Ausgabe 
10.10.1901
 
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,mr bei Hunden, sondern selbst bei Pferden, Elephanten und anderen höheren Tieren überraschende Lehrresultate erzielen. _____________

Unser Garten im Oktober.

(Nachdruck verboten.)

Was Baum und Strauch gebracht, das suchen wir zu ernten und zu bergen, und was der Fleiß im Gemüsegarten schaffte, das soll den Wintervorrat mehren. Beim Ernten ist immer darauf zu achten, bcuß nur die Frucht Dauer haben lann, die fleckenlos und ohne Druckstellen einge^ leimst worden ist. Zum vorsichtigen Ernten zwingt uns deshalb in erster Linie unser Interesse an der frucht, in zweiter Linie aberauch! unser Interesse an dem Baum. Wo rücksichtslos Frucht und Knospe abgerissen wrrd, . da ist rücksichtslos die nächstjährige Ernte bereits im Keime ge­schmälert worden. Das Interesse nn. dem Baum zeigt sich aber nicht allein in dem vorsichtigen Ernten, es soll petzt aedüngt werden, es soll weggeschnitten werden das Lieber» flüssige und Hemmende, es soll fortgenommen werden, was die Lebenskraft des Baumes stiehlt, das jinb die Wasser- ,reifer, und das ist das Ungezieser, und das sind die Puz- schodlinge. Abkratzeu der Baumrinde, Kalken, Leimringe legen, mit Kupferkalkbrühe spritzen, Vernichtung des madigen Obstes, Vernichtung der Puppen, die in dem Boden sind, durch! Lockerung, durch Einlaß von Hühnern, durch Kus-- sammeln rc., ist eine dringende Notwendigkeit. Der Ein­winterung der Gemüse wurde bereits gedacht. Lauch, Meer­rettich, Schwarzwurzeln, können im Freien bleiben. Man sät noch Spinat, Kerbelrüben, Feldsalat, Spargelsamen. Man gräbt und düngt mit Kalk uiid Dünger alle abgeernceteu

Pflanzlöcher für Obstbäume, Beerensträucher rc. werden gemacht. Man sorge dafür, daß sie groß genug werden. Für den Obstbaum mindestens 1 Meter im Quadrat, für die anderen Pflanzen 30/50 Zentimeter. Auch gute Pflanz- erde ist nicht zu vergessen, und dort, wo dem Mutterboden Letteschichten untergelagert sind, soll mail das Pflanzloch nicht im diese Letteschichten hineinfühven, oder gar ne durchbrechen. Man würde durch solche Arbeit nur bte Wurzeln in den schlechten Untergrund hineinleiten und den Baum in Kürze brotlos machen. Man pflanzt auch, sorgt aber, daß die Wurzeln der zu pflanzenden Sacheil nie­mals trocken werden. Das Abtrocknen der Wurzeln berm Pflanzen oder vorher bringt den Bäumen größeren Scheiden als vieles andere. Man entblättert allmählich seine Rosen, ttotnif sie au Winterfestigkeit gewinnen. Man pflanzt noch Stauden, legt Marienblümchen um, setzt Hyacmthen, Tulpen, Crocns auf Beete, Töpfe oder Gläser und sorgt bet ersteren durch Zwischenpflanzung voll Stiefmütterchen, Vergißmetn- nicht und dergleichen, daß die Beete gleich im Frühjahr hübsch- aussehen. ,

Einige Blumensamen, so Reseda, Escholzren, Mohn lassen sich auch im Herbste aussäen. Diese Aussaat ist dann be­sonders angebracht, wenn man ungünstige Verhaltnrsse, Strauchpartien rc. mit den Pflanzen besetzen möchte.

Die Zimmerpflanzenpflege tritt meyr ttt thre Rechte, allmählich werden die Sachen eingeräumt Daber ist Vorstcht geboten. Die Pflanzen bedürfen anfangs viel größere Wasser­mengen, als sie in letzter Zeit im Freien notwendig hatten. Daher heißt es einige Wochen hindurch stärker gießen. Viele Gewächse - Topsobstbäume, Topfreben werden tm Herbste umgepflanzt. Man kann dabei viel von den alten Wurzeln sortschueid-en. Topfrosen, die zum Treiben benutzt werden sollen erhalten ein Drittel gute Erde. Tretbp,tanzen, wie Helleborus, Flieder, Prunus triloba und andere werden eingevflanzt, auch Veilchen nfcht vergessen. .

Man stellt die Kästen für dre Knollen, Begomen, Gla- dioleu, Dahlien, Canna zurecht, damit, wenn l«. der Frost Frost vlöülich und heftig eintritt, er uns vorberettet fmdet. Die Üeberwinterung. selbst muß sich den Räumen anpasten, die wir dazu benutzen. Davon das nache Mal.

