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Hacksta!" sagte er bestürzt, das junge' Mädchen' Um­fassend und es so empörziehend.Ich werde alles', hören Sie, alles aufbieten, die Wahrheit an das Licht zu bringen, bannt beruhigen Sie sich, ich bitte Sie herzlich darum. Tassen und schonen Sie ficfy", setzte er leise in beschwörendem Tone hinzu,reihen Sie sich nicht auf durch nutzlose Angst, Hoffen Sie, um meinetwillen, Hanna!" *' *

IN tiefer Bewegung verlieh Held die beeiden Frauen, Es war ihm lieb, durch eine Fußwanderung sein seelisches Gleichgewicht einigermaßen wieder herzustellen, bevor er iWerner selbst gegenübertrat. Wie hatte ihn der Schmerz -des jungen ,Mädchens ergriffen. Er hätte sie in seine Arme , 'pressen, sie an seinem Herzen ihren Kummer ausweinen lassen mögen, als den ihr zugehörigen Platz> den ihre beider­seitige Liebe ihr gab,. ' ...... '

* Held, der als Untersuchungsrichter jederzeit Zutritt zu !bem Gefangenen hatte, nahnr sich nicht einmal Zeit, zuvor -in seine Wohnung zu gehen; er schlug, in der Stadt ange­nommen, sofort den Weg nach dem Gerichtsgebäude ein, 'in welchem Werner Aufnahme gefunden hatte. v

Wie aber war Held erschüttert, als er dem' Forstmeister 'gegenüberstand. Was war während einer kurzen Nacht und Den vorhergehenden bösen Tagen aus dem bis dahin so strammen, reckenhaften Männe geworden? Seine Gestalt gebeugt, als brückten ihn schwere Lasten nieder. Sein schönes, volles, blondes Haar zeigte an den Schläfen helle Stellen, und sein Gesichtsausdruck war müde und schlaff, wie der eines schwer' Kranken. Held trat mit einigen hastigen Schritten auf ihn zu und faßte die bewegungslos herab- hängenbe Rechte des Unglücklichen. -

Fassen Sie Mut, lieber Freund", redete er ihn an, iveitn ich nicht irre, beginnt es zu tagen," 7 - z.-

Ter Forstmeister hob' müde den Blick zu ihm 'empor'. 'Wer Mochte es ihm verdenken, wenn er den Glauben an eine glückliche Wendung verloren hätte, wo alle Umstände zu­sammentrafen, ihn immer tiefer zu verstricken. Wie hatte er nun schon darüber nachgesonnen, Tag unds Nacht. Er hätte sein Hirn 'angestrengt, bis es brannte und die Gedanken sich ihm zu verwirren änfingen. Umsonst, er fand keinen lichten Punkts der ihn aus diesem Dunkel hinausführte, sah keinen Ausweg aus dem Labyrinth, in das ihn eine -un­glückliche .Verkettung von Umständen geführt. NMn hob' er für einen Augenblick die müden Lider von den brennenden Augen, die keine Ruhe int Schlafe finden konnten, dann fielen sie wieder schwer herab'. Es war die äußerste Mut­losigkeit, die über ihn gekommen; in diesem Augenblick er­schien es ihm auch' fast gleichgiltig, auf was sich! die neue Hoffnung Helds gründete, sie würde ja doch' zu nichts' führen,

Held ständ fast ratlos diesem Urbild des Jammers gegen­über. konnte das Unglück einen Menschen zusammen­drücken. Endlich aber raffte er sich! auf, er hielt es für seine unabweisbare Pflicht, Werner aus dieser starren Gleich^ giltigkeit aufzurütteln. Aber er mußte vorsichtig mit dem Unglücklichen umgehen; wie man ein zerbrochienes Gesäß sanfter anfaßt als ein unversehrtes, so hieß es auch hier, den vollständig gebrochenen Mann mit zarter Hand ergreifen, daß er sich wieder zusammensinde,

Lieber' Freund", sägte er nun Mik möglichst 'ruhiger Und eindringlicher Stimme,nehmen Sie sich einmal recht 'zusammen, um mir einige Fragen, die ich an Sie zu stellen habe, ohne sich von Ihren trüben Gedanken allzusehr be- cherrschen zu lassen, beantworten zu können."

Werner sah ihn nun doch mit einem neugierigen Blick an, »Fragen Sie", bat er/

TVon jener Flinte, die bei dem Attentäk äuf den Stääts- "änwält benutzt ist, haben Sie mir bereits gesägt, daß Sie dieselbe bisher noch nicht vermißt hatten, der Zeitpunkt, 'wann Ihnen dieselbe entwendet wurde, sich also nicht fest- ! stellen läßt. Nun hat heute Ihre Frau Gemahlin auf meine 'Veranlassung Ihre Garderobe einer Durchsicht unterworfen und dabei die Entdeckung gemacht, daß einer Ihrer kurzen 'Jagdröcke fehlt, und zwar einer, der von Ihnen schön seit ! längerer Zeit nicht mehr ch'enutzt ist. Nun wollte ich Sie fragen, haben Sie denselben fortgegeben, öder wissen Sie nnir sonst über den Verbleib desselben etwas zn fagen?"-

Das schien Werner nun wieder eine Enttäuschung, Was chatte dieser Rock mit dem Uebersall auf Mohrmaun zu thun? i Wollte man damit neue Verdachtsgründe gegen ihn hervör- ! suchen? Der tim gespannt beobachtende Held, bekam nichts,

als eist fast unwilliges Kopfschütieln. -Ich weiß nichts davon", fügte Werner alsdann noch hinzu.

