Ausgabe 
19.1.1901
 
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Das war entschieden kein hübscher Scherz, und so machte ich denn auch ein ziemlich ernstes Gesicht, und antwortete:Es würde Richard gegenüber nicht allein unrecht sein, zu handeln, ohne ihn zu fragen, sondern es wäre geradezu taktlos von uns, Vater, und ich muß ent­schieden Einspruch dagegen erheben, daß Du irgend welche Anstalten triffst, bevor wir alle drei über die Sache ge­sprochen haben."

(Fortsetzung folgt.)

Wie Preuße« ein Königreich wurde.

Ein Gedenkblatt zur 200. Wiederkehr der Königskrönung zu

Königsberg. (18. Januar 1701.) Von PaulvonEdelskron.

(Nachdruck verboten.)

An demselben Tage, an welchem vor 30 Jahren im Spiegelsaale des Versailler Schlosses, in dem so oft die schlimmsten Anschläge gegen den schwachen, deutschen Nachk- barn vomallerchristlichsten" rot so leit und seinen Nach­folgern geschmiedet worden waren, sich der historisch so bedeutsame Akt der Kaiserkrönung Wilhelms I. vollzog, ge­denkt man bei seiner diesjährigen Wiederkehr wohl nicht nur in Preußen, sondern überall, wo Deutsche wohnen, eines zweiten geschichtlichen Ereignisses, dessen Jahrestag zum 200. Male wiederkehrt, eines Ereignisses, welches, ob­wohl es damals in den noch kleinen Landen des hohen- zollerischen Fürstenhauses gefeiert wurde, an Bedeutung hinter der Kaiserkrönung in der Residenz des vierzehnten Ludwig kaum zurücksteht, ja überhaupt eigentlich die not­wendige Vorbedingung für jene geworden ist, ohne welche sie nicht stattgefunden hätte.

Am 18. Januar sind es 200 Jahre, daß Kurfürst Frie­drich III. int Schlosse zu Königsberg sich und seiner Gemahlin Sophie Charlotte das königliche Diadem auss Haupt setzte. Ter Große Kurfürst hatte trotz der schweren Opfer, welche er an Gut und Blut dafür bringen mußte, in den letzten Zeiten des dreißigjährigen Krieges und im schwedisch- polnischen Kriege seinen Besitzstand bedeutend erweitert und, was fast noch schwerer wog, durch eine weise Verwaltung den Wohlstand in seinen durch die dreißigjährigen Kriegs­greuel surchtbar zerrütteten Landen derart gehoben, daß er an Macht nächst dem Kaiser zweifellos der erste in ganz Deutschland war, dem nur ein neues höheres Zeichen seiner Gewalt fehlte statt des Kurhutes, den noch drei andere weltliche und ebenso viel geistliche Fürsten außer ihm trugen.

Dem Kriegshelden, der leider im Frieden von St. Ger­main en Lahe durch den damals allmächtigen französischen König Ludwig XIV. gezwungen wurde, den größten Teil feiner Eroberungen wieder herauszugeben und beim Unter­schreiben des Friedensdokumentes den prophetischen Aus­spruch ihat:exoriare aliquis meis ex ossibus ultor" (Er­stehen wird dereinst aus' meinen Gebeinen ein Rächer),, war es nicht mehr vergönnt, den Triumpf zu erleben, daß seine Machtstellung auch nach außen hin die gebührende Ehrung erfuhr. Unter dem unheilvollen Einflüsse seiner zweiten Frau Dorothea, einer holsteinischen Prinzessin, die in echt weiblicher, kleinlicher Gesinnung kein Berständns für die Größe der Monarchie als solcher, sondern nur den brennenden Wunsch besaß, auch ihren SöhUen kleine Fürsten­tümer ans dem Leibe der hoheuzollerischen Staaten heraus­zuschneiden, war der in seiner inneren Widerstandsfähig­keit gebrochene, schwer kranke Fürst sogar bereit gewesen, selber Hand an sein eigenes Werk zu legen und in einem dem Kaiser übergebenen Testamente, dem neunten, welches er errichtete, die Erbfolgeordnung umzustoßen, die der dritte hoheuzvllerische Kurfürst Albrecht Achilles dahin fest­gesetzt hatte, daß der Landbesitz ungeteilt auf den nächsten thronberechtigten Agnaten nach dem Rechte der Erstgeburt übergehen solle, (dispositio Achillea). Der Große Kurfürst bestimmte nämlich in diesem Testamente, daß auch die jüngeren Brüder des Kurprinzen aus der ersten wie aus der zweiten Ehe besondere Gebiete erhalten sollten. In Wien, wo unter den Habsburgern eine sein ausgesonnene und mit List und Beharrlichkeit durchgeführte Politik an der Arbeit war, die deutschen Territorialfürsten nicht zu

mächtig werden zu lassen, ging man zwar gern auf des Kurfürsten Pläne ein, die eine Zersplitterung des branden­burgischen Hausbesitzes zur Folge haben mußten. Man schloß jedoch gleichzeitig mit dem Kurprinzen einen Geheimvertrag entgegengesetzten Inhaltes, demzufolge es trotz des Testa­mentes bei der Achilleischen Erbfolge verbleiben solle, falls der Kurprinz, sobald er zum Throne gelangt sei, den Schwie- buser Kreis an Oesterreich herausgebe.

