iichen Mißerfolgen erst im Jahre 1747 durch Berufung des Prinzen Wilhelm von Oranien aus der jüngeren Lrnw Nassau-Dietz wieder erneuert wurde. Dessen Sohn Wrl- helm V. mußte, als die Niederlande in die Revolutrons- kriege hineingezogen wurden, da er wegen der vorangegangenen Mißerfolge gegenüber England jeden Halt im Lande verloren hatte, vor den unter Pichegru eindringenden Franzosen flüchten und hat bis zu seinem im Jahre 1806 erfolgten Tode sein Land nie wieder gesehen.
Es folgte nun die Zeit der batavischen Republik, welcher später von ihrem eigenen Schöpfer Bonaparte der Garaus gemacht wurde, als es diesem beliebte, das vollständig zum Anhängsel Frankreichs herabgesunkene Land seinem Bruder- Ludwig als König zu verleihen, bis ein kaiserliches Dekret vom 9. Juli 1910 die Vereinigung Hollands als „einer Anschwemmung französischer Flüsse" mit Frankreich verordnete. „ , . .
'In diesen traurigen Zeiten ist Holland von ferner Stufe als große Kolonialmacht herabgesunken; der Wohlstand war auf lange hinaus vernichtet; eine ungeheure Staatsschuld lastete auf dem Lande, und die besten Teile Ostindiens, das Kap und Ceylon waren an England verloren gegangen, welches diese nach juristischen Begriffen nicht den Holländern, sondern dem Kaiser der Franzosen abgenommen hatte und nicht daran dachte, darauf bei der Neuordnung Europas zu verzichten.
TDer Wiener Kongreß brachte die Vereinigung Belgiens mit Holland als Königreich unter der Herrschaft des ältesten Sohnes des Erbstatthalters Wilhelms V. als König Wilhelm I. Diese am grünen Tisch der Diplomaten verfügte Vereinigung zweier durch Sitten und Religion, zum Teil auch durch die Rasse getrennter Länder war nicht von Dauer. Denn schon nach weiteren 15 Jahren brach infolge der Julirevoluiion der Aufstand in Belgien mit elementarer Gewalt los und führte zur dauernden Abtrennung dieses Landes. Wilhelm I. hat aber das Gefühl der Demütigung über das schnelle Ende des von ihm gegründeten Staates nie mehr verwinden können und dankte am 7. Oktober 1840 zu Gunsten seines Sohnes ab, der nach einer liberalen Regierung von neun Jahren schon 1849 starb.
Die Geschichte des letzten männlichen Oraniers Wil- helms III. (1849 bis 1890) gehört fast der Gegenwart an und bietet für uns Deutsche, namentlich, dadurch Interesse, daß es Bismarcks energischer Hand gelang, die Luxemburgische Frage einstweilen gütlich beizulegen, obwohl Wilhelm III. bereit war, dies Land, welches Napoleon III. zur Wiederherstellung seines Prestige brauchte, an diesen zu verhandeln. ,
Nachdem der Kronprinz und damit der letzte mannlrche Sproß aus niederländisch-oranischem Stamme schon 1884 verstorben, ging die Krone bei König Wilhelms III. Tode auf seine einzige Tochter aus zweiter Ehe mit der Prinzeß Emma von Waldeck über, die jetzt zum Traualtar geschritten. Was ihr und ihrem Lande die Zukunft bringen wird, ruht in der Zeiten Schoße. Die jähen Katastrophen, welche Holland vom Gipfel der Macht hinabschlenderten, sind noch nicht überwunden, und es scheint fast, als ob es an Mut gebräche, zu entscheiden, wo man den politischen Anschluß suchen will. Aber der entscheidende Augenblick wird kommen. Vor dreißig Jahren lebte man noch in Holland allgemein in der gänzlich unbegründeten Furcht, daß Preußen-Deutschland es aus die Freiheit der Niederlande abgesehen habe, während heute derartiges nur von bewußt Böswilligen behauptet wird. Der jungen Fürstin aber verleihe der Himmel die Gabe, in diesem folgenschwersten Augenblicke.der Zukunft ihrem treuen niederdeutschen Volke die richtigen Bahnen zu weisen.
Gemeinnütziger.
