äoo -
werden «He Rosen stark zurkckgeschnitten. Das Umsetzen der Topfgewächse ist eine dringerwe Arbeit. Nur einige, z. B. Azaleen, Kamellien, Alpenrosen, Clivien, Palmen, brauchen nicht in jedem Jahre umgepflanzt zu werden. Sie blühen Hessen und gedeihen sicherer, wenn sie zwei Jahre in ihren Gefäßen stehen. Bei allem Verpflanzen meide man hu große Töpfe, pflanze aber fest und gebe guten Wasserabzug, mische die Erde wo notwendig mit künstlichem Dünger. Die Sämlinge von Lobelien, Begonien, Gloxinien, Coleus werden vertopft, damit sie Platz bekommen, bewurzelte Stecklinge in Keine Töpfe gesetzt. Ter Rückschnitt zu lang gewordener Gewächse ist nicht zu vergessen.
I. C. Schmidt, <Äfurt.
Gemeinnütziges.
Äi« einträgliches Birnspalier. Es ist mit Freuden zu begrüßen, daß die Spalierzucht, d. h. die Bekleidung bisher kahler Mauerflächen mit Fruchtbäumen, immer weitere Kreise interessiert. Besonders südliche, aber auch nach Süd-Osten und Süd-Westen sehende Mauern sind geeignet zur Bepflanzung mit Wein-, Birnen oder Apfelspalieren. Solche Spalierbäume gereichen nicht nur dem Hause zur Zierde und dem Besitzer zur Freude, sondern sie werfen, bei nur einiger Pflege, eine recht schöne Nebeneinnahme ab. Spalierfrüchte werden immer schöner, größer, wohlschmeckender, als vom Hochstämme geerntetes Obst. Wie einträglich ein solches Mauerspalier werden kann, darüber berichtet W. Kliem, Gotha, in der neuesten Nummer des praktischen Ratgebers im Obst- und Gartenbau. Derselbe besitzt am Mauerspalier die Sorte Triumph de Vienne, welches ihm in 14 Jahren 358,50 Mk. eingebracht hat. Eine ganz vorzügliche, farbige Abbildung dieser Sorte, sowie auch eines neuen Apfels, des Akeröapfels, liegt der Nummer, die vom Geschäftsamt des praktischen Ratgebers int Obstund Gartenbau zu Frankfurt a. O. zu erhalten ist, bei.
Die Knospen der Johannis- und Stachelbeersträucher werden oft von Sperlingen und anderen Vögeln, besonders bei Schneefall, wo sie nichts anderes finden, derart äbgesiesfen und verheert, daß die nächstjährige Ernte eine empfindliche Einbuße erleiden kann. Ein durchgreifendes Abwehrmittel ist schwer zu finden. Zeitweiliges Ueberstäuben der Büsche mit Ruß bei feuchtem Wetter kann emigerntajsen helfen, ebenso das Ausspannen von Bindfäden über die Sträucher, wodurch die Vögel bisweilen sich abschrecken lassen.
DieSperliuge und der Kalk. Schon seit längerer Zeit — berichtet C. Pivetan int „Journal des Campagues" hatte ich mich über die mannigfachen und nicht unbedeutenden Verwüstungen, welch« die Sperlinge in meinem Garten anrichteten, zu beklagen, insbesondere hatten der Kohl und die Rettiche schwer Schaden gelitten. Sobald der Samen zu keimen angefangen, war nach dem Verlauf von einigen Tagen alles verschwunden, auch bei dem Salate waren große Verwüstungen ersichtlich. Da nun auch die Schnecken zahlreich auftraten, streute ich auf meine Samenbeete fein zerstoßenen Kalk, und es ließen sich zu meiner großen Ueberraschung die Sperlinge nicht mehr blicken. Seit dieser Zeit wende ich nun jedes Jahr int Frühjahre dieses Verfahren an, und kein Sperling verwüstet mehr meine Samenbeete. Dieses Mittel, das nebenbei bemerkt, nur mit geringen Kosten verbunden ist, hat sich nun drei Jahre hindurch endgiltig bewährt, und es kommt mir noch der Vorteil zu statten, gleichzeitig mich von der Schneckenplage gu befreien. Bei regnerischer Witterung muß dieses Ver- faKreu öfters in Anwendung gebracht werden.
„Praktischer Wegweiser", Würzburg.
Die deutsche Hause.
Li» vsutfche Haufe. Ihre Geschichte und Bedeutung. Für bad deutsche Volk dargestellt von Theodor Lindner, ord. Prof, der Geschichte an der Universität Halle. Mit Titelbild, 73 Textabbildungen und Karte in Farbendruck. Neue billige Auflage. In Geschenkband S Mk., geheftst 2,25 Wk. Leipzig, Fexdin and Hirt p. Sohw
Dis erste, wesentlich teurere Auflage hat schnell Absatz gefunden. Um nun die Anschaffung auch in den weitesten Kreisen zu ermöglichen, hat die Verlagsbuchhandlung die neue Auflage jetzt als billige Volksausgabe erscheinen lassen.
