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habe, ehe Hanna ans meinem Lebenswege auftauchte ob ich sie heute liebe ich weiß es nicht zu sagen. Ich weiß nur, daß ich wie in einem Traume oder wie in einem Rausche gewesen sein muß während dieser ganzen Zeit. Ich lag anbetend vor einem Götterbild, das bis auf die äußere Hülle nichts war als ein Geschöpf meiner Phan­tasie. Und als mir In einer schweren Stunde die Augen ausgingen, da war mir's, als verlöre ich mit einemmale allen Boden unter den Füßen. Ich wurde irre an mir selbst und an der ganzen Welt. Ich zweifelte an allem, was mir bis dahin teuer uud heilig und verehrungswürdig gewesen war ich sah vor mir wie um mich her nur trost­lose Finsternis und gähnende Leere. Wäre es mir nicht io jämmerlich feige vorgekommen bei Gott, es hätte mich wenig Kampf gekostet, dem Ganzen mit meinem Armee­revolver ein rasches Ende zu machen."

(Fortsetzung folgt.)

Ein schönes Stückchen Erde.

(Nachdruck verboten.) (Schluß.)

Ein angenehmer Ausflug ist auch der nach Frauen- alb. Auf einer breiten Terrasse steht die ausgedehnte Ruine des Klosters und der Kirche mit ihren zwei Türmen, der Ueberrest des 1803 eingezogenen adeligen Benediktiner- innen-Stiftes. Seitwärts sieht man das noch gut erhaltene Abteigebäude, im Hintergründe ein sehr ansehnliches, lieb­lich gelegenes Sommerhaus, bergabwärts, der Straße zu, das hübsch eingerichtete HotelKlosterhof", das eine hübsche Terrasse und schöne, schattige Gartenplätze besitzt, zur Seite eine Mühle und ein Sägewerk, alles einst zum Kloster gehörig. Ter Weg dorthin, sowohl über Knllmühle durch den Wald, wie über die sehr gut erhaltene Landstraße ist schön und lohnend; besonders von letzterer hat man einen wundervollen Blick auf die schöne Klosterruine. Auch von der Rothenfoler Steige sieht man in malerischer Weise tief unten die Ruine Frauenalbs liegen.

O Lust, vom Berg zu schauen Weit über Wald und Strom, Hoch über sich den klaren Tiefblauen Himmelsdom!"

Ein sehr lohnender Ausflug ist auch der nach dem 500 Meter hoch gelegenen Ort Bernbach; ein schöner Weg geht über den Falkenstein. Bernbach ist ein hübsches, wohl­habendes Dorf, das ein stattliches Schulhaus besitzt, dessen sich keine Stadt zu schämen brauchte. Den Rückweg kann man über die Fahrstraße nehmen, der bedeutend kürzer ist; man findet eine Menge Waldblumen, Erika und üppiges Farnkraut und wunderschöne, seltene Baumgruppen. Un­vergleichlich schön ist auch der Predigerweg mit vielen Sitzplätzen und einem Ausblick auf herrliche, faftige Wiesen und den geschäftig dahineilenden Gaisbach.. Von hier gelangt man in das liebliche Gaisthäl, wo man Er­frischungen sindet. Zurück führt ein guter Waldweg, von wo ein Weg zur Aschenhütte abzweigt, von der man einen sehr lieblichen Blick in das .romantische Ellbogenthal hat. Man mag kommen, von welcher Richtung man will, immer liegt Herrenalb unbeschreiblich schön und lieblich einem vor Augen. Immer im Hintergrund ein dunkler Höhenzug, lieblich gebettet, teils an schützend ansteigende Höhen ge­schmiegt, die Häuser, der Kirchturm und die schmucken Villen. Aussichtspunkte, deren Schönheit überwältigend ist, find unter andern ganz besonders die Teufelsmühle und der Bernstein. Der Weg zu letzterem ist wunderschön und mühelos, der Blick von oben unbeschreiblich, weit hinaus ins Land bis zu den Vogesen.

Aber auch in Herrenalbs schöner Umgebung, im Wald und auf den Bergen, treibt ein loser Schelm, Gott Amor, fein Wesen, der mit Pfeil und Bogen überall auf Beute lauert und sich ins Fäustchen lacht, wenn es ihm gelungen ist, zwei Herzen zu vereinen, und was sich in solch' para­diesischer Umgebung findet, das ist durch einen ganz be­sonderen Zauber verbunden.

Wir saßen auf des Berges Gipfel, Weit um uns her die tiefste Ruh, Nur leise rauschten grüne Wipfel Uns ihre frommen Grüße zu.

