Ausgabe 
15.1.1901
 
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Fig- 1.

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nötige Kolorit. Besonders schön nehmen sich diese letzteren aus, wenn der Stoss des Kleides nicht einfach weiß, sondern weißgrundig mit Streifen- oder Blümchenmustern versehen ist, deren Tönung dann durch die Schleifen- und Schärpengarnitur verstärkt wird. Aehn- liche Wirkungen werden bei Kleidern von ganz weißem Batist durch farbige Unter­kleider erzielt.

Wichtig bei derartigen Waschkleidern ist die Form, welche mit Rücksicht-aus die häufige Reinigung möglichst einfach gewählt werden muß, und haben sich bis jetzt die verschiedenen Variationen der sogenannten Hänger" bestens bewährt. Je nach dem Alter der Mädchen hält man sie länger oder kürzer, läßt sie frei herabsallen oder hält sie in der Taille durch eine Schärpe, giebt ihnckü einen kurzen Koller oder ein bis unter die Arme reichendes Leibchen,

Msde.

Sich elegant kleiden mit wenig Mitteln - wer das will, beziehe das reichhaltige Moden-Album und Schnitimufierbuch der Inter­nationalen Schnittmanufaktur, Dresden; Preis 50 Pf. Es enthält wirk­lich reizende und für jeden Geldbeutel erreichbare Neuheiten; denn die Schnitte aller Kostüme zum bequemen Selbstschneidern sind um billigen Preis erhältlich. Die Firma wurde im Jahre 1900 dreimal mit goldenen Medaillen ausgezeichnet und jedermann, der diese praktischen Hilfsmittel für Schneiderei benutzt, urteilt über dieselben auf das Günstigste.

Redaktion: T. Burkhardt. Druck und Verlag der Brühl'schen Umverfitäts-Buch. und Strindruckerei (Pietsch Erben) in «ieß«.

was alles auch mit durch den persönlichen Geschmack bestimmt wird. Die Aermel hält man immer am besten in der bekannten bauschigen Form, welche am Handgelenk durch ein zierliches Bündchen anschließend gemacht wird. Eine charakteristische Vorlage für ein derartiges Kleid bietet Figur 2.

Wir geben gern zu, daß diese vom Ausland zu uns gekommene Kindcrmode, so empfehlenswert sie auch ist, noch nicht allgemein Eingang gefunden hat, und für diejenigen Kreise, die mehr an der herkömm­lichen Form Gefallen finden, sind unsere nachfolgenden Vorschläge be­stimmt. Als praktischstes Material sind in diesem Sinne dunkle Woll­stoffe _ in erster Linie Tuch zu empfehlen, und für elegante Zwecke be­hält wie bisher Sammet seine volle Geltung, nur daß man nicht mehr die üblichen dunkelblauen und roten Farben als die allein gültigen ansieht. Vielmehr sind moosgrün, türkisblau und biberbraun moderne Farben, wozu als Garnitur weiße Suhraseide, Goldborten und kräftige Point- lace-Spitzen, letztere hauptsächlich in Form von breiten Kragen, Verwendung finden. Eine besonders einfache und hübsche Form

Elegante Kindermode».

Bearbeitet und mit Abbildungen versehen von der Internationalen Schnittmanufaktur Dresden.

Reichhaltiges Modenalbum und Schnittmusterbuch ä 50Pfg. daselbst erhältlich.

Wenn auch der gestrenge Herr Winter bis vor kurzem ein auffallend mildes Regiment führte, so zeigt er jetzt sein ureignes Wesen, so daß die Jugend sich der so willkommenen Vergnügungen aus der Schlittenbahn und auf dem Eise freuen darf. All' die Herrlichkeiten, die der Weihnachts­mann den lieben Kleinen für diese Bedürf­nisse geboten hatte, kommen zur Geltung. Hatte doch die Mode so viele schöne Sachen für diese Zwecke bereit ge­halten, wie rote, electricblaue und weiße Mäntelchen mit weißem oder biberbraunem Pelz verziert für kleine Mädchen, mit dazu passenden Tuchkäppchen mit gleichem Pelz umrahmt. Ferner ganze Jäckchen aus Pelz für größere Mädchen, mit breitrandigen Pelz­hüten und natürlich Boas, Muffe in man­nigfacher Auswahl. Ebenso hatte die Mode für Knaben mit Pelzpaletots, Pelzmützen 2c. reichlich vorgesorgt und auch eine zeit­gemäße Modeneuheit fehlte nicht, nämlich ein Anzug, in Schnitt und Farbe ber, Uniform unserer Chinakrieger nachgeahmt rote Fig. 1. Aber selbst wenn die liebe Jugend infolge ungünstigen Wetters hauptsächlich auf das Haus angewiesen bleibt, fehlt es auch da an Kurzweil nicht: den Kindergesellsch asten und Thö dansants, die neuerdings mit

