Ausgabe 
10.11.1901
 
Einzelbild herunterladen

644

f-

aber die Arbeit mit dem Spaten und mit dem Messer.. Der .Herbst ist die Zeit des Grabens und die Zeit des Schneidens. Gegraben wird alles, was abgeerntet ift; denn das Graben im Herbst kommt gleich einer halben Düngung, so sagt das Volkswort, und wer möchte nicht düngen, ohne daß er in umständlicher Weise Dünger kaufen und auf das Land bringen müßte! Daß beim Graben Quecken­wurzeln, Wurzeln der lästigen Winde und anderer dauern­der Unkräuter ausgesucht werden sollen, verlangt jede gute Arbeit.

Hie und da sind auch noch einige Aussaaten zu machen. Man sät noch Schwarzwurzeln, Mohrrüben, Kerbelrüben; man Pflanzt noch Winterkvhl und Wintersalat, man legt Meerrettichbeete an, rigolt für zukünftige Spargelbeete, sät ; Spargelsamen. Viel mehr Arbeit als die Aussaaten macht das Einwintern der Gemüse. Dasselbe soll ordentlich ge­putzt und dann so überwintert werden, daß es sich nicht allein hält, sondern auch schmackhaft bleibt. Wie viel wird da gesündigt! Dumpf und moderig ist der Geschmack der­jenigen Gemüsearten, 'die an dumpfen Orten aufbewahrt sind oder in der Nähe faulender Gemüse gelegen haben. Frische Luft für alle Aufbewahrungsräume unserer Gemüse sei daher strengste Losung, ob das Gemüse nun im Keller oder in der Grübe oder im Mistbeetkasten oder im kalten Gewächshause aufbewahrt wird. Im dunkle« Keller bleicht das Kardhgemüse von selbst, giebt es brauchbare Cichorien- blätter ohne unser Zuthun, wo aber grünes Laub der Peter­silie oder des Sellerie gewünscht wird, da ist Heller Stand notwendig.

Die überaus schlechten Erfahrungen,, welche wir im ver­gangenen Winter mit unseren Erdbeerbeeten gemacht haben, werden uns Heuer veraulassen, die Beete mit leichtem . Tannenreisig zu decken. Auch Pfirsiche und Aprikosen an der Wand brauchen solche Decke, vorher aber sind sie mit Kupferkalkbrühe tüchtig zu bespritzen. Der Weinstock ist zu . schneiden, dann zu putzen und mit Kalkmilch, der reichlich Blut zugemischt ist und etwas Schwefel, anzustreichen.

Im Obstgarten beginnt das Ausästen. Die Kronen sollen licht werden. Hemmende Aeste, dürre Aeste, kranke Aefte, Wasserschosse, Ausläufer, alles ist zu entfernen. Die Wunden sind mit Teer zu streichen. Das Pflanzen der Obstbäume nimmt seinen Fortgang, richtiges Pflanzen, rich- , tiges Schneiden ist eine Hauptsache.

Man kann mit dem Schnitt des Forinobstes beginnen. Gegen Frostnachtspanner sind die Ranpenleimringe kleb­fähig zu erhalten, die Eier des Ringelspinners sind zu ver­nichten und die in den dürren Blättern hängenden Nester des Gvldafters herunter zu holen.

Ein ungleich schlimmerer Feind unserer Obstbäume ist , der Borkenkäfer, der hie und da beginnt, verheerend aufzutreten. Kein Baum ist zu retten, sobald dieser unheim­liche Gast erst zwischen Rinde und Holz sich eingenistet hat, und ängstlich sollte jeder Baum, der nach kurzer Zeit ein­geht und kleine, stecknadelgroße Löcher in der Rinde und flache Bohrgänge auf dem Holze zeigt, vernichtet werden. Gleich ins Feuer mit solchen Gesellen und alles fort aus. dem Obsthof, was irgendwie vom Borkenkäfer bewohnt zu sein scheint. Nur durch solche außergewöhnlich energische Mittel ist ein Bauinhos vor diesem Feinde zu retten.'

Dünge im Obstgarten! Es kann verschieden ausgeführt werden, entweder mit Stallmist, mit Jauche oder mit künst­lichen Düngern.

Weißdornhecken werden angelegt, Beerensträucher jeder Art gepflanzt, Himbeeren vor allem nicht vergessen. Eine besonders reichtragende Sorte ist Goliath. Sie lieferte bei den vergleichenden Anbauversuchen noch einmal so viel Er­trag als alle anderen.