Wieviele Menschen würden gern sich, mit Obstbau beschäftigen oder sich ihr Gemüse selbst ziehen, wenn sie bte Mittel hätten, sich Gartenland zu kaufen oder zu pachten. Diese Erwägung hat den Gartenbauverein zu Goldberg tn Mecklenburg aus einen Gedanken gebracht, der jetzt seit dem Herbst v. Js. Verwirklichung gefunden hat, und der gewiß an vielen Stellen Nachahmung finden wird. Genannter
Sektion: ®. Burkhard). — Druck und gering der Brühl'schrn
Gartenbauverein hat von der Stadtgemeinde Goldberg ein größeres Stück Land auf 30 Jahre gepachtet, hat dieses.Land in Kabels von 280 Quadratmeter Größe eingeteilt, und jede Kavel mit einer Anzahl von Obstbäumen bepflanzt. Der Gartenbauverein zahlt an die Stadtgemeinde etwa 38 Mk. Pacht für den Morgen, das macht 4.25 Mk. Pacht für die Kavel. Dafür hat die Stadt die Einzäunung übernommen, hat einen Abort erbaut und einen Brunnen angelegt. Nach 30 Jahren geyen alle auf dem Lande befindlichen Obstbäume in das Eigentum der Stadt über. Der Gartenbauverein, der, wie erwähnt, die Kabels bepflanzt, auch den Baumschnitt während der Pachtzeit übernimmt, erhält für die Kavel 12.75 Mk. Jahrespacht. Es sind bisher 70 solche Kavels angelegt worden, die sogleich verpachtet sind. Der „Praktische Ratgeber im Obst- und Gartenbau", dem wir diese Mitteilungen verdanken, veröffentlicht den Grundriß des ganzen, neuen Unternehmens und Bepflanzungspläne zweier Kabels. Auch die Kontrakte zwischen der Stadtgemeinde Goldberg und dem Gartenbauverein, , sowie zwischen letzterem und den einzelnen Kavelpächtern sind abgedruckt. — Die Anregung erscheint uns nach verschiedener Richtung beachtenswert Nicht nur, daß sie vielen Gelegenheit zum Obstbau und der Gemüsezucht giebt, denen das sonst versagt wäre, eröffnet sie den Stabtgemeinden neben hoher Verwertung ihrer Ländereien Aussicht auf einen Besitz von Obstplantagen, mit deren Anlegung für die Stadt keine Kosten verknüpft sind. Die betreffende Nummer des „Praktischen Ratgebers", die den Aufsatz enthält, ist gegen Einsendung von 15 Pfennigen portofrei von dem 'Geschäfts- amt in Frankfurt a. O. zu beziehen.
Kefrrndhettspfiege.
Der Fnfluenza zu entgehen, ist nicht so leicht; denn selbst die stärkste Körperbeschaffenheit bietet wohl einen wunden Punkt, auf den jener heimtückische Feind seinen Angrisf mit Erfolg zu richten weiß. Wissenschaftlicherseits wird mehrfach angenommen, daß zur Zeit einer Influenza- Epidemie der Ansteckungsstoff überall verbreitet ist; ihm genügt schon eine kleine Erkältung, um den Körper zu ergreifen. Schutz dagegen gewährt namentlich eine geeignete Ernährungsweise, z. B. wenn man so recht durchfroren heimkehrt, so bekommt eine gute Tasse Bouillon vorzüglich, und eine solche bereitet man sich binnen kürzester Zeit mittelst des echten Liebig-Kompagnie's Fleisch-Extrakt auf die allbekannte Weise. "Als Vorbeugung gegen Influenza hat, das steht fest, dies einfache Hausmittel schon ganz außerordentliches geleistet.
Ein treffliches Mittel gegen Atemnot ist Thee von getrockneten Hagebutten. Zehn derselben genügen zu einer Tasse. Morgens und abends nimmt man ihn am besten zu sich. Der Thee schmeckt durchaus nicht schlecht.
Litterarisches.
Kinder-Zeitung. Herausgegeben von Felix von Stenglin, Groß-Lichterfelde. Inhalt von Nr. 19. Was in der Welt vorgcht: Tod der Königin von England; Deutsche Verluste in China; Präsident Krüger; Was die Buren treiben; Auswanderung nach Nord-Amerika; Ein tapfrer Knabe; In der Wüste verirrt; Durch die Klugheit eines Hündchens gerettet; Ein Mann, der keiner war. Aus dem Reiche der Natur: Der ungarische Hundsfisch im Aquarium; Das Zittern des Espenlaubes. Der Beobachter in Wald und Feld: Der Zaunkönig. „Das geheimnisvolle Haus." (Forts.) Auf einem Ruderboot über den Ozean. Zahme und wilde Gänse. Erlebnisse. Tauschecke. Anzeigen. Zu beziehen durch alle Postanstalten, Buchhandlungen und die Geschäftsstelle in Groß-Lichterfelde, Dahlemerstr. 75.
Delphischer Spruch.
Nachdruck verboten.
Beutelüstern schleicht es heran mit fauchendem Rachen.
Gieb ihn ein andres Herz, — kürzlich noch lebten wir drin. Auflösung folgt in nächster Nummer.
Auflösung des Quadrat-Rätsels in vor. Nr.: M o N D OMAR NASE
’ DREI
UnivcrsttSIS-Buch- und Strindruckerei (Pietsch Erben) in Gieß«.