Recht immer mehr an Beliebtheit gewinnen, weil sie den Kindern spielend die heutzutage nun einmal ganz unentbehrliche gesellschaft­liche Routine beibringen, kommen immer mehr in Aufnahme. Mit ihnen gewinnt die gesellschaftliche Toilette der Kinder mehr als früher an Bedeutung; denn es ist eine bekannte Thatsache, daß die Art unserer Kleidung unser Empfinden und Benehmen stark beeinflußt, und man wird gut thun, dieses Moment auch bei den Kindern zu berück­sichtigen. Denn ebenso wie für das Tum­meln im Freien bequeme durable Kleidung, welche die bewegliche Jugendlust in keiner Weise beeinflußt, am Platze ist, ebenso gehört sür die vorerwähnten gesellschaft­lichen Zwecke ein anmutiger und sorglicher Anzug, welcher das Selbstgefühl hebt. Trotzdem möchten wir unsere liebevollen Mütter vor allzuzarten und empfindlichen Kleidern für ihre kleinen Mädchen warnen, worin die Mode allerdings eine verführer­ische Auswahl bietet, wie die zartfarbigen Sammetkleider, ebenso die nicht selten ge­sehenen Hellen Seiden- und weißen Woll­kleider darthun. Denn derartige Stoffe lassen sich zu schwer reinigen, sodaß eine zufällig umgeworfene Tasse Cacao, ein Kuchenfleck oder dergleichen zu einem schlimmen Aergernis werden. Wieviel praktischer und dabei ebenso elegant sind dagegen die hellfarbigen oder weißen Kleider aus Batist, indischem Mull oder der jetzt so beliebten Waschseide. Die geringe Mühe einer sorgfältigen Wäsche macht sie auch nach reichlichstem Gebrauch immer wieder wie neu, und die Eleganz der Aus­stattung läßt sich in der vielseitigsten Weise wechseln. Vor allen Dingen sind Spitzen­durchbrüche, reichlich angewendet, hier am Platze, denn trotz ihres zarten Aussehens verursachen sie bei der Wäsche keine besondere Muhe. Dazu paffende Spitzen an den Kanten der Volants, als Umrandung des Hals-, Aermel- und Rock-Randes ergänzen diese Durchbrüche aufs beste und buntfarbige Schleifen und Schärpen geben der kmdlichen Lotlette das

sür Sammet- oder Tuchkleider zeigt Figur 8.

Zum Schluß mögen nun auch noch einige Ratschläge für die Kleidung der kleinen Kavaliere bei gesellschaftlichen Veranlassungen folgen. Die Formen werden naturgemäß hauptsächlich durch das Alter bestimmt, und ist der Matrosenanzug in seinen verschiedenen Variationen sür kleine Knaben die verbrei- teste Form. Besonders beliebt ist die lange unten weite dunkelblaue Hose, welche durch eine weiße Bluse mit hellblauem M'atrosen- kragen ergänzt wird. Dieser letztere ist meist zum Abknöpfen eingerichtet und kann aus Wachsstoff oder auch aus Seide ge­wählt werden, wenngleich Seide uns für Knaben weniger passend erscheint. Die Kleidung sür ältere Knaben lehnt sich schon zum großen Teil an die Vorbilder der Herrenmods an. So ist das Bei der Herren­welt für kleine gesellschaftliche Zwecke be­liebte Smoking auch sür Knaben die mode- e

gerechte Form, welches genau wie bei Herren durch weißes Wäsche"und kleinen weißen Shlips ergänzt wird. Daß für dieses Smoking eine mit Seide gedeckte Shawlform und an Stelle der bisher üblichen abgerundflen Vorderteile die gerade Kante nach neuester Mvdevorschrift bevorzugt wird, mag mit Hinweis auf Figur 4 nicht unerwähnt bleiben.

Logogriph.

Mich trieb ein froher Wandersinn Wohl kreuz und quer durch's Land. Da hab' ich sie zuerst geseh'n, Als auf dem n sie stand.

Gleich hab' im tiefsten. Herzen ich Der Liebe Macht gespürt.

Ich fand mein Glück, als ich die Maid Hab' zu dem r geführt.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Wortsviel-Rätsels in vor. Nr.:

Nabel, Ostern, Tasche;

Leier, EtiaS, Harm, Reiter, Trost; Rast, Ehering, Traum, Ebern, Neid. Not lehrt beten.