Es ist nach zwei Jahrhunderten überflüssig, sich Mer die moralische Tendenz dieses Traktates zu ereifern; denn die Diplomatie war und ist ein Geschäft, welches sich nicht nach! den Grundsätzen kleinbürgerlicher Moral lenken läßt. Jedenfalls hatte aber das geheime Abkommen zwischen Kurprinz und Kaiser das eine Gute zur Folge, daß der hohenzollerische Hausbesitz ungeteilt blieb. Vielleicht wäre der Vertrag gar nicht nötig gewesen; denn der Vollbruder des Kurprinzen, Prinz Ludwig! hat nie etwas von der Teilung wissen wollen, und wollte stets nur seines Bruders erster Unterthan fein, und auch die Halbbrüder begnügten sich nach dem Tode ihrer ehrgeizigen Mutter mit Jahresge­hältern,da sie für die Macht und den Glanz des Kur­hauses höchlichst portiret seien". Die Einheit des preußisch- brandenburgischen Staates aber war gesichert, und diesem Vorteil gegenüber war es schließlich nicht schwer zu ver­schmerzen, daß der Schwiebuser Kreis thatsächlich im Jahre 1691 an den Kaiser Leopold I. herausgegeben werden mußte, wofür dieser die Erbverzichte der Prinzen anerkannte.

Jedenfalls konnte der neue Kurfürst erst von diesem Augenblicke an beruhigt anderen politischen Plänen nach­gehen. Daß er nach der Königswürde nur deswegen gestrebt habe, weil der Kurfürst von Sachsen unter Uebertritt zur katholischen Kirche sich den königlichen Thron von Polen erobert hatte, gehört zu den herkömmlichen Fabeln; denn schon im Jahre 1654 hatte ein deutscher Fürst aus dem Hause Wittelsbach^Zweibrücken sich den schwedischen Thron errungen, und später war Wilhelm von Nassau-Oranien, König von England geworden, ohne daß Brandenburg an eine Rangerhöhung des Monarchen gedacht hätte. Der Kur­fürst fühlte sich vielmehr in seiner Eigenschaft als souveräner Herzog von Preußen auch als außerdeutsche, europäische Macht. Daß seine Gesandten im Auslande vielfach zurück­gesetzt wurden, ärgerte ihn schwer, und es hat ihn, um nur ein Beispiel anzuführen, schon als Kurprinz herzlich, gefreut, daß der brandenburgische Gesandte in London, Johann Besser, sich schon im Jahre 1685 am Hofe Jakobs II. den Vortritt vor dem Gesandten der Republik kurzer Hand dadurch verschaffte, daß- er diesen mit einem wohlgezielten Stoß beiseite schob.

Die Möglichkeit, für sich und sein Haus die königliche Würde zu erwerben, scheint ihm daher schon frühzeitig vorgeschwebt zu haben, und da diese nach den Anschau­ungen der damaligen Zeit nur mit Hilfe des Kaisers er­langt werden konnte, beauftragte er seinen Gesandten Bar­tholdy über diese Angelegenheit in Wien in Verhandlungen zu treten. Als die päpstliche Kurie von dieser Sache erfuhr, bemühte sich ihr Agent, der Jesuitenpater Vota, Beicht­vater des sächsisch-polnischen Kurfürst-Königs, den Kurfürst von Brandenburg dazu zu bewegen, sich die Anerkennung als König nicht vom Kaiser, sondern vom Papste zu erwirken, ein Projekt, das an Friedrichs Widerstande scheiterte, dessen Wünsche merkwürdigerweise beim Kaiser ebenfalls durch einen Jesuiten, den Pater Wolf, in höchst wirksamer Weise gefördert wurden. Obwohl der Plan in Wien auf viele Feinde stieß, hatte der Kaiser in der Zeit unmittelbar vor Ausbruch des spanischen Erbfolgekrieges doch alle Ursache, sich die Hilfe des mächtigsten deutschen Territorialfürsteu im Kampfe gegen Frankreich zu sichern, unb als am 1. No­vember 1700 in Madrid Karl II., der letzte spanische Habs­burger starb, und die Zeit gekommen war, die österreichi- schen Ansprüche auf das spanische Erbe zu verteidigen, be­sann sich der Kaiser nicht länger und schloß am 16. No­vember zu Wien den sogenannten Kronentraktat ab.

In diesem denkwürdigen Schriftstücke heißt es, da der Kurfürst seinem Hause den königlichen Titel erwerben wolle und nicht gemeint sei, ohne kaiserliche Approbation solchen Titel zu arrogiren, so habe er in Anbetracht des uralten Glanzes, Macht und Ansehens des Kurhauses Branden­burg, sowie der von demselben geleisteten großen Dienste