Das Einwintern der Rosen beginnt. Trocken sie einzu­wintern, darin liegt die Kunst des Rosengärtners und wenn er sie berücksichtigt, ist es ganz gleichgiltig, ob er zuni Einwintern Erde, Sand, Dorfmüll oder Holzdächer verwendet. Die Clematis bedürfen eines kleinen Schutzes, auch die Magnolien, ferner manche Stauden, die sich durch große Blätter auszeichnen, so die Gunnera. Die Bananen sind ins Haus zu bringen, Mrschlvrbeer, feinere Nadel­hölzer, Azaleen- Alpenrosen ein klein wenig mit Laub zu necken oder sonst wie einzupacken; auch Lilien bedürfen der Laubdecke. Fuchsien, Pelargonien, Verhenen, Petunien, Begonien re. sie wollen mildwarm und verhältnismäßig trocken stehen. Trieb im Winter ist ein unnütz und gefährlich

Ding, wie besonders anschautich in Nr. 30 desErfurters Führers im Gartenbau" geschildert wurde.

Man kann allmählich die Hyazinthen etwas wärmer stellen; von Christrosen, Anemonen, Winterstern durch Auf­stellen in 2 bis 4 Grad warmem Raum Wuchs und Blüte hervorlocken. 'Auch Calla wollen jetzt treiben, sofern sie im Sommer geruht haben und im September umgepflanzt wurden. I. C. Schmidt, Erfurt.

Daheim-Kalender 1902.

Verlag von Velhagen & Klasing, Bielefeld und Leipzig. Preis geb. Mk. 1.50.

Soeben erscheint der Daheim-Kalender für das Jahr 1902, wie immer reich und geschmackvoll ausgestattet und ungemein inhaltreich. Er bringt hübsche, gemütvolle Erzählungen von H. von Krause und Agnes Harder, trefflich illustriert von W. Zehme und Paul Hey. Er bringt weite« einen orientierenden Artikel überDie Entwickelung und den Verlauf der chinesischen Wirren" von W. v- Bremen, einen fesselnden Aufsatz,Ein Jahrhundert deutscher Bildhauerkunst" von Dr. A. Rosenberg, einen ernsten, schönen BeitragDein Wille geschehe!" von Otto Funke, dem ge­feierten Bremer Pfarrer; außerdem reichhaltige Beiträge mit allerlei praktischen Anleitungen für unsere Frauen, vielerlei Gemeinnütziges, eine vollständige Genealogie der regierenden Fürstenhäuser ic. Besonders aufmerksam möchten wir aber auf die Zusammenstellung überStifte und Heime" von D. Theodor Schäfer machen- Wer da weiß, toie schwierig es ist, für einen Schützling oder einen Verwandten ein passendes Heim, einen vor dem Sturm des Lebens gesicherten Aufenthalt zu finden, der wird diese praktische Zusammenstellung zu schätzen wissen. Sie ist übrigens die Ergänzung eines entsprechenden Aufsatzes im vorjährigen Daheim-Kalender und bildet im Verein mit diesem ein mit großem Fleiße zusammengestelltes, in seiner ganzen Anlage einziges, für alle Interessenten geradezu unersetzliches Nachschlagebucht

Gemeinnütziges.

Schutz gegen Einfrieren der Wasserleit­ungen. Man bedeckt die Wasserröhren mit Sägespähnen und einer Lage von Streu, Lohe oder dergleichen und legt darauf nuß- bis faustgroße Stücke von gebranntem Kalk, die wiederum mit einer Lage Streu überdeckt werden. Dann wird bei Rohrleitungen, die nahe der Oberfläche liegen, der Graben zugeworfen . Der Kalk zieht sehr allmählich Feuch­tigkeit an, und die sich entwickelnde Wärme genügt, um die Leitung während eines ganzen Winters vor Einfrieren zu schützen. Schon gefrorene Leitungen lassen sich dadurch wieder auftauen, daß man sie, wie beschrieben, mit Streu und gebranntem Kalk bedeckt und dann Wasser übergießt.

Praktischer Wegweiser", Würzburg.

*) Lösungen sind mit Aufschrift: ,,PreisrStsel-8ösuug" versehen innerhalb acht Tagen an die Redaktion derGirßeue? Familienblälter" einzusenden.

Auflösung des Telegraphenrätsels in vor. Nr.: Borgen macht Sorgen. (Boreas, Augen, Minna, Licht, Soda, Regal, Wien.)

Preisrätse I.*) Rösselsprung.

Nachdruck verboten.

dich

le

von

ein

wenn

wenn

lob

kcn

sie

be

wem

ta

wol

ein

beim

del

der

6 en

kann

dein

den

von

dich

del

dcln

auch

be

ken

kann

wem

quer

krön

a

Palm

UN

ist

Redaktion: E. Burkbardt. Rotationsdruck und Berlaa der Briibl'schen liniversitiits-Vuch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.