Uns war's, als wären Gram und Sorgen

Für alle Zeiten abgethan.

Als bräch' ein etogcr Sabbathmorgen

Für uns're Liebe leuchtend an-"

Manch einer, der groß Leid erfahren, und es zu ver­winden suchte, hat sich in Herrenalbs schöner Umgebung, in seiner Ruhe und seinem Gottesfrieden wieder gefunden, sich wieder Mut und Lust znm Leben und Schaffen geholt; denn nichts wirkt tröstender und beruhigender auf ein wundes Gemüt, als die hehre Gottesnatur, wie sie hier ist.

9(0(1) viele herrliche Wege, unzählige entzückende Plätzchen giebt es, die man nicht alle einzeln aufzählen kann. Was nun aber die materielle Seite anbetrifft, so ist die Verpflegung in Herrenalb überall eine vorzügliche. Tie Gäste richten sich dort verschieden ein; entweder sie nehmen Wohnung in den Pensionen der Hotels und sind in allen sehr gut versorgt, oder in Privathäusern, die in einem Prospekt, der von der Badeverwaltung verschickt wird, aufgeführt sind. Aerzte und Apotheke sind im Ort. Tie Bevölkerung befleißigt sich eines höflichen, zuvorkommen­den Benehmens. Angenehm berührt es, daß jedes Kind, auch das kleinste, das kaum sprechen kann, jedem ihm be­gegnenden FremdenGrüß Gott" zuruft. Nie kommt es vor, daß jemand von Bettlern belästigt wird. Allenthalben macht sich die Umsicht und unermüdliche Sorge der Bade­verwaltung geltend. Aber auch die Forstverwaltung hat große Verdienste um den Ort, da sie es sich zur Pflicht macht, die Rücksicht aus das Schöne nach Möglichkeit mit der ihr zunächst liegenden Rücksicht auf das Nutzbringende zu verbinden. So manch schönen Punkt, manch, angenehmen Weg hat der Naturfreund ihr zu danken. Ein Künstler findet reiche Ausbeute für sein Skizzenbuch, aber auch ein Altertumsforscher kann seiner Neigung nachgehen in der alten Cisterzienser-Niederlassnng.

Wo die Schrift von Grabesplatten In den Trümmern der Abtei, Ueberwölbt vom Nußbaumschatten, Mahnt an Zeiten, die vorbei. Gerat.

Ta gilt's, Steine der alten Klostermauer zu unter- suchen, die Kirche und ihre merkwürdige Vorhalle,das Paradies" zu studieren, die alten Grabsteine zu durch­forschen, am Grabmal des Markgrafen Bernhard von Baden im Chor der Kirche sich zu erbauen. Vor kundigem Forscher­blick wird sich geistig die ganze Anlage des verschwun­denen Klosters neu aufbauen. Wenn man die Kirche durch die westliche Thür verläßt, kommt man in das Paradies. Tie alte Kirche reichte bis hierher, und das Mittelschiff öffnet sich mit dem Hauptportal in diese Vorhalle, während die Thüren der beiden Seitenschiffe ins Freie führen. Ter NameParadies" für solche Vorhallen soll daher rühren, daß sich hier gewöhnlich eine bildliche Dar­stellung des Paradieses und des ersten Sündenfalls be­funden hat, vornehmlich für die Büßenden berechnet, welche auf diesen Vorraum der Kirche verwiesen waren. Tie hier anfgestellten Grabsteine aus grauer Vorzeit tragen die Namen aller Siebte, znm Teil dem Adel, zum Teil dem bürgerlichen Stande angehörend. Tie halbkreis­förmige Steinplatte, die den Thorbogen oben ausfüllt, trägt drei schöne Inschriften in maurischem Stil. Die Ober­schwelle zeigt die Inschrift: Ad portam vitae, fratres, prope- raitter adite, Qui sunt condigni, nunc, intrent corde benigui. Tas heißt etwa: Brüder, eilt zu diesem Orte; denn hier ist die Lebenspforte. Seid ihr von den Sünden rein, tretet fröhlich flugs herein!

Heinrich Vierordt singt vom Paradies:

Immer lenk' ich gern die Schritte, Von der Bergwandswand'ruug matt, Zu des Schwarzwaldthales Mitte, Zn der stillen Trümmerstatt.

Reste siud's vom alten Kloster:

Runde Bogen, hoch Portal;

An den Wänden grünbemooster Grabsteinplatten reiche Zahl. Siebte, tote Ordensbrüder, Krummstabtragend, im Talar, Schauen gar befremdet nieder Zur modernen Kurgastschar. :