Ausgabe 
10.9.1901
 
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Arten. Hummern sind in englischer und norwegischer Ware vorhanden. Feinschmecker schätzen die Krebse nicht mehr hoch, sie bevorzugen jetzt Austern, frischen Astrachaner Ka­viar und Pfahlmuscheln.

Sorbet.

(Nachdruck verboten.)

Tie BezeichnungSorbet" wird heute für sehr mannig­fache kühlende Getränke angewandt, obwohl man ursprüng­lich nur eine aus dem kühlenden Saft des Granatapfels sowie Zitronensäure und Zucker bereitete Limonade mit dem NamenSorbet" oderScherbet" belegte. Ein der­artiges Getränk war schon bei den ältesten Knlturvölkern beliebt, wie aus dem Hohenlieds Salomons hervorgeht; der bezügliche Vers lautet:Ich wollte Dich tränken mrt dem Most meiner Granatäpfel".

Heute versteht man unter Sorbet allgemein Gefrorenes, das unter Zusatz alkoholischer Flüssigkeiten bereitet lvird, und diese Erklärung ist auch für die englische Bezeichnung Spoon" anwendbar, welche eben auch nur eine Art Sorbet darstellt.

Tie meisten Sorbets unterscheiden sich von dem eigent­lichen Gefrorenen dadurch, daß sie weniger gezuckert sind, daß wenigstens ein Fünftel der Masse aus alkoholischen Zusätzen besteht, und daß das Ganze etwas flüssiger ge­halten wird. Zur Bereitung der Kältemischung für die Sorbets verwendet man etwa ein Drittel weniger Kochsalz als zur Bereitung von Fruchteis. Wenn die erforderliche Mischung in die Gefrierbüchse gethan ist, dreht man sie etwa 5 Minuten lang schnell in der Kältemischung herum, öffnet sie und löst mit einem Löffel die Teile los, welche sich an der Wandung festzusetzen begannen. Dies Ber- | fahren wiederholt man immer wieder, bis die ganze Misch- | ung genügende Festigkeit erlangt hat- Erst dann werden die alkoholischen Flüssigkeiten zugesetzt. Tann läßt man das Salzwasser ad und füllt den Eimer rings um die Büchse wieder mit Eis und Salz.

Es giebt natürlich eine sehr große Zahl von Rezepten zur Bereitung von Sorbets, doch möchte ich nicht unter­lassen, einige besonders beliebte Bereitungsmethoden hier anzuführen.

Ten bekanntenMarasquino-Sorbet" bereitet man zu­nächst aus einer Mischung von einem Liter Zucker-Syrup und! je einem Eßlöffel Jasmin- und Orangeblüten-Wasser. Hat sich aus dieser Mischung das Gefrorene gebildet, so setzt man den aus vier Eiweiß bereiteten Schnee hinzu, bearbeitet die Masse in ca. 10 Minuten mit dem Spatel oder Löffel und sekt einige Gläschen feinen Marasquino hinzu. Am beliebtesten ist der Marasquino di Zara aus Dalmatien, ein krystallheller, nach bitteren Mandeln schmeckender Likör, der aus einer kleinen, nur im Süden gedeihenden Schlehe bereitet wird. .

Noch ein anderer beliebter Sorbet wird unter Ver­wendung aromatischer Blütenwasser erzeugt- Man bereitet das Gefrorene aus einem Liter Zucker-Syrup, 50 Gramm Rosenwasser und ein wenig Kochenille-Farbstoff. Darauf setzt man je nach Neigung und Geschmack fünf oder sechs Likörgläschen Weingeist bezw. Rosen-Jasmin- oder Orangen­likör hinzu. ..

Der Erdbeersorbet kann dem außerordentlich beliebten Erdbeereis an die Seite gestellt werden. Dem Saft von 750 Gramm frischer Erdbeeren und 250 Gramm Johannis­beeren setzt man drei Viertel Liter dicht eingekochten Zucker- syrup, sowie den Saft von zwei Zitronen zu. Vor dem Füllen der Gefrierbüchse wird die Masse sorgfältig durchs geseiht. Kurz vor dem Servieren setzt man einen halben Liter Wein zu; und zwar kann man, je nach Neigung, Champagner, Bordeaux- oder Burgunderwein verwenden.

Etwas eingehender möchte ich die Bereitung der Spoons behandeln, welche in Deutschland noch ziemlich unbekannt find. Man verwendet zur Herstellung derselben nut Vor­liebe Marsala-, Scherry-, Samos- oder Portwem Man be­reitet zunächst den Zuckersaft, der den Hauptbestandteil der Spoons bildet, indem man bei Berechnung für 10 Personen 325 Gramm Stückenzucker in einen Viertelliter Wasser auflöst; dazu fügt man einen halben Liter reuten Zitronensaft und- drei Zehntel Liter herben Champagner. Das ganze vermischt man gut miteinander. Diese Mischung kommt in die Gefrierbüchse und wird genau wie jede andere

Sorbetmasse behandelt. Tas Ablösen des gefrorenen Zucker­saftes von den Wandungen der Büchse muß recht häufig wiederholt werden. .