I. C. Schmidt, Erfurt-

Roman von Hanns v. Zobeltitz,Besiegter Stern", der den Leser in ein ganz neues Milieu führt, in die Riesenarbeit an einem der gewaltigsten Alpentunnel. Außerdem wer­den für den Jahrgang Romane von Georg Frhr. v. Ompteda und Paul Oscar Höcker angezeigt. Die erste Nummer ist überaus reichhaltig; sie bringt u. a. eine feine Novelle von Carl Busse, einen Hochtouristen-Artikel aus den Dolo­miten von Georg v. Ompteda, einen naturwissenschaft­lichen BeitragRattenwanderungen" von Prof. Dr. Mar­shall, einen Artikel über Venezuela von C. v. Hesse-Wartegg und in den verschiedenen, der Frauenwelt, den Kindern, den Musikverehrern, den Blumenfreunden, bem, Sammel­sport gewidmeten Unterabteilungen eine Fülle interessan­ten Materials; inAus der Zeit für die Zeit" werden die Tagesereignisse an der Hand aktueller Momentphoto- qraphien in Autotypien vorgeführt, während die sonstige Illustration des Blattes fast vollständig auf künstlerisch vollendetem Holzschnitt beruht, alter, guter Tradition getreu. Die Nummer bringt außer zahlreichen anderen Bildern eine meisterhaft in Tondruck ausgeführte Kuust- beilage nach dem GemäldeAbendläuten" von Professor Ludw. Dettmann.

Gsmssmmizigss.

Tapezieren neuer Wänd e. Es ist durchaus fehlerhaft, vor Ablauf eines vollen Jahres neue Wände zu tapezieren. Selbst bei sorgfältigstem Lüften Abwäschen des Schimmels, der sich unweigerlich bildet, und Anwendung jeder anderen gebotenen Vorsichtsmaßregel verdirbt dte Tapete und wird bald in Fetzen herabhängen. Allen Haus­besitzern unter uns, und jedem, den es sonst angeht, ser diese auf Erfahrung begründete Notiz bekannt gegeben, dte jedermann beachten sollte, der sich vor Schaden tmd Un­kosten schützen möchte, um so mehr, als gegentetltge Metn- unqen nur zu oft vertreten werden. Uebrigens gtcbt dte Mode jetzt gemalten Wänden vor Tapeten den Vorzug. Es sollen sich auf ihnen, besonders wenn ste tn Stetttgrau gehalten find, Gemälde und Kunstwerke besser abhebeit.

Gegen Mauerfratz dient folgende Mörtelmischung: 35 Teile gewaschener, scharfer, aber trockener Sand, 65 Teile Kalkpulver und 3 Teile Bleiglätte werden mtt dein 14. Ge­wichtsteile Leinöl eine halbe Stunde lang gekocht. Der Anf- traa dieses Mörtels muß vom Kessel weg heiß auf die vor- aewärmten Mauerflächen geschehen, läßt sich mtt verschte- denen Farben versehen und ist sehr wetterbeständig.

Praktischer Wegweiser", Wurzburg.

Babys Frage:

1. Mütterchen, ich bitt dich, horch, - Wird ein Baby, das der Storch

In die Wiege legt im Nu, Eirist ein großer Mensch wie du?

2. Mütterchen sag, ist es wahr, Daß die ganze Babyschar, Alle Mädchen, alle Knaben, Ihren guten Engel haben?

3. Das ist beides wahr, mein Kind;

. Wenn die Baby artig sind, Kommt der Engel in die Wohnung Und bringt dann mit zur Belohnung:

4 Was euch Stärke gibt und Kraft, Und Gesundheit ftet§. verschafft, Aus dem General-Depot: Kasseler Hafer-Kakao.

Kapselrätsel.

(Nachdruck verböten.)

Es ist ein Sprichwort zu suchen, dessen einzelne Silben der Reihe nach versteckt sind in den nachstehenden Wörtern ohne Rücksicht auf deren Silbenteilung.

Gebeine Nachtisch Gesindel Pfalz Leun Skat Mützen Graupen.

(Auflösung in nächster Nummer.)

_ Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schm Universitäts-Bnch- und Steindrnckerei (Pietsch Erben) in Gießen.

Redaktion: E. Burkhardt.

Auflösung des Abteilrätsels in vor. Nr.: Mai Seil Emil Zange Rast

Mais Eile Milz Anger Ast,

tritt soeben in seinen 38. Jahrgang unb ladet damit zum « Abonnement ein. Den Jahrgang eröffnet etn großer :