er lust'gen Mut zur Arbeit trägt Uud rasch die Arme stets bewegt, Sich durch die Welt noch immer schlägt. Der Träge sitzt, weiß nicht wo aus, Und über ihn stürzt ein dar Haus. Mit vollen Segeln munter Fährt der Frohe das Leben hinunter.
L. Fick.
(Nachdruck verboten.)
Die Seekönigin.
Geeroman von Clark Rüssel.
(Schluß.)
Wir wurden bereits erwartet, da der Vater Frau Davison hatte benachrichtigen lassen, daß wir kommen würden, sobald die „Bolama" einkäme — als Sunderlander Schiff war die Brigg in der Nähe des Hafens iiberall wohlbekannt — und ich wurde von der freundlichen Wirtin so herzlich empfangen, daß ich mich gleich, wie zu Hause, und unter Freunden fühlte/
„Nun, Lizzie", sagte der Vater zu Fräulein Davison, „Sie könnten mir einen Gefallen thun, mein Mädel. Frau Fowler hat nämlich Schiffbruch gelitten, und besitzt augenblicklich nichts Don Kleidern, als was sie auf dem Leibe trägt. Laufen Sie zu einer Putzmacherin, mein gutes Kind, und sagen Sie ihr, sie möchte eine Auswahl von recht hübschen Hüten hierher schicken, damit wir uns einen aussuchen können. Dann gehen Sie zu einem Schuhmacher, und lassen einige Paar Damenstiefel zur Ansicht herschicken, und schließlich können Sie auch in irgend einen Laden gehen, wo es Kleider und Wäsche für Damen giebt. Ich gebe Ihnen Vollmacht, zu bestellen, was Sie für nötig halten. Sie werden schon wissen. Es ist für eine schiffbrüchige Dame, mein Kind, — einen weiblichen Jonas, der eben aus dem Bauche des großen Walfisches kommt, den man Ozean nennt."
Lizzie war entzückt über diesen Auftrag, und rannte fort, um ihren'Hut zu holen. Der Vater bestellte darauf ein Mittagessen um halb zwei Uhr für vier Personen. Dann zogen wir uns beide in ein kleines, nettes Zimmer zurück, wo mich der Väter, sobald Frau Davison die Thür hinter uns geschlossen hatte, nochmals ans Herz drückte, und Gott dankte, daß er ihm sein Mädel, seine Jessie, wieder! gegeben hatte, während ich den Kopf an seine Schulter lehnte,, und weinte, wie man eben nur weinen kann, wenn man in Frieden und Sicherheit ist, und zurückblickt auf große, überstandene Leiden.
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Natürlich hatte ich! ihm viel zu erzählen, und doch nahm es keine sehr lange Zeit in Anspruch Als ich ihm von der Meuterei berichtete, hörte er mit sichtbarem Unwillen zu: als ich aber sagte, daß Richgrd den Leuten vergeben habe, und keine Schritte zu ihrer Verfolgung thun würde, sprang er plötzlich auf, und lief auf die Thür zu. Ich fragte, wohin er wolle.
„Die Polizei benachrichtigen", rief er, „daß sie die Kerls faßt, ehe sie auskneifen."
,Nein„ Vater! Thu' das nicht! Richard hat sein Wort gegeben, und das darf er nicht brechen."
„Ja, aber diese Angelegenheit betrifft nicht allein Richard, sondern die ganze Kauffahrteischiffahrt. Wenn meuterischen Leuten verziehen wird, was soll schließlich aus den Schtffsführern werden? Wenn diese Banditen nicht bestraft werden, haben sie noch die Unverschämtheit, und melden sich bei den Reedern der „Aurora" wegen der Heuer, und bei den Reedern der „Bolama" wegen Bergungslohn."
„Das können wir nicht ändern", sagte ich „Setze Dich nur wieder, Vater, und höre die Geschichte zu Ende."
Mit einiger Mühe bewegte ich ihn endlich dazu. Sobald ich aber zu dem Zeitpunkt unserer Reise kam, wo uns die Mannschaft auf dem brennenden Schiffe zurückließ, sprang er wieder auf, und ich mußte ihn am Arme festhalten, um ihn davon zurückzuhalten, daß er die Polizei auf die Leute der „Aurora" hetzte.
Allmählich beruhigte er sich, als ich ihm auseinander- setzte, daß den Steuermann die Hauptschuld träfe. Dieser sei ertrunken, und die Leute hätten sich von dem Augenblicke an, wo sie an Bord der „Bolama" gekommen wären, vorzüglich betragen, und sich nach Kräften bemüht, das Geschehene wieder gut zu machen.
„Sie hatten uns ja ganz in ihrer Gewalt", sagte ich „Wenn sie wirklich so ausgemachte Schurken gewesen wären, hätten sie uns in demselben Boot, in dem sie sich gerettet haben, aussetzen, und treiben lassen, oder uns auch einfach über Bord werfen können. Wer hätte wohl beweisen sollen, daß wir nicht mit der Bark untergegangen seien?" Ich bemerkte, daß Vater sich schon wieder aufzuregen begann, und sprach von Richards gebrochenem Bein.
Sofort veränderte sich sein ganzes Wesen, und hastig fragte er: „Ist es schon wieder gut, Jessie?"
„Ich weiß nicht", erwiderte ich. „Der Knochen ist wieder zusammengewachsen, ob aber richtig oder nicht, das ist mir noch nicht klar. Wir hoffen das Beste; denn er hat keine Schmerzen mehr. Jedenfalls werde ich gleich heute nachmittag einen Arzt holen lassen, um endlich aus dieser Ungewißheit herauszukommen."
„Ja",' meinte er, „wir wollen den besten Doktor in ganz Sunderland haben. Frau Davison wird uns sagÄr, wer das ist. Hier bleiben wir aber nicht, Jeß. Sobald


