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Menschen atmen, und er wischte sich Sen Schweiß von der Stirne.

Ter Notar zog die Stirnfalten hoch.Wenn Sie wollen"

Tann diktierte er dem Schreiber das Protokoll, indem er dabei gleichgiltig zum Fenster hinaussah.

Durch seine monotone Stimme vernahm man plötzlich ein Schlürfen auf dem Flur, und eine Thüre knarrte. Ter junge Manu sprang auf, wollte gegen die Thür eilen, da­öffnete sich diese ein Greis mit spärlichem, weißem Haar und verwildertem Barte, auf einen Stock gestützt, wankte auf den Tisch zu. Sein Auge rollte unter den schlaffen, roten Lidern, sein Atem rasselte.

Er legte seine zitternde, welke Hand auf das Protokoll. Herr, i leid's net! I protestier dageg'n."

Ta müssen Sie sich an den Herrn dort wenden, nicht an mich", bemerkte der gegen solche Auftritte schon ab­gestumpfte Notar, auf Johannes deutend.

(Fortsetzung folgt.)

Amerikanisches Backobst.

(Nachdruck verboten.)

Tie große Fülle von Artikeln der Nahrungsmittel­industrie auf der Pariser Weltausstellung verhinderte den Besucher fast ganz das einzelne eingehender zu besichtigen. Aber es war weit dankbarer, besonders interessante Ob­jekte aufmerksamer zu betrachten, als alle Abteilungen schnell zu durchstreifen, ohne sich über einen Gegenstand genügend belehrt zu haben.

Sehr interessant war eine Gruppe, welche den amerika­nischen Obstbau und Obsthandel umfaßte; denn Amerika ist das obstreichste Land und führt aus nach fast allen Ländern der Erde.

Man sah da eine reichhaltige Sammlung getrockneten Obstes: Aepfel, Birnen, Rosinen, Pflaumen, Aprikosen, Pfir­siche, Kirschen, Himbeeren, Feigen usw. Diese Früchte sind nicht nur schön, sondern auch vou vorzüglichem Geschmack.

Tie Amerikaner sind sehr erstaunt darüber, daß man iit Europa, insbesondere aber in Frankreich, das doch in der Konservenindustrie so außerordentlich hoch steht, dem getrockneteit Obst nicht ein genügendes Interesse entgegen- bringt, zumal es sich uin eine sehr dankbare Industrie handelt. Es gehören zum Dörren der Früchte gar nicht einmal besondere Fachkenntnisse, vielmehr zeigte die aus­gestellte amerikanische Obsttrockenstube, wie einfach das ganze Verfahren ist, wenn man sich guter Vorrichtungen bedient. Wir kommen gerade hinzu, wie man mit dem Trocknen von Birnen beschäftigt ist.

Im Vordergründe handhabt ein Knabe eine Schäl­maschine. Er schält die Birnen; eine Frau neben ihm vierteilt sie mit Hilfe einer vor ihr stehenden Schneide- Maschine und legt sie auf die tablettartigen Üeisten- böden, die üt zwei Stößen neben ihr stehen. Die Frau und das Kind können in dieser Weise mehr als zwei Hekto­liter Obst die Stunde verarbeiten. Hinter ihnen steht eine große kastenartige Maschine. Es ist derEvaporator", ein neuer zum Dörren des Obstes benutzter Apparat. Derselbe besteht aus einem Ofen, der einen lebhaften Strom heißer Luft erzeugt, sowie einem langgestreckten Holzkasten, in welchen die mit den Früchten belegten Leistenboden ein­geschoben werden. Der Heißluftstrom streicht durch diesen Kasten; unter seiner Einwirkung geht das Austrocknen gut und schnell vor sich. Der lange kastenartige Behälter über dem Ofen ist geneigt angebracht, mit mehreren Zwischen­böden, sowie Thüren am oberen und unteren Ende ver­sehen. Durch die obere Oeffnung werden die Leisten­böden eingeschpben, dann weiter vorgestoßen, um einer neuen Ladung Platz zu machen, und so fort, bis sie am unteren Ende anlangen und mit den gedörrten Früchten herausgenommen werden können. So können drei Personen in 24 Stunden 1000 bis 1200 Kilogramm Obst schälen, schneiden und backen. Der Evaporator ist ein Apparat, den jeder bedienen kann.

Man kann alle Arten Obst in diesem Apparat vorteil­haft trocknen, wie es die amerikanische Ausstellung zeigt; wir finden in derselben nicht nur Rosinen, Pfirsiche und Birnen, sondern auch Erdbeeren und Himbeeren. Bis jetzt hat man bei uns nur Pflaumen, Birnen und Aepfel ge-

rocknet; aber in unseren Oefen erzielen wir nicht ein so chönes glänzendes Backobst wie die Amerikaner.

