Ausgabe 
10.12.1901
 
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langen Die Eisenbahnen bildeten mein spezielles Ent­zücken; denn alle Fortschritte des modernen Eisenbahn­wesen? haben hier ihre Berücksichtigung gefunden; sogar die pneumatische Weichenstellung, eine Erfindung neuesten Dratums, hat hier Eingang gefunden. Lokomotiven gießt es hier, deren Lauf vollkommen geregelt werden kann, wie bei einer großen, modernen Lokomotive; sie laufen schnell und langsam, vor- und rückwärts, tote du es haben willst. Dann sind da prächtige Bahnhöfe, Wartehallen, Weqüberführungen, Zahnradbahnen, Tunnels man möchte selbst wieder ein Kind werden, um mit all diesen schönen Dingen spielen zu können. Es gießt da Schlaf­wagen, Speisewagen, Durchgangs-Züge, ja die Hofzüge sind vorhanden, mit ihrer vollständigen glänzenden Ein­richtung. t ,

Im dritten Stockwerk folgen verschiedene Kindermobel, wie Schränkchen, Tische und Waschtische. Auch verschiedene Lagerräume, wie Schneider-Ateliers, siitd in dem Geschoß vorhanden; denn hier werden in großem Maßstabe die Puppenkleider zugeschnitten, genäht usw.

Ihr wollt gewiß erfahren, wo ich das alles gesehen habe; ich werde es euch nicht verraten. Denn wenn ihr nur brav Umschau haltet, so werdet ihr schon irgendwo die schönen Dinge finden. Das aber sage ich euch thut ordentlich Geld in eurem Beutel; denn toemt eure kleinen Madels und Jungens nicht den Weihnachtstisch ordentlich mit Spielzeug belastet fänden, so hätten diese Zeilen völlig ihren Beruf verfehlt.

Unser Garten iiu Dezember.

Nachdruck verboten.

Obstkeller, Gemüsekeller, Gewächshaus und Pflanzen­zimmer brauchen unsere Aufmerksamkeit. Im Obstkelter ist es nicht geheuer, Klagen werden überall laut. Es fault das Obst mehr als in anderen Jahren, weshalb dies der Fall ist, hat sich bislang nicht ergründen lassen, daß es aber so ist, das erfordert die Aufmerksamkeit in doppeltem Maße. Also reichlich lüften, niedrige Temperaturen halten und oft nachsehen, ob irgendwo ein Stück fault. Wo faulende Früchte nicht rechtzeitig entfernt werden, bildet sich gar schnell ein Fäulnisherd, der sich rasch vergrößert. .....

Im Gemüsekeller wird ein Fehler oder eine Nachlässig­keit nicht gleich so stark bestraft, aber auch hier heißt es: Lüften, immer wieder lüften bei mildem Wetter und Fort­nehmen aller faulenden Blätter oder Wurzeln; denn auch sie bilden einen gefährlichen Krankheitsherd.

Jnr kalten Geivächshaus fault es auch leicht, weil kühle Luft und zuviel Feuchtigkeit der Luft das Stocken der Blätter und weicher Teile hervorruft, wenn wir nicht hin und wieder durch mäßiges Heizen und Lüften bei mildem Wetter mehr Trockenheit schaffen, und dafür sorgen, daß jedes faulende Teilchen schnell entfernt wird. Diese Arbeit bildet ja int kalten Gewächshause fast die ausschließliche Arbeit; demr das Gießen der Pflanzen ist höchst selten notwendig, weil die Pflanzen nicht wachsen, urrd weil. die kühle, feuchte Temperatur ihnen wenig Feuchtigkeit nimmt. Gleiches gilt von ' den Pflanzen, die wir im kühlen Zimmer oder im Keller überwintern. Wer in achttägigen Pausen einmal mit der Gießkanne kommt, kommt hier häufig, wer 14 Tage lang wartet, kommt manchmal gerade recht, und wer bei großen Kübelpflanzen noch seltener kommt, versäumt auch noch nichts. Aber eins darf nicht vergessen werden: Die Pflanzen sollen wenig Feuchtigkeit haben, jedoch nicht aus­trocknen und wochenlang dürr dastehen, das bringt im Winter ebenso wie im Sommer den Tod.

Ganz anders gestaltet sich unsere Pflege bei all' den­jenigen Pflanzen, die in warmen Räumen stehen. Die Wärme der Heizung macht die Luft trocken, die Wärme regt außerdem zum Wachsen an, es wird also bei diesen Pflanzen viel Feuchtigkeit verarbeitet, je mehr, je näher die Pflanzen der Heizung stehen, daher kann e§ notwendig werden, daß man einzelne Pflanzen im Winter viel häufiger gieße» muß als im Sommer.

Im Dezember beginnen wir langsam mit dem Treiben unserer Hyazinthen, Tulpen, Maiblumen.

