Ausgabe 
12.9.1901
 
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Figur

Figur 202.

Figur 208.

letztere ist eine der wichtigsten^ Neuheiten der Herbst- und Wintersaison, und! mäu findet sie bei den neuen Modellen in der verschiedensten Art und Weise NNgewendet. So! werden %. B. Tailleneinsätze ganz oder tellweise in Püffchen gezogen wie z. B. am nebenstehenden Modell Nr- 208 oder! die reichlich weit geschnittenen Blusenteile der Taille werden pasfeartig eingereiht, oder auch die Volants) die zur Ver-i zierung dienen, werden in dieser Technik behandelt; vor allem sind es aber die modernen, in den verschiedensten Variationen ausgestatteten Aermel, welche gerade diesej eingereihten Verzierungen in reichem Maße zeigen. Die Anwendung derselben besteht dabei z. B. darin, daß man! den oberen Teil des Aermels an der Achsel epanlettenartig! einreiht, um dann die Faltenfülle bis zum Ellenbogen' frei ausspringen zu lassen, von wo an sie dann wiederum manschettenartig eingereiht wird.

Oder aber man arrangiert den ziemlich weit ge-, schnittenen Oberstoff so, daß er wie beim bekannten alt-, deutschen Gretchenärmel in drei Puffen fällt. Auch die bis zum Ellenbogen reichende Manschette aus abstehendem Gar- uiturstoff wie Sammet, Seide oder dergleichen ist wie-, herum sehr beliebt. Der Oberstoff für den Oberärmel wird hierbei dann meist so arrangiert, daß er längs des Ober­armes in kleinen Fältchen gesteppt wird, welche stm Ellen-, bogen als Puffe ausspringen. Diese Ellenbogeupuffe ist überhaupt ein charakteristisches Merkmal des modernen! Aermels, und häufig wird sie sogar aus abstechendem Stoff!

anschmiegen. Das thut jedoch der Reichhaltigkeit und Ver­schiedenartigkeit ihrer Garnitur keinen Abbruch; denn die reichsten Applikationen und die kompliziertesten Stickereien lassen sich Bequem auf dieser weichen Grundlage arbeiten. Cretonneapplirätionen in schönen Mustern, Spitzeneinsätze abwechselnd mit Fältchensteppereien können hierzu ebensogut verwendet werden, wie einfache Stepplinien und glatte Bordenbesätze. Am schönsten wirken jedoch immer die schweren Spitzen, besonders wenn sie direkt in Kragenform gearbeitet sind, weshalb gerade diese Kragen geschickten Händen willkommene Gelegenheit bieten, sich einen vor­nehmen und gediegenen Taillenschmuck vielleicht in Point- lace oder in anderer Technik selbst zu arbeiten.

Die weiter vorn erwähnten, speziell für den Sommer bestimmt gewesenen Fichugarnituren, haben sich nun als so kleidsam erwiesen, daß man sie wohl kaum während des Winters Wird entbehren wollen. Da sie in ihrer ur­sprünglichen Form, welche darauf beruht, einen Ausschnitt zu umranden, im Winter nur für Gesellfchaftskleider an­zuwenden gehen, so hat man dadurch einen Ausweg ge­funden, daß man an Stelle des Ausschnittes eine Passe verbunden mit Stehbündchen aus Garniturstoff bestehend, setzt. Letztere können in den verschiedensten Formen her­gestellt werden: entweder aus glattem oder gemusterten Sammet oder Seidenstoff, aus Spitzenstoff, aus längs, quer oder kreuzweise gesteppter Fältchenseide, vor allem aber aus in Püffchen gereihtem Garniturstoff. Gerade dieses

210.

W

in den im übrigen glatten Aermel eingesetzt wie z. B. am nebenstehenden Modell Nr. 210. Diese ziemlich komplizierten dabei aber außerordentlich wechselförmigen Aermelformen werden vorteilhaft ergänzt durch die einfachen Blusen­ärmel, deren diesjährige charakteristische Schnittform darin besteht, daß sie oben eng anliegend und erst vor der Hand in einer mäßig weiten Schoppe auslaufen, tvelche in ein schmales Bündchen gefaßt wird.

Eine wichtige Abteilung unter den neuen Modesvrmen bilden die modernen Röcke. Wenngleich dieselben in ihrer Grundform oben eng und unten weit unverändert ge­blieben sind, so bietet doch die Schnittform an sich man­cherlei Neues. Vor allem ist es der Serpentinevolant, welcher dabei eine große Rolle spielt; denn bei schweren Stoffen ist es erfahrungsgemäß diese Schnittform allein, die im stande ist, die moderne geschweifte Linie in voll­kommener Weise zu erzeugen. Man wendet dem Serpeutine- volant denn auch in allen Variationen an, wie z. B. schmal, d. h. etwa 20 bis 25 Zentimeter breit, oder breit von Kniehöhe ab beginnend, oder auch nur für Seiten- und Hinterteil, während das Vorderteil vom Bunde bis zum Saume reicht. Oft auch läßt man 2 oder mehrere Serpentinevolants' über einander fallen. Diese letztere Art der Rockgarnierung ist überhaupt sehr beliebt und kommt bei leichten Stoffen dann meist der eingereihte Volant in Anwendung, welcher nicht nur schmal, sondern au$ breit, als breiter Volant von Kniehöhe abfallend gearbeitet wird. (Siehe Modell Nr. 208). Bei allen diesen Röcken ist jedoch.

der vollständig glatte Anschluß an die Hüften noch eine der Hauptbedingungen, und man hat sogar aus diesem Be­streben heraus eine eigene originelle Schnittform erfundem Dieselbe ist an Modell 202 deutlich zu sehen und besteht darin, daß das Vorderblatt im Zu­sammenhang mit einer über die Hüften laufenden Passe steht, tot welche dann das ziemlich! weit geschnittene seitliche und hintere Rockteil angesetzt wird. Für starke Damen dürfte die Form von besonderem Vorteil sein. Zum Schluß mag noch die Anordnung der hinteren Mitte des modernen Rockes erwähnt werden. Die so allgemein getragene Quetschfalte ist dabei ebenso unmodern, tote die vollkommene Faltenlvsigkeit, und hat man demnach nur die Wahl zwischen der gegenseitigen Falte und der einfachen Naht, welche zwar faltenlos in den Bund tritt, aber doch mit einer gewissen, gesälliaen Weite geschnitten wird.' ___________

Mapselrätsel.

Nachdruck verboten.

Kasse Augenblick Meister Oder Mondschein Preisselbeere Mütze.

Es ist ein Sinnspruch zu suchen, dessen einzelne Silben der Reihe nach eingckapselt sind in vorstehenden Wörtern ohne Rücksicht auf deren Silbcnteilung.

(Auflösung in nächster Nummer.)

Auflösung des Buchstabenrätsels in vor. Nr,: Birke, Borke, Barke.

Redaktion: E. Burkhardt. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.