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hervor, so überaus romantisch, daß sie, die Schweizer Berge vergessen läßt. Außerordentlich gut gepflegte Spazierwege, welche aus viele Kilometer mit bequemen Ruhebänken versehen sind, durchziehen nach allen Richtungen hin die Waldungen. Biele Wochen hindurch, kann man täglich andere Wege einschlagen, ans denen man stets zu neuen herrlichen Punkten gelangt. Tie mannigfache Naturschönheit Herrenalbs ist so außergewöhnlich, daß selbst der berühmte Reisende Fürst Pückler-Muskau sich zu dem Ausspruch veranlaßt fühlte, „er habe selten einen Fleck Erde gesehen, wo auf einem verhältnismäßig so engen Raume so viel Schönheit zusammengedrängt sei." Ueberall, wo man auch weilt, erquickt sich das Auge an saftigen Wiesen, an dunklem Wald, an einem lieblichen Thal, einem silbernen Bächlein; jedes Bild, das sich dem Auge bietet, ist überraschend schön. Ein besonoers liebliches Bild bietet sich einem an dem geschäftigen Treiben während der Heuernte. Die Luft ist vorzüglich, an Sauerstoff und Ozon reich und zugleich von würzigem, balsamischen Geruch. Von vorzüglicher Güte und Reinheit sind bie zahlreichen, dem Granit entspringenden Quellen, die, in zierliche, ost romantische Brunnen gefaßt, in den Wäldern dem durstigen Wanderer Labung spenden.
Karl G e r v k singt von Herrenalb:
„Ja, wer will sie alle nennen, Deine Berge, Deine Höh'n, Wer die Pfade alle kennen. Jeder neu und jeder schön!
Herrlich ist's am Rhein zu reifen, Bingen, Koblenz allenthalb;
Höchlich ist die Schweiz zu preisen: Meine Schweiz hecht „Herrenalb". Will mir nochmals Gott bescheren Wanderlust und Reifeglück, Immer möcht ich wiederkehren, Holdes Thal zu Dir zurück!"
„In remedium animarum" — zur Heilung und Wiedergenesung der Seelen — so heißt es in den alten Urkunden, mit denen der Grundstein zum Kloster Herrenalb gelegt wurde. Etwas Prophetisches liegt in dieser Bestimmung. Zu einem wahren Heilmittel der Seelen hat sich dieser gesegnete Ort gestaltet, wo Seele, Geist und Körper in vollstem Sinne des Wortes Aufsrifchnng erfahren können. Schon mancher hat sich neuen Lebensodem und neuen Lebensmut in dem herrlichen Herrenalb geholt. Wem immer die Industrie mit dem Qualm ihrer Schornsteine die Luft verdirbt, wer int Gewerks- und Handelsgetriebe, oder durch Amt und Studium feine Nerven überreizt und angegriffen fühlt, der komme nach Herrenalb, dort findet er, was am erstell not thut, reine Luft, reines Wasser, Waldesduft und vor allem himmlische, köstliche Ruhe und ein Fleckchen Erde, das gewiß schon manchen, der es betreten, an das Paradies gemahnt. Auf wundervoll gehaltenem Weg gelangt man zum Falkenstein, mit entzückendem Blick in das liebliche Gaisthal, das, eine Art Schweizer Landschaft, eingebettet Zwischen tiefdunklen Wäldern liegt. Tie Aussicht vom Falkenstein bietet einen herrlichen Rund- , blick. Eine prächtige Kunststratze führt nach Tobel, einem ’ freundlich gelegenen Dorf, auch. Luftkurort, 700 Meter über Meeresspiegel. Von da gelangt man in einer guten halben Stunde hinab zur Eyachmühle. „Dort hat die Wirtin gut Bier und Wein, und auch ein schönes Töchterlein", das in anmutiger, freundlicher Weise die Gäste bedient. Gute Fußgänger gelangen von hier in eindreiviertel Stunden nach Wildbad. Eine liebliche Idylle ist auf dem Wege zur Klause die kleine Albsägemühle; stundenlang kann man gegenüber bei einem romantischen Brünnlein sitzen und das liebliche Bild betrachten. Horch, da rauscht es wieder!
„Was sag' ich denn vom Rauschen?
Das kann kein Rauschen sein, Es tanzen wohl die Weit Tort drunten ihren Reih'n. Ich weiß nicht, wie mir wurde, Noch wer den Rat mir gab. Ich mußte gleich hinunter Mit meinem Wanderstab.
