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Bakterien-Licht.
(Nachdruck verboten.)
Hd. Wir wissen, daß es schädliche Mikroben giebt, welche als Krankheitserreger gefürchtet werden, und nützliche, welche sich in der Technik einer hohen Wertschätzung erfreuen. Aber daß die Mikroben künstliches Licht schassen können, etwa wie die Elektrizität oder das Leuchtgas, daran haben wir allen Ernstes noch nicht gedacht.
Indessen es giebt wirklich einen Bazillus, der während seiner Entwickelung ein merkwürdig phosphoreszierendes Licht ausstrahlt, und die Eigenschaft besitzt, bei geeigneter Behandlung ungeheuer zu wachsen und sich zu vermehren.
Man ist gewöhnt, Phosphoreszenz als eine Erscheinung anzusehen, die in der Hauptsache auf das Vorhandensein von Phosphor zurückzuführen ist. Wir wissen jetzt, daß dies ein Irrtum ist; denn Phosphoreszenz kommt in vielen Fällen vor, wo gar kein Phosphor vorhanden ist. Phosphoreszenz ist zweifellos eine Folge von chemischen oder physikalischem Wechsel, aber der Wechsel mag natürlich nicht immer von der Wirkung zahlloser mikroskopischer Organismen yer- rühren. Gewiß ist dies jedoch der Fall bei der phosphoreszierenden Erscheinung des Meeres. Die Phosphoreszenz ist in diesem Falle am besten, wenn die See unruhig ist, und das meiste Licht wird von dem Kamm einer kurzen schnellen Woge oder von dem Schaum bei unruhiger See erzeugt. Das kommt daher, weil die Wirkung der phosphoreszierenden Bakterien oder Photo-Bakterien viel größer ist bei dem Vorhandensein eines Uebermaßes von Sauerstoff. Der Atemwechsel oder die Oxydation der Bakterien ist die Ursache der Phosphoreszenz des Meeres; denn wenn die Mikroorganismen getötet oder der Sauerstoff ausgeschlossen würde, so würde das Licht sofort erlöschen, während das Licht intensiver wird, wenn man noch eine größere Menge verbrennbaren Nahrungsstofses, wie z. B. Zucker, hinzu fügt. Tie Glut gewöhnlichen gelben Phosphors rührt natürlich von direkter Oxydation ohne irgend welche Wirk- tutg von Mikroorganismen her. Der sonderbare grünliche Schein, den man auf alten Schellfischen und anderen See- fischen bemerkt, wird von den merkwürdigen Photo-Bakterien erzeugt, und ist niemals mit dem Vorhandensein von Phosphor verbunden. Die phosphoreszierenden Bakterien lassen sich auf solche Weise züchten, sodaß man ein sehr stark phosphoreszierendes Fluidum erhält. Legt nian z. B. das Fleisch von frischen Schellfischen oder Heringen in eine zwei- bis dreiprozentige Salzlösung und stellt das Ganze an einen Ort, der gleichmäßig niedrige Temperatur hat — ungefähr -1 Grad E. über Null — so findet man, daß nach einigen Tagen nicht nur die Fische, sondern die ganze Flüssigkeit, in die sie eingelegt sind, ein blasses grünliches Licht ausstrahlen, welches viel glänzender wird, wenn man etwas Zucker hinzufügt. Auf diese Weise kann man Reinkulturen züchten, die ein so starkes phosphoreszierendes Licht geben, daß sie bei längerer Exposition mit ihrem eigenen Lichte photographiert werden können. Man kann nicht vorher sagen, ob die Kultur jemals zu einem solchen Grade von Vollkommenheit gedeihen wird, daß man das Gefäß, welches sie enthält, vorteilhaft als Straßenlaterne öber- Tischjlampe oder Lampion gebrauchen kann. Aber die Wirkungen der Bakterien sind vielfach und die Möglichkeiten, ihre Macht nutzbar zu machen, sind sehr mannigfaltig. Ja, es wäre sogar wunderbar, wenn nicht eines Tages ein findiger Kopf darauf verfiele, das Bakterienlicht wirklich nutzbar anzuwenden; denn in Wahrheit liegt gar kein zwingender Grund vor, daß nicht die leuchtenden Bakterien die große Zahl der nützlichen Bakterien in der Technik vermehren sollten.