Im Freien ist unsere Thätigkeit durch die Witterung beschränkt. Bei mildem Wetter wird rigolt, werden Pflanz­löcher gemacht, werden die Komposthaufen umgesetzt, wird der Rasen abgerecht, mit Kainit oder Thomasmehl gedüngt.

Wir düngen auch! mit Jauche, aber diese Düngung braucht nicht allein bei frostfreiem Wetter vorgenommen zu werden. Wir können auch den in rauher Furche daliegendeu Boden bei mildem Frost mit Jauche übergießen, können bei mildem Frost Kompost und verrotteten Dünger auf den Rasen fcibECU IC.

Das Äusputzen der Bäume, Absuchen der Raupennester, Abkratzen der Rinde, das Ausschneiden der Beerensträucher, das Schneiden der Gehölze kann bei Frostw.etter seinen Fort­gang nehmen. Wo wir es versäumt haben, unsere Alpen­rosen, Freilandazaleen zu schützen, werden noch schnell einige Tannenreiser darnmgestellt. Lockeres Tannenreisig -erhalten die Hyazinthen und Tulpenbeete, die Erdbeerbeete. An den Stellen, an denen Lilien stehen, breitet man tüchtig Laub aus, schützt auch noch Bäume gegen Hasenfraß durch Draht und Dorn. Des Reinigens geernteter Samen, des An­spitzens von Baumpfählen, des Ausbesserns der Garten- fchnuren, Schleifens der Spaten, kurz all der Arbeiten am Gartengeschirr sei zum Schluß noch als echter Dezember- arbeit gedacht. v r

Den Meisen werden Speckschwarten hmausgehangt, auch halbaufgeschlagene Nüsse an Bindfäden zur Atzung vor­bereitet, den Buchfinken, Amseln, Spatzen sind kleine Kästchen mit Brot und Sämereien an geschützten Platzen aufzustellen. Das muntere Treiben der Vögel ist Lohn genug für unsere geringe Mühe und spornt uns nicht allein an, rechtzeitig Ersatz zu bringen, sondern diese Arbeit als schönste des ganzen Winters zu betrachten. n. r r

u 8 I. C- Schmidt, Erfurt.

Katechismus der Schachspielkunst.

Von K. I- S. Portius. Zwölfte, vermehrte und ver­besserte Auflage. In Originalleinenband 2 Mark 50 Pfennig.

Verlag von I. I- Weber in Leipzig. ,

Deralte Portius" hat Generationen von Schachspielern herangebildet; feilt Ruhm als Lehrmeister des Schachspiels ist unerschütterlich. Zahllose Lehrbücher mit denselben Zielen sind in der Zwischenzeit erschienen, aber keins hat ihn verdrängen tonnen. Bei der Bearbeitung oer neuen Auf­lage des Werkes trat an den Herausgeber, Dr. jur- Her-, mann v. Gottschall, die Aufgabe heran, den alten anerkannten Vorzügen des Buches gerecht zu werden, gleichzeitig aber die Errungenschaften der Neuzeit zur Geltung zu bringen. Tiefgreifende Aeuderungeu hat der Herausgeber nur bet Erörterung der Endspiele vorgeuvmmen, da an einen mo­dernen Schachspieler größere Anforderungen auf diesem Gebiete gestellt werden. Auch die Problemabteilung hat eine Neubearbeitung erfahren. Deralte Portius" ist auch in neuer Auflage wie bisher ganz dazu angethan, den Anfänger von vornherein zu selbständigem Nachdenken an- zuregen und den Sinn und das Verständnis für die Schwierigkeiten und Schönheiten des Schachspiels zu ivecken.

Gemeinnütziges.

Gefrorene Fenster sind sofort.aufzutauen, wenn sie mit einem in Spiritus getauchten Lappen abgerieben werden. , , ,

Puppenköpfe von Wachs lassen sich wieder anf­frischen, wenn man sie mittels Watte, die man in unge­salzener Butter angefettet hat, abreibt. Hierauf betupft man die Wangen mit rotem Puder, und Augenlider und Brauen zieht man vorsichtig mit brauner oder schwarzer Oelsarbe nach. Oft lassen sie sich reinigen, wenn man sie mit einem! Schwämmchen ab wischt, welches man vorher in kaltes Wasser getaucht hat, dann bestäubt man den noch feuchten Puppen­kopf mit Mehl und reibt ihn vorsichtig mit einem Stückchen weichen Flanells oder Seide ab.

Praktischer Wegweiser", Wurzburg.

Kapselrätsel.

Nachdruck verboten.

Schwert Orden Karpfen Honig Nichte Gelehrter Geist Dentist Thaten Klerus Vernichtung Bewertung.

Es ist ein Sprichwort zu suchen, dessen einzelne Silben der Reihe nach in vorstehenden Wörtern eingekapselt sind, ohne Rücksicht auf deren Silbenteilung. (Auflösung in nächster Nummer.)

Auflösung des Bilderrätsels in vor. Nr.:

I Hunde, die bellen, beißen nicht.

Redaktion: E. Burkhardt. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Univcrsitiits-Buch- und Stcindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.