408
wird dadurch fortwährend ein Wärmeüberschuß zugeführt, der um so bebcutcitber ist, als am Nordpol die Sonne nicht genau ein halbes Jahr, sondern etwas länger, nämliche 186 Tage ununterbrochen scheint. Dazu kommt an der Nordküste Norwegens und um Spitzbergen die wärmende Wirkung des Golfstromes. Diese Umstände führen aber in den Hochfommertagen zur Bildung großer Mengen Wasser- dämpf, welche die eigentliche Ursache der Farbenerscheinung der Mitternachtssonne sind. Bor Mitternacht, wenn die Sonne bis nahe an den Horizont herabgestiegen ist, hat sich die Luft so weit abgekühlt, daß sie nahe an der Grenze der Sättigung mit Wasserdampf ist. Eine solche Atmosphäre reflekUert und absorbiert aber alles grüne, blane und violette Licht und läßt nur rote und gelbe und orangefarbene Strahlen durchdringen, nmsomehr als die Strahlen nicht steil durch .die Atmosphäre hindurchgehen, sondern mit großer Schiefe auf sehr langem Wege diese passieren müssen, um sie zu erreichen. Aus diesem Grunde kommt nur das rote Ende des Sonnenspektrums zur Geltung und machen sich, auch die jense'.s oes Rots liegenden, purpurfarbenen Strahlen bemerkba , bi? für gewöhnlich als unsichtbar bezeichnet werden, aber doch vom Auge empfunden werden, 'sobald die m isten andersfarbigen abgeblendet sind. 9htr wenige Mim ten währt das großartige Schauspiel; bann steigt bie Sonne ioieber langsam in bie Höhe, mit golbigem Lichte bas Nordland überflutend, unb die lebhaften Schreie der neu erwachenden Tierwelt, der schnatternden, pfeifenden, gackernden, unzähligen Vogelscharen zeigen uns an, daß ein neuer Tag des uns schier endlos dünkenden Polarsommers angebrochen ist.
Was hat eine Mutter ihrer erwachsenen Tochter zu sagen?
Belehrung über das 'Geschlechtsleben nach seiner physischen und ethischen Seite. Von Klara Muche. Leipzig, Th.
Griebens Verlag (L. Fernan). Preis kart. Mk- 1.20.
Unter dem Wahlsprnch:
Nur das Wissen stärkt das Gewissen!" macht die Verfasserin, wie es für die Gesundheit und Sittlichkeit unserer erwachsenen Söhne und Töchter notwendig ist, diese in ernster, würdiger Weise mit den Beziehungen des Geschlechtslebens bekannt. Es geht trotz aller Verirrungen unserer Zeit durch sie als charakteristisches Zeichen ein unausgesetztes Suchen nach Wahrheit; wer aber die Wahrheit erfahren, der ist gegen Verirrungen gefeit. Unter diesem Gesichtspunkte betrachten wir bie Herausgabe vorstehenden Buches als eine erlösende Thal und möchten das unsere dazu beitragen, ihm den Weg in die dazu berufenen Hände zu bahnen. Bdt.
Ueber allerlei kleine Modesachen
berichtet uns das neueste Heft der „Wiener Mode", Ausgabe vom 15. Juli. Auch diese Nummer ist sehr au» ziehend, die allerliebste Plauderei über Modelaunen, Schönheitspflege und Toilettegeheimnisse bemerkenswert. Dabei fehlt es nicht an neuen Toiletten, Blusen unb Hüten für bie gegenwärtige Jahreszeit. Im Handarbeitsteil finden wir u. a. eine große Mustertafel für Doppelkreuz- unb Füllstich. Für Belehrung und Unterhaltung ist bestens gesorgt, der Beitrag von Wilhelm Bölsche über sein rühmlichst bekanntes Erstlingswerk: „Das Liebesleben in der Natur" verdient hervorgehoben zu werden, sowie ein Beitrag über Blumenpflege. Daß bie „Wiener Mode" auch Küchenangelegenheiten behandelt und dem Haushalte in ersprießlicher Weise bient, ist unseren Hausfrauen bekannt. — Man abonniert in allen Buchhandlungen, außerhalb Oesterreichs bei jeder Postanstalt, aber auch! direkt beim Verlag in Wien, VI. Gumpendorferflraße 87. Preis vierteljährlich 2.50 Mk.
Welche Umstände vermehren die Frostgefahr?,.
