Ausgabe 
11.4.1901
 
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Johannes hörte zum zweitenmal die Prophezeiung, und zum zweitenmal erfaßte ihn etwas wie Scham über seine Schwäche, die ihn das Feld so schnell räumen ließ.

Ein förmlicher Städtefrühling war angebrochen im deutschen Reiche, und M. war die üppigste Blüte darin, geradezu von tropischem Wachstum. Dem alten ehrwürdigen Neste mit seinen engen, finsteren Gassen und hochgiebeligen Häusern wuchsen mächtige Flügel, welche das kleine, ur­sprüngliche Körperch>en zu einem unscheinbaren, dunklen Punkte zusammenschrumpfen ließen.

Hört's die Ehrensalven für den neuer Bauer vom I ,. ganzes Heer von Werkleuten war zugereist, da Wald? Gelt, da schaust! Paßt Dir nur halbat, und do I dre elnhermrlchen Kräfte längst nicht mehr genügten, is so. Dem Matthes is 's Geld liab'r als a lee'r Schlag, I Tausend fleißige Hande regten sich, während die Bahn- und er hat's Vorrecht, so kommt der Hof auf d' Rosl. I Auge das riesige Material aus aller Herren Länder her- Ja schau, mit an Wald kann 's jeder sei, aber Ferl, I "^führten.

ohne Wald, do der Bauer vom Wald, das braucht beiß'n." I -wer die fleißigen Hande thaten es nicht allein, sie Also wär's wirkli so?" Der verlegene Bursche streckte I mußten erst in Bewegung gesetzt werden, und ihr großer sich plötzlich, und verwegen blitzten die schwarzen Augen I ~""or bas Kapital, das aus dem ganzen Lande beute- mif.I soll am al den Nam' sühr'n? I, der arme Ferl?" I Mustern sich heranwalzte, und mit dem Kapital kam ein Net arnal, glei sollst ihn sühr'n", erklärte Johannes. I Zweites Heer kühner Unternehmer, toller Wagehälse und Du übernimmst die ganze Sach." I Planeschmieder, wahre Feldherren der Spekulation, große

Nun dann, Bauer, dann schwör' i Dir, daß i net I Wegbereiter, rastlose Pfadfinder.

reift'n will, bis i 's wirkli bin; net grab heiß'n, sein will I . war ganz gut. Das brachte Leben, Bewegung, i der Bauer vom Wald. Und da unt'" er deutete auf I tausendfältige Anregung; aber der Troß war bedenklich, den Bodenwart' ja schon lang wied'r a and'rer Wald, I welcher dieser Armee folgte, zusammengewürfeltes Volk und den hol' i für der Ros'l ihre Buab'n." I ""er Art, tote es eben zu jeder Zeit der Fluch großer

Armeen war, Beutelustige, welche auf jeden Abfall Haschen aus den Händen der Regulären, und im allgemeinen Siegestaumel tüchtig brandschatzen, Marodeure der cv ., r, ,, , _ . . schlimmsten Art aus allen Gesellschaftsschichten, Glücks-

Jetzt stand der junge Mensch wirklich als der Bote I ritt er, bis herab zum gewöhnlichen Gauner

einer neuen Zeit vor ihm, m die einzugretsen er nicht I Kleine Banken, Agenturen, bildeten, gleichwie die Bohr- meyr vie Krast suhlte. ' I Würmer in gewissen Holzarten, unzählige, dichtverschlungene

w "^bwegt die Hand. , I Kanäle, in welche der strotzende Saft abgeleitet oder nur

E"wmt s zur Muatt r und verlangt s ihr n Seg n. I aus großen Umwegen, gehörig verdünnt, in die Hände

Sie wird'n euch net wehr'nch I des Volkes kam.

, wußte mitgehen, tote er war, tm Arbeitsgetoande. I Ja, einige derselben verstanden es, sich! rasch einen

Johannes folgte auf einige Schritte Entfernung dem I Hauptkanal zu bohren, und sich aus diese Weise das An-

Paare. Vor semen Augen woben sich seltsame Zukunfts- I sehen von Regulären zu geben.

bilder, zu welchen das Kreischen der Sägen, der' Klang * (Fortsetzung folgt.)

Wie ein Junger sprang er über das Arbeitsfeld, daß I der Aexte, das Krachen der stürzenden Bäume einen die Leute ihm kopfschüttelnd nachsaheu. Ein unbändiges I stimmungsvollen Akkord bildete.

