Unter- fesches nobler

(Nachdruck verboten.)

Der Bauer vom Wald.

Novelle von An ton v. Perfall.

(Fortsetzung.)

Da war vor allem das Haus Polentz, das einen phänomenalen Aufschwung nahm, zum großen Verdruß der alten Firmen. Mair konnte keinerlei Geschäft machen kernen Grund erwerben, ohne daß in irgend einer Weise der Name dabei zum Vorschein kam.

Man wußte zwar von der Heirat der Tochter des Inhabers mit einem reichen Bauernsohn, dessen Gut er vorteilhaft ausgeschlachtet haben sollte, und zweifelte nicht daran, daß er mit diesem Gelde arbeitete; aber was be­deutete so eine Summe in dem Spiel um Millionen, welches ringsum tobte?

Dabei machte er ein Haus, welches die fehlende Vornehmheik durch aufdringlichen Luxus ersetzte.

Tie junge Frau Altinger, feine Tochter, machte die tzouneurs, während ihr Gatte, der Bauernbursche, sich mrt unglaublichem Geschick in die neue Rolle fügte, und Mlt einein Gespann daherfuhr, das jedem Kavalier Ehre gemacht Haitis

Dieser im Nu modernisierte Bauer war auch ein charakteristisches Zeichen der Zeit. Es war endgiltig vorbei M der Gliederung der Stände. Ter letzte, zäheste, der Jahrhunderte hindurch allen Anstürmen getrotzt, der Bauernstand, begann auch bereits seine starre Form zu jprengen. Auch er hatte sich überlebt, war zur Mumie MM, an -Men seltsamen Zügen und vermoderten ^ch höchstens noch zur Zeit der Sommer­frische ergötzte.

4 m m ML M ganz recht. Was wollte man denn

MMuMM erhalten an diesem schwerfälligen

MtrMML8 M^rutums, in dieser fieberhaft thätigen,

JU1M ^/Eiliger mit seinem feschenZeugt", M ein®?r Kavaliers, erregte eine seltsame Schadenfreude m gewissen Kreisen

M hatte man es wieder, wie es mit dem sthiede bestellt war. Ein guter Schneider, ein Gespann, und aus dem Bauernbuben war ein Herr geworden.

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dich eine Sorge drückt, Nimm um fremdes Leid dich an, Und du fühlst es bald gethan, Daß das deine ferner rückt.

M. Greif.

DasPalais" des Herrn Polentz, wie in der nächsten Umgebung der Neubau mit seiner aufdringlichen Stuckatur und seinem überladenen Portale genannt wurde, lag gewissermaßen inmitten seiner Schöpfungen, das heißt in­mitten d.er unzähligen Neubauten, deren eintönige Reihen fich ins endlose nach allen Seiten zu dehnen schienen.

Zu ebener Erde lvaren die Geschäftslokale. Polentz & Altinger stand über der Thür, weiter nichts. Es wäre auch schwer gewesen, dem vielseitigen Betrieb, der sich hier vollzog, einen erschöpfenden Namen zu geben.

. Ein Portier im langen, grauen Rocke mit silbernen Knöpfen wies den Kunden den Weg nach den verschiedenen Abteilungen; nach der Bank, dem Baugeschäft, der Agentur für Grunderwerb, dem Auskunftsbureau.

Den ersten Stock bewohnte der Herr Altinger mit Gattin Den zweiten Herr Polentz mit Fainilie. Im Ruckgebaude bewohnte der alte Altinger mit seiner Frau zwei bescheidene Zimmer.

, Er wollte es nicht anders, trotz Zureden des Herrn Polentz, doch den dritten Stock zu beziehen. Im Hinter­haus ^lvar man wenigstens geschützt vor dem Lärm und dem staube der Straße, und dicht vor dem Fenster standen zwei junge Fichten, die wohl vergessen worden waren in der yast des Baues, oder vielleicht von den Arbeitern als schattenspendend absichtlich geschont worden waren.

Gleichviel, ihr Duft that ihm'wohl und ihr Anblick, |o matt und farblos sie auch aussahen. Er versäumte nie das Spülwasser auf ihre Wurzeln zu schütten.

. , Seine Verbindung mit dem Vorderhause war eine fehr lose. Er fühlte sich vom ersten Augenblicke an nicht heimisch rn diesen überladenen, fremdartigen Räumen, die emen so grellen Gegensatz bildeten zu der bäuerlichen Einfachheit, die er von Jugend auf gewöhnt war.

Auch fühlte er sehr wohl, welch komische Figur er darrn spielen mußte, wie rauh und hart sich dort seine Stimme ausnahm, jede Bewegung, jeder Schritt, den er machte.

Betreffs seines oder vielmehr seines Sohnes Ver­mögens konnte er beruhigt sein. Es mußte sich ja in diesen Händen ins unendliche mehren.

Er mußte selbst darüber lachen, daß er eigentlich hereinzog, um zu wachen über den Ertrag seines Waldes.

Wie einfältig man doch wird da draußen!

So fiel auch dieser Grund, sich im Vorderhause umzusehen, hinweg, und mau holte ihn auch nicht. Von feinem Sohne hatte er es nicht anders erwartet; aber von Polentz schmerzte es ihn anfangs. Der Mann hatte doch immer so viel auf ihn gehalten, und am Ende machte er es ja mit seinem Gelde, mit seinem armen, hin­gemordeten Walde.

Indes er begriff es, dem Manne wuchs die Arbeit