Der vergangene Winter hat unserem Obstbau manch tiefe Wunde geschlagen, und er ist ganz merkwürdig verschieden aufgetreten. Hier find Bäume ganz und gar erfroren, dort sind andere, dicht danebenstehend, kerngesund geblieben. Es ist deshalb sicher, daß verschiedene Umstände
die Frostgefahr vergrößern müssen. Welches si w nun diese Umstände? Darauf geben verschiedene gewichtige Stimmen im „Erfurter Führer im Gartenbau" die Antwort, wir erfahren dabei, daß sogar die Schneedecke, wenn sie zu zeitig kommt, nachteilig wirkt und die Frostgefahr vergrößert. Wer die interessanten Aeußerungen verfolgen will, lasse sich Nr. 14 des „Erfurter Führer im Ga rtenbau" mittels Postkarte kommen. Unseren Abonnenten wird sie kostenfrei zugeschickt.
Gemeinnützige».
Die Wanderlust zieht jetzt zur besseren Jahreszeit wieder in die Herzen; mit frohem Mut und leichtem Gepäck eilt der Tourist hinaus ins Freie, fjinbet sich int Ränzel oder int Rucksack ein Töpfchen Liebigs Fleischs-Extrakt, so ist es dem Wanderer möglich, mittelst etivas kochendem Wasser und Salz, das ja überall zu beschaffen, eine Tasse kräftiger Bouillon zu bereiten, sicherlich das beste Labsal für den ermüdeten Körper. Auch gewährt eine Messerspitze Fleisch-Extrakt, auf etwas Brot gestrichen, Stärkung und neue Auffrischung der Lebensgeister während der Tour. Die Zweckmäßigkeit dieses einfachen Mittels bezeugen viele erfahrene Reisende.
Kalte Getränke. Es ist ein großer Irrtum, daß kalte Getränke den Durst stillen und die Schweißabsonderung verhindern. Im Gegenteil, die Schweißabsonderung wird gefördert, der Durst nur vorübergehend gestillt. Das Blut kühlt sich durch den kalten Trunk ab, aber der Schweißausbruch besteht fort. Ganz besonders schaden die eiskalten Getränke, vornehmlich den Nervösen, die an Verdauungsstörung leiden. Wer das Bedürfnis, zu trinken, empfindet trinke niemals zu kalt, und dann pur in kleinen Zügen und in kleinen Mengen. Eine plötzliche UeberfüIIung des Magens hat keinen Zweck, aber sehr oft ist Krankheit die Folge. Als Getränke sind vorzüglich erfrischende Limonaden, verdünnter Apfelwein (nicht gezuckert) zu empfehlen.
Nährwert des Honigs. Der Verbrauch des Honigs, der in früheren Jahrhunderten ein sehr ausgedehnter war, sank erheblich durch die Einfuhr des Zuckers. In neuerer Zeit lernt man wieder, dank den eifrigen Anstrengungen der Bienenzüchtervereine, den Honig nach seinem wahren Wert zu schätzen, und zwar mit Recht; denn der reine Bienenhonig enthält gerade diejenigen Stosse, welche am schnellsten und leichtesten die Verdauung befördern. Nach den chemischen Untersuchungen von Tr. Müllenhoff aus Berlin besteht reiner Bienenhonig durchschnittlich aus 35 Proz. Traubenzucker, 39 Proz. Schleimzucker, 20 Proz. Wasser und etwa 5 Proz. festen Körpern, die als Nichtzucker bezeichnet werden. Es empfiehlt sich, den Honig mit solchen Speisen zu genießen, die weniger leicht zu verdauen sind. Kinder, welche rasch! wachsen und dabei bleich und matt aussehen, fühlen instinktiv wovon sie Abhilfe zu erwarten haben; sie tragen ein großes Verlangen nach Süßigkeiten. Nichts aber hilft ihnen mehr, und ist ihnen zuträglicher, als gerade der Honig, der schon durch sein liebliches Aroma an. der Spitze aller Süßigkeiten steht. Ueberdies essen Kinder Honig viel lieber zum Brot, als jede andere Beigabe. Beim Frühstück genossen, wirkt der Honig kräftigend und erwärmend. Namentlich ist er älteren Personen zu empfehlen, da er leicht zu verdauen ist, und Wärme erzeugt. Willst Tu alt werden, so genieße täglich die köstlichste Speise der Alten: Milch unb Honig. Brocke leichtes Weißbrod in eine Schüssel mit Milch, und thue reinen und unverfälschten Honig hinein. Ties ist das gesundeste, nahrhafteste und wohlschmeckendste Frühstück. D.
„Praktischer Wegweiser", Würzburg.
Merkrätsel.
(Nachdruck verboten.)
Aufrichtigkeit, Bedrängnis, Leichtsinn.
Von jedem Wort sind drei nebeneinanderstehende Buchstaben zu merken, die im Zusammenhang einen männlichen Vornamen bezeichnen.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Looogriphs in voriger Nummer: Saul, Sau.
Redaktion: E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schcn Universitäts-Buch- und Steindruckerci (Pietsch Erben) in Gießen.


