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fetzte itnä bock tnir Wegen FörMevels Mitangeklagte MarstenK Tie Figur paßt so! zieinlich, zwar etwas kleinert Md« weniger korpulent als ich. Aber immerhin wäre in der Dunkelheit eine Verwechslung mit mir, zumal sich! der Mann -zu seinem! verruchten /Zwecke auch! noey einen blonden Voll- bart zugelegt hat, gar nicht f» unwahrscheinlich. Um nun -noch aus den von meiner Frack als nicht vorhanden bezeichneten 'Jagdrock zurückzukommen, so weiß ich jetzt be- Mmmt, daß! dieser am Tage vor dem Attentat Noch Vor-!. .Händen war. Ich hatte ihn zufällig statt eines.' änderen ^ergriffen unds ihnchabei einer Prüfung unterzogen.- Tann /hatte ich den Kock in den -Schränk zurückgehängt und' zwar ßgleich vorn än die Hakenreihe, so daß ich! ihn gleich ' zur 'Hand hatte; denn ich hatte mir vorgeuoinmen, ihn einem älten, armen Holzfäller zu schenken, der in den nächsten Tagen kommen würde, seinen WiochenlohN zu holen; daher isi es erklärlich, daß gerade dieser Rock jemanden, der daraus /ausging, sich/zu dem gedächten Zwecke eines meiner Klei- hnngssiückö zu bemächtigen, sofort in die Hände fiel."
„Sie hatten' die .Gewohnheit, Ihren Garderobeschrank Nicht zu .verschließen, Herr ForstNieister?"
„Nein, ich habe ehrliche Leute im Hause, und! der Schrank mußte ihnen' zur Reinigung der Garderobe zugänglich sein."
„llnd wie. erklären. Sie sich den Vollzug der beiden Diebstähle?" >'' ‘ ■■ 1 r ■ • 1
„Ich kann nur anttehmen, daß diese durch .Einsteigen in Has nicht allzu hoch gelegene Parterrefenster' erfolgten,"
„Erinnern Sie sich vielleicht, daß äbends die Fenster ZN diesen Zimmern vffenstaNden?"
„Sog'ar mit voller Bestimmtheit, sie bleiben stets bis. spät abends offen. Außerdem habe ich/ wachsame Hunde, lern Fremder würde kaum unbehelligt das Haus betreten können. Schon allein aus diesem Grund ist änzunehmen, daß jene Person, welche den Diebstahl .Vollführt hat/auch Meinen Hunden kein Fremder war,"
„Und IHV früherer Forsthütex wär den Hunden begannt ?"•
„Ich er hatte vor ferner Versetzung, wie das ja' sein Dienst mit sich brachte, häufig mein Haus betreten und sich bä'mals sehr gut mit den Hunden gestellt; ich! hielt ihn für einen großen Tierfreund.. Wer", setzte nun Werner wieder mutlos hinzu, >,wie wällen Sie den Menschen üb'er- führen, der scheinbar alles so gut vorbereitet hat, um die Spur seiner Thätigkeit zu verwischen, das alles sind doch Nur Vermutungen, die vorläufig'nur wir zwei teilen, so viel Wahrscheinlichkeit in meinen Augeck diese Vermutungen auch haben. Etwas anders dürfte die Angelegenheit sich stellen, wenn nachgewiesen werden könnte, daß Scharz an jenem Tage hier am Platze gewesen ist," " V
»Tas zu erforschens Herr Forstmeister, soll meine nächste Aufgabe sein; noch heute abend wird ein Telegramm an /einen mir bekannten Privatdetektiv in B; . abgehen,
das diesen unverzüglich'hierherruft; ich werde ihm dann die erforderlichen Mitteilungen machen /- und ist irgend /etwas auszuspähen — er bringt es fertig. Gedulden Sie sich /also und verzweifeln Sie nicht, wenn sich die Sache etwas in die Länge ziehen sollte, es heißt mit Vorsicht zuwege gehen, aber verlassen Sie sich darauf, es geschieht währenddem alles, um den schmählichen Verdacht von Ihnen zu Nehmen^/ v ' ;
. (Fortsetzung folgt.j/ -
Bob und Dolly.
' , Eine Manövergeschichte von Alwin Römer'.- '
(Nachdruck verboten.)
„Es dauert Nbchj eine Viertelstunde, Heinrich!" sagte Leutnant Arno von Eschenbvrn, der soeben eine Unterredung Mit dem Bahnhof-Inspektor gehabt hatte. „Zugverspätung! Wre gewöhnlich! Ich glaube. Du gehst nun mit dem Kroppzeug heim. ist hier so windig, und sie find die Luft noch zu wenig gewöhnt! Bob, jaule nicht, Lummes Vieh! Na, und dann sag' Deinem Vater nochmals, daß er die Alte ordentlich pflegt, damit sie uns nicht eingeht, nicht wahr? .Es grebt 'auch ein Extratrinkgeld, wenn ich wiederkomme!
Dolly'! Komm, .gieß' Pfötchen! Fix, fix! Was, Du willst beißen? Pfui, schäme Dich kleines Scheusal! 8 Wien, Hemrichw- -
Wdjech, Herr Leutnants äniivortete prompt der halb- wuchsige Bursche, dessen Vater die Pflege der Hundefamilie des Leutnants übernommen hatte,- so lange dieser, im.
