Ausgabe 
13.4.1901
 
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die Suppe mit ein Achtel Liter Sahne oder Milch und einem Gelbei, fügt nach Geschmack etwas Citronensaft bei und richtet sie über in Scheiben geschnittene hartgekochte Eier an, auch kann man Würstchen als wohlschmeckende Einlage ver­wenden. . , ,

Schon lange liefern unsere Gemüsetrerbereren heimischen Salat und Radieschen, die Käuferinnen klagen zwar über hohe Preise, aber sie kaufen doch, etwas Neues vom Jahre übt ja immer seinen Reiz aus. Ebenso liefern die Treibereien schon gut entwickelte Kohlrabi, bereit erste hohe Preise voraussichtlich bald sinken werden. Blumenkohl ist in schönen Köpfen in billigem Angebot in Florentiner, nea­politanischer und seiner französischer Ware vorhanden; seine Zubereitung als Salat, Saucen- und Suppenbeigabe, sowie als Genküse ist bekannt, aber auch die Blätter geben ein angenehmes, im Geschmack dem Weißkraut sehr ähnliches Gemüse, das besonders fein und wohlschmeckend ist, wenn man demselben einige Röschen des Blumenkohls beifügt. Tie frischen Blätter, auch die Strünke geschält, werden in Wasser ganz weich gekocht und auf ein Haarsieb zum Ab­tropfen geschüttet. Gut abgelaufen, aber nicht ausgedrückt, wird alles fein gewiegt, dann eine ganz Helle Mehlschwitze mit dem abgelaufenen Wasser, dem man etwas Liebigs Fleisch-Extrakt beisügt, abgerührt, und nach gehörigem Durch­kochen wird das Gemüse dazu gegeben und mit Kümmel, Muskatnuß und etwas Pfeffer gewürzt.

In seinem Lauf bringt der April als neueste Markt­ware' heimischen Spargel, der allmählich den belgischen und französischen verdrängt. Die Delikateßhandlungen beeten uns als besondere Feinheiten fleischige Treibhausgurken, zarte grüne Schnittbohnen, junge italienische Schoten, tadel­lose Artischoken, zarte Karotten, grünen Spargel, der ut Frankreich besonders beliebt ist, saftige Rhabarberstiele für Kompott, Fruchtsuppen und andere Speisen. Tie Treiberelen liefern schöne kleine Champignons und frische Morcheln sür Saucen und Gemüse.

Tie Zeit für Hausgeflügel beginnt. Backhühnchen dürsten noch spärlich kommen, reichlicher dagegen junge Tauben. Altes Geflügel ist durch legefaule Hühner vertreten. Beim Einkauf der so beliebten Suppenhühner ist darauf zu achten, daß dieselben nicht über 2 Jahre alt sind. Be­sonders hervorragende Feiertagsbraten liefern die in- und ausländischen Mastanstalten in Brüsseler Poularden, böhmi­schen Kapaunen, Hamburger jungen Enten und Gänsen, sowie anderem fremdländischen Geflügel. Tie Wildpret- freunde sind auf Fasanenhähne, Birk- und Spielhahn, sowie auf die teure Schnepfe angewiesen, und bei dem Mangel an anderem Wild finden Renntierkeulen gern Abnahme.

Ende dieses Monats erscheinen die Möweneier, die den Wert der Kibitzeier etwas herabsetzen. Möwen- wie Kibitzeter, die höchsten Frühjahrsdelikatessen, kauft man am besten und sichersten in den Delikateßgeschäften. Der Wetter­wandel macht sich auf dem Fischmarkt erfolgreich bemerk­bar, von Tag zu Tag hebt sich, der Fischfang. Für die ferne Küche ist nach Forellen, Rheinlachs und Saibling besondere Nachfrage. Aal, einer der besten Fische, erreicht den Höhe­punkt des Wohlgeschmackes erst im Sommer. Vorherrschend sind im April große Perschken, Dibeln, Karauschen, Rappen und Lachs in allen Arten, Barsche, Alse, .Schill und Aal­raupen oder Quappen. Tie Leber der Aalraupe gilt als besonders schmackhaft und in Frankreich sagt man:

pour le foie dune lotte la femme vendrait sa cotte (an Quappenleber sich zu letzen, würde die Frau den Rock versetzen).

Ter Rogen dieses Fisches ist jedoch ganz unverdaulich. Im April werden die Maifische, die in der Laichzeit die Flüsse hinaufziehen, in Massen gefangen, sie haben ein zartes, aber sehr grätenreiches Fleisch, dessen Genuß Fieber erzeuaen soll. Billige Aprilfische sind: Rotzunge, Schellfisch, Dorsch und Scholle. Kaviar in feinster Ware wird hoch bezahlt. Tie gute Zeit für Austern ist im April vorüber und mit Ende des Monats hört die Schonzeit für Krebse auf. Vorläufig sind galizische und in hiesigen Teichen ge­zogene Krebse am Markte.

