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Das Fleisch betreffend, so genießt das Kalb ru diesem Atvnat den Vorzug, auch ist gute Zeit für Lammfleisch und funqe Ziegen. Das zarte Fleisch der Zicklem oder Kitze gilt mit Recht, namentlich in den Alpenländerii für einen guten Braten- er ist leicht verdaulich und wohlschmeckend. Ein gut bereiteter Ziegenbraten genügt auch höheren Ansprüchen, ist aber besonders für die einfache Küche seiner Billigkeit wegen als Sonntagsbraten sehr zu empfehlen. Zum Braten iiimmt man die Keulen, den Rücken und die Vorderblatter. Man häutet und spickt den Rücken, die Keulen und die Schulterblätter, giebt diese mit etwas Salz bestreut in eine Bratvfanne, übergießt sie mit kochend brauner Butter und brät sie unter Hinzugießen von Brühe aus 20 Gramm -aebnis Fleisch-Extrakt eine Stunde. Die Sauce wird mit Mehl verdickt und kann durch Zusatz von etwas sauerer Sahne und einer Messerspitze Paprika verändert werden. Wohlschmeckender wird das Fleisch noch, wenn man es zwei Stunden bor dem Braten mit Citronensaft, Salz und einer Prise Pfeffer einreibt. Noch zu erwähnen ist außer dem Braten die Verwendung der anderen Teile zu feinem Fm- cassee, Ragouts rc. Für den Geflügelmarkt ist im Marz noch Wintersaison, meist wird ältere Ware angeboten, niit Ausnahme junger Tauben, die sehr hoch im Preise stehen. Puten sind billig, dagegen gelten junge Enten und Ganse nls erhebliche Wertstücke. Eier sinken im Preise und sind wtzt eine wirkliche Delikatesse. Auch frische Gänseeier smd eine von Kennern sehr geschätzte Frühstücksspeise, die geeichtesten aber sind die Kibitzeier, mit deren ersten Exemplaren eine kaum glaubliche Preistreiberei veranstaltet wird.
Auf dem Fischmarkt herrscht durch die Fastenzeit große Regsamkeit, der Konsum steht aus der Höhe. Flußfische sind in großer Mannigfaltigkeit vertreten, Karpfen, Zander, Barben, deren Rogen man nicht genießen soll, da er der Gesundheit schädlich ist, Forellen, Salm, Ostsee-, Rhein- und Butterlachs, Aale und Aalraupen oder Quappen, deren Fleisch außerordentlich schmackhast ist, und die sich besonderer Verehrung in Frankreich, Rußland und der Schweiz erfreuen. In Rußland und der Schweiz bereitet man die echte Quappen- fuppe (Soupe de lottes a la russe). Seefische sind in allen Sorten zu haben. Auch an Fasten-Delikatessen ist kein Mangel, Austern, Astrachaner Kaviar, Krebse, Hummern und für Liebhaber Froschkeulen. Bei uns ißt man nur die Keulen, während die Franzosen und Italiener mit Ausnahme der Eingeweide und des Kopfes den ganzen Frosch verzehren. In Norddeutschland gilt er heute noch wie die Weinbergsschnecke als Ausnahmegericht, in Süddeutschland und namentlich in der Schweiz werden die Weinbergsschnecken in den Gärten gezüchtet, im Herbst gesammelt und im Frühjahr in den Handel gegeben. Die Zufuhr von grünen Heringen stockt, da in Schweden keine gefangen worden, und aus England kommen nur wenig und sehr kleine zu hohen Preisen. Konservierte Matjes-Heringe sind zu neuen Kartosfeln aus Paris in tadelloser Güte zu haben.
Heinrich I. wurde durch den Verlust seines ältesten: Sohnes und Erben so schwer getroffen, daß er nach dreiem traurigen Ereignis nie wieder fröhlich und seine Lebenskraft schnell aufgezehrt wurde. Eduard III. wurde im hohen Alter durch dieselbe Ursache zu Boden gedrückt — durch den Tod seines Sohnes, des liebenswürdigen „Schwarzen
Heinrichs VI. und Georgs III. Wahnsinn wurde zweifellos herbeigeführt durch die Bürde des Herrschertums, die zu schwer für schwache Schultern und schwache Köpfe ist. Georg II. soll infolge des Berstens einer Herzkammer gestorben sein, welche durch eine Erregung über den rühm-' reichen Erfolg seiner Heere verursacht war.
Beispiele von Verkürzung des Daseins durch Ausschweis- ung uud lasterhaftes Leben gaben Karl II., Heinrich VIII , und Eduard VI. Der erste dieser drei und Georg II. sind ! wohl von allen ihren Vorgängern und Nachfolgern i am schnellsten hinweggerafft. _ , . ., _
Heinrich VII. und Eduard VI. starben an L-chwrndsucht, die beiden einzigen Fälle, in denen englische Herrscher an der „nationalen Plage", wie die Engländer es nennen, . starben. Abgesehen von Heinrich VI. und Georg III. (die beide bei ihrem Tode nur dem Namen nach noch Könige । waren) starb kaum einer der englischen Herrscher nach [ längerer Krankheit. Die englische Geschichte berichtet kein Beispiel, in dem das Volk den Tod seines Herrschern er- wartete, Monat auf Monat, Woche auf Woche, „zollweise", wie es in der Leidensperiode unseres Kaisers Friedrich III. der Fall war.
Altersschwäche war in mehreren Fällen — so auch beider i verstorbenen Königin — die Todesursache. Georg III., Wu- . Helm IV., Elisabeth, Heinrich VI., Eduard III. und Heinrich III., alle starben in hohem Alter.
Drei starben sehr jung: Eduard V. im Alter von 14 [ Jahren, Eduard VI. im Alter von 16 und Heinrich VI. im Alter von 33 Jahren.
Lrtterarisches.
Katechismus der Musik von J.C.Lobe. 27. Auflage. In Original» leinenband 1 Mark 50 Pf. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Ein Buch, das in den Kreisen der Musiker wie der Mufikfrcuiid! eine enthusiastische Aufnahme gesunden hat, davon zeigt die stattliche Zch-r der Auflage! Lobes Katechismus verdient aber auch ,n vollem Matze ihm gewordenen Beifall; denn er führt durch die ganze Praxis und Tb-or« der Musik von der Tonleiter an bis zum doppelten Kontrapunkt. W Klavicrspiel ist nicht einseitig bevorzugt, vielmehr wird der reinen wie der mannigfaltigsten Instrumentalmusik ihr volles Recht. *Jn ‘ drei Kapiteln des Anhangs wird die Orgel, die Hebung des kunstgemapw Vortrags und die Partitur behandelt. Hunderte von Notenbcispiet n erläutern den knapp, übersichtlich und leicht verständlich gehauenen Text. Allen Lehrern.und Lernenden der Musik, den Besuchern des Konzertsam und der Oper ebenso wie den Mitgliedern der zahlreichen deutschen iö-> saugvereine sei das Bändchen zur Kenntnisnahme und AnschaMg empfohlen. ______________
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__ Druck unk BerlagHrühl'sche» HniverMtS.BMH. und Steindruckerei (Pietsch «rde«) in
Preisrätsel.*) Diamanträtsel.
Nachdruck verboten.
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Auflösung des Kapselrätsels in voriger Nummer: Bremen, Riga, Elbing, Sagnn, Landau, Altona, Utni; Bres Oj
Wie Englands Herrscher gestorben smd.
(Nachdruck verboten.)
Es ist eine traurige Thatsache, daß acht englische Monarchen eines gewaltsamen Todes gestorben smd, d. h. fast 25 Prozent der Herrscher, seit dem normannischen Sieg. Der letzte dieser acht Unglücklichen war Karl L, der vor zweieinhalb Jahrhunderten hingerichtet wurde. Dre Namen der übrigen sieben sind: Wilhelm I., Wilhelm II-, Richard L, Eduard II., Richard II., Richard III. und Eduard V.
Einer wurde durch einen Sturz mit dem Pferde getötet, einer auf der Jagd und ein anderer bei der Belagerung einer Stadt erschossen: drei wurden ermordet, uni) nur einet siel in der Schlacht, das war Richard III. bei Bosworth
Unter denen, die ans Ursachen, welche direkt oder indirekt mit der Verantwortlichkeit und Sorge ihrer hohen Stellung verbunden waren, starben, ist Mary das hervorragendste Beispiel. Der Verlust von Calais — Welches früher ein englischer Hasen war - beschwerte derart ihr Gemüt, daß sie, wie die Engländer behaupten, an gebrochenem Herzen
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rechten Reihen folgende Bedeute g ~ haben: 1. Vokal; 2. bekannter Baw s S ort; 3. Empfindung; 4. Test d Mes b Erde; 5. Mitteilung; 6. Teil etms Lwtzde Dramas; 7. Vokal, p schatte
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Aedaknen: L. Burkhardt.
*) Lösungen sind mit Aufschrift: „Preisräiscl-~ versehen innerhalb acht Tagen an dte Redaktion der « M
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