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Sonntag dm 2t. Juli.
1901. - Nr. 103.
(Nachdruck verboten.) Ein Staatsstreich in Hessen. Historische Erzählung von Wilhelm Wagner.
war am 7. Januar 7804. Eine freundliche Wintersonne beschien das kleine Städtchen, die ehemalige freie Reichsstadt Friedberg und die daneben liegende^große und noch vollständig erhaltene Burg Friedberg, ^re kleine Festung welche der Reichsritterschaft gehörte, und die den stolzen Namen führte: „die kaiserliche und de» heiligen römischen Reichs Burg Friedberg" schaute mit chren gewaltigen Mauern und hohen Türmen gar drohend aus die kleine Stadt nieder, und war für diese seit über sech. Jahrhunderten ein mächtiges Zwing-Friedberg. L.urc» den Frieden von Lüneville war die <Aadt Friedberg un-Hesten- Darmstadt gekommen, die stolze Burg aber ergab> sich m >, und trat auch in keinerlei Unterhandlungen wegen UMe - gang in einen größeren Staatsverband em-, Auf ih n Wällen standen die geladenen Kanonen, um geben geioalt- samen Versuch zur Erstürmung der Feste aubzuschlagen. ,
Ein Leutnant der Hessen-Darmstädter Jnfarckerie, em schlanker Jüngling, schritt die Breitestraße dK Städtchen^ herauf, und pochte heftig an das südliche Thor der -ourg Friedberg.u^ ^«nen eine Stimme, so erregt^und
laut als stünde der Feind vor dem Thore. Nach einiger Zeit'wurde eine niedrige Pforte, M rm dem eigentlichen Thor befand, geöffnet uno drei Soldaten, em oartiger Sergeant und zwei Gemeine, alle schwer bewaffnet, erschienen und hielten dem Offizier die Gewehre vor die ^^Was ist los, he?" fragte der Sergeant grob, und ohne" dem Offizier ein Honneur zu erweisen.
' „Mein lieber Sergeant Kreß, Ihr kennt Mich doch!, ich bin der Leutnant Rabe von der Gießener Infanterie, laßt mich nur herein, ich habe Mit Eurem Herrn, dem Burggrafen, dem hochgeborenen Herrn von Bossenheims gar
seid^ein^Hessen-Tarnistädter Offizier, und Hessen- Darmstadt will von unserer Burg Besitz nehmen deshalb seid Ihr ein Feind, und ich kann Euch keinen Einlaß g währen 1"
Der alte Soldat wollte die Pforte dem jungen Offizier vor der Nase zuschlagen, doch der stemmte sich, trotz her drohend erhobenen Gewehre, dagegen und rwfärgerlich-
Macht doch keine Dummheiten, Kretz! ^ch-komme nicht" als Feind, um die Burg zu erobern; ich! will bei dem Burggrafen wegen seiner Tochter Rücksprache nehmen. Schwirenot, Ihr wißt doch, wie die Sachen mit dem gnädigen Fräulein und mir stehen.
Der Sergeant ließ jetzt den Offizier eintreten, und und Euch u». bedingt von unserem gnädigen Herrn Burggrafen eme grobe Absage holen wollt, dann tonnt E ijn « b« sRura eintreten. Aber Euren Legen mußt ^hr hier aus der Wache lassen, damit kein Unglück passiert, und zwei Mann werden Euch mit geladenem Gewehr und ausge- pflanztem Bajonett eskortieren, verstanden, Herr Leutnant?"
„Jawohl, alter Grobian!'
Einige Zeit darauf schritten quer über den großen Burgplatz im Gänsemarsch zwei Burgsoldaten, und m ihrer Mitte ging, wie ein Gefangener, Leutnant Hans Rabe. H?er und da zeigte sich an einem Fenster ein Neugieriger und blickte der seltsamen Eskorte verwundert nach. Am Einaana des Burggraftats, der Wohnung des Burggrafen, öffnete Setne Schildwache die schwere Hausthure, und dann trat der Zug in das große Gebäude ein. Jie Schritte der drei Männer hallten so mächtig in dem weiten, langen Gange, als marschierte darin eme ganze Kompagnie.
Plötzlich ertönte ein Kommando:
iM^ang^wurzelt" blUben die Drei stehen und schnitten e-e <u«s°- -ach.-«, -m Ä» blondes Mädchen trat auf den Gang, stellte sich quer vor den Soldaten auf, und kommandierte weiter:
„Tie Wache - das Gewehr ab!"
Auch dieser Befehl aus dem Munde des schonen Mädchens wurde mechanisch erfüllt. warten
Ihr könnt gehen, und draußen vor der Dhure warren, bis der Herr Leutnant von meinem Vater zuruckgetehrt ist , sprach dann das kecke Fräulein, und kommandierte zuni Schlüsse:
„Rechts um — marsch!
Abermals hallten die Schritte der Soldaten dumpf m dem Ganqe und die beiden Beschützer der kaiserlichen und des heiligen römischen Reichs Burg Friedberg verließen gehorsamst das Haus. Vor der Thüre blickten sich die $tiee»eÄ »“ree,gerat är«6 °-d, würde « uns acht Tage in den Adolfsturm sperren", memte der eme.
ie Selbstsucht ist die Qual, Der Abgrund ist das Ich; Die Liebe ist der Strahl, Versöhnend Gott und dich!Rückert.