Hinunter und immer weiter Und immer den Wellen nach, Und immer schneller rauschte Und immer stärker der Bach."
Unwillkürlich treibt es einen, dem Rauschen nachzu- gehen; man ahnt die Reize des Thales, die hinter den wechselweise sich vorschiebenden Bergen versteckt sind. So gelangen wir bis zur „Klause", immer hat uns ein Durchblick von der Sonne vergoldete, saftige Wiesen und ein silbern glitzerndes Bächlein gezeigt. Hter in der „Klause" ist so recht ein Ort, wie für einen Nixentanz geschaffen. Ueber große Steinquadern fließt hier die Alb, em entzückendes Plätzchen; überall sind die herrlichsten Moose, tiefgrün bis beinahe weiß, grau und bräunlich, prächtige Farren, dazwischen auch zuweilen Erika, Glockenblumen, überhaupt eine reiche Waldflora. Etwas oberhalb der Klause tritt man aus dem Wald; da sieht man die gastliche, freundliche Plotzsägemühle liegen, dort findet sich Milch, Honig, Butter und selbstgebackenes Brot in vorzüglicher Güte für den erquickungsbedürftigen Spaziergänger.
(Schluß folgt.)
GsMrittNiLtzLgsr.
In diesen Tagen wird in Halle die diesjährige Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschastsgesellschaft abgehalten. Da erinnert der praktische Ratgeber im Obst- und Gartenbau die Besucher dieser Ausstellung, die sich für Obstbau - interessieren, daran, daß nur dreiviertel Stunden vom Bahnhof Halle, in Diemitz, der großartige Mutter- und Musterobstgarten liegt, den die Provinz Sachsen zur Hebung ihres Obstbaues im Jahre 1890 angelegt hat, und der jedem Besucher geöffnet ist. Zugleich bringt der praktische Ratgeber eine eingehende, reich illustrierte Beschreibung der Tiemitzer Anlage, die einmal den Besuchern als Führer dienen, dann aber auch im allgemeinen einen Begriff geben soll, von dieser besten Muster-Obstanlage, die wir in Deutschland haben. Die Anlage steht seit ihrer Entstehung unter der Leitung des Garteninspektors Müller, als Müller- Diemitz vielen Obstfreunden bekannt. Sie umfaßt 30 preußische Morgen, die, in 19 Felder geteilt, alle Arten des Obstbaues vom feinsten Spalier bis zum feldmäßig gebauten Hochstamm umfassen. — Auch werden alle Sorten Obst gebaut. Tie Erfolge, die Herr Müller-Diemitz gehabt hat, sind stannenswert: mit offenem Auge bereist er die Provinz, und wo immer er Erfolge mit einer Obstart ooer Obst- forte sieht, prüft er sorgfältig ihren Nutzen für die Allgemeinheit. Wir sehen da z. B. nach an Ort und Stelle aufqenommenen Photographien, Spaliere und fruchtbehangene Zweige vom Weißen Winter-Calvill, tote ste reicher Paris oder Meran nicht hervorbringen können. Allen Besuchern der Hallenser Ausstellung sei der Besuch der Tiemitzer Anlage warm empsohlen — zum Vorstudium empfiehlt es sich, die Nummern des praktischen Ratgebers kommen zu lassen, die gern vom Geschäftsamt in Frankfurt a. Oder kostenlos verschickt wird.
Will man Linoleum glänzend e r h a l t e n, so bediene man sich folgender einfacher Mittel: Eine Äb- waschung mit gleichen Mengen Milch und Wasser sollte regelmäßig alle 2—3 Wochen stpttfinden; nach! Verlaus von 3—4 Monaten, also jährlich etwa 3 Mal hat em Abreiben mit einer schwachen Lösung von Bienenwachs tn Terpentin-Spiritus zu erfolgen; hier und da wird auch Leinöl verwendet. Tie Läufer bleiben immer rem uno glänzend, d. h. sie sehen sauber und wie neu aus.
Geheimschrift.
Nachdruck verboten. Zwflstdrrknntnsrststfwltzt Brdmttmflssttrstndnhhrrglnz.
Vorstehende Buchstabenreihen sind in Gruppen zu zerlegen, die sich durch Einfügung passender Vokale zu sinngemäßen Wörtern bilden.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung hee Gieichklangs in vor. Nr.:
Laden.
Redaktion: E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.


