Ausgabe 
14.4.1901
 
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Bilderrätsel.

(Nachbildung verboten).

arme. ,, ,

Tag um Tag vergeht, und Melitta blüht toteber auf. Die Kurgäste erkennen das blasse, melancholische Antlitz der interessanten Fremden kaum wieder, da es sich roftg gefärbt hat und so hinreißend zu lächeln versteht. Melitta fürchtet nun die Ankunft des Professors, nach defsen Namen sie nicht einmal gefragt, der ihr Kleinod ihr für immer entführen wird. Noch eine Woch?, und dann ist sie wieder

GeMeinnütziger.

Ist es ratsam, der Sparsamkeit halber die Lampe tiefer zu schrauben? Antwort: Nein, und zwar aus folgenden Gründen: Vor allem ist das Sparen an Petroleum ganz unbedeutend, ja man darf sagen, gleich Null. In zweiter Linie verbrennt das Petroleum nicht voll­ständig, und die Gase erfüllen das Zimmer nut schlechtem Geruch, der der Gesundheit nichts weniger als zuträglich ist. Tie Luft ist nach kurzer Zeit geradezu verpestet und ist für die Lunge von größtem Nachteil. Es ist also das Niederschrauben der Lampe nicht, wie man häufig annimmt, der Sparsamkeit förderlich, und man thut gut, tm allge­meinen Interesse des Wohlbefindens, dies möglichst zu ver­

laß mich allein!"

Als er ihrem Willen gehorcht, bricht sie zusammen, und ein Schluchzen erschüttert ihren Körper.

Sie hört es nicht, daß sich nach einer Weile leise die Thüre wieder öffnet. Plötzlich umschlingen zarte Kinderarme wie eine süße Fessel ihren Nacken, und eine liebe Stimme flüstert:Komm mit uns, sei Herberts Mutter!'

Wie traut sie das Wort berührt!

Kannst Du dieser Bitte widerstehen, Melitta? Wir beide'brauchen Dich zu unserem Glück!" Eberhards Stimme bebt Da überfliegt ein Leuchten ihr Gesicht, weit hinter sie tritt alles, was sie einst beseligt, dann mit Schmerzen beklagt, sie sieht in eine glückliche Zukunft in der Mitte der beiden geliebten Menschen und reicht Eberhard beide Hände.

(Auflösung in nächster Rümmer.)

Auflösung des Ergänzungsrätsels in voriger Nummer: Wenn die Stimme des Geistes spricht, Horch' und folg' ihr freudigen Mutes;

Nur mit der Stimme des brausenden Blutes, Mit der thvrichten Schwester verwechsle sie nicht. Geisel.

meiden.

Wie viel Futter soll man dem Geflügel verab­reichen? Es ist sehr schwierig, die Menge Futters genau zu bezeichnen, die man täglich dem Geflügel verabreichen soll. Dies hängt vom Alter, von der Rasse, von der Jahres­zeit und von dem Standort ab; mit allen diesen Ur­sachen muß beim Füttern gerechnet werden. Am besten und

schönen Dame und schmiegt seine rosige Kinderwange an ISv nimm mich denn der Künftlertraum ist aus- ibr blasses Gesicht Sie plaudert und spielt mit ihm, der I geträumt, ich will leben für Dich als Dein glückliches Weib, Anblick des Flügels berührt sie nicht schmerzlich wie sonst, I für Deinen Knaben, als Ware es der meine!" da« Buch schiebt sie achtlos bei Seite, die Beschäftigung mit dem Knaben ist ja so viel süßer, trostvoller. Sie treffen sich von nun an täglich, der Kleine ist mit seiner alten Pflegerin allein in Pizza, da der Herr Professor, Wie diese erzählt, eine Studienreise nach Sicilien unter­nommen und sie erst nach einigen Wochen abholen wird.

Und Deine Mama begleitet ihn?" fragt Melitta ihren Liebling.Nein, Mama ist ein Engel im Himmel droben! flüstert Herbert und schmiegt sich in die zärtlichen Frauen­

einsam !

