er ist krank — keiner pflegt, ihn — er stirbt."
Jetzt schneite es ein, die Flocken blieben fest und bauten einen Wall auf, der Mariechen eine Kerkermauer schien, die sie auf ewig von ihrem Franz trennen wollte.
Ta riß sie ihr Tüchlein vom Nagel, lief zum Probst und ries .ihm schon in der Thür entgegen: „Ach, helfen Sie mir! Ich muß zu meinem Franz, er darf doch Weihnachten nicht allein sein."
Der Probst half; er redete dem zitternden Herzen Mut ei», er übernahm das Häuschen, er schaffte das Reisegeld, er besorgte die Papiere, er belehrte sie über Reise und Seefahrt. — So kam sie schnell fort, noch halb im Traum gelangte sie aufs Schiff; dann aber hatte sie eine Woche Zeit zum Denken und Bangen. — Sie spürte nichts von Wellen und Sturm, sie sah immer nur rückwärts drei verschneite Hügel, und vorwärts ihren Franz, einsam in winterlicher Dunkelheit, mit Heimweh und Sehnsucht im Herzen. Das gab ihr Mut — der Glückliche hätte sie nicht hinübergezogen.
An einem frostklaren Morgen lag ihr Dampfer im Hafen. Franz hatte recht. Die Sonne schien hier wie daheim — eine sanfte Hoffnung drang in Mariechens wundes Herz: nun war sie bei ihm. — Freilich, ehe sie sein Zimmer gefunden hatte, verging noch eine bange Zeit, endlich aber stand sie davor, und die Wirtin verstand sogar deutsch.
„Herr Franz Walther? Kommt erst um 6 Uhr aus dem Geschäft."
Mariechen durfte warten. Die Wirtin war gar zu neugierig, was das geben würde; gewöhnlich freuten sich die hübschen, jungen Männer nicht, wenn ihnen eine von zu Hause nachgereist kam. — Diesmal aber hatte sich die weltkluge Frau geirrt. Als Franz die Thür aufriß und des Mädchens ansichtig wurde, das immer noch in Hut und Jäckchen ganz still am Fenster saß, stieß er einen richtigen Weinbergsjuchzer aus, timfaßte sie und hob sie hoch in die Luft.
„Mariechen, mein Wachholder-Mariechen! Gott sei Dank, daß Du da bist!"
Da fiel das letzte Stück der Kette von ihr ab. „Ja, Gott sei Dank, daß ich da bin."
Verfahren zum Verhindern des Zusammenklebens zusammen gerollt er oderäuf- einander geschichtet er Hektographen blätter. Das Verfahren besteht darin, daß man die Kopierfläche der Hektographenblätter vor dem Ausrollen oder Aufeinanderschichten der Blätter mit vegetabilischem Mehl, beispielsweise Weizenmehl, Reismehl, Kartoffelmehl ober dergleichen, einstäubt, worauf ohne Gefahr des Zusammenklebens die Schichten zusammengesegt oder aufgerollt werden können. Es genügt ein leichtes Abwaschen, um diese Art Mehle von der Kopierfläche zu .entfernen, und die Blätter augenblicklich- gebrauchsfähig zu machen. Mit gleicher Wirkung kann auch die Rückseite oder auch diese allein mit der Schicht vegetabilischer Mehle überzogen werden.
Kapselrätsel.
Nachdruck verboten.
Tränkeimer — Modena — Schneider — Ostern — Muskateller — Mariechen — Vanille — Strumpf — Eigelb — Geknatter — Wortwitz — Polizei — Pfeil — Flamme.
In jedem der vorstehenden Wörter ist ein anderes Hauptwort eingekapselt (wie „Ast" in „Aster" oder „Gasthaus" oder „Damast"). Sind die richtigen Wörter gefunden, ergeben die Anfangsbuchstaben im Zn- aiNmenhang den Namen der Hauptstadt eines großen Reichs.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Haut — Hut.
Redaktion: E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schcn Universitäts-Buch- und Steindrtickerei (Pietsch Erben) in Gießen.


