Ausgabe 
17.1.1901
 
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verkaufen oder uns den reinen Kaffee durch unbekannte Zusätze verfälschen. Uebrigeus wird auch mit den Surro­gaten, welche als solche auf den Markt gelangen, ein großer Unfug getrieben, und F. F. Hanausek, ein hervorragender Fachmann dieses Gebietes, sagt, daß es kaum einen Samen­oder Wurzelrohstoff giebt, der nicht schon als Kafseesurrogat gedient hätte. Man kann fast sagen, daß jede Saison uns neue Kafseesurrogate bringt, wie Dattelkerne, Cichorien und Löwenzahnwurzel, Runkel- und Mohrrüben, Getreidefrüchte, Feigen-, Weintraubenkerne, Eicheln, Spargelsamen, Hage­butten, Erdmandeln, Bucheckern, Schwarzwurzel, Samen der Lupinen und mannigfacher Hülsenfrüchte, sowie hundert andere schöne Dinge, die man nicht alle aufzählen kann. Sie werden nicht nur als Zusatz zum Kaffee, sondern auch als selbständiges Surrogat verkauft. Dann aber giebt es Stoffe, die überhaupt nicht als Kaffee-Ersatz dienen können, die sich aber ebenso bequem dem gemahlenen Kaffee bei­mischen lassen, ohne daß es der Käufer so leicht bemerkt. Solche Stoffe find Rizinusfamen, Baumrinde, aufgebrauchter Kaffeesatz, altes geröstetes Brot, Ziegelsteinpulver, Erde rc.

Zur Feststellung der Verfälschungen sind zunächst sehr genaue mikroskopische Untersuchungen erforderlich, und man wird um so sicherer die Diagnose stellen, wenn man bereits unterrichtet ist, wie die wichtigsten, zur Verfälschung dienen­den Stoffe unter dem Mikroskop aussehen. Man lernt dies, indem man sich derartige Präparate selbst bereitet, dieselben unter dem Mikroskop betrachtet und sie mit dem gefälschten Kaffee, der zu untersuchen ist, vergleicht. Sehr häufig ist die Zusammenstellung des Gemenges ziemlich schwer festzustellen, während allerdings die Gewebe-Elemente des rechten Kaffees, der Weintrquben- und Dattelkerne, ' Cichorien und Feigen so charakteristisch sind, daß sie sich un­schwer erkennen lassen.

Viele Kaffeesurrogate erfreuen sich einer großen Be­liebtheit, und wir wollen auch niemandem ben Genuß derselben schmälern; nur muß eben betont werden, daß sie als wirkliche Ersatzmittel des Kaffees niemals dienen können; denn gerade die am meisten verbreiteten Surro­gate wie Feigen-, Cichorien-, Lupinen-, Gerstenkaffee usw. besitzen überhaupt kein nervenerregendes Prinzip. Wenn Gerste oder Cichorie Kaffee zu ersetzen vermag, so könnte Citronenlimonade auch den Ch amp agn er ersetzen. Nur der mäßige Preis rechtfertigt die weite Verbreitung dieser Surrogate, und der mäßige Preis ist es auch, welcher dazu verleitet, den Kaffee durch Beifügung von Surrogaten zu verfälschen. Als wirkliches Ersatzmittel des Kaffees kann allenfalls der Sakka- oder Sultankafsee gelten, welcher aus den bei der Gewinnung der Kaffeebohnen abfallenden Frucht- Samenhüllen bereitet wird. In der Levante wird em der­artiger Aufguß von den ärmeren Volksklassen in großen Mengen genossen. * '

Es ist unglaublich, welch merkwürdige Produkte als Kaffee in den Handel gebracht werden. In England z. B., wo der Kaffee meist in gebranntem und gemahlenem Zu­stande verkauft wird, steht die Verfälschung in ganz be­sonderer Blüte, sogar Lebern von Ochsen, Kühen und Pferden werden dort für diesen Zweck verwendet. Tie sogenannten Leberröster kaufen diese Lebern auf, um sie zu rösten, zu pulverisieren und an die Kleinhändler zu verkaufen, welche dann das weitere Geschäft besorgen, .

Tie Untersuchung des Kaffees ist Nicht so einfach, und von den zahlreichen Methoden, welche in Vorschlag gebracht werden, sind nur wenige tauglich. Am häufigsten wird aber die Prüfung des Kaffees auf Cichorie notwendig werden. Es ist zu beachten, daß Kaffeepulver auf dem Wasser schwimmt, während Cichorienpulver untersinkt. Darauf gründet Draper seine Untersuchung. Er bringt das Gemisch in eine weite, unten verengte und verschlossene Röhre, welche mit einer Gradein'eilung versehen ist. Etwa vorhandene Cichorie setzt sich in dem engen Teil der Röhre ab, so daß man ihre Menge an der Graduierung ablesen kann.

