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Als der Gatte das bemerkte, spiegelte sich auch auf seinem Gesicht der Ausdruck einer tiefen Verstimmung; die kleine Alice, das vierjährige, reizende Töchterchen, hörte mit ihrem Geplauder erschreckt auf, als sie die finsteren Gesichter der Eltern sah, und das Frühstück begann in der Stille, die einem Sturm vorauszugehen pflegt.
Magda sprach Nicht, und auch Wilhelm schwieg; jeder schien zu empfinden, daß seine Worte den andern verletzen würden.
Endlich jedoch kam die inhaltsschwere Frage, welche die junge Frau schon so lange bereit hielt:
„Wilhelm?" . . . sagte sie in herausforderndem Tone.
Er zog die Augenbrauen zusammen. Den Ton kannte er! Der bedeutete nichts Gutes.
„Was?" fragte er kurz.
„Wann kaufst Tu mir den Pelzkragen, den Du mir schon so lange versprochen hast?"
„Sobald es mir möglich sein wird. . ."
„Und wann wird das sein? . . ."
Er zuckte die Achseln: „Weiß ich nicht! ... Oh! bist Du bald fertig mit Deiner ewigen Quälerei?"
Magda brauste auf: „Wie! ich quäle Dich, weil ich ein notwendiges Kleidungsstück von Dir verlange? . . . Das ist stark! . . . Ich habe nichts' umzubinden! ... Ob ich diesen Winter friere, ist Dir freilich gleichgiltig!"
Jetzt wurde auch Wilhelm heftig: „Nun, da bist Tu ja wieder bei Deinem beliebten Thema! . . . Ich thue, was ich irgend kann! . . . Wieviel kostet denn dieser verdammte Pelzkragen?"
„Vier- bis fünfhundert Franks . . . Die Frau des Bildhauers Ferrier kann nicht wie ihr Dienstmädchen gehen!"
„Sehr schön!" spottete der Mann . . . „hättest es mir gleich sagen müssen! . . . Um Dich warm zu halten, würde auch Kaninchenfell genügen! . . . Um Deine 500 Franks Zu haben, mußt Du warten, bis ich einen neuen Auftrag bekomme! . . . und nun habe ich für heute genug davon!"
Wilhelm war heftig, wenn er in dem Ton etwas befahl, dann wußte seine Frau, daß es ratsam sei, wenigstens für Len Augenblick, zu schweigen. Sie schwieg, aber sie empfand Groll, fast Haß gegen den Gatten.
Alice saß regungslos in ihrem hohen Stuhl; das Kind hatte aufgehört zu essen und sah mit feuchtschimmernden Augen ängstlich von einem zum andern.
Gleich darauf warf Wilhelm seine Serviette auf den Tisch, stand auf und ging zur Thür.
„Tu gehst au§?" fragte Magda kurz.
„Ja", kam es schroff zurück, „warum? . . ."
„Warum?" . . . schrie sie laut und erregt . . . „nun wundert es mich nicht mehr, daß ich das Notwendigste entbehren muß, und daß wir bei den Lieferanten Schulden haben! . . . wenn man ausgeht, statt zu arbeiten, wenn man int Cafe und nicht int Atelier ist, dann natürlich . . ."
Wilhelm unterbrach sie wütend.
„Recht so, beklage Du Dich! ... Du ganz allein bist daran schuld! Wenn ich zu Hause ein freundliches Gesicht und Verständnis für meine Arbeit fände, dann würde ich wahrscheinlich öfter daheim sein! . . . Ich gehe Dir aus dem Wege, Dir und Deinen ewigen Ansprüchen, Deinen ewigen Klagen."
Bis ins innerste erregt, antwortete sie, was der Zorn ihr eingab. Schlag auf Schlag gingen Rede und Gegenrede, und jedes Wort traf nur zu oft bei dem Gegner einen wunden Punkt.
Und eine Szene folgte, wie sie sich jetzt so oft zwischen dem Ehepaar abspielte. Als sie sich alles vorgeworfen hatten, was ihnen nur irgendwie einfiel, sank Magda weinend auf einen Stuhl, und Wilhelm warf dröhnend die Thüre hinter sich zu.
Vergessen auf ihrem hohen Stuhle befand sich die kleine Alice, deren ganzer Körper bebte.
Als Magdas Erregung und die Thränen nachließen, versank sie in Grübeleien über die Vergangenheit und die so traurige Gegenwart. Wie schön hatte sie sich das Leben an der Seite eines Mnstlers gedacht. . . Und nun . . . statt des geträumten Glücks, statt der Auszeichnungen, die ihr als der Frau eines-berühmten Mnstlers dargebracht wurden? . . . Nichts als mühevolles Ringen, um nach außen den Schein zu wahren, und ein ängstliches Warten auf
„Bestellungen". Und dann, Wilhelm war auch nicht irr der Ehe das gewesen, was sie sich gedacht. Mit seiner bestimmten, ein wenig brüsken Art, die ihr an dem Verlobten gefallen, schien er ihr nun zu zeigen, daß er der Herr sei, und von Tag zu Tag lehnte sie sich mehr dagegen auf. Der Gatte seinerseits sah mit bitterer Enttäuschung, wie wenig von dem jungen, für die Mnst enthusiasmierten Mädchen bei dem Weibe an seiner Seite übrig geblieben war, die so gar nicht auf seine Mnstlernatur einzugehen verstand.
So war denn die Kluft zwischen beiden immer größer geworden, und Magda dachte das inhaltsschwere Wort „Trennung" als einzige Rettung aus solcher Existenz, als verzweifeltes Schluchzen sie zusammenfahren ließ.
Sie sah aus: die kleine Alice weinte laut.
Ungeduldig sprang die junge Frau in die Höhe und war int Begriff, das Kind zu schelten und ihr Ruhe zu gebieten. Doch in den Kinderaugen drückte sich solche unerklärliche Verzweiflung aus, daß die Mutterliebe stärker war als die Ungeduld.
Sie nahm die Kleine auf den Arm und sagte zärtlich: „Weine nicht, mein Liebling! . . .was hast Du bettn?" Tas kleine Mädchen gab keine Antwort.
Tie zurückgehaltenen Thränen ließen nun den ganzen zarten Körper in Schluchzen erbeben, und während die niedlichen Händchen sich ineinander krampften, legte sich um den ganz blassen, süßen Kindermund ein Zug herben Schmerzes.
Erschreckt Liebkoste Magda das Kind, fragte und streichelte immerzu. Vergebens! Tas Kind beruhigte sich nicht. Die Thränen versiegten allmählich, aber auch die Kräfte schwanden. Bald ging der Ajem nur noch ganz schwach, das Schluchzen setzte aus und wurde zu einem herzzerreißenden Jammern; ein Jammern und Wimmern, das das Herz der geängstigten Mutter erbeben ließ ...
Und Wilhelm kam nicht! Er machte es oft so; wenn eine gar zu stürmische Szene zwischen den Gatten stattgefunden hatte, dann vermied er es, Magda noch an demselben Tage wiederzusehen, und in schweigendem Einverständnis wurde darauf zwischen beiden das Leben wieder ausgenommen als wenn nichts geschehen wäre..
Mitternacht war an dem Wend vorüber, als Wilhelm Ferrier leise den Schlüssel im Schloß mit der Absicht umdrehte, in seinem Atelier aus dem Feldbett die Nacht zu verbringem Doch da schimmerte ein Lichtstreifen durch Magdas angelehnte Schlafstubenthür und klägliches Wimmern schlug an Wilhelms Ohr.
Er erschrak und sagte sich: Das klingt ja, als wenn Alice weint. Leise öffnete er die Thür und sah seine Fran an dem Bett der Kleinen knieen. .
Mit einem Sprunge war er an ihrer Seite und neigte sich über das Bett. Tas Gesicht des Kindes war farblos, um den Mund lag es wie grenzenloser Schmerz, und in. den fieberheißen Augen stand angstvolles Flehen.
„Mein Gott", stöhnte der Vater auf.
Magda richtete sich auf, traurig und vorwurfsvoll sah. sie ihn an. Kein Erinnern an den voraufgegangenen Streit war mehr in ihrer Seele, vor dem kleinen Wesen, das da so plötzlich in schwere Krankheit verfallen war, bestand weder der gegenseitige Groll, noch die Unzufriedenheit!
Angstvoll fragte Wilhelm: „Was fehlt iljr?" Magda zuckte verzweifelnd die Achseln.
„Mein Gott! Ich weiß es nicht! . . . Bald nachdem Da fort warst, hat sie angefangen zu weinen! . . . und dann hat dies entsetzliche Wimmern eingesetzt. . . was muß das süße Geschöpfchen leiden! . . . vielleicht ist sie rettungslos verloren."
Die Finger der Mutter krampften sich um die Bett- Pfosten, in ihren Augen war ein irres Leuchten... die Verzweiflung der Mütter, die an dem Bett eines sterbenden Kindes wachen, stand in Magdas Augen.
„Und der Arzt?" fragte Wilhelm und klammerte sich wie ein Ertrinkender an diesen Gedanken.
„Ich habe nach ihm geschickt. Er hat etwas verordnet . . . da auf dem Tisch steht die Arznei. . ."
„Was ist es denn, was sagt er?"
„Er weiß es auch nicht! . . . morgen wird er wieder-» kommen . . . morgen . . . wenn unser süßes Kind dann- noch, lebt ..."


