Ausgabe 
8.12.1901
 
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Die Metalle.

Verimisehtes.

die

Redaktion: E. Bnrkhar bt. - Rotationsdruck und Verlag der Vrübl'fchen Universitäts-Buch- und Etcindruckerci (Pietsch Erden) in Gießen.

Bilderrätsel.

(Nachbildung verboten).

(Auflösung in nächster Nummer.)

Auflösung des Logogriphs in vor. Nr.: Bast, Mast, Rast, Last, Gast.

Unter den Engpässen der Gebirge ist der- jenige von Thetmopylä, wo Leonidas mit seinen 300 Spar­tanern den Heldentod fürs Vaterland erlitt, Wohl der erste, von dein die deutschen Schüler Kenntnis erhalten. Aber es gießt noch so manchen anderen interessanten Engpaß; das beweist eine neuerschienene Serie sog. Liebig-Bilder, zu ! denen die Liebigs Fleisch-Extrakt-Kompanie dieses Thema ! gewählt hat. Geboten werden, außer den Thermopylen/ die Gebirgspässe von Cha-Tow in China, vom St. Gott­hardt (Schweiz) und von Finstetmünz (Tirol), der Malakcmd- paß iin Indien und der Chiloootpaß üt Alaska. Die zier­lichen Kärtchen werden eifrige Nehmer finden; ihre Rück­seiten bieten, wie noch erwähnt sein mag, wiederum eine Auswahl neuer Rezepte aus dem Gebiete der Kochkunst, der Hausfrau willkommen sein werden.

Die Metalle. Von Prof. Dr. K. Scheid.Rmch illu­striert. Geh. Mk. 1., geschmackvoll geb. Mk. i;2t>. (Aus Natur uud Geisteswelt." Santmlung wissenfchaftlich-gemein- verständlicher Darstellungen aus allen Gebieten des Wissens. 29. Bändchen.) Verlag von B. G. T eub n er in LerP zi g.

Das Bändchen will, ohne daß irgend welche Kenntnisse der Chemie und Gesteinkunde vorausgesetzt werden, eine Erklärung geben, wie die Metalle in der Erde ich als Erze abgelagert haben mögen, und tote bte Erze stch Ut das reine Metall nmwandeln lassen; tote bte Me­talle auf den Hüttenwerken dargestellt werden, ist unter Beigabe von Abbildungen erklärt. Um ihre Bedeut- u n g f ü r d a s d e u t s ch e G e w e r b e besser hervortreten zu lassen, sind zahlreiche Tabellen über Er z s örd er un g, Metallproduktion nnd Preis ttt bett letzten Jahr­zehnten aus allen Staaten, der Erbe, insbesondere DeuUch- lands, in den Text eingeretht. In den letzten Abschnitten werden sodann die Metalle hinsichtlich ihrer Etgen- I schaftetr verglichen und das Allgemeine über ! D a r st e l l u tt g u n d B e r a r b e i t u n g zusantmenfassend I erklärt. Das mit vielen und guten Abbildungen illustrierte Bändchen wird sich bei dem billigen Preise sicher biete Freunde erwerben.

Natürlich fehlte es nicht an mancherlet Abenteuern Und Gefahren, einmal wäre der Wanderer bald ttt entern Sumpfe versunken, zweimal fiel er Banditen ttt bte Hande uni) entging nur mit knapper Not uer Ausraubung.Un­gefähr sieben Minuten" (es war auf der Ruciretst und zwar zwischen Neapel und Rom)mochte ich so sortge- wandelt sein, da stürzten links aus dein Gebüsch, vier Kerle auf mich zu. Ihre Botschaft erklärte sich sogleich. Einer faßte mich bei der Krause und setzte nur den svolch an die Kehle, der andere am Arm und setzte tritt den Dolch auf bte Brust die beiden klebrigen blieben disposittonsmaßtg in einer kleinen Entfernung mit aufgezogenen Karabinern. Fn Eile nahmen sie mir nun die Börse und etwas Geld aus den Westentaschen", dann schleppten sie das Opfer nach dem Gebüsch, um es in aller Bequemlichkeit zu durchsuchen . und auszuziehen oder auch vielleicht, um nicht verraten zu werden, kalt zu machen, da,im kritischsten Momente, Zollte der Postwagen heran, Stimmen wurden laut, und die Räuber ließen den Ueberfallenen los und entflohen. Ein andermal verhörte man ihn nur scharf, und da man nichts Wertvolles bei ihm vermutete, ließ man ihn laufen.

