Ausgabe 
20.1.1901
 
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So ist's recht!" rief der Vater, der mit freudig glän­zenden Augen und großer Teilnahme zugehört hatte. Biegen oder Brechen'! Da sieht man erst, Mas so ein Kahn leisten kann. Das Mar auch immer mein Hauptver­gnügen."

Und was hast Du für Neuigkeiten, Jessie?" fragte Richard und zog einen Stuhl zu sich heran, damit ich mich setzen sollte.Was iit denn in Newcastle passiert, während ich fort war? Seid ihr noch alle ebenso radikal? Haben die Bagger in dem Lyne das arme alte Sunder­land schon an den Bettelitab gebracht, und die ganze Schiffahrt hierher gezogen?"

Wenn Sunderland sich nicht in acht nimmt, wird das wohl bald geschehen", meinte mein Vater.

Nun, siehst Du, daß ich glücklich wieder da bin", flüsterte Richard mir zu.Hast Du viel gemeint, Jessie? Ich hoffe nicht. Oder ist es mit Deinem hübschen Gesicht Aenso wie mit den Federn der Seevögel; sie können eine ganze Menge Nässe vertragen, ohne ihre Zartheit und Schönheit zu verlieren?"

Ich habe mich etwas gegrämt, aber nicht sehr", ant­wortete ich.Und nun, wo Du wieder glücklich zurück bist, kommt es mir albern vor, daß ich mich überhaupt gegrämt habe."

Was sagst Du da?" rief mein Vater.Sprecht ihr von eurer Hochzeit?"

Nein", antwortete ich schnell und errötete.

Dick", rief mein Vater,weißt Du auch, daß Jeß eines der störrigsten Mädchen ist, mit denen jemals ein Vater zu thun gehabt hat? Du wirst es kaum glauben sie behauptet, sich auf den Seemannscharakter besser zu ver­stehen als ich. Neulich hatte ich die Absicht, das Auf­gebot anzumelden. Ich sagte:Wenn Dick kein Duckmäuser ist, freut er sich wie ein Musikant auf den Jahrmarkt, wenn er nach Hause kommt und hört, daß die Hälste von seinem Kurs zum Altar bereits zurückgelegt ist". Jessie wollte durchaus nichts davon wissen. Sie meinte, wenn ich nicht mit Dir erst darüber redete, würdest Du mich für taktlos halten. Wenn man deshalb so. genannt wird, weil man jemand, der andere Sachen zu thun hat, Mühe er­sparen will, dann kann das Wort keine so schlimme Be­deutung haben."

Ich wünschte, das Aufgebot wäre bereits erfolgt", meinte Richard lächelnd.

Siehst Du!" rief der Vater,wer hat nun recht, Jessie?"

Ich war etwas verlegen, mußte aber, als ich dem Vater einen vorwurfsvollen Blick zuwerfen wollte, über sein triumphierendes Gesicht laut lachen.

Es ist vielleicht ebensogut, daß Sie den Pastor noch nicht besucht haben, Kapitän", sagte Richard lachend.Ich glaube, irgend etwas muß noch geschehen, ehe das Aufgebot erfolgen kann. Man muß eine gewisse Zeit in dem Hei- matsort der Braut wohnen oder so etwas. Ich weiß da­mit nicht so genau Bescheid, glaube aber, irgend eine solche Förmlichkeit gehört dazu."

Ich weiß n-icht", antwortete Vater.Vielleicht kann Jeß Dich darüber aufklären. Möglicherweise hast Du recht. Wundern sollte es mich keineswegs, wenn mit einer so einfachen Sache wie mit einer Hochzeit auch noch irgend welche Flausen verknüpft wären. Die Gesetze lieben es, den Leuten Hindernisse in den Weg zu legen. Wenn die Sache wirklich so ist, dann ist es wohl am besten, mein Junge, wenn Du von Shields wegziest und hierher kommst."

Tas ist leicht gethan", antwortete Richard;aber ich möchte Ihr Haus nicht belästigen. Jessie wird mir schon sagen, wo ich hier eine passende Wohnung finde."

Sprich bloß nicht von belästigen", sagte der Vater, indem er mir ein Zeichen gab, ihm seinen Tabakskasten zu reichen.In welchem Hafen hast Du denn das Wort auf­gegabelt, Dick? Das ist ja noch schlimmer alstaktlos". Diese alte Bude soll doch künftig Deine und Jessies Be­hausung sein. Vielleicht hakt Du übrigens ganz recht, nicht zu uns zu ziehen, bist Du verheiratet bist. Ich verstehe mich nicht auf die Etikette; was ich aber in diesem Punkte etwa noch zu lernen habe, möchte ich nicht erst durch das Geklatsch der Nachbarn erfahren. Doch Jeß und Du werdet darüber schon einig werden. Und nun, Dick, wie lange bleibst Du denn an Land?"