Doch schon am nächsten Tage hört sie im Vorgärtchen unter ihrem Fenster eine sonore männliche Stimme der süßen kindlichen Herberts antworten Ern faher Schreck durchfährt sie, ihr Herz pocht, unwillkürlich ist sie aufge- ,UUÖ

svrunqen und sieht nun im weißen Gewände, einen goldenen I sichersten geht man, wenn man dem Geflügel die Nahrung Reifen im Haar mit dem erblaßten Gesicht einer Iphigenie I einteilt. Die Hauptsache dabei aber ist, daß die gleich Der Mann im Thürrahmen stutzt, diese königliche I Nahrung nicht verdorben werden darf. Um dies zu ver- Gestalt ist ihm fremd, aber das braungoldene Gelock, die I ^ten, wendet man Tröglein an, die von dew Hühnern herrlichen Augen I nicht umgeworfen werden können und dre oben derart mit

Melitta'" stammelt er und zieht ihre Hand an ferne I Drahtbogen versehen sind, daß die Tiere fich leicyr iyre Livven Dir Ihnen danke ich die Rettung meines I Nahrung herausholen, aber nicht hineinstehen und dieselbe Ludest"' I herausscharren können. Bleibt dann einmal was übrig.

Ein holdes Lächeln umfliegt ihren Mund.Ich ahnte I so kann Ls nicht verloren gehen und wird spater achgezechrt. nickt daß es Dein ist, Eberhard, doch mir selbst be- I Bei der Geflügelzucht muß das Prinzip gelten. ,,^e besser reitete ich das größte Glück. Ich war so einsam, so un- I die Tiere genährt sind, desto mehr Ertrotz geben sie. glücklich, mein einziger Trost dies Buch" I Zur Vertilgung der Kellerasseln. Die Afseln

Seine Augen strahlen.Daß mein Erstlingswerk Dich ge- I neumen oft in den Kellern derart zu, daß sie einemwiderlich tröstet, macht es mir erst wert." . I und lästig werden. Man kann sich auf folgende Werse, die

Du bist der Autor. O, wie reich bist Du tm Besitz I in Frankreich häufig angewendet wird, davon befreien. Deines unzerstörbaren Talentes und Deines Sohnes!" I verschafft sich 400 Gramm Häutefett, (das man beim

Er nickt ernst.Doch nur aus Leiden erwuchs wir der I Reinigen der Häute erhält) und kocht es. Sobald es aus Besitz. Jahre trug ich meinen Schmerz um Dich, dann I bag geiier kommt, sprudelt es heftig; es ist daher gut, ward eine entfernte Verwandte, die mich liebte, mem Weib. I ein Gefäß, das ca. 5 Liter hält, zu benutzen. Sobald das Herberts Geburt kostete ihr das Leben. Der doppelte Gram I gett recut flüssig ist, gießt man 400 Gramm dickes Fischol rnachte mich zum Dichter." I dazu und später nach und nach 1 Kilogramm Kolophonium.

Bewundernd schaut Melitta in fern durchgeistigtes Ge- I Sobald die Mischung gut gekocht ist, laßt man sie abkuhlen. sicht Wie sehr hat er sich verändert, ist er gereift, und I folgenden Tag schneidet man sich schmale Riemen von dieses Mannes Liebe galt ihr einst nichts. I starkem Papier, beschmiert sie mit obigem Lenn und legt

Der Professor dehnt seinen Aufenthalt in Nizza aus, I rie in bie von Asseln am meisten heimgesuchten Ecken und täglich sucht er Melitta auf. Sie haben sich soviel zu I unb Winkel. Die Asseln bleiben daran mit ihren Füßchen sagen und auch im Schweigen verstehen sie sich. Doch I Rängen und gehen zu Grund. Den Leim hebt man tn endlich muß Eberhard heim. Blaß und erregt tritt er vor I einer Blechbüchse für späteren Gebrauch auf.

die immer noch Geliebte. IPraktischer Wegweiser", Wurzburg.

Ich habe heute dieselbe Bille an Dich tote vor zehn

Jahren. Melitta, werde mein!"

Du bist großmütig, doch nre konnte ich mein verwüstetes Leben an das Deine ketten, - selbst wenn ich Dich liebte!" Das Wort sagt mir, daß Du es thust!" rref er jubelnd. Melitta, hast Du mich lieb?"

Sie nickt unter Thränen, aber doch bittet sie:Geh,

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