Verlangen erfaßte ihn. Der Atem ging ihm aus, er I

mußte sich auf einen Stamm fetzen. | Der Hieb war beendet. Als Johannes die Restsumme

Und dort standen sie; der Ferl und die Rost, lachend, I von hunderttausend Mark in barem (Selbe ausbezahlt schwatzend, ihr Glück immer noch nicht fassend, mitten I bekam, war er wie verwandelt. Er weigerte sich erst ' in der Vernichtung ringsum, mitten in dem toten Wald I entschieden, das Geld dem Herrn Polentz zur Anlage zu standen sie, tote ein Symbol neuen, unverwüstlichen Lebens. I überlassen. Er hätte es am liebsten Bei sich behalten in

Er, das Bild unverdorbener Kraft, in seinem Arbeits- I Aner nächsten Nähe. Es war ja sein Wald, sein ganzer kittet, den verblichenen Lederhosen, dem starken Glieder- I Wald, den er jetzt in eine Kiste sperren und unter sein bau; sie, eine Bunte Blüte, schon leise angereift, die I ^tt stellen konnte.

gerade noch zur rechten Zeit Schutz suchte, und sand am | Polentz mußte ihn- erst daran erinnern, daß er das knorrigen Stamm. I ®e"3 bereits schriftlich seinem Sohne als Heiratsgut ab-

Uud davor stand der alte Grimm, die Schnaklhax, I getreten habe, während die ersten fimfzigtausend sein un- die Mütze in den gefalteten Händen, ganz andächtig, als I bestrittenes Eigentum seien.

bete er. I Johannes mußte nachgeben; aber von diesem Augen-

Lange betrachtete Johannes das Bild. Das Naß kam I blick an war fein Entschluß gefaßt, seinem Sohne in die ihm in die Augen. Das war also die Zukunft, der künftige I Stadt zu folgen. Er wollte es wenigstens mit ansehen, was Bauer vom Wald! I da drinnen in der Stadt mit seinem zu Golde gewordenen

Und er dachte der Worte des alten Grimm von I Walde geschah. Alle Zureden und Bitten Rosls, alle die dem dankbaren Boden, der noch ein Dutzend solcher Wälder I verlockenden Besprechungen, welche kindliche Liebe eingaben, in sich berge, und die Holzklötze rings schlugen frisch I konnten dagegen nicht aufkommen.

aus, Trieb drängte sich an Trieb, der köstliche Duft neuen I Tas Geld, das er einmal in der Hand gehabt, zog Werdens stieg auf ringsum. I "w magnetisch an, er mußte ihm folgen.

Kerzengerade ging er auf das Paar zu. Doch kaum I Rosls, die Uebergabe des Hofes an

erblickte ihn Rosl, da eilte sie auf ihn zu, daß ihr der I ^rk war der Abschluß,

Hut vom Kopfe flog, und die Zöpfe sich lösten im zerrenden I $rm^riaBr w 9eTexert/ tote man in etnem

Gektrüvv. I ,8U lyuii pjiegr.

Johannes muhte sich tüchtig einspreizen, um den jugend- I - er enT ag begann schon der Umzug des Bauern

lichen Anprall auszuhalten. I .1!?bte Strnmna

Jetzt bin i wieder heil, Vater, ganz heil!" jubelte I e§ k

Rosl.O, Du liab'r, guat'r Vater, wia soll i Dir das I ,.,^^o^"w'^ ^"kte enie fieberhafte Hast ergriffen. Er veraelt'n?" I wollte zu seinem (Selbe, das in Polentz Hanben war.

Johannes kaufte die Minuten aus. Er sprach kein I ?el?örte ni^ Ä

Wort, und drückte den Blondkopf innig an sich. | % f,( Ct^x,5°^,e ' <em ^vertragliches

Unterdeß stand der Ferl vor ihm, seinen Hut drehend I ^hv mc^ meJ>r suru(i0enoinmen,

in rtrrtpr stWprrpnbpit I drängte es ihn nach dem neuen, von Polentz so ver-

Scbau Kerb' saate Kobannes iefct is ia komm« I (otfenb geschilderten Lande, in welchem die Goldstücke wer" d^B-rg di'. 'L S "?ch d'.? Di »Lgs Ä ,

hat. G'rad der Wald hat s' netrein lass'n. Jetzt liegt I be r l t a"nd .. iarl mußten wieder her, die er sich er da am Bob'n, und i halt' sie wohl nimm« auf. Hast I $ t abschwatzen lassen, eher wollte er nicht ruhen.

Du s' wo gern, d' Rosl? So was ma in der alt'n Zeit 5-

gern hab'n gnennt hat?"

O, mei Bauer" Ferl drehte verlegen den Hut in der Hand und seufzte schwer auf.

Nun denn, in Gott's Nam'n, so habt's anand'r, und tragt's mitanand'r."

Er legte ihre Hände zusammen. Ein Baum stürzte eben mit dumpfem Krach zu Boden.

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