einen Eisschrank. Ter Amerikaner ist uns darin über. Er besitzt aufs praktischste und sorgfältigste eingerichtete Kühlhäuser, ähnlich denen unserer Schlachthäuser, oder Fischgesellschaften. In diesen riesig großen Kühlhäusern, in welche gleich die Eisenbahnzüge hineinfahren können, lagern die verschiedensten Waren, von allen möglichen Firmen, und es bedarf nur eines Telegramms, so bekommt der Eigentümer sofort seine Ware, fertig verpackt, zugeschickt. Die Waren werden dann in besondere Kühlwaggons verladen und erleiden so bis zu ihrer Ankunft fast keinen Temperaturwechsel. Ein längerer illustrierter Artikel über größere uud kleinere Kühlhauseinrichtungen, von einem Amerikaner selbst geschrieben, befindet sich in der neuesten Nummer des „Praktischen Ratgebers im Obst- und Gartenbau", die vom Geschäftsamt zu Frankfurt a. O. zu erhalten ist. _____________
Vermischtes.
T i e Bedeutung der Maggi-Werke veranschaulicht ein jüngst in hübscher Ausstattung erschienenes Album. Es zeigt in einer Reihe von wohlgelungenen Bildern Fabrikanlagen und Betrieb, landwirtschaftliche Einrichtungen und Bureaus der Maggi-Gesellschaften. Man ist erstaunt über die Ausdehnung der Fabriken, die großen, von einem zahlreichen Beamtenstab belebten Bureau-Räumlichkeiten usw. — Ter Besucher kommt unwillkürlich zu der Ueberzeugung, daß die von einem so großen Unternehmen erzeugten Waren vorzüglich sein müssen, und die zu deren Verbreitung gemachten Anstrengungen volle Anerkennung verdienen.
Mode.
Herrliche Farben, zwischen dem tiefen Korallen- rosa und dem dunklen Weinrvt spielend, .aber in allen Tönen einen Stich ins. Gelbe zeigend, stehen auf der Modefarbenkarte au erster Stelle und werden sich neben Schwarz-Weiß voraussichtlich auch behaupten. Die „Wiener Mode" behandelt im neuesten (14.) Hefte vom 15. April die. Wahl der Farben, neue L>chnittformen, Toiletten, Blusen, hübschen Aufputz, fesche Hutfacons, schneidige Sport- kostüme re. Die gebotene Auswahl jeder Gattung wird die alten Freunde des Blattes entzücken und ihm neue Freunde gewinnen. Die hübschen Handarbeitsmuster können hier nicht einzeln angeführt werden, ihre Fülle flößt uns Achtung ein. Der litterarisch-unterhaltende Teil dieses beliebten Modejournals wetteifert mit den größten Familienblättern des In- und Auslandes. Die gegebenen Schnittmuster und der bequeme, billige Bezug von abgepaßten Schnitten für Abonnenten erleichtern die Anfertigung der Kleider jeder des Nähens kundigen Dame. — Man abonniert bei allen Buchhandlungen, außerhalb Oesterreichs bei jeder Postanstalt, sowie direkt beim.Verlag der „Wiener Mode" in Wien IV für 2.50 Mk. vierteljährlich.
Diamanträtsel.
Nachdruck verboten.
In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben: B, C, EEEEEEEE, FFF, G, HHHH, III, LL, 31, N,RRRRR, SSS, TT, UUITU, WW derart einzutragen, daß die mittelste wagerechte Reihe gleichlautend mit der senkrechten ist und die wagerechten Reihen (ohnediebeidenSpitzen) Wörter von folgender Bedeutungbilden : l.Wild; 2. Körperteil; 3. Kleidungsstück;
4. Sicherheitseinrichtung;
5. Haustier; 6. deutscher Dichter; 7. Vogel.
Nummer.
Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer:
Barbarei.
GemsinnNtziges.
Kühlhäuser. Ter Landwirt, der Obstbauer, der Gärtner, alle drei sind darauf angewiesen, für wenig haltbare Produkte, Milch, Butter, Eier, Obst, Trauben, Beerenfrüchte, geeignete kühle Aufbewahrungsräumlichkeiten zu be- schaffeu, um sich vor Verlusten zu schützen. Gewöhnlich werden hierzu Keller benutzt, nur selten verfügt man über
Redalkis«: 9. Vurihsrdt. — Äraö und Scrlag btt Brü^l'schtn UsistrßtÄS-dsch- und MeindruSerti (Pietsch Erben) m Siet«.
Auflösung in nächster