Manöver wär/ -,-,Und ich will schon/ MeK richtig besorgest. W können Sie ruhig drüber sein!" ' - ■
„Bin ich auch!" erklärte Eschenborn Und sah dem am, ziehenden .Heinrich, der Bob und Dow mit ein paar geschickten Griffen, chnf .seiM..Urme genommeck hatje^ beinahe zärt-i sich nach, i' ' / ' , j!/ / //- / ■' ; /
Er wär ein Hundenarr, wre andere Pscrdenärren waren. Und er konnte nicht einmal etwas dafür. Es' war erbliche Belastung, wie die Narrheit so oft. Seine Mutter hatte eine ganze Sammlung, natürlich nur reine Rassen, wie die liebe Hundenarrheit das einmal zum ersten Gesetz gemacht hat! Ihre schönste Foxterrier-Hündin aber hatte sie dem Sohne geschenkt, als er sie,Weihnachten überrascht hatte. Sie war ein Prachtexemplar/schön weiß 'und braun gefleckt, wie eilte halbreife, wilde Kastanie, und tadellos ihr nächst geraten wären Bob und Dolly, ihre munteren Sp'rößlinge. Enthusiastisch hatte er seinerzeit das wichtige Ereignis der Mutter gemeldet, und noch vor dem Aufbruch zum Manöver war er mit dem drolligen Kleeblatt in ein photographisches Atelier gepilgert, um zum bevorstehenden Geburtstag der „lieben/Alten daheim" ein getreues Konterfei von sich und „seiner Familie"- absenden zu können.- ■ ./<
„Seine Familie!" hatte der lange Hägenfeld sie .ge- taust, als' er sich einmal hinterlistig in den Stall eingeschlichen hätte und dort Heimlich Zeuge von der zärtlichen Sorgfalt geworden wär, mit der Eschenborn die Mutter und ihr kleines Volk pflegte. Und „seine Familie" wär seitdem im Kasino Und dessen Anhang in jenen Wortschatz aufge- NomMen worden, aus dem man die allerliebsten, kleinen Neckereien schöpfen kann, die ein Uneingeweihter niemals merkt, die. er im Gegenteil arglos für bare Münze nimmt und gelegentlich ernsthaft .und ahnungslos, einem Trieb der Höflichkeit oder gär der Teilnahme folgend', dem er-, staunten Opferlamm gegenüber felbst anwendet, was' natürlich den anderen ein unglaubliches Vergnügen bereitet.
„Seine Familie", hätte damals nicht recht still gehalten. Bob hatte nach einem wütenden Angriff anf das hölzerne Bein des Apparat-Stativs einen Flankenausfall auf die Unaussprechlichen des Photographen gemacht und nachher, als die Geschichte endlich so weit wär, durch Knurren und Schwanzwedeln den künstlerischen Wert der Aufnahme sehr in Frage gestellt. Im zweiten Manöver-Quartier war auch schon eine Karte vom Photographen eingetroffen, nach der eine neue Sitzung unbedingt erforderlich sei. Und so hatte denn Leutnant von Eschenbvrn, zu jedem Opfer für „feine Familie" bereit, den ersten Ruhetag benutzt und war in die Garnison gefahren, obwohl sie nicht gerade in der Nähe von Hem hlten Nest gelegen hatte.
Wie Eschenbvrn jetzt den Blick von Bob und Dollh wandte, gewahrte er zu seinem Entsetzen die drei Töchter des Rentiers Mühlenbrecher, reiche, aber süßlich kokette Geschöpfe, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht hatten, harmlosen kleinen Leutnants eine gleißende Fessel von dottergelbem Dukatengold um den vierten Finger der linken und möglichst bald darnach der rechten Hand zu legen.
„Rette sich, wer kann!" flüsterte er und schob sich eiligst in den Warterackm, den schlechten Kognak, der dort zu haben wär, immer noch als eine Wohlthat betrachtend, wenn er sich durch diesen „Genuß" um die Mühlenbrechers drücken konnte.- r
Und richtig, es gelang' ihm, ihnen zu entwischen. Wie der Zug endlich einfuhr, steuerte er zielbewußt auf ein Koupee zweiter Güte los, öffnete, ohne sich lange nach einem Schaffner umzusehen, und verschwand im Handumdrehen. von der bunten Bildfläche, des! Sedenheimer Bahnhofs.-
„Bitte iäusend Mal Um Entschuldigung!" -stotterte er zunächst mit einer höflichen Verbeugung nach der jungen, anmutigen Däme hin, der er bei seiner eiligen „Verpack-. Ung" beschämenderweise jackf den Fuß getreten hatte.
>,O, bitte", entgegnete diese mit jenem leisen Lächeln deck Verzeihung, das einen so sympathisch/ berührt, Wenn man eine Dummheit begangen hat Und .auf irgend eine Spitzfindigkeit gefaßt ist-
„Nettes Mädel!" dächte daraufhin Eschenborn. „Und was sie für hübsche Zähne hat!"
Natürlich wurde sie rot,- als er sie musterte. Das äber war ihm wieder fatal. Und da er zugleich mit dem schönen Gefühl gesättigter .Schadenfreude tot die Mühlei« brechers denken mußte, so. wandte er sich 'aus Fenster, um