Das kommt auf die Umstände an. Die Reeder, glaube ich, werden mir ein anderes Schiff geben, wenn ich mein bisheriges Kommando niederlege", erwiderte Richard, aus dessen Blicken ich entnehmen konnte, daß er sich herzlich über meines Vaters Art und Weise zu reden freute.

Darüber beunruhige Dicb nicht", meinte der Vater. Ich stehe dafür, daß Tu ein Schiff bekommst, sobald Du segelfertig bist. Aber ehe Tu segelst, mußt Du verheiratet sein, Dick, und ich bin dafür, daß wir mit dieser Angelegen­heit sobald wie möglich zu Ende kommen".

Was sagst Du, Jessie? Jctz.bin bereit", erklärte Richard und beugte sich über mich, indem er seine Hand auf meine Schulter legte.

Du wirst glauben, daß der Vater es sehr eilig hat, mich loszuwerden."

Er wird keinen solchen Unsinn glauben", unterbrach mich mein Vater.Weshalb hast Du Angst von Deiner Hochzeit zu reden, Jeß? Hast Du je in Deinem Leben einen bedeutungsvollen Schritt gethan? Wenn Du glaubst, daß ich es bin, der es so eilig hat, bist Du im Irrtum. Ihr seid mit einander verlobt und liebt euch. Weshalb also willst Du mir und ihm einreden. Du hättest keine Eile, ihn zu heiraten? Wenn ich nicht die Ueberzeugung hätte, daß Dick fürs Leben zu Dir stehen wird wie einer von Nelsons Matrosen zu seiner Kanone, würde ich nicht so reden. Die Liebe macht die Menschen schüchtern; sie fürchten mißverstanden zu werden, sind ungewiß und was weiß ich sonst noch. Da ist es Sache der anderen, die sich für die Angelegenheit erwärmen wie z. B. meine Wenigkeit einzugreifen und zu sagen: Kinder, was ihr beide wollt, weiß ich ganz genau, und werde euch zeigen, was ihr zu thun habt."

Hier ist ein Goldschmiedsladen", fuhr mein Vater fort,wo ihr eure Trauringe bekommen könnt. Dort ist die Kirche und darin ein sehr achtbarer, netter alter Herr, der auf euch wartet. Also vorwärts! Das heißt", fügte er plötzlich hinzu, indem er seine sinnbildliche Redeweise unterbrach, und Richard sehr scharf fixierte,wenn ihr beide es ernst meint."

Wenn wir es ernst meinen?" rief Richard, indem er meine Hand ergriff und sie küßte.Ich kenne mein eigenes Herz und auch Jessies. Dafür stehe ich, Kapitän, daß wir es ernst meinen."

Dann", erffärte der Vater und zwar mit solchem Nachdruck, daß die Thonpfeise, die er in der Hand hielt, in zwei Stücke zerbrach,dann macht mir weiter keine Wippchen! Laßt uns vernünftig reden, tote es erwachsenen Leuten zukommt, und jetzt sofort das Wann und Wie bestimmen. Und wenn das nach Jessies Ansicht taktlos ist, bleibt uns nichts weiter übrig, als daß wir, wenn wir damit klar sind, uns gegenseitig um Verzeihung bitten, daß wir überhaupt darüber gesprochen haben."

Schließlich setzte, wie vorauszusehen war, mein Vater seinen Willen durch, und noch ehe ich das Zimmer verließ, um dem Mädchen beim Zubereiten des Abendbrots zu helfen, war mein Hochzeitstag festgesetzt.

So tote an jenem Abend, too Richard sich mir erklärte, fühlte ich auch.jetzt, daß der Vater, obgleich mich zuerst fein kurzangebundenes Wesen etwas geärgert hatte, völlig im Recht sei, daß er mich und meinen Schatz besser kannte als wir uns selber, und daß unser Wiedersehen eben durch die sofortige Festsetzung des Hochzeitstages noch verschönt wurde.

Ich weiß wenigstens, sobald tdj das Zimmer verließ, kam es mir vor, als schwebte ich im Walzertakt die Treppe hinunter; so froh und glücklich fühlte ich mich. Der Spiegel neben der Thür zeigte mir ein so strahlendes Gesicht, daß es mir gar nicht mein eigenes zu sein schien, sondern das des leibhaftigen Frohsinns. Ein einziger Gedanke trübte meine Freude, nämlich der Tod meiner Mutter. Meine Heirat konnte mich allerdings nicht zwingen, die Trauer­kleider abzülegen, und doch fühlte ich, daß es mit dem Kummer, den ich jedesmal empfand, wenn ich an" meine teure Mutter dachte, besser übereingestimmt hätte, die Hoch­zeit noch bis zum Ende des Jahres zn verschieben. Ich sollte ja aber einen Seemann heiraten.

Wenn er einmal erst England verließ, konnte man ja gar nicht wissen, wann er zurückkehren würde. Dadurch, daß jetzt unsere Herzen vor deut Altar vereinigt wurden, und ich dann als Gattin den Himmel in meinen Gebeten

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