Den Rückmarsch nahm er über Zürich, Paris und Frank­furt, da er nicht nur ein möglichst großes Stück Welt sehen, wildern auch seinen alten Freund Münchhausen (an den er fein berühmtes Gedicht:Nimm meinen Kuß im Geist an

Deinem Rheine" gerichtet) zu besuchen. . Der Freund, (tn Gemeinnütziges«

Schmalkalden wohnhaft) nahm ihn jubelnd auf, und et genoß I «n s en v e r e d elün q im Win le t. Bot Weihnachten mehrere Tage die frohe Heiterkeit setner Gesellschast. In . Rosenvereoetungm tierebeIlt, aber nach

Weimar sah et Wieland, Böttiger und die Herzogin Mutter, tm ^tmm t ' recht gutem Erfolge,

die ihn mit freundlicher Wärme nnd Gute aufnahmen. [elft utn diese Zeit auf bett Ueberhaupt war er unter den Großen Weimars allezeit gern zu späi. Die Rosenveredelung

gelitten: , . , . , , inber das Echtmachen der Rosen im Zimmer muß schon

Schiller rüste mir und Herder fragte, oder J W Behandlung bet Rosenwildlinge bot-

Wann ich meinen Gang zur Jlnta nahm, . bereite toerden. In einem längeren, durch Abbildungen Und der Hetaklide Goethe sagte , | - aeickimückten Artikel, finden wir in Nt. 33 desErfurter

Lehrreich manches Wörtchen, wenn ich kam, Db?t- und Gartenbau" die notwendigen Vot-

Vater Wieland winkce voll Vettrauen, I ^ten beschrieben. Wer Rosen im Zimmer veredeln will,

Wenn er leinen alten Pilger sah, I Zeilen W ^on Erfurt schicken, umsomehr.

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.znrückkarn, beweist folgendes kleine Ereignis, das ihm in einem Wäldchen bei Naumburg begegnete. Ein preußisches Bataillon zog an ihm vorbei, und einer bet Offiziere fragte den andern:Was ist das für ein Kerl, der dort geht?" worauf prompt die Erwiderung erfolgte :Er wird wohl gehen und das Handwerk begrüßen." Ein dritter wußte es aber besser und sagte:Nein ich weiß nicht, was das für ein närrischer Kerl sein mag: ich habe ihn gestern bei " der Herzogin im Garten sitzen sehen."

Sein Buch über die Reise verschaffte ihmals Schrift- stellet und als Menschen eine große Achtung bei allen Edlen von der Newa bis an den Rhein". Das Werk ist so originell und farbeuvoll gehalten, daß. man es selbst noch, mach 100 Jahren, mit Interesse liest, und sein ästhetischer und littetarischer Wert geht weit übet den einet bloßen Reisebeschreibung hinaus. War doch die Veranlassung zu der Reise keine andere, als der Wunsch, bett klassischen Boden zu durchwandern und in den großen Begebenheiten, in dem herrlichen Reiche der Kunst des Altertums und in bet schönen Natur Italiens anschaulich zu leben.

Nur noch wenige Jahre waten ihm vergönnt. Ein Blasenleiden befiel ihn, et wurde zusehends schwächet, und eine Kur in Teplitz vermochte ihn nicht zu retten. Auf fremdet Erde, fn der genannten Badestadt, hauchte er am 13. Juni 1810 seine edle Seele aus-

In Seume ist", ruft begeistert Ludwig Storch in einem itt der Gartenlaube aus Anlaß seines 100 jährigen Geburts­tages (29. Januar 1863) erschienenen Artikel,die schlichte, rechte Grundehrlichikeit und Redlichkeit des Deutschtums, die deutsche Treue und Rechtschaffenheit, das spezifisch deutsche Charaktertum, zur greifbaren Erscheinung ge­kommen; es ist der schlichte Mensichenverstand, gepaart mit dem edlen Mannesmut, bet ohne Furcht itttb Scheu sagt, was er als Recht und Wahrheit erkennt, und sein Leben uud Streben nach dieser Erkenntnis einrichtet." Hamlets Wort: Er wat ein Mann" paßt aus ihn tote auf wenige. Möge das deutsche Volk heute feiner in Ehren gedenken!

& & n. Mi