Bei dem fort und fort steigenden Interesse für unser See- und Handelswesen und nicht zuletzt auch für die Marine ist dieses inhaltlich zuverlässige und fesselnd geschriebene Volksbuch von geradezu aktueller Bedeutung.
Eine so zeitgemäße Arbeit aus so berufener Feder verdient umsomehr die allgemeinste Beachtung, als die Geschichte und Bedeutung der Hanse viel zu wenig bekannt sind, und es vielfach nicht genug gewürdigt wird, was deutscher Mut und deutsche Intelligenz in den glorreichen Tagen der Hanse Großes geleistet haben. Um so erwünschter muß es deshalb sein, daß allgemein die Gründe bekannt werden, die zu den großen Erfolgen der Hanse, später aber auch zu ihrem Niedergange geführt haben.
Zahlreiche Abbildungen, mit Sorgfalt ausgewählt und zum Teil nach, schwer zugänglichen Quellen beschafft, beleben und erläutern den Text; eine Karte in Farbendruck, welche das Gebiet der Hanse um 1400 darstellt, erleichtert es dem Leser, dem verschlungenen Gange der Dinge §u „folgen. Bibliotheken Und Lesehallen werden ein solches Werk nicht entbehren können, aber auch im Hause, in der Familie sollte dieses für jung wie alt gleich lehrreiche und interessante Buch, das sich in dem geschmackvollen Einbande auch trefflich als Geschenk eignet, nicht fehlen.
Literarischer.
— War sollen unsere Kinder lesen? Diese Frage hat schon manche Eltern in Verlegenheit gebracht. Die Kinder können doch nicht immer herumtollen oder spielen. Auch der Geist fordert sein Recht, und wenn die Märchen und Geschichtenbücher ein-, zweimal durchgelesen find, verlieren fie an Interesse. Immer neue Bücher anschaffen, von denen man vorher gar nicht weiß, ob sie für die Kinder auch passen, ist eine unangenehme Ausgabe, die jebe Mutter gern vermeiden möchte — und die sie auch vermeiden kann, wenn sie aus „DieS Blatt gehört der HausfrauI" (Verlag von Friedrich Schirmer, Berlin SW., 13, Neuenburgerstr. 14 a, Abonnementspreis 1,40 Mk. vierteljährlich, Postbestellgeld 15 Pf.) abonniert ist. Dieser vortrefflichen Zeitschrift liegen zwei Jngendblätter, „DaS Blatt der junge« Mädchen" und „Das Blatt der Kinder" gratis bei. Ersteres ist für Mädchen im Alter von 13—16 Jahren berechnet und bringt ihrem Verständnis angepaßte Erzählungm, belehrende Artikel und Gedichte. Ein reger Briefkastenverkehr hat sich zwischen den jungen Leserinnen, der Briefkastentante und den Mitleserinnen entwickelt und zeigt, wie beliebt, aber auch wie nützlich diese Einrichtung ist. „Das Blatt der Kinder" dagegen wendet sich an das junge Volk und erzählt die hübschesten Märchen, die man nur ersinnen kann, kindliche Gedichtchen und Spiele, die den jungen Geist beschäftigen, ohne ihn anzustrengen. „Die» Blatt gehört der Hausfrau!" ist auf diese Weise mit Erfolg bemüht, jedem Familienmitglied etwas Nützliches und Angenehme- zu bieten, zumal seine Romane und illustrierten Artikel auch dem Familienvater immerhin litterarische Unterhaltung gewähren.
Kinder-Zettuug. Herausgegeben von Felix von Stenglin, Groß-Lichterfelde. Inhalt von Nr. 27. Was in der Welt vorgeht: Wohin wandern die Deutschen? Als der Winter Kehrt machte; Tin Zwischenfall in China; der Bnrenkrieg geht weiter; „Beinahe gefangen"; Wie der russische Zar lebt; Von dem fallenden Berg in der Schweiz; Die Feldkutsche Napoleons geht auf Reisen. Aus dem Reiche der Natur: Wann kamen die ersten Störche? Enten und Muscheln im Kampfe. „Peters wunderbare Reisen und Abenteuer." (Forts.) Erlebnisse. Allerlei. — Zu beziehen durch alle Postanstalten, Buchhand, hingen und die Geschäftsstelle in Groß-Lichterfelde, Dahlemerstr. 75.
Akrostichon.
Nachdruck verboten.
Last, Gran, Feder, Wand, Ostern, Pest, Lolch, Rind, Oder, Zier, Hagel, Bier, Gatte.
Von jedem der vorstehenden Wörter ist durch Umwandelung de« Anfangsbuchstabens ein anderes Hauptwort zu bilden, derart, daß die Anfangsbuchstaben der neuen Wörter im Zusammerhang den Namen eines berühmten Tondichters bilden.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Buchstabenrätsels in voriger Nummer: Austern — Ostern.
Redaktion: 8. Burkhardt. — Druck und Verlag der vrühl'sches U«i»erfitSis°B»ch. und Striridruckerei (Pietsch tri en) in Siche».


