Donnerstag den 13. Juni.
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„Das wäre einfach, genug. Sw haben sur^hre Ver- gleichsvorschläge von meinem Bruder eme Bedenkzeit von vierundzwanzig Stunden erbeten und es toirb nM auf fallen, wenn Sie verlangen, daß dieselbe noch um emen oder zwei Tage verlängert werde, innerhalb dws Z wird das Dokument, das Ihren Gegnern Macht ub_ giebt, verschwinden. Sobald Sie dessen gewiß smd id)i werde nicht säumen, Sie zu benachrichtig en — bEa Sie, daß Ihnen aus diesem und jenem Grunde lebh s e
Die Bestimmtheit und der zuversichtliche Klang Worte hatten etwas unwiderstehlich kleb erzeugendes, dein er sie droben auf dem Gletscher so standhaft und heiler gesehen in körperlichen Schmerzen, dw sw zuweilen einer Ohnmacht nahe brachten, hatte er eme außerordentlich, hohe Meinung bmi der Stärke ihres Charakters und der Festigkeit ihres Willens. Daß es ihr weder an^Mutnoch an Energie gebrach, einen einmal gefaßten Plan bis zu Ende durchzuführen, schien ihm außer allem Zweifel. Und wenn es wirklich, eine Möglichkeit gab, dw fast schon verloren geglaubten Millionen zu retten, ohne daß er sich, und seinen guten Namen damit einer Aesahr. preisgab, warum hätte er dann zaudern ,ollen, sich dieser^Möglichkeit zu bedienen? Aber es galt, vorsichtig zu sein, und zunächst die volle Ueberzeugung zu gewinnen, daß sw ihn nicht in irgend einer ihm noch verborgenen Absicht hinter- SUtS>ergieb", sagte er, sich! mit verwegener Sicherheit jener vertraulichen Anrede bedienend, dw sich, damalsam der abenteuerlichen Situation wie etwas beinah s 1, verständliches ergeben hatte, „aber id} weiß mich i Deinen kühnen Plan zu finden. Mir ist, als mutzten seiner Aus ührbarkeit tausend Bedenken entgegenstehen. Wre um nur eines davon zu erwähnen, -.tote # mwh. Deiner Meinung nach verhalten, um jeden Verdacht, daß ich an der Beseitigung des Briefes beteiligt sei, von mir
ir suchen schon in tausend Gründen Von unserm Schicksal das Warum, Nur da nicht, wo es am nächsten zu finden — In eig'ner Schuld — da sind wir stumm.
Kotzebue.
(Nachdruck verboten.) Die Göttin des Glücks.
Roman von Reinhold Ortmann.
(Fortsetzung.)
Zweifel an der Echtheit des Briefes gekommen seren, und daß Sie deshalb den Erben Dietrichs von Restorp anhemi- qeben müßten, die Berechtigung ihrer Ansprüche auf dem Prozehwege zu erweisen, sofern sie es nicht etwa vorzogen, sich mit einer angemessenen Abfindungssumme zufrieden lu geben. Bieten Sie jedem der beiden Beteiligten hunderttausend Mark, und ich bürge Ihnen dafür, daß man diesen Vorschlag, trenn auch! vielleicht nach einigem scheinbaren Sträuben annehmen wird. Ist aber der Vergleich, einmal geschlossen, und halten Sie den VerzM Ihrer Gegner auf alle weiteren Ansprüche in den Händen, so brauchen Sw keinen neuen Besitztitel mehr zu fürchten, der aus Dietrichs von Restorps Nachlaß etwa noch zu Tage gefordert weroen könnte."
Mit wachsendem Erstaunen hatte Hubert Wedekmg ihre Auseinandersetzung angehört. Die Aussicht, die ihre klare und sachlich nüchterne Darlegung ihm eröffnete, war so verlockend, und die Gefahr, der er sich dabei aussetzte, schien ihm so gering, daß er sich nicht einen Augenblick mehr bedachte, die unerwartete Hilfe anzunehmen. Ungestüm schlang er seinen Arm um Hanna und zog die nur schwach Widerstrebende an seine Brust. j
„Mein kluges, tapferes Mädchen!" flüsterte er. ,,^a, Du meine geliebte Alpenfee, ja, so mag es sein.
Sie duldete seine Umarmung, aber sw bog den Kops zurück, um zu verhindern, daß er sie küßte.
„Und an dem Tage, da der Vergleich unterzeichnet
An jenem Tage bist Du meine süße, an gebetete Brant. Nein, nicht erst dann — Du bist es schon heute, Hanna, bist es Mion in diesem Augenblick. Nur vor der Welt noch, müssen wir unser Glück verborgen halten, damit keine giftige Zunge Dich zu verdächtigen wage."
„Und was Tu auch, von mir hören magst — was auch immer man Dir erzähle — nichts davon wird ~ir Anlaß ober Vorwand für einen Woribruch seinA .
Er lächelte wie über die thörichten Besorgnisse eines
„Und wenn man Dir die schwärzesten Verbrechen an- dichtete, mein Lieb, meinen Glauben an Dich, und meine Liebe zu Dir wird man damit nicht erschüttern.
„Schwöre, daß Du mich' zu Deinem Weibe machen tvirft Sbnbcrt
,'c^). schwöre es. Nur eine höhere Gelvalt könnte mich, daran hindern." „ t
„Nein - keine Einschränkung!" rief sie und eine heiße Leidenschaft flammte in ihren schönen Augen auf. „Nichts soll Dich! daran hindern als der Tod."
„Gewiß — so war es ja auch, gemeint. Nichts soll uns trennen her &ob.z/ *
Hanna atmete tief auf. Dann ließ sie wie ermattet


