Ausgabe 
16.4.1901
 
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keinen

sein wo'

ver-

vorteilungen ausgesetzt, die reinen Kinder, mit erner großen Summe in der Hand. Da haben Sie ein herrliches Feld zur Thätigkeit. Uebrigens brauche ich Ihnen ja das alles gar nicht mehr zu sagen. Wie mir Herr Polentz berrchtet hat,- leisten Sie bereits Ersprießliches in dieser Richtung. Ja, offen gesagt, Ihnen gegenüber ich bin fest ent­schlossen, bei dßr Frage der Ringbahn, welche ja sehr

auf Sie." ,

Johannes vergaß jede Verbeugung, und blrckte starr dem Grafen nach, welcher sich zur Gesellschaft zuruck-

8 Also darum hatte er ihn geholt, der schlaue Fuchs darum diese Komödie mit der Bauerntracht.!

Er, die Seele des Geschäfts, die Stütze seines Standes! Der verlotterte Johannes, der auf den Bierbänken seine Sprüche machte, der, ohne daß man ihn darum fragte, das falsche Spiel mitmachen, mußte, den braven Mann zum

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ausgedacht, wenn er durch fernen Wald sein sollte und könnte, und der Gras horte zu, und nickte nur ost ernst mit dem Kopfe.

Plötzlich intonierte das Orchester euren Marsch.

Johannes erwachte wie aus einem Traume.

Aber was red' i denn da, Exzellenz. I brn ja kern Bauer mehr. Wia nur grad so ein hoh'r Herr so an müaß'gen Schwätzer anhör'n mag, der sein Grund und Bod'n verlass'n, und in der Stadt faulenzt"

Allerdings, da gebe ich'Ihnen recht, Sre hatten bleiben fallen, was Sie waren", entgegnete der Graf Gerade um solche Leute, wie Sie, rst es schade. Wav aber Ihre weitere Bemerkung betrifft - Sre arberten ja

1 Seeferwtt. die »em« »ei Tische M. empfing

b auf öen Grafen. I die beiden mit lautem Zurufe. Das Gebühren des

"Ta können Sie ja segensreich wirken für Ihren I Ministers hatte allgemeines Aufsehen erregt. Große, b ' Stand"^ fuhr dieser fortWarnen, Helsen, raten! Tie reitete sich offenbar mit den beiden Männern vor, welche Leute sind ja gewöhnlich allen erdenklichen lieber- | dre Sonne seiner Gnade beschrün.

Wo ist denn der Vater Ihres Schwiegersohnes, der Bauer vom Wald?" fragte jetzt der Minister.

Polentz stand der Schwertz auf der Strrne. . Er war verloren, wenn Johannes ihm einen Strerch sprelte. So unglaublich es war, der Graf hatte ftd) den Bauern tn den Kopf gesetzt. .

In dem Augenblick ging erne Bewegung durch d ^Mend H landwirtschaftlichen Interessen unserer Um- Raum. Polentz hatte ausjauchzen mögen. Da ftai ' I nb berü£)rt qatt, insbesondere darauf Rücksicht zu und nehmen Wiegen Jie

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ragte. Ihm zur Seite die Bäuerin in schwarzer Serbe, mit roten Blumen darein gewirkt. Um den Halv dre srlberne Kette aus feinstem Silberfiligran mit seurrgerr Rubrnen besetzt, das schwere Haar von einer Art Krone gehalten, welche das Hinterhaupt schmückte. '

Das Maskeradenhafte des ganzen Auftrrtts, vor dem sich Johannes mit Recht so gescheut, kam rm ersten Augen­blicke gar nicht zur Empfindung, so ernhertlrch wrrkte Tracht und Wesen. ,r

Graf Waradin war sichtlich! angenehm überrascht.

Er ging sofortauf Johannes zu rerchte rhm dre Hand, besten^halten.^ ^ilen, ihm alles

und lrest srch ferne Frau vorstellen. bec.ann er I gestehen, da kam ihm plötzlich ein anderer Gedanke.

Es freut nrrch sehr, Sre hrer zu ) , fönen I Wenn er diese Lüge zur Wahrheit machte, wenn er

zu Johannes. ,Jck> habe schon gehört vw ^hrem schonen I ^,enn^e g toa§ ihn der Graf hielt, der

Wald, den leider dre bösen Nonnen verzehrt haben. , | feiner Landsleute' Wenn er diesem Polentz besser

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als'ob Sie sich rasch ber uns emgewohnen konnten, Sre ^hatte^der Graf^ gesagt. ^hlte etwas von

Johannes wurde es herfb ' c. und weckte I der alten Kraft zurückkehren. Es war rhm, als ob er plötztrch

den wenrgen Worten sem ganzesInnere um^uno w sem em Grund und Boden stände, von dem es wunder-

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trOt5Z Lw Xn^t Zr^anb nnh stot erte einige werde bereits anderwärts erwartet, und müsse leider fort.

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wo fick nack veraeblich wiedsrholten I es die sichere Beute wittert, zuglerch aber etwas wie U U -">wl-e»'d°" 8*** teil- * eil,c «*. «*«*

das gerade Wesen, das sichtlich!Brav haben Sie Ihre Sache gemacht. Famos! Der warme ^Interesse an allem, was den Bauernstand betraf, I Graf schwört auf Sie. Aber jetzt kommen Sre mrr ii^s ?afch zutraulich, und plötzlich war es ihm, als versänke mehr aus dem Hause, dre Seele des Geschäfts mrrssrn Sre L 0ÄbTmTÄ Zhannes, der schon eine zornige Ertvidernng auf

und rings rauschte der Wald zu ihm herauf, wogten die I den Lippen hatte über das freche Spiel, das man tm Selber 8und er sprach von des Bauern Leid und Freud, | ihm getrreben, sah srch entwaffnet. Seme! Srnne " n/fem was ibn bedrückt von allem, was er sich oft I wrrrten srch. Nre wrrd er dresen Brann verstehen, altem, was ihn bedruckt, ging, iie es sich unter seinen Händen in alles Erdenkliche verwandelt

und der Graf hörte rhm schweigendJawohl, schauen Sre nur so erstaunt. Dre seele - ' - ' 1 des Geschäftes! Sre müssen es machen von nun an,

Generalagent von Polentz & Altinger! Sollen sich« auch nicht schlecht dabei stehen, der Polentz ist kein Knauser. Aber jetzt kommen Sie! Die Freude hat mir Hunger gemacht. Die ganze Bande da draußen stecken wir em, wenn wir zusammenhalten. Alles in Ehren, Johanne., alles in Ehren! Kennen mich ja am besten."

Johannes wirbelte der Kopf. Er fühlte, daß dreser Marrn an seiner Seite ganz anders dachte, als er Maa), daß er ein falsches Spiel mit ihm spielte; aber er suhlte sich schwach wie ein Kind ihm gegenüber, willenlos tun