Tie Früchte des Marktes beschränken sich vorzugsweise auf Apfelsinen und Aepfel. In den Handlungen sind Tiroler Aepsel, Ananas, Birnen, französische Erdbeeren rc.

zu haben. Der Theemarkt bietet blutreinig j.be Schlehdorn­blüten, katarrhlösende Spitzwegerich oder Rippenkraut, Huf­lattich, Erdbeer- und Preiselbeerblätter und sonst noch allerlei Heilmittel bunt durcheinander.

Gemeinnütziges.

Messing reinigt man am besten mit heißem Essig und Salz und poliert es mit feiner Steinkohlenasche nach. Oder man putzt es mit Messingfeilspähnen.

Praktischer Wegweiser", Würzburg.

Ifeld und Karten.

Die verderbenbringende Johannisbeer­krankheit, welche die Kultur unserer lebhaft rotftüch- tigen Johannisbeersorten fast in Frage gestellt' hat, scheint ihre Gefahr für den Johannisbeerzüchter zu verlieren. Nach einer Abhandlung der bekannten Gartenbauzeitschrift Erfurter Führer im Gartenbau" fiitb nur die Sorten der Krankheit unterworfen, welche von Ribes rubrum ab­stammen, während die Sorten, die von Ribes petraenm abstammen, der Krankheit gegenüber ganz oder nahezu ge­feit sind. Die Rassenmerkmale der Johannisbeersorten werden von der Zeitschrift durch! Abbildungen erläutert und sind an Blättern und Blüten leicht erkennbar. Da Johannisbeeren ja auch im kleinsten Garten gezüchtet wer­den, empfehlen wir unseren Lesern, sich die Nr. 53, welche ihnen kostenfrei zur Verfügung steht, mittel Postkarte von Erfurt zu bestellen.

Deutsche Rundschau sür Geographie und Statistik^

Unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner heraus­gegeben von Prof. Dr. Fr. Umlauft. 23. Jahrgang 1901. (A. Hartlebens Verlag in Wien, jährlich 12 Hefte zu Mk. 1.15. Pränumeration inkl. Franko-Zusendung Mk. 13.50.)

Tie nahezu seit einem Vierteljahrhundert erscheinende Deutsche Rundschau für Geographie und Statistik" erfreut sich in den weitesten Kreisen des besten Rufes, da sie jeder­mann, der an der Erdkunde Interesse nimmt, eine Fülle von geographischen Mitteilungen aller Art bietet. Dazu sind die größeren Aufsätze von trefflichen, durchgehends nach Photographien angefertigten Illustrationen begleitet, und jedem Hefte liegt eine wertvolle, vorzüglich ausgeführte Karte bei. Die Reichhaltigkeit dieser Zeitschrift ersieht man auch wieder aus dem eben erschienenen siebenten Hefte des XXIII. Jahrganges:

Die Frauen der Völker im südöstlichen Europa. Von Friedrich Meinhardt in Sofia. (Mit 3 Abb.) Der Ausbruch des Vulkans Adatara in Japan. Von Professor Dr. Iokohama in Tokio. (Mit einer Karte im Texte und 2 Abb.) Das gelbe Fieber in Rio de Janeiro. Die Reise Kozlov's in Central-Afien. (Mit einer Karte.) Astronomische und physikalische Geographie. Die Kometen deS Jahres 1900. Ge­schichtlicher Ueberblick der Feuerkugeln und Meteoriten. Politische Gcographie und Statistik, lieber Entvölkerung. Bon Dr. Julius Reiner in Berlin. Der Belriebswafferstand im Jahre 1900 in Deutschland. Von L. Koch in Duderstadt, Hannover. Ergebnisse der Volkszählung in Oesterreich-Ungarn. Aus Australien. Geographische Nekrolog». Todesfälle. Joseph Jekclfalussh de Jekel- et Margitfalva. (Mit 1 Porträt.) Kleine Mitteilungen aus allen Erdteilen. Geographische und ver­wandte Vereine. Vom Bücherlisch. Kartenbeilage: Der mongolische Altai und die centrale Gobi nach der Reise Kozlov's und seiner Gefährten 1899 bis 1900. Maßstab 1 : 6,000.000.

Der äußerst mäßige Präuumeratiouspreis derDeutschen Rundschau für Geographie und Statistik" ermöglicht ihr eine weite Verbreitung.

Ergänzungsrätsel.

Nachdruck verboten.

W..n d.. St.m.. . c . . ei . t . s s . r . ch . , H . r . h' . . d s. l .' . h . f . eu . i . e . M . t. s ; . u . m . . d . . . ti . . e d . . b.a.s.n.e. . l . t . s, M.. d.. th.r.ch..n .ch.e..c. v..w.ch.l. f. . n . dj . !

Auflösung folgt in nächster Nummer.

Auflösung des Akrostichons in vor. Nr.:

Rast, Iran, Ceder, Hand, Astern, Rest, Dolch, Wind, Ader, Gier, Nagel, Eier, Ratte. Richard Wagner

Nrdskn»«: «. Burkhardt. - «r»S unk «erlag der Brühl'scheu Uai»erßttt«.»mh. tmk Striudruckerei (»letsch Erdei.) ie «**.