TerEvaporator" hat außerdem noch den Vorzug, die Handarbeit und damit die bedeutenden Kosten derselben auf ein unwesentliches herabzumindern. Alle Welt kennt unsere gebackenen Pflaumen, Birnen und Ringäpfel. Sie ind sehr beliebt und brauchen den Wettbewerb des Aus­landes nicht zu fürchten. Will man aber andere Früchte haben, so muß man seine Zuflucht zu den amerikanischen Erzeugnissen nehmen. Die Amerikaner verwenden das denk­bar beste Obst, um es zu dörren; keineswegs aber gewöhn­liche Kelteräpfel. Ob man Pflaumen, Kirschen, Aepfel, Pfirsiche oder Aprikosen bäckt, immer muß man danach. streben, ein hochbewertetes Produkt zu erzielen. Andern- falls ist der Erfolg ein sehr zweifelhafter. Tie Pflaumen, Kirschen, Feigen und Weintrauben werden meist ohne Vor­behandlung gebacken. Man braucht sie nur auf die Leisten­böden zu legen und in denEvaporator" zu schieben. Manchmal jedoch werden die Pflaumen entkernt und ge­schält. Zum Entkernen bedient man sich kleiner Sonder­vorrichtungen. Die Aepfel und Birnen werden stets ge­schält. Tue Birnen werden gewöhnlich gevierteilt, doch trocknet man sie bisweilen auch ungeteilt. Die Aepfel bäckt man manchmal ganz, manchmal auch in Vierteln, meist jedoch schneidet man sie in Scheiben (Ringe). Es giebt Maschinen, die die Aepfel gleichzeitig schälen, in Scheiben schneiden und das Kernhaus entfernen. Da das letztere sehr hart ist, wird es fast immer herausgenommen. Pfir­siche und Aprikosen werden mit oder ohne Schale gebacken. Gewöhnlich teilt man sie in Hälften. Das Fleisch der Früchte, die man vor dem Backen schälen und zerteilen muß, unterliegt der oxydierenden Thätigkeit der Luft und schwärzt sich. Um dies zu vermeiden, setzt man diese Früchte Schwefeldämpfen aus, bevor man sie in den Verdunster bringt.

Ter Apparat, in welchem dies geschieht, heißt Bleich­kasten. Man sieht also, daß das Obstbacken ein einfaches Ver­fahren ist, das wenig Material, wenig Personal und keine Fachkenntnisse erfordert.

GeMeinnütziger.

Untersuchung des Halses bei Verdacht der Diphtheritis. Durch große Aufmerksamkeit ist oft der Gefährlichkeit dieser verheerenden Krankheit vorzubeugen. Man versäume bei plötzlich eintretender Mattigkeit, Fieber, Halsschmerzen, überhaupt verändertem Wesen des Kindes nie, den Hals, resp. der Rachenpartie besondere Beachtung zu schenken. Zu diesem . Zwecke lasse man den Mund recht weit öffnen, die Zunge nicht etwa vorstrecken, sondern in der natürlichen Lage auf dem Mundboden liegen; je ruhiger und ungezwungener es geschieht, Um so besser. Nun drehe man den Kopf des Kindes möglichst so, daß das volle Licht eindringen kann, bei Lampenlicht muß jemand die Flamme direkt neben dem Ohr des Untersuchenden halten. Sind nun die Kinder sehr ungebärdig, so gehe man nicht eher weiter, als bis sie sich nach wiederholten Versuchen überzeugt haben, daß es nichtwehe thut". Dann drücke inan mit dem breiten Stiel eines starken Eßlöffels die Zunge noch mehr auf den Mundboden, bis man deutliche das Zäpfchen und die umliegenden Rachenpartien sehen kann. Im gesunden Zustande sind sie wie die Mundschleim­haut rosarot, im entzündeten mehr oder weniger feurig und nicht selten seitlich geschwollen. Schon letzterer Um­stand kann Veranlassung geben, den Arzt zu rufen; be­sonders ist es aber notwendig, wenn grauweißliche oder- gelbe Auflagerungen sich zeigen, die das Alarmsignal zur schnellen Herbeiziehung ärztlicher Hilfe geben. Man ver­liere also keine Zeit mit unnötigen und oft gar schädlichen Mitteln; nur für den Fall, daß der Arzt nicht gleich zu haben wäre, wende man indessen laue Umschläge um den Hals an und lasse Kinder, die zu gurgeln verstehen, mit einer ziemlich starken Auflösung von übermangansaurem Kali tüchtig gurgeln. Kindern, die noch nicht gurgeln können, bestreiche man mit dieser Flüssigkeit mittelst eines kleinen weichen Pinsels die gefährlichen Stellen im Hälfe. Dem Untersucher ist Vorsicht dringend zu empfehlen und wende man bei Besichtigung des verdächtigen Kindes, so­bald sich dasselbe zum Husten anschickt, schleunigst bei;