Rimmington empfiehlt folgendes Verfahren. Man kocht etwas Kaffee langsam eine kurze Zeit in Wasser mit Zusatz von etwas kohlensaurem Natron; dadurch gewinnt man viel Extrakt. Nach dem Setzen des Kaffees wird die Flüssig­

keit abgegossen und der Rückstand mit destilliertem Wasser gewaschen. Nun wird demselben eine schwache Lösung von Chlorkalk zugesetzt, worauf nach zwei bis drei Stunden Ent­färbung eintritt. Ter Kaffee bildet eine schwarze Schicht am Boden des Glases, während sich die Cichorie als Helle, fast weiße Schicht darüber ablagert. Tie so gewonnenen Rück­stände können dann vom Chemiker noch weiter untersucht werden.

Für den Konsumenten ist es jedenfalls immer vorteil­hafter Kaffeebohnen als gemahlenen Kaffee zu kaufen, da die Verfälschung der Bohnen seltener vorkommt und leichter festzustellen ist. Jedenfalls ist es immer thöricht, sich durch den geringen Preis bestechen zu lassen und einen Kaffee zu kaufen, der diesen Namen rechtlich nicht verdient.

Einiges über amerikanischen Obstbau.

Wir sind daran gewöhnt, in den Amerikanern Menschen zu sehen, die alles ins ungeheure treiben. Man wundert sich nichtwehr, auchüber die großartigsten Bauten und Veranstaltungen, wenn sie in Amerika entstanden sind Auch im Obstbau haben die Amerikaner die Höchstleistung er­reicht. Viele in Deutschland verzehrten Aepfel stammen aus Amerika. Es sind dort ungeheure Flächen dem Obstbau ge­widmet. Einer der berühmtesten Obstzüchter Amerikas, den man wohl den Apfelkönig nennen kann, ist F. Wellhausen. Die Eltern desselben stammen aus Hannover, und ließen sich im Anfänge verflossenen Jahrhunderts in der ge- birgischen Grafschaft Summit in Pennsylvanien nieder. Sie erwarben ca. 300 Acres (1 Acre gleich 40,5 Ar) meist Wald­land, und der Heranwachsende F. Wellhausen, der nunmehr nach englischem Schnitt sich Wellhouse nannte, stählte seine Kräfte in der schweren Pionierarbeit. Als er ca. 15 Jahre alt war, starb sein Vater und hinterließ seiner Frau und 6 Kindern eine verschuldete Farm. Der Thatkraft des jungen Wellhouse und seines Bruders gelang es, nicht nur die Farm schuldenfrei zu machen, sondern noch bedeutende Ver­besserungen vorzunehmen. Als 25 jähriger ließ er sich in Christiane County im Staate Illinois als Farmer nieder, wurde 1858 Teilnehmer der landwirtschaftlichen Zeitschrift Indiana Farmer".

1875 ging er mit einem Bankier einen Kontrakt ein, der dahin lautete, daß 437 Acre Landes mit Apfelbäumen bepflanzt werden sollten. Im Laufe dreier Jahre war die ganze Fläche bepflanzt, und 5 Jahre später trat der erste Gewinn ein, der gleichmäßig geteilt wurde. Im Laufe von 18 Jahren betrug der Umsatz 160 000 Dollar, der Rein­gewinn 100 000 Dollar, bei einem Durchschnittsertrag von 12 dreiviertel Dollar vom Acre.

Die gepflanzten Sorten waren Ben Davis, Jonathan, Missouri Peppin, Wine Sap, Maiden Blush, Coopers Early: also nur 6 Sorten auf diesem riesigen Grundstück. Es wurden int Laufe der Jahre von I. Wellhouse und seinem Sohn noch weitere Apfelanlagen gemacht, sodaß jetzt 1637 Acres mit Apfelbäumen bestanden sind.

Wir entnehmen diese Angaben der Nr. 1 Jahrgang 16 des praktischen Ratgebers im Obst- und Gartenbau. Obst baufreunde können die betreffende Nummer vom Geschäfts­amt des praktischen Ratgebers in Frankfurt a. Oder kosten­frei beziehen.

Silbenversteckrätsel.

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Auflösung in nächster Nummer.

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Redaktion: ®. Burkhardt. - Druck und Lerlag der Brühl'fchen UmverytSts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in «teße».