Inzwischen bereitet man eine Baisermasse, indem man 60 Gramm Krystallzucker und zwei Eiweiß in einem Kupser- kessel über heißer Asche mit dem Schaumbesen schlagt. Etwa 20 Minuten vor dem Servieren bearbeitet man die ge­frorene Masse noch einmal tüchtig, dann thut man die italie­nische Baisermasse löffelweise unter beständigem. Drehen der Maschine und Umrühren des Sorbets hinzu. Mit jedem Löffel voll Baisermasse fügt man zugleich einen Teil Wein hinzu, bis derselbe mit der Baisermasse zugleich voll­ständig verrührt ist. , r r

Das so bearbeitete Ganze muß bann eine schaumige, ziemlich feste Masse bilden, damit dieselbe nach dem An­richten nicht wieder zusammenfällt.

Man richtet dieSpoons" ganz wie jeden anderen Sorbet in kleinen Krystallschalen oder Sorbetgläsern an, die man vorher in Eis stellt, damit sie sehr kalt sind und dieSpoons" nicht zu schnell schmelzen. Sobald die Spoons" angerichtet sind, muß man sich beeilen, sie zu reichen. ö-

Genreinnutzrges.

Wasserbehälter. Unser diesjähriger heißer Som­mer hat es wieder gezeigt, wie notwendig in allen gärt­nerischen Kulturen das Wasser ist, daß man manche Ge­wächse ohne ausgiebige Bewässerung überhaupt sticht, zu befriedigendem Ertrag bringen kann. Um schnell sein Gärt­chen gießen zu können, ist es sehr zu empfehlen, IW einen Wasserbehälter aufzustellen, um nicht aus das Voü- laufen jeder Kanne am Wasserhahn warten zu müssen. Der Wasserbehälter hat auch noch den Nutzen, daß da^ Wasser im Lause des Tages sich etwas erwärmen kann, man also nicht unmittelbar mit dem kalten Leitungswafser gießen muß. Die neueste Nummer des praktischen Ratgebers im Obst- und Gartenbau, die vom Geschäftsamt zu Frank­furt a. Oder zu erhalten ist, enthält eine Abhandlung über verschiedenartige Wasserfässer von Holz, Eisen und Zement, "otoie auch einige Kostenberechnungen für eiserne und Ze­mentfässer. Gegen das Leckwerden von Holzsassern wird in dem Aufsatze empfohlen, die Innenseite des Fasses nut einer 3 Zentimeter hohen Schicht Zement zu bedecken oder sie mit einem Anstrich von Teer und Schlämmkreide zu ver-

Gewöhnliches Ksochsalz in Wasser gelöst wirkt bei Halsentzündungen und Diphtheritis genau so viel tote das nicht ungefährliche Chlorkalium, welches wiederholt Vergiftungen besonders bei Kindern veranlaßt hat. hat den großen Vorzug der Unschädlichkeit und die Etgen- chaft, den Schleim zu lösen, und den Auswurf zu er­leichtern. Bei heftigen Schleimkatarrhen mit festem, zähen Auswurf, der sich nur unter äußerster Anstrengung nut els Räusperns und Hustens mangelhaft lost, t,t das Kochsalz trocken oder mit Wasser genommen etn vortreffliche^ Er- leichterungsmittek. Bei Blutungen aus der Lunge, aus dem Magen, leistet es als Hausmittel, bevor ärztliche Hilfe kommt, gute Dienste als Blutstillungsmitteb

Bronchial-Erkrank ungen behandelt Professor Lazarus durch entsprechende Lagerung der Patienten. Die­selben werden im Bett flach, gelagert und gleichzeitig das Fußende des Bettes erhöht. Die Art der Wirkung ist fol­gende- Durch die Schwerkraft wird das Bronchtalsekret von Stellen reizunempfindlicher Schleimhautpartieen an Stellen reizempfindlicher gebracht, und gelangt so zur Au»- hustung. Dadurch wird Stauung und Zersetzung des Se­krets verhindert, und die Heilung beschleunigt. Dte Kranken werden morgens und abends je eine Stunde lang m der beschriebenen Weise gelagert, der Erfolg zeigt sich dann nach einer Viertelstunde. Tie Kranken haben dann Stunden lang Erleichterung.

Buchstabenrätsel.

Mit i steht's dort am Waldessaum, Mit o uahm ich's von jenem Baum; Mit a da schaukelt's auf dem Teich, Wer rät es gleich?

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Scherzrätsels in vor. Nr.: Korallen Krallen.

Redaktion- E. Burkhardt. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fcheu UniversitW-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.