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Und an des Meeres Wellen
ypk Gleich viel in deinen Wasscrkrng:
t Drnm hege keine Sorgen
Für henke oder morgen;
Denn wer znfrieden, hat genug. Indisch.
(Nachdruck verboten.)
Die Seekönigin.
Seeroman von Clark Rüssel.
(Fortsetzung.)
Ehe ich die Kajüte verließ, trat Richard mit dem Sextanten in der Hand wieder ein. Er sagte, daß er die erwünschten Höhen gemessen habe und sie nun zur Ortsbestimmung anwenden wolle. Wenn er mit seinen Rechnungen fertig sei, würde er meinem Beispiele folgen und ein Seewasser-Sturzbad nehmen.
„Was kann ich inzwischen thuu, Richard?" fragte ich.
„Du kannst Dich um das Mittagessen bekümmern", meinte er. „Es ist soweit alles in Ordnung. Das Feuer in der Kombüse haben wir schon angezündet, ehe Spence Dich vom Ruder ablöste. Der Kessel ist mit Wasser gefüllt und ein Stücks Rindfleisch zum Kochen aufgesetzt."
Das Deck hatte jetzt, nachdem all das umherliegende Tauwerk aufgeklart war, ein sauberes Aussehen, und die kleine Brigg machte einen ganz hübschen Eindruck, als sie sanft über die langgestreckte, dunkelblaue Ozeandünung dahinglitt. Die Segel wurden nur knapp von der lässigen Brise gefüllt. Hebet den Schanzkleiduugen war das himmlische Blau des Horizonts sichtbar, und ringsumher ertönte das schwache Geplätscher des langsam vorbeiströmenden Wassers.
Sobald das Fleisch gar war, trug ich es nach der Kajüte. In der Pantry fand ich- Tischtuch und alles sonst noch Erforderliche. Bei der Suche nach! dem Tischtuch entdeckte ich einige Krüge mit. eingemachten Früchten, eüt paar Büchsen mit Sardinen und eine Menge feiner, weißer Biskuits. Ich stellte, soviel ich davon für nötig hielt, auf den Tisch und wollte eben Richard rufen, als er auch schon aus seiner Kammer trat.
„Ich hörte Dich herumhantieren", sagte er. „Meine Beobachtungen sind ausgerechnet, und ich habe mir ein prachtvolles Bad geleistet." Er warf einen Blick auf die Tafel und fuhr fort: „Das sieht ja ganz schön aus, Jeß. Was hast Du denn in dem Glase dort?"
„Himbeer-Marmelade."
„Man könnte glauben, Du wärest einkaufen gegangen", rief er lachend. „Wer warte nur, bis ich erst 'mal Nach^ forfchungen anstelle. Wir können erwarten, in dem Pro- viantraum noch- allerlei gute Dinge zu finden. Ich will nur- geschwind Spence benachrichtigen, daß wir beim Mittagessen sind." Damit sprang er an Deck. Er war heiterer und zeigte mehr von seinem alten munteren und herzlichen Wesen, als ich seit jenem unglückseligen Tage der Meuterei an Bord der „Aurora" an ihm bemerkt hatte.
Gleich darauf trat er wieder ein und setzte sich, indem er erklärte, daß das Wetter nodj immer unverändert sei und ein wunderbar beständiges Aussehen habe.
„Ich habe Spence anempfohlen, einen scharfen Ausguck nicht nur voraus, sondern auch achteraus zu halten. Darauf müssen auch wir Heide stets achten, Jeß. Es ist ebenso .wichtig wie das Steuern."
„Wo sind wir denn nach Deinen Berechnungen, Richard?"
„Weiter nach Westen und Süden als ich glaubte."
„Dann wirst Du wohl den Kurs ändern müssen", meinte ich.
„Ja, um ein geringes, und es ist auch bereits geschehen. Wahrhaftig, Jeß, das ist ein ganz ausgezeichnetes Stück Fleisch. Oder schmeckt es nur so gut infolge des Schiffbruchs und nach meinem Seewasserbade?"
„Warum steuerst Du uach den Kap Verdeschen Inseln?" fragte ich, indem ich bei meinem Thema blieb, das mir! von größerer Wichtigkeit zu sein schien als das Fleisch, „und nicht lieber nach- Sierra Leone oder Sherborough, wo die Brigg herkommt?"
„Aus verschiedenen Gründen", erwiderte er. „Zunächst sind wir -den Inseln um zweihundert Meilen näher als den Häfen, die Du eben nanntest. Zweitens habe ich- keine Lust, auf einen Punkt der afrikanischen Küste loszuhalten, wo wir mit nur drei Personen zur Bedienung des Schliffes an eine Küste geraten könnten, die von wenig zivilisierten und vielleicht feindlichen Völkerstämmen bewohnt wird. Drittens je weiter wir nach Nordwesten kommen, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, daß wir Hilfe antreffen: entweder ein Segelschiff, das uns zwei oder drei Mann abgeben kann, oder einen Dampfer, der uns ins Schlepptau nimmt. Bist Du von diesen Gründen befriedigt, Sch,atz?"
„Ach, Richard, Du weißt ja, wie uuwisfend ich in diesen Dingen bin. Sicherlich beurteilst Du es am richtigsten." Dreiundzwanzigstes Kapitel.
Ein neuer Schicksalsschlag.
Diese Deck - Kajüte, in der wir uns hier befanden, war bedeutend kühler als die unter Deck befindliche der „Aurora", dank der durch die geöffneten Fenster und Thüren hergestellten Ventilation. Der Pechgeruch war noch nicht verflogen, und brachte uns wieder auf das Fieber


