Ausgabe 
11.6.1901
 
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Figur 3.

Figur 2.

Figur 1.

durch ein um zu be- Heide, am und doch

Rock muft aber, um elegant zu fein, reichlich weit und sehr gut abgerundet fein; auch; empfiehlt es fichihnvorn eher etwas länger zu halten, um ihm unter allen Umstanden den Anschein zu rauben, als ob er vorn kürzer Ware, was höchst unschön wirkt.

Für die Jacke hat man die Wahl zwischen dem kurzen Bolero, dem Zacket mit Schößchen und der halblangen Sackjacke. Für die Sackjacke und das Bolero geben dm Figuren 1 und 2 passende Vorlagen, und empfehlen wir die Sackjacke besonders denen, welche einen bequemen Anzug ohne festes Korsett vorziehen, während Zacket und Bolero eherFigur" erfordern. Als Bluse ist eigentlich! nur bte Hemdbluse erlaubt, denn alle anderen Formen wurden den Eindruck des tuilor-made in unangenehmer Weise zer­stören. Tie Hemdbluse jedoch mit einer hübschen Krawatte in hellen Farben ergänzt ihn aufs beste ebenso tote etn einfacher Matrosen- oder Jägerhut.

Toch> nicht allein für die Bahnfahrt, sondern auch! für den Aufenthalt in der Sommerfrische oder tm ©ee» bade gilt es, sich mit vornehmer und doch praktischer Kleidung zu versehen, wobei wiederum Takt, Um­sicht, Fürsorge und Geschmack die Voraussetzung reden Glanzes bilden. Wie würde es sich z. B. geschmacklos aus­nehmen, wenn mau zum Rudern eine gewählte, nut fernen

gleiches Muster bildet die glatte Weste, welche offenes, kurzschößiges Jäckchen ergänzt wird.

Tiefe zwei Proben dürften wohl genügen, weisen, daß man auch im Wald und auf der Meeresstrand und auf den Bergen praktisch geschmackvoll angezogen sein kann, ohne gerade die oe- rüchtigten graugrünbraunen Lodenkleider zu tragen.

billiger Stoff und billige Form find weil nicht wider­standsfähig, das Teuerste was man haben kann. Als Stoff wähle mau einen praktischen, dunklen Wollstoff, welchem Wind und Wetter nicht viel anhaben können. Es braucht aber deshalb noch lauge nicht der in vorerwähnten Artikeln so arg angefeinbete grau-grün-braune Loden zu fern, welcher eigentlich gar keine bestimmte Farbe hat. Es grebt ja jetzt so" wunderschöne Cheviots, Homespuns, Coverteoats, Alpakas in einfarbig, sowie feinen Streifen und Karos, speziell für diese Zwecke in reicher Abwechslung, welche einem die Wahl schwer werden lassen. Als Form ist das Jackengewand, durch eine Hemdblouse ergänzt, wohl das einzig richtige, doch ist damit noch lange nicht gesagt, daß alle Tarnen übereinstimmend gekleidet sein müssen; denn innerhalb dieses Gewandes sind die vielseitigsten Wechsel möglich!, und ist nur die Grundbedingung immer dieselbe, nämlich die gediegene, tadellose, strenge Emfach-- heit des tailor-made-Genres.

Ter Rock dieses Anzuges darf vor allen Dingen nicht zu lang sein, damit man nicht beim Aussteigen aus dem Abteil wo man bekanntlich keine freie Hand hat, gleich damit beginnt, den Bahnsteig zu kehren. Als passende Lange, welche auch für stärkere Damen angängig ist, gilt ein Ab­stand von 35 Zentimetern vom Erdboden. Em derartiger

Mode. . m .

Auf Reisen wird der Mensch (insonderheit die Dame) stets nach der äußeren Erscheinung beurteilt. Das uver- sieht gerade die deutsche Frau nur zu ost, indem fu glaubt, daß! ein abgelegtes Kleid gut genug ist, um den Fährnissen der Reise ausgesetzt zu werden. Weit gefehtt. Man schaffe sich vielmehr em zweckentsprechendes,, wider­standsfähiges Reisekleid an, wozu allerdings nur em vor­züglicher, haltbarer Stoff geeignet ift. Die Mehrkosten brmg man leicht wieder dadurch ein, daß man^ftch das Getoan nach einem Schnitt der internationalen SchMitrnanufatm , Dresden 8, selbst anfertigt. Man hat dabei vor allem den Vorteil, an Stelle eines schlechtfitzenden, steifen, mmde wertigen Konfektionsgewandes, etn tadellos Muoes M wand mit schwungvollen Formen aus bestem Matermlzu haben. Die Auswahl der leicht M handhabenden Schnitt erfolgt nach! einem außerordentlich! reichhaltigenMovei album und Schnittmusterbuch, welches zu dem billigen st von 50 Pfg. abgegeben wird. __ .

Spitzeneiusätzen durchbrochene, f eiben gefütterte Grenadme- robe trüge; ober wenn man eine Bergpartie itn langen, duftigen, reich! mit Falbeln verzierten Batistkleide unter­nehmen wollte. Auch, hier ist nur das Praktische schon, und nur das Schöne kann vornehm fein. Diese Einsicht scheint sogar Frau Mode gehabt zu haben; benn sie bietet für diese Gelegenheiten die reizendsten Pikee-, Lmon-, Zephir- und vor allem Leinenkleider, welche den Vorzug! der Waschbarkeit besitzen, bei dunkler Färbung aber auch getrost einen ganzen Sommer mitmachen können ohne gewaschen werden zu müssen.

Sehr elegant war z. B. em derartiges Partienkleid aus creme und' rot gestreiftem Pikee dessen Form wir mit Figur 3 wiedergeben. Tie oben glatte tm Taillenschluß! leicht eingereihte Bluse schließt am Hals mit kleinern Um­legekragen und Revers ab, welche gleich dem toemg über­tretenden Rande und der kleinen Brusttasche mit weißer Borte eingefaßt sind. Der dazu gehörende praktische weiße Schäferhut ist mit roten Mohnblüten versehen.. Der Rock steht genau tote der Reiserock drei bis fünf Zentimeter vom Boden ab, und ist seitlich und hinten mit Serpentinefalbel geschnitten, während die Vorderbahn bis zum unteren Rand TetC^S6enfo nett ist ein dunkelblau und weißgestreistes Pikeekleid, dessen schmale an beiden Seiten starkgeschragte Rockbahnen so zusammengesetzt sind, daß die Streifen m den Nähten lauter aufstrebende Spitzen bilden. Ein

Redaktion: E. Burkhardt. - DruckUttag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in G.eßen.

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