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m u s bei ihnen eingeführt gewesen, und zwar nicht von unten, sondern von oben her. Der Kaiser Chin-tsung II. erklärte schon vor achthundert Jahren, „der Staat solle die ganze Leitung des Handels, der Industrie wie der Landwirtschaft in die eigene Hand nehmen, um dadurch den Arbeiterklassen zu helfen, und zu verhindern, daß sie von, den Reichen in den Staub getreten würden." . . . „Die Armen sollten keinerlei Steuern zahlen, Land sollte ihnen überwiesen werden. Jedermann sollte sein Auskommen haben, und es sollte keine Armen und keine Ueberreichen mehr geben." Es wurde thatsächlich der Versuch gemacht, diese Ideen zu verwirklichen, aber die Experimente waren von kurzer Dauer und erwiesen sich bald als unausführbar.
■ Aber die Chinesen, die nicht nur Banknoten, sondern selbst die Buchdruckerei und das Schießpulver so lange vor uns erfunden, sind auch sonst wohl Reformen nicht abhold gewesen. Indessen ihre „Neuerungen" gehören „älteren Zeiten" an. Heute gilt es ja geradezu für sündhaft, an den „Wegen der Vorfahren" zu rütteln. Und wenn wir etwas der Art bei dem Chinesen anzuregen suchen, so wird er uns in seiner überlegenen Weise zur Antwort geben: „Aber warum! Warum! Mein Großvater hat es auch nicht gethan, und er war ein allgemein geachteter Mann und erreichte ein hohes Lebensalter."
Wilhi F. Brand.
Zu dem aus dem Praktischen Wegweiser, Würzburg, von uns letzthin übernommenen kurzen Artikel über die
Gefahren des elektrischen Lichtes
wird uns aus Fachkreisen geschrieben:
Gedachte Ausführung ist geeignet, in Laienkreisen Mißverständnisse und unnötige Aengstlichkeit hervorzurufen; es liegt daher im öffentlichen Interesse, das Publikum über das Wesen des Kurzschlusses und die zu seiner Vermeidung erfolgten Schritte aufzuklären. Der Verfasser des angezogenen Artikels scheint es nicht für angezeigt gehalten zu haben, sich über die technischen Einzelheiten einer elektrischen Anlage und die zurzeit in Deutschland bestehenden Sicherheitsvorschriften zu vergewissern, sonst würde er nicht verlangen, was vielfach längst besteht. .
Der elektrische Strom wird dem „Nutzwiderstande" (d. r. der Lampe oder dem Motor- in der Regel durch einen Draht (Hinleitung) zugeführt, und durch einen zweiten (Rückleitung) wieder zurückgeleitet. Beide Drähte sind also durch den Nutzwiderstand, der, wie schon der Name sagt, dem Stromfluß einen Widerstand bietet, wie etwa ein enger Graben einer großen Wassermenge, getrennt, und die Elektrizität kann nur nach Passieren dieses Widerstandes zur Rückleitung gelangen; bietet sich aber durch irgend welche Ursache eine bequemere Verbindung zwischen den beiden Drähten, so wird die Elektrizität dieselbe benutzen und — der Kurzschluß ist fertig. Diese bequemere Verbindung kann entstehen, wenn die beiden Leitungen durch schlechte Installation oder Unvorsichtigkeit metallisch miteinander verbunden werden, oder — falls die Erde als Rückleitung benutzt wird — die Hinleitung mit dieser d. h. benachbarten Telephon-, Telegraphen-Drähten, Wasser- und Gasleitungsrohren in direkte Berührung gerät.
Diese Gefahren sind von der Wissenschaft und Industrie längst erkannt, und werden von ihr nicht mehr gefürchtet; eine sachgemäße Installation ist ein durchaus wirksames Mittel gegen sie. Der Verband deutscher Elektrotechniker, dem die ersten Männer der Wissenschaft und Praxis angehören, hat mustergiltige Sicherheits-Vorschriften erlassen, in denen alle Erfahrungen der Praxis verwertet sind, und die heute von allen wirklichen Elektrotechnikern auf das gewissenhafteste befolgt werden. Hierzu kommt noch, daß bei dem städtischen Elektrizitätswerk in Gießen, sowohl bei der Uebernahme einer Hausanlage, als auch während des Betriebes eine fortgesetzte Kontrolle ausgeübt wird; ferner gelten für das hiesige Werk außer den Verbandsvorschriften noch besondere Vorschriften, die den lokalen Verhältnissen angepaßt sind.
Die freie Konkurrenz hat hier dafür gesorgt, daß diese Vorschriften allgemein befolgt werden, und zwar
wirksamer, als es das Strafgesetzbuch hätte thun können; denn es fehlt dem Staate an geeigneten Aufsichtsbeamten. Die vereinigten Feuerversicherungsgesellschasten sind mit der Industrie Hand in Hand gegangen, und beglücken alle nach Verbandsvorschriften installierten Anlagen mit der niedrigsten Prämie, was wohl zur Genüge beweist, daß zu Befürchtungen kein Anläße vorliegt. Es spricht ferner für die Feuersicherheit elektrischer Lichtanlagen, daß diese in Räumen, wo jede andere Beleuchtungsart verboten ist, z. B. Pulverfabriken, chemischen Fabriken und Bergwerken, sich durchaus bewährt.
Es ist also in Deutschland keinerlei Veranlassung zu den von dem „Praktischen Wegweiser" verlangten Reformen vorhanden, und das Publikum kann sich gewissenhaften Fachleuten ruhig anvertrauen. In 80 von 100 Fällen ist unsachgemäße Installation die Ursache des Kurzschlusses, und wie wir gezeigt haben, kann durch verständige Befolgung der bestehenden Vorschriften diese Gefahr beseitigt werden. Vor böswilliger oder elementarer Zerstörung der Anlage ist man auch bei Gas- oder Petroleumbeleuchtung nicht geschützt — wie häufig sind die Gasausströmungen mit folgender Explosion oder Erstickung, wie häufig die Explosionen von Petroleumlampen, ganz zu schweigen von Acetylen und seinen Verwandten. Dem denkenden Menschen muß es klar werden, daß eine Beleuchtung, die den Gebrauch von Streichhölzern überflüssig macht und überhaupt keine offene Flamme zeigt, bei sachgemäßer Installation einen hohen Sicherheitsgrad besitzt.
Gemernnützige».
Ein neues, sich er wirkend es Mittel gegen die Blutlaus. Die Blutlaus hat den Obstzüchtern im vorigen Jahre wieder einmal gezeigt, in welch unheimlicher Weise sie auftreten kann. In vielen Gegenden war die Not mit den Blutläusen eine so große, daß manche Stadtbehörde und manche Gemeinde in ihrer Körperschaft beraten hat, ob es nicht angezeigt sei, durch Verordnungen jeden Obstzüchter zu zwingen, die Blutlaus zu vertilgen. Mittel gegen die Blutlaus giebt es ziemlich viel, aber dauernden Erfolg haben sie bislang nicht gehabt. Viele sind auch etwas umständlich; so macht das Einreiben der befallenen Stellen mit altem Fett, welches als sicherstes Mittel bisher bekannt war, viel Arbeit, ist auch an Hochstämmen schlecht anwendbar. Ein neues und zwar sicher wirkendes Mittel gegen die Blutlaus ist nun im Petroleum gefunden. Das Petroleum wird mit Wasser innig gemischt zu einer sogenannten Petroleum-Emulsion, und mit diesem Petroleumwasser wird gespritzt. Einige Vorsicht ist allerdings notwendig. Die Mischung darf nicht zu stark sein, sonst tötet sie die jungen Triebe. Man muß auch den richtigen Zeitpunkt zum Bespritzen nehmen, wenn man Gefahren vermeiden will. In Nr. 46 des „Erfurter Führers int Gartenbau" beschreibt ein alter Praktiker seine Not mit den Blutläusen und schildert, wie er allmählich, durch die richtige Anwendung des Petroleums dahin gelangt ist, den Kampf siegreich zu beenden. Da bei der Anwendung von Petroleum, wie schon oben bemerkt, gewisse Vorsicht walten muß, so können wir unseren Lesern nur empfehlen, sich die Nr. 46 vom Geschäftsamt des „Erfurter Führers" kommen zu lassen, die im Interesse des heimischen Obstbaues denen kostenfrei zugeschickt wird, welche die Nummer vom Geschäftsamt des „Erfurter Führers" verlangen.
Telegraph enräts el.
Nachdruck verboten.
Vorstehende Zeichen, Punkte und Striche, entsprechen den einzelnen Buchstaben der nachstehend in anderer Reihenfolge aufgeführten Wörter. Diese Wörter sind so zu ordnen, daß die auf die Punkte fallenden Buchstaben im Zusammenhang ein bekanntes Sprichwort ergeben.
Auguste Däumling Gustav Schwaben Willen Zweifler. Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Buchstabenrätsels in vor. Nr.:
Äsen; Nasen, Hasen, Rasen, Oasen, Vasen, Basen.
Rtbaftiott: E. Burkhardt. — Vrnck und Verlag der Brühl'schen UnidersitätS»Buch» und kteiodrnckcrri (Pietsch Erden) in Meße».