-Besinnen Sie sich, Herr Forstmeister. Wie ich Ihnen? bereits sagte, scheint mir, als wenn sich an das Verschwindeck tzes/Rockes .eine Spur zur Auffindung des. Thäters. knüpfte,^

Nun kam etwas Leben in die Gesichtszüge Werners.- Sie glauben?"- fragte er, und seine Augen sprühten auf.*

»Ich hoffe", antwortete Held>doch! urteilen Sie selbst.. Sie erinnern sich, daß ich Ihnen ausgab', darüber nachzu- denken ob Ihnen nicht eine Persönlichkeit bekannt ist, die in} Körpergröße und- Haltung einige Aehnlichkeit mit Ihnen hat/ die bei der damals herrschenden Dunkelheit wohl eine Ver- wechsluug mit Ihnen gestattete. Ich -nehme, ast, Rock nnds Flinte sind mit Vorbedacht Ihnen zu dem Zweck gestohlen/ um Sie jenes Ueb'erfalls. verdächtig zu machest. Ich kaust mich ja irren, aber immerhin, für mich hat diese Ansicht! sehr viel Wahrscheinlichkeit, Doch hören und urteilen Sie, dann selbst. Also irgend eine uns stoch unbekannte Persönlich­keit nehmen wir einen Wildfrevler 'an. Karsten wärst wohl davon auszuschließens denn einmal hat er sein Alibi, zur Zeit, der That nnzweiselhäst bewiesen, und zweitens! ist seine Figur nicht leicht mit der Ihrigen zu verwechseln.-, Also jener uns noch Unbekannte will sich', an Ihnen und vielleicht auch an Mohrmann rächen. Was paßt ihm dck besser, als daß er den -ersteren niederschießt und Sie in deck' Verdacht der Thäterschast bringt? Sie beide sind für längere} Zeit unschädlich gemacht und haben, nach, feilt er Ansicht, eine} empfindliche Züchtigung erlitten, die Sie für die Zukunft' vielleicht nachsichtiger sein' läßt. So denkt jener und hast danach feinen Plan ausgeführt. Um nun aber auch sicher deck Verdacht auf Sie zu lenken, dazu gebrauchte jener Ihren! Rock und} Ihre Flinte. Denn wäre es ihm nur barunt zck thun gewesen, seine eigene Person gegen Verdacht zu sichern-} so brauchte er sich ja nur sonst unkenntlich zu machen, oder MöhrmastN aus irgend einem Versteck heräus niederzu-i Sjen. Aber nein, er erweckt erst dessen Aufmerksamkeit

fein lautes, rasches Hinterihmhereilen, so daß sich! Mohrmann nach ihm umwenden muß!, und in dem Glauben/ Sie seien} es, Herr Forstmeister, stehen bleibt, um Sie zus erwarten und dann als Antwort auf.seine Frage:Sie/ Herr Forstmeister?" den Schuß empfängt., Aber jener Urrst bekannte mutz gut Bescheid gewußt haben in Ihrem Hause,-' daß 'er alle Umstände auszunutzen verstanden hat; mir will scheinen, als wäre jener Rothaarige der That nicht allzu- fern; wüßtest Sie niemand mit dieser Persönlichkeit in Beck ziehung zu bringen?"

Werner schüttelte den Kopf.Sie gehen Wohl zU weit,- Herr Amtsrichter, Die Räche gegen mich wäre mir nicht sol unglaublich' Zr aber zugleich auch gegen den Staatsanwalt? Das scheint mir doch ein wenig zweifelhaft."

Nicht so gaNz, ivie Ihnen scheint, Herr Forstmeister/ Wenn ich mich nur des ersten Tages meiner hiesigen Atntss thätigkeit erinnere, wo Sie beide gegen Karsten und deck Forstläufer Schwarz die Anklage wegen Wildsrevel aufrecht zu erhalten bestrebt wären. Glauben Sie, daß das bei benj- beiden nicht böses Blut gesetzt hat? Nun will ich! zwar nicht behaupten, daß einer von diesen beiden die That ausgeführt hat, obgleich auch! das noch nicht ausgeschlossen ist, ctlleutl könnte nicht eine ähnliche Veranlassung auch bet einem, andern vorliegen, öder ein dritter im Auftrage jener Seibert! die Ausführung übernommen haben?"

»Herr Gott!" ries Werner fast laut,daß ich bar an Noch, gär nicht gedacht habe! Aber ich war so niedergedrückt vöck dem ans mir ruhenden Verdacht und dem häßlichen Geklatsch/ das sich zugleich in meine intimsten Familienangelegenheiteck drängte, daß mir die Schärfe logischen Denkens fast gänzlich- verloren gegangen istch

Nun hören Sie Seifer. Ich Nehme art', daß die Persock/ welche die 'That vollführt hat, so ziemlich einer Größe mch Ihnen war. Mein Verdacht lenkt sich dabei auf den Bes gleiter Karstens an jenem!Tage. Und ich glaube ferner nta)fi zu irren, wenn ich in bient Verbrecher auch zugleich bett!, Urheber und Verbreiter jener böswilligen Gerüchte verck mute, die nur zu dem Zwecke in Umlauf gesetzt wurden, um die .That als einen Ausfluß der Eifersucht von Ihrer Seite; hinstellen zu können."

DerForstMetster wär in Völler Erregung äufgesprung'en/ Helds beide Hände ergreifend, rief er fast laut:Sie habeck­recht, tausendmal recht, so ist es und nicht anders! O, nut® wird mir alles klarst Und wissen Sie, wer jener Rothaarigs, ist? M ist Schwarz, der ans